Deutschland: Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) kritisiert Bundeswehr-Werbung unter Minderjährigenprint druckenemail versenden

Bonn/Deutschland, 12.02.2017 / APD

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© Foto: Michael F. Schroth / churchphoto.de

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Deutschland hat die Rekrutierung Minderjähriger und die Werbung der Bundeswehr in Schulen sowie in sozialen Medien für den Militärdienst erneut kritisiert. Anlass ist der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten („Red Hand Day“), der seit 2002 jährlich am 12. Februar begangen wird und an das Schicksal von Kindern erinnert, die zum Einsatz in Kriegen und bewaffneten Konflikten gezwungen werden.

„Es ist nicht hinnehmbar, wenn die Bundeswehr aufgrund eines offenbar grösser werdenden Personal- und Nachwuchsmangels zunehmend offensiver unter Jugendlichen Werbung macht. Wenn wir in Europa den Einsatz von Kindersoldaten in Asien oder Afrika kritisieren, dürfen wir nicht übersehen, dass in Deutschland Minderjährige rekrutiert werden“, betont Dr. Christoph Münchow, Vorsitzender der EAK.

Über 1.500 Bundeswehrsoldaten unter 18 Jahren
Erschreckend sei, dass die Zahl minderjähriger Soldaten ihren höchsten Stand seit der Aussetzung der Wehrpflicht erreicht habe, kritisiert die EAK. Nach Angaben der Bundesregierung leisteten 2016 im November 1.576 Personen unter 18 Jahren ihren Dienst bei der Bundeswehr. 2011 lag diese Zahl noch bei 689.

„Das ist eine Entwicklung, die Sorgen machen muss. Denn viele Jugendliche sind noch nicht in der Lage, wirklich die Konsequenzen eines freiwilligen Dienstes in der Bundeswehr zu erkennen“, mahnt der EAK-Vorsitzende. Darum sollten die Werbeeinsätze an Schulen eingestellt werden.

Kritisch sieht die EAK auch die zunehmende Werbung der Bundeswehr in den sozialen Medien. „Wenn in Selfie-Manier bei Youtube der Rekruten-Alltag dargestellt wird und dabei die gefährlichen Einsätze ausgeblendet werden und alles wie ein grosser Abenteuerspielplatz erscheint, dann wird der Soldaten-Beruf erschreckend verharmlost, um möglichst viele junge Menschen für den Dienst zu gewinnen“, gibt Jasmin Schwarz, EAK-Referentin für Kriegsdienstverweigerung, zu bedenken.

EAK
Die EAK ist ein Zusammenschluss von Vertretern der evangelischen Landes- und Freikirchen, von Verbänden sowie von Personen, die sich für Friedensarbeit und für das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung engagieren. Durch ihre Arbeit will die EAK die Friedensarbeit in den Regionen und den Landeskirchen miteinander verknüpfen und einen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Der Verband versteht sich dabei als Teil und als Akteur der evangelischen Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit 2009 gibt es zudem eine gemeinsame Geschäftsstelle der EAK mit der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in Bonn.

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