Mitgliederversammlung der ACK-Deutschand beschäftigt sich mit „Mission“
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Berlin/Deutschland, 02.10.2015 / APD

Auf einem Studientag am 30. September in Berlin setzten sich die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) mit dem Missionsbegriff im Verhältnis zum interreligiösen Dialog auseinander. ACK und Neuapostolische Kirche haben zudem gemeinsam eine Orientierungshilfe veröffentlicht. Ziel sei es, den ACKs auf lokaler und regionaler Ebene Hinweise zu geben, wie gegenseitige Kontakte und Beziehungen vertieft werden können, teilte der Pressesprecher der ACK, Pfarrer Marc Witzenbacher, mit.

Zeugnis für christlichen Glauben und interreligiöser Dialog kein Widerspruch
Dass das Zeugnis für den christlichen Glauben und der interreligiöse Dialog nicht im Widerspruch stehen, darüber waren sich die Delegierten auf einem Studientag zum Thema „Missionsverständnis im Gespräch“ einig, den sie gemeinsam mit den Geschäftsführern der regionalen ACKs und Vertretern der Evangelischen Allianz durchführten. Grundlage war das Papier „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“, das vom Vatikan, dem Ökumenischen Rat der Kirchen und der weltweiten Evangelischen Allianz verabschiedet worden war.

Einer Mission, bei auf andere Druck ausgeübt werde, erteilte Anja Middelbeck-Varwick, Professorin für katholische Theologie an der Freien Universität Berlin, eine klare Absage. Mission bestünde vielmehr darin, überzeugend seinen Glauben zu leben und auf den universalen Heilswillen Gottes zu vertrauen. Dies habe auch seine Grundlage in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils, in denen ausgedrückt wird, dass in den anderen Religionen auch Wahres von Gott gesagt werde.

Ein authentisches Zeugnis des Glaubens sah Johannes Berthold, Vorsitzender des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes und Professor für Religionspädagogik an der Fachhochschule Moritzburg, als die „Muttersprache des Glaubens“ an. „Die eigene Gewissheit des Glaubens kann sich angstfrei auch der Gewissheit des anderen aussetzen“, sagte Berthold. Es gehe nicht um den Besitz, sondern im die Ergriffenheit von der Wahrheit.

Islam kennt keinen eindeutigen Missionsauftrag
Einem solchen Missionsbegriff stimmte auch die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus von der Universität Erlangen zu. Zwar gebe es im Islam keinen eindeutigen Missionsauftrag, aber mit dem Begriff der „Dawa“ bestünde ein ähnliches Konzept. Es gehe darum, den eigenen Glauben vorzuleben und dadurch überzeugend zu erscheinen. Der Dialog mit anderen Religionen könne so nicht nur das Verständnis für den anderen wecken, sondern auch das eigene Bewusstsein für den Glauben stärken.

„MissionRespekt“
Der Studientag mit dem Blickpunkt auf den muslimisch-christlichen Dialog war ein weiterer Baustein im Prozess „MissionRespekt“, der aufgrund des Papiers „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ angestoßen wurde. Im vergangenen Jahr wurde dazu ein grosser Kongress in Berlin veranstaltet, bei dem das Papier diskutiert wurde. Die ACK will den Prozess weiter verfolgen.

Orientierungshilfe zur Neuapostolischen Kirche (NAK)
Im Herbst 2013 hatte die Bundes-ACK beschlossen, eine Phase der Kommunikation und Reflexion mit der Neuapostolischen Kirche (NAK) zu gestalten. Dazu gehört die Orientierungshilfe, die 2008 von der ACK Baden-Württemberg erstmals veröffentlicht wurde und nun auf Bundesebene weiter entwickelt und dem gegenwärtigen Gesprächsstand angepasst wurde. Nach der endgültigen Abstimmung mit der Kirchenleitung der NAK ist der Text nun zur Herbst-Mitgliederversammlung der ACK, die vom 30. September bis 1. Oktober in Berlin stattfand, veröffentlicht worden.

In der Orientierungshilfe werden Möglichkeiten ökumenischer Begegnungen und Zusammenarbeit aufgezeigt, wie beispielsweise das gegenseitige Überlassen von Räumlichkeiten in besonderen Fällen wie Trauungen oder Bestattungsfeiern, sowie die Beteiligung von Chören und Orchestern der NAK bei Gottesdiensten der ACK-Mitgliedskirchen. In den vergangenen Jahren habe sich in der NAK ein bemerkenswerter Wandlungs- und Öffnungsprozess vollzogen, heisst es in dem Text. Grundlage sei der im Jahr 2012 veröffentlichte Katechismus der Neuapostolischen Kirche. Er stelle erstmals systematisch und umfassend den neuapostolischen Glauben verbindlich dar und zeige eine ökumenische Öffnung.

Auch wenn aus ökumenischer Sicht noch Anfragen und Unterschiede deutlich würden, stellten diese kein Hindernis für ökumenische Kontakte dar, heisst es in der Orientierungshilfe. Seither gibt es auf lokaler Ebene zunehmend Berührungen unterschiedlicher Art zwischen neuapostolischen Gemeinden und Gemeinden der ACK-Mitgliedskirchen. In rund 20 Orten führte dies inzwischen zu Gastmitgliedschaften von NAK-Gemeinden in lokalen ACKs, in Hannover ist die NAK Mitglied der lokalen ACK. In Mecklenburg-Vorpommern hat die Neuapostolische Kirche vor kurzem den Gaststatus auf regionaler Ebene beantragt.

Die Orientierungshilfe ist im Internet verfügbar unter: www.oekumene-ack.de/fileadmin/user_upload/Material_Aktuelle_Meldungen/ACK-NAK_Orientierungshilfe_2015.pdf

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