APD-Informationen 1/1998

Schweiz

Evangelischer Kirchenbund und Adventisten für Beibehaltung des Bistumsartikel in Bundesverfassung uparrowprint druckenemail versenden

Basel, 27.01.1998 / APD

Der Vorstand des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) hat sich laut einer Pressemitteilung gegen die ersatzlose Streichung von Artikel. 84 im Entwurf zur nachgeführten Bundesverfassung (BV) ausgesprochen. Dieser Artikel regelt das Verhältnis von Kirchen und Staat, also auch die Einrichtung neuer Bistümer in der Schweiz. Nicht zuletzt die Vorgänge, die zur Schaffung eines Erzbistums Liechtenstein führten, bewogen den SEK-Vorstand, sich für die Erhaltung des Artikels einzusetzen.

Er ist überzeugt, «dass durch die Beibehaltung dieses Artikels der religiöse Friede auch weiterhin nicht gefährdet und die Neugründung von Bistümern nicht verhindert wird.». Er schliesst sich in seiner Vernehmlassung der Haltung des Bundesrates an. Die vorberatenden Kommissionen des Stände- und des Nationalrates hatten vorgeschlagen, den Artikel 84 ersatzlos zu streichen.

Nach Ansicht des SEK-Vorstandes widerspricht die Streichung des Artikels 84 BV dem Grundsatz der Nachführung des Verfassungsrechtes. Sie schaffe neues Recht, ohne angesichts der veränderten religiösen Situation in der Schweiz die aktuellen Fragen des Verhältnisses von Staat und religiösen Gruppierungen zu klären. Diese hätten zum Teil ein stark entwickeltes eigenes Rechtsverständnis. Eine Streichung würde deshalb eindeutig den Rahmen der Nachführung sprengen.

Der «Bistumsartikel» (Art. 84.3 BV), der besagt, dass Bistümer nur mit der Genehmigung des Bundes errichtet werden dürfen, «entspricht einer echten Partnerschaft von zwei Völkerrechtssubjekten. Wo der Heilige (Apostolische) Stuhl als Völkerrechtssubjekt zur Errichtung eines neuen Bistums Staatsverträge unterzeichnet, soll ihm unser Land als gleichberechtigter Partner gegenüberstehen.»

Solange die Kantone mit dem Heiligen Stuhl Konkordate abschliessen und dafür die Dienste der Bundesbehörden in Anspruch nehmen müssen, solle diese Aufgabe klar als Bundessache deklariert werden. Auch die jüngsten Ereignisse in Liechtenstein sprächen für die Aufrechterhaltung des Bistumsartikels.

Der SEK-Vorstand ist auch der Ansicht, dass es in Art. 84 weder um Fragen des Volksempfindens, noch der Menschenrechte oder um den Religionsfrieden, sondern allein um das Verhältnis eines Staates zu einem anderen Völkerrechtssubjekt, respektive um das Verhältnis des Staates zu den Kirchen und Religionen gehe.

Als protestantische Minderheitskirche in der Schweiz hatte sich die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten 1996 in einer Stellungnahme zur geplanten Verfassungsreform für eine "Nachführung" des Verfassungsrechts mit Reformen ausgesprochen und dabei ausdrücklich die Beibehaltung des Bistumsartikels gefordert. Die Adventisten sind, ähnlich wie die meisten evangelisch-reformierten Kantonalkirchen, der Meinung, dass dieser Artikel trotz gegenseitigem ökumenischem Verständnis, eine besondere Bedeutung hat. "Eine Streichung", so die Freikirchenleitung, "könnte auch heute noch zu konfessionellen Sensibilitäten oder gar zur Gefährdung des religiösen Friedens führen."

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten empfiehlt ausserdem dem Bundesrat und den mit der Verfassungsreform beauftragten Organen, "das Verhältnis des Staates zu den Religionsgemeinschaften grundsätzlich zu überdenken." In den letzten Jahrzehnten hatten sich bekanntlich verschiedene Volksinitiativen auf kantonalen Ebenen, und im März 1998 auf eidgenössischer Ebene, mit dieser Thematik befasst. In einem Schreiben an den Bundesrat heisst es dazu wörtlich: "Wir könnten uns vorstellen, dass mit Hilfe eines breiten gesellschaftlichen Diskurs eine weitere Entflechtung von Staat und Kirche möglich, und damit auch die Frage der staatlichen Anerkennung von Religionsgemeinschaften (Kirchen, Freikirchen und andere religiöse Körperschaften) in der Schweiz neuzeitlicher geregelt werden könnte."

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EXPLO 97 will Solidarität mit den Schwachen uparrowprint druckenemail versenden

Basel, 27.01.1998 / APD

Zum Jahreswechsel kamen 8 650 Dauerteilnehmer und 2 700 Tagesgäste zur interkonfessionellen Konferenz EXPLO 97 nach Basel. Laut Veranstalter Hanspeter Nüesch wollte die Konferenz Menschen aus verschiedenen christlichen Lagern zusammenbringen, damit sie sich kennenlernen und Vorurteile abbauen. Sie sollten "auf die unverzichtbare Mitte des Glaubens und Lebens, Jesus Christus", hingewiesen werden. Gleichzeitig hatte EXPLO das Ziel, durch Förderung der Solidarität gegenüber den Schwächeren der Gesellschaft, wie alleinerziehende Mütter und "unproduktive" Arbeitslose, einer zunehmenden Entsolidarisierung entgegenzuwirken. Dazu fanden neben den Plenarveranstaltungen über 100 Seminare und Workshops statt. In einer eigenen Messehalle stellten 210 christliche Werke, Missionen und Institutionen ihre Arbeit vor. Darunter befand sich auch die Theologische Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg.

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Bibelvorträge in Bulgarien uparrowprint druckenemail versenden

Zürich, 27.01.1998 / APD

Vier Wochen lang hielt sich der adventistische Prediger Hans Niedermaier (Wädenswil) zu Bibelvorträgen in der bulgarischen Stadt Pasardschik auf. Die 300 Plätze im Saal des städtischen Jugendzentrums waren fast immer besetzt. 260 Besucher baten um eine Bibel zum persönlichen Studium. Über 40 von ihnen nehmen bereits am Gottesdienst der örtlichen adventistschen Kirchengemeinde teil.

Die Lokalzeitung "Sname" von Pasardschik kommentierte die Votragsreihe des Schweizer Pastors mit den Worten: "Orthodoxe Christen empfehlen ihren Geistlichen, sich ein Beispiel an diesem Pastor aus der Schweiz zu nehmen: Die (orthodoxen) Pfarrer sollten (endlich) einen Weg zu den Menschen finden, anstatt sich gegenseitig die Bärte auszurupfen." Befragte orthodoxe Christen äusserten im Zeitungsbeitrag die Hoffnung, dass die heutige biblische Botschaft auch durch ihre orthodoxen Geistlichen in der modernen bulgarischen Sprache gepredigt werde, denn durch die Verkündigung in der kirchenslawische Sprache, die die Gläubigen kaum verstehen, würden sie nicht angesprochen.

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Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz "frustriert" uparrowprint druckenemail versenden

Zürich, 27.01.1998 / APD

Nach fünf Jahren als Generalsekretär der "Europäischen Evangelischen Allianz" (EAA) in Wien hat der schottische Theologe Stuart McAllister zu Jahresbeginn sein Amt aufgegeben. Er geht als Leiter an das Institut für Apologetik und Geistliche Wissenschaften in Atlanta/USA. Gegenüber dem Pressedienst "idea Schweiz" bezeichnete er seine Amtszeit als "teilweise frustrierend". "Ich wurde oft zornig über die engstirnigen, alles schnell verurteilenden Leiter, die es zwar nicht so genau nehmen mit der Wahrheit, aber um so arroganter auftreten." Er habe sehr viel Schaden, zerbrochene Beziehungen und Verständigungsprobleme unter den "Propheten der Gerechtigkeit" gesehen, "die oft als böse Leute daherkommen, um andere zu verletzen". Er sei aber auch vielen begegnet, die sich "voll fürs Evangelium einsetzen".

In der "Europäischen Evangelischen Allianz" (EAA) arbeiten nationale Allianzen aus 25 Ländern und christliche Organisationen zusammen, die rund acht Millionen evangelische Christen repräsentieren. In Brüssel unterhält sie ein Verbindungsbüro zur Europäischen Union und anderen europäischen Institutionen, das ebenfalls neu besetzt werden müsse. Die Amtsinhaberin, Julia Doxat-Purser, kehrt nach dreijähriger Amtszeit aus familiären Gründen nach Grossbritannien zurück. Über einen Nachfolger für McAllister wird das EEA-Exekutivkomitee voraussichtlich im kommenden Sommer entscheiden. Bis dahin werden drei Komitee-Mitglieder die Aufgaben des Generalsekretärs nebenamtlich übernehmen. Pfarrer Rudolf Westerheide, Referent der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), soll die Kontakte zu den Mitgliedsverbänden aufrechterhalten. Für die Weiterarbeit am "Runden Tisch", an dem die meisten evangelikalen Organisationen teilnehmen, ist John Earwicker (London) verantwortlich. Der Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), Frank Probst, übernimmt zusätzlich zur Aufgabe des Schatzmeisters auch die des Beauftragten für Religionsfreiheit. Das EEA-Büro bleibt vorerst in Wien.

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International

Fortschritte für Baptisten und Adventisten auf Kuba uparrowprint druckenemail versenden

Havanna/Kuba, 27.01.1998 / APD

Die kommunistische Regierung auf Kuba hat dem Baptistischen Weltbund erlaubt, die rund 22 000 Baptisten auf der Karibikinsel mit direkten Hilfslieferungen zu unterstützen. Bisher mussten derartige Sendungen über den Ökumenischen Rat von Kuba abgewickelt werden, der als regierungsnah gilt. Zunächst sollen Milchpulver und Medikamente geliefert werden. Ausdrücklich hat das Religionsministerium den Baptisten untersagt, mit den Hilfslieferungen auch Bibeln und christliche Literatur ins Land zu bringen. Keine Fortschritte konnte der Weltbund dagegen bei der staatlichen Genehmigungspraxis für baptistische Bau- und Renovierungsvorhaben erreichen. Die meisten der über 200 baptistischen Kirchen sind baufällig, weil die Regierung den Gemeinden die Sanierung verweigert. Allerdings konnte der Weltbund den Anbau eines Altersheimes in Havanna im letzten Jahr mit rund 27 000 Mark subventionieren.

Die Siebenten-Tags-Adventisten konnten dagegen auf Kuba seit 1994 33 neue Gemeindezentren bauen und 80 renovieren. Für 23 weitere liegen Baugenehmigungen vor. 1996 weihte die evangelische Freikirche ein neues Theologisches Seminar in Nuevo Santiago de las Vegas, nahe der Hauptstadt Havanna, ein. Ihre alte Ausbildungsstätte in Santa Clara war zu Beginn der kommunistischen Herrschaft im Jahre 1959 enteignet worden. 1993 bekamen die Adventisten zum ersten Mal nach 30 Jahren die Erlaubnis, wieder Studienanleitungen zur Bibel zu drucken. 1995 durften sie 250 000 Broschüren mit dem Titel "Der Weg zu Christus" für Evangelisationsveranstaltungen herstellen. Im Februar 1998 findet in Anwesenheit von Pastor Robert S. Folkenberg, Silver Spring, Maryland/USA, dem Präsidenten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche, eine Fortbildungsveranstaltung für alle 85 adventistische Geistliche auf der Karibikinsel statt. Sie sollen durch ein Team aus den Vereinigten Staaten für Evangelisationsvorträge und Bibelseminare geschult werden. Auf Kuba zählen die Siebenten-Tags-Adventisten zur Zeit fast 27 000 ständige Gottesdienstbesucher, davon über 16 000 erwachsene getaufte Mitglieder, in 142 Gemeinden. Die erste Gemeinde wurde 1905 in La Lisa bei Havanna gegründet.

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Adventistische Kirchenleiter besuchen China uparrowprint druckenemail versenden

Peking/China, 27.01.1998 / APD

Zwei Wochen lang besuchten Ende letzten Jahres zehn adventistische Kirchenleiter den Nordosten und Osten Chinas, um sich ein Bild von der Situation der Christen im Land zu machen. Die einzelnen Stationen waren unter anderem die Städte Peking, Schenjang, Haicheng, Xi'an, Nanking und Schanghai. "Der Hauptzweck der Reise war das Zusammentreffen mit Regierungs- und Kirchenvertretern, um zu versuchen, mehr über die dortigen Christen und ihre Bedürfnisse zu erfahren", erklärte Pastor Tadaomi Shinmyo, Kommunikationsdirektor der Nordasien-Pazifik-Division der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie ist die Kirchenleitung der Adventisten in China, der Mongolei, Korea, Japan und auf Taiwan und hat ihren Sitz in Seoul/Südkorea. Die Delegation besuchte sechs Adventgemeinden, die die Erlaubnis haben, am biblischen Sabbat (Samstag) ihren Gottesdienst zu feiern, während die anderen Protestanten dies im selben Kirchengebäude am Sonntag tun. "Seit dem Ende der Kulturrevolution im Jahre 1969 hat die chinesische Christenheit ein phänomenales Wachstum erlebt", sagte Shinmyo. "Heute gibt es über zehn Millionen Protestanten in China im Vergleich zu 700 000 im Jahre 1950. 12 000 Kirchen sind geöffnet und an 25 000 weiteren Stellen finden Gottesdienste statt. Im Land gibt es über 230 000 Siebenten-Tags-Adventisten in 600 Gemeinden." Die Ausbildung junger Geistlicher sei dringend erforderlich, berichtete der Präsident der Nordasien-Pazifik-Division, Pastor Pyung Duk Chun. In China verfügen die Protestanten über 17 theologische Seminare. Die Delegation besuchte das Ostchina Theologische Seminar. Unter den einhundert Studenten sind neun Adventisten. "Es war für uns eine sehr nützliche Reise", sagte Chun, "so dass wir jetzt mit Planungen beginnen können, um die Christen in China zu unterstützen."

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Südkoreanische Adventisten trotz Währungsverfall mit Zukunftsplänen uparrowprint druckenemail versenden

Seoul/Südkorea, 27.01.1998 / APD

Der Verfall der südkoreanischen Währung Won beeinträchtigt auch die dortige adventistische Freikirche. Laut Vorsteher Pastor Sang Woo Han (Seoul) gibt es in diesem Jahr keine Gehaltserhöhung für die kirchlichen Angestellten. Es besteht auch ein Einstellungsstopp für Verwaltungsangestellte. Lediglich einige weitere Pastorenstellen sind genehmigt worden, damit neu entstandene Gemeinden seelsorgerlich betreut werden können. In Südkorea gibt es zur Zeit 145 000 Siebenten-Tags-Adventisten in 670 Adventgemeinden. Im letzten Jahr schlossen sich 6 500 Menschen der Freikirche an. Das Spendenaufkommen erhöhte sich gegenüber 1996 um 18 Prozent. Trotz finanzieller Engpässe will Vorsteher Han die adventistische Sahmyook Universität in Seoul ausbauen lassen. Eine medizinische Fakultät sei dringend erforderlich. Die Bildungsstätte feierte im letzten Jahr ihr 50jähriges Bestehen und ist mit 3 600 Studenten die grösste der weltweit 87 Hochschulen der Siebenten-Tags-Adventisten. Neben der Universität unterhalten sie in Südkorea zehn Grundschulen, eine Mittelschule, sieben Gymnasien, eine Krankenpflegeschule, 21 englische Sprachschulen, zwei Krankenhäuser, ein Gesundheitszentrum, zwei Fabrikationsstätten für Naturkost, ein Verlagshaus, ein Medienzentrum und zwei Ausbildungszentren für Laienmissionare.

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50 Jahre adventistisches Krankenhaus in Pakistan uparrowprint druckenemail versenden

Karatschi/Pakistan, 27.01.1998 / APD

Seit 50 Jahren gibt es im pakistanischen Karatschi ein adventistisches Krankenhaus. Es begann 1947 mit einer einfachen medizinischen Behandlungsstation, die 1951 als erste private Heilstätte des Landes zu einem 72-Betten-Hospital ausgebaut wurde. Zehn Jahre später kam eine Krankenpflegeschule dazu, aus der bisher 555 diplomierte Krankenschwestern und Pfleger hervorgingen. 1963 führten Spezialisten der kalifornischen adventistischen Loma Linda Universität zum ersten Mal Operationen am offenen Herzen im Krankenhaus in Karatschi durch. Heute verfügt es über 149 Betten. Bei der Jubiläumsfeier im Dezember letzten Jahres mit über eintausend Gästen fand die Grundsteinlegung für einen Anbau mit 54 weiteren Betten statt. In Pakistan bestehen 72 Gemeinden mit 12 800 Siebenten-Tags-Adventisten. Neben dem Krankenhaus unterhält die protestantische Freikirche dort zwei Kliniken, ein Theologisches Seminar, ein Verlagshaus und ein Medienzentrum.

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Adventistisches Krankenhaus überfallen uparrowprint druckenemail versenden

Lagos/Nigeria, 27.01.1998 / APD

Eine Frau wurde erschossen und ein Mann an der Schulter verletzt, als im Dezember bewaffnete Angehörige des Ife-Stammes in das adventistische Krankenhaus in Ile-Ife im nigerianischen Bundesstaat Osun eindrangen. Wie der Kommunikationsdirektor der adventistischen Kirchenleitung in West- und Zentralafrika, Pastor Emmanuel Nlo Nlo, Abidjan/Elfenbeinküste, mitteilte, gaben die Bewaffneten vor, das Hospital schützen zu wollen. Mit der Behauptung, dass sich dort Angehörige des mit ihnen verfeindeten Modakeke-Stammes versteckt hielten, durchsuchten sie die Krankenzimmer. In der Frau und dem Mann meinten sie fälschlicherweise Mitglieder dieser ethnischen Gruppe gefunden zu haben und schossen sie nieder. Der im August letzten Jahres ausgebrochene Stammeskonflikt hat bereits zahlreiche Opfer gefordert. Die örtliche Polizei ist laut Pastor Nlo Nlo machtlos, da beide Gruppen schwer bewaffnet seien.

In Nigeria leben 134 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 574 Gemeinden. Die protestantische Freikirche unterhält dort vier Krankenhäuser, neun Kliniken, ein Theologisches Seminar und 14 Grundschulen.

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Gymnasium in Burundi überfallen uparrowprint druckenemail versenden

Bujumbura/ Burundi, 27.01.1998 / APD

Ende letzten Jahres überfielen Rebellen in Bubanga das 41 Kilometer nördlich der burundischen Hauptstadt Bujumbura gelegene adventistische Kivoga Gymnasium. Sie schlugen Fensterscheiben ein, stahlen, was ihnen wertvoll erschien, und nahmen einen Lehrer als Geisel, den sie erst nach einer Woche wieder freiliessen. In Burundi bestehen 121 Gemeinden mit über 45 000 Siebenten-Tags-Adventisten. Die evangelische Freikirche unterhält dort ausser dem Gymnasium fünf Grundschulen, zwei Kliniken, vier Sanitätsstationen und ein Medienzentrum.

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Papua-Neuguineas Demokratie in einer Dauerkrise uparrowprint druckenemail versenden

Hamburg/Deutschland, 27.01.1998 / APD

Über 90 Prozent der 4,3 Millionen Einwohner Papua-Neuguineas bekennen sich zum Christentum. Derzeit gibt es laut der in Hamburg von der Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienste herausgegebenen Zeitschrift "der überblick" 54 Kirchen und religiöse Gemeinschaften auf der Inselgruppe. Mit 30 Prozent sind die Katholiken am stärksten vertreten, gefolgt von den Lutheranern (22 Prozent), den Reformierten (13 Prozent), den Siebenten-Tags-Adventisten (8 Prozent) und den Pfingstlern (6,7 Prozent). Das Land ist reich an Rohstoffen wie Gold, Kupfer, Öl und Gas. Doch seitdem Papua-Neuguinea 1975 von Australien in die Unabhängigkeit entlassen wurde, gab es gewaltsame Konflikte bei der Verteilung der Reichtümer, Korruption, Misswirtschaft, steigende Kriminalität und Stammesrivalitäten unter den 800 Sprachgemeinschaften. Die dortige Demokratie befindet sich laut "der überblick" in einer "Dauerkrise".

Die Kirchen leisten seelsorgerlichen Beistand bei zahlreichen sozialen Problemen. Sie beteiligen sich in einem gewissen Rahmen auch an gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen. So sprachen sie sich gegen die grossflächige Abholzung des Tropenwaldes durch asiatische Konzerne aus und setzten sich für einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung im Bougainville-Konflikt ein. Die letzten Parlamentswahlen führten laut "der überblick" meist Siebenten-Tags-Adventisten oder evangelikal geprägte Christen an die Spitzen von Parlament, Verwaltung und Justiz. Die Evangelikalen hatten die Bevölkerung zu einer "Gebetskampagne" aufgerufen, damit die "richtigen Führer" und eine "gottesfürchtige Regierung" gewählt würden. In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift finden sich auch Berichte über die Krisenherde in Nordkorea, Algerien und dem Sudan sowie über die Industriearbeit in China.

In Papua-Neuguinea leben 167 343 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 652 Gemeinden. Die protestantische Freikirche unterhält dort ein Krankenhaus, zwölf Kliniken, ein College und 3 Grundschulen, einen Luftstützpunkt für Missionsflugzeuge sowie ein Medienzentrum.

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Adventistin US-Botschafterin auf Malta uparrowprint druckenemail versenden

Washington, D. C./USA, 27.01.1998 / APD

Kathryn Haycock Proffitt aus Phoenix/Arizona ist seit Jahresbeginn die neue US-Botschafterin auf der Mittelmeerinsel Malta. Sie war zuvor Präsidentin der privaten Telefongesellschaft "Call America" sowie stellvertretende Vorstandsvorsitzende der "Competitive Telecommunications Association" (CompTel) und vertrat die Vereinigten Staaten bereits bei verschiedenen internationalen Konferenzen. Die Diplomatin gehört der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an.

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Archiv für Europäische Adventgeschichte uparrowprint druckenemail versenden

Friedensau/Deutschland, 27.01.1998 / APD

Ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude wird in Friedensau bei Magdeburg zum Archiv für Europäische Adventgeschichte umgebaut. Auf 250 Quadratmetern entstehen ein Bibliotheks- und Bürobereich sowie das Vor- und Hauptmagazin. Das Dachgeschoss ist als Stau- und Lagerraum gedacht. Das Archiv dient vor allem den Studenten der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau für ihre Forschungsarbeiten. Es wurde 1981 gegründet und befand sich bisher in Darmstadt.

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Wegen Völkermordes verdächtigter Pastor aus Haft entlassen uparrowprint druckenemail versenden

Laredo, Texas/USA, 27.01.1998 / APD

Der pensionierte adventistische Geistliche aus Ruanda, Elizaphan Ntakirutimana (73), ist noch vor Weihnachten durch einen amerikanischen Bundesrichter freigelassen worden. Er befand sich seit September 1996 wegen Verdachts auf Völkermord in Laredo, Texas, in Haft. Ein Tribunal der Vereinten Nationen zur Untersuchung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit hatte den Ruander mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er floh mit seiner Familie noch während des Bürgerkrieges aus seiner Heimat und betreibt inzwischen in Laredo ein Reformhaus. Da es keine entsprechende Vereinbarung zwischen den USA und den Vereinten Nationen gibt, entschied Richter Marcel C. Notzon, dass Ntakirutimana nicht an das UN-Tribunal ausgeliefert werden dürfe. Das Gesetz aus dem Jahre 1995, das die Überstellung an internationale Gerichte, die wegen Greueltaten in Bosnien und Ruanda gebildet wurden, erlaubt, sei verfassungswidrig.

Ntakirutimanas Rechtsanwalt Ramsey Clark betonte, dass die Anklage gegen seinen Mandanten falsch und nur ein Racheakt sei. Das UN-Tribunal wirft dem Hutu vor, als damaliger Vorsteher der Südruanda Mission der Adventisten Hunderte von Tutsis in eine Kirche gelockt zu haben. Doch anstatt ihnen dort Schutz zu geben, hätte der Geistliche die Hutu-Miliz herbeigerufen, die die Flüchtlinge ermordete. Der pensionierte Pastor hatte die Vorwürfe stets bestritten. Auch sein Sohn, ein in Laredo arbeitender Arzt, sagte: "Die Anklagepunkte sind alle erfunden. Mein Vater ist kein Mörder."

Ein Sprecher des US-Aussenministeriums äusserte sich enttäuscht über die Freilassung, nannte sie eine "ernste Angelegenheit" und deutete an, dass nach anderen Möglichkeiten einer legalen Auslieferung gesucht werde. Ein Sprecher der Vereinten Nationen erklärte, dass seine Organisation eine Überstellung begrüsst hätte, da das UN-Tribunal zur Anklage gegen Ntakirutimana Anlass habe.

Der Kommunikationsdirektor der adventistischen Kirchenleitung in West- und Zentralafrika, Pastor Emmanuel Nlo Nlo, Abidjan/Elfenbeinküste, sagte, dass die Freikirche jede Gewalt verurteile und dass Schuld nachgewiesen werden müsse. "Wir haben keine Möglichkeit herauszufinden, ob Elizaphan Ntakirutimana schuldig ist oder nicht. Wir befürworten die Initiative der Vereinten Nationen und der ruandischen Regierung, diejenigen vor Gericht zu bringen, die für Verbrechen in diesem Land verantwortlich sind." Auch Pastor Lowell C. Cooper, Silver Spring, Maryland/USA, stellvertretender Sekretär der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, betonte: "Wir verurteilen Gewalt in jeder Form und sind über die Massaker entsetzt, die 1994 in Ruanda geschahen. Viele Adventisten verloren bei diesem Völkermord ihr Leben. Unsere Kirche unterstützt alle Bemühungen, um Ruanda Einheit und Heilung zu bringen. Wir helfen dem Land humanitär und durch Versöhnungsprogramme. Was Pastor Ntakirutimana betrifft, so ist unser Standpunkt, dass eine Person so lange als unschuldig gilt, bis seine Schuld bewiesen ist."

Während des Bürgerkrieges in Ruanda wurden 225 adventistische Pastoren und über 10 000 Gemeindeglieder ermordet. In allen dortigen Adventgemeinden wie auch für die Öffentlichkeit führten im letzten Jahr speziell ausgebildete Kirchenleiter, Pastoren und Laienglieder Versöhnungsseminare durch. Die evangelische Freikirche zählt zur Zeit in Ruanda 326 250 Mitglieder in 846 Gemeinden.

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Erneut Massaker an Tutsis in Ruanda uparrowprint druckenemail versenden

Mudende/Ruanda, 27.01.1998 / APD

Im Dezember wurden wiederum 272 Tutsis getötet und 227 verletzt, als ein mit Macheten bewaffneter Mob von Hutus in ein Flüchtlingslager auf dem Gelände der früheren adventistischen Universität im ruandischen Mudende nahe der Grenze zum Kongo eindrang. Bereits im August 1997 hatte dort ein ähnliches Massaker 130 Tote und 80 Verletzte gefordert. Das Lager wurde zuletzt vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) betreut. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) hatte ihre ausländischen Experten bereits im Januar letzten Jahres von Mudende abgezogen, da deren Sicherheit nicht mehr gewährleistet schien. Zuvor waren in dem Gebiet drei spanische Mitarbeiter einer anderen Hilfsorganisation ermordet worden. Ungeachtet der anhaltenden Gewalttaten im Land arbeiten die Siebenten-Tags-Adventisten an der Aussöhnung zwischen Tutsis und Hutus in Ruanda. In Seminaren werden die Teilnehmer ermutigt, über ihre Schuld in der Vergangenheit zu sprechen und ihre Zukunftserwartungen für das Land in dem Bewusstsein darzulegen, dass durch Greueltaten eine Million Menschen ums Leben kam.

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Fehlentwicklungen und Missstände im Baptismus uparrowprint druckenemail versenden

Washington, D. C./USA, 27.01.1998 / APD

Fehlentwicklungen und Missstände im weltweiten Baptismus hat der Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, Denton Lotz (McLean bei Washington, D. C.), beklagt. Die besten geistlichen Leiter seien heute ausserhalb des Baptismus zu finden, neue Veröffentlichungen baptistischer Theologen bestimmten nur selten die theologische Diskussion, und es gebe keine baptistischen Prediger mehr von Weltformat. In der vorherigen Generation sei dies, wie zum Beispiel mit Bürgerrechtler Martin Luther King und Evangelist Billy Graham noch anders gewesen. Lotz hält es auch für vordringlich, theologische Spannungen zu lösen. Man habe mit verschiedenen Strömungen zu kämpfen, die von einem neu aufkommenden Fundamentalismus bis hin zur liberalen Theologie reichen. Manche Baptisten setzten ihre Hoffnung auf eine charismatische geistliche Erneuerung, andere lehnten diese aus Sorge vor Spaltung ab. Auch in ethischen Fragen gebe es keine Einmütigkeit. Zu den Themen Abtreibung, Homosexualität, Rassismus, Armut, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte würden völlig gegensätzliche Auffassungen vertreten.

Kritische Anfragen hat Lotz auch an die Struktur des Baptistenbundes und das Prinzip der völligen Selbständigkeit der Ortsgemeinden. Dass eine engere Zusammenarbeit auch Vorteile bringe, sei weithin aus dem Blick geraten. Das gegenwärtige System "ist sehr schwerfällig". Um diese und andere Zukunftsfragen aufzuarbeiten, regte der Generalsekretär die Gründung eines informellen Ad-hoc-Komitees an. In ihm sollten die profiliertesten Fachleute aus dem weltweiten Baptismus mitarbeiten. Der Baptistische Weltbund repräsentiert rund 100 Millionen Gottesdienstbesucher. In Deutschland gehören die Baptisten zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der mit 88 000 Mitgliedern grössten Freikirche.

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Ökumene

Ökumenische Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz uparrowprint druckenemail versenden

Bern, 27.01.1998 / APD

Am 18. Januar eröffneten der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) und die katholische Schweizer Bischofskonferenz (SBK) eine "breit angelegte ökumenische Konsultation" zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz und gaben als Diskussionsgrundlage die Broschüre "Welche Zukunft wollen wir?" heraus. Das Dokument enthält eine Skizzierung der Gegenwartssituation, biblische und ethische Überlegungen sowie Vorschläge zur Schaffung einer tragfähigen Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens als sogenanntem neuen "Gesellschaftsvertrag". Die Initianten erklärten: "Der strukturelle Wandel strapaziert unseren bisherigen 'Gesellschaftsvertrag' zwischen nationalem Staat, Demokratie und der Wirtschaft. Die christlichen Kirchen, die vom Evangelium her klar auch einen sozialen Auftrag wahrzunehmen haben, drängen auf ein sozialverträgliches Angehen der hängigen Probleme. Es darf nicht sein, dass die vom Wandel betroffenen Menschen abgeschoben oder gar 'fallengelasen' werden." Ausgangspunkt der Ökumenischen Konsultation "ist das Los der Ärmsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft."

Die beiden Landeskirchen äusserten sich beunruhigt, dass es in der Schweiz immer schwieriger werde, eine gemeinsame Sicht für die Zukunft des Landes zu entwickeln. Das soziale Sicherheitsnetz sei stark belastet und die politische Diskussion über Sozialpartnerschaft und Sozialwerke in eine Sackgasse geraten, betonen sie in einem "Brief an die Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz". Darin laden sie zum Dialog ein und erwarten, dass viele ihre Vorschläge, Notizen zur Zukunft, Ideen, Bilder und Visionen bis spätestens Ende Juni 1999 an die Ökumenische Konsultation senden. Die Kirchen wollen gemeinsam mit der Schweizer Bevölkerung für das nächste Jahrtausend einen neuen "Gesellschaftsvertrag" ausarbeiten.

Die Diskussionsgrundlage für die Konsultation mit dem Titel "Welche Zukunft wollen wir?" kann bei der Geschäftsstelle "Ökumenische Konsultation", Postfach 7442, 3001 Bern, Telefon 031-382 23 28; Fax 031-381 83 49, angefordert werden, wo auch weitere Informationen erhältlich sind.

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Weltkirchenrats-Delegation besucht Russisch-Orthodoxe Kirche uparrowprint druckenemail versenden

Genf,, 27.01.1998 / APD

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pfarrer Dr. Konrad Raiser, will Ende Januar auf Einladung der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) mit einer Delegation Russland besuchen. Die Visite solle eine sichtbare Unterstützung des orthodoxen Engagements für die ökumenische Bewegung sein, teile der ÖRK-Sprecher, John Newbury, in Genf mit. Zur Zeit werde dieses Engagement von Teilen innerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirche kritisiert, heisst es zur Begründung.

Die ÖRK-Delegation will während ihres Besuchs vom 30. Januar bis zum 4. Februar 1998 den Angaben zufolge die Ziele und die Arbeit des Weltkirchenrats erläutern. Sie wird in Moskau von Patriarch Alexsi II., Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, empfangen werden. Diskussionen sind auch mit dem "Aussenminister" der ROK, Metropolit Kirill von Smolemsk und Kaliningrad, vorgesehen. Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist mit rund 100 Millionen Mitgliedern die grösste der 330 protestantischen, orthodoxen und anglikanischen Mitgliedskirchen des ÖRK. Die Beziehungen der orthodoxen Kirchen zu den übrigen ÖRK-Mitgliedskierchen gelten wegen theologischer Differenzen als gespannt. Im Mai 1997 war die Georgisch-Orthodoxe Kirche aus dem ÖRK ausgetreten. Austrittsforderungen gibt es auch innerhalb der Serbisch-Orthodoxen und der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Für Irritationen im ökumenischen Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche sorgen ihre wiederholten Vorwürfe, protestantische Kirchen und Freikirchen sowie die Römisch-katholische Kirche betrieben in Russland "Proselytismus" (Abwerbung von Gläubigen) und würden damit das Ansehen der ROK untergraben. Zur Begründung der Ablehnung sämtlicher missionarischer Tätigkeiten anderer christlicher Glaubensgemeinschaften hat das Moskauer Patriarchat das russisch-orthodoxe Konzept von "Russland als dem kanonischen Territorium der ROK", auf dem die "Heterodoxen" (die Nicht-Orthodoxen) nichts zu suchen haben, entwickelt. Die grundsätzliche Nicht-Anerkennung der protestantischen Kirchen in Russland durch die Russisch-Orthodoxe Kirche erschwert zusätzlich das ökumenische Gespräch mit dem Moskauer Patriarchat.

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Erzbischof von Canterbury lehnt multireligiöse Gesellschaft ab uparrowprint druckenemail versenden

London/Grossbritannien, 27.01.1998 / APD

Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen "Kirche von England", der Erzbischof von Canterbury, George Carey, lehnt das Reden von einer "multireligiösen Gesellschaft" ab. Man dürfe an diesem Punkt nicht nachgeben, sagte er gegenüber der Zeitschrift "Third Way" (Dritter Weg). Nur zehn Prozent der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs gehörten nicht-christlichen Religionen an; da könne man nicht von religiösem Pluralismus sprechen. Erzbischof Carey kann sich beispielsweise keinen interreligiösen Gottesdienst zur Inthronisierung von Prinz Charles als König vorstellen, solange die "Kirche von England" noch Staatskirche ist. Er selbst sei als ein Kirchenmann bekannt, der in zentralen Glaubensfragen keine Kompromisse eingehe, sagte der Erzbischof. Gleichwohl trete er für einen Dialog der Religionen ein; allerdings bestehe er dabei auf dem Absolutheitsanspruch Jesu Christi. Carey wörtlich: "Christus ist der einzige Weg der Erlösung."

Mit Bedauern äusserte er sich auch zur Zukunft der Ökumene; er könne leider nicht sagen, dass die Einheit der Christen unmittelbar bevorstünde. Der anglikanische Kirchenführer wird zum "evangelikalen" Flügel seiner Kirche gezählt. Evangelikale sind nach seiner Ansicht in Sachen christlicher Einheit keine Vorreiter: "Wir betonen oft die Unterschiede in den feineren Punkten der christlichen Lehre und glauben, damit unser Gewissen zu beruhigen; aber in Wirklichkeit schwächen wir die Mission der Kirche immer mehr."

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Vatikan will Inquisitionsarchiv öffnen: Neue Einblicke in Streit zwischen Rom und Wittenberg erwartet uparrowprint druckenemail versenden

Rom/Italien, 27.01.1998 / APD

Neue Einblicke in die theologischen Auseinandersetzungen Roms mit der Lehre des Reformators Martin Luther im 16. Jahrhundert sind aus dem "Inquisitions-Archiv" zu erwarten, deren weitgehende Öffnung für Forschungszwecke vom Vatikan angekündigt wurde. Wie die Kongregation für die Glaubenslehre am 14. Januar 1998 im Vatikan mitteilte, handelt ein wesentlicher Teil der 4'500 Bände des Archivs von den "grossen theologischen Kontroversen im Gefolge der Reformation und des Konzils von Trient (1545-1563)". Ferner enthalte das Archiv interessantes Material über die Konfrontation der katholischen Kirche mit der geistigen Bewegung der Aufklärung sowie mit den neuen philosophischen und wissenschaftlichen Theorien des 19. Jahrunderts. Auch zum das jahrhundertelangen Bemühen der katholischen Kirche, mit dem "Index der verbotenen Bücher" ("Index Librorum Prohibitorum) Zensur auszuüben, gebe es im Archiv reichhaltiges Material. Die erste Verbotsliste mit Büchern, die katholische Gläubige weder lesen noch besitzen durften, wurde im Jahre 1557 von Papst Paul IV. erstellt. Papst Pius V. errichtete 1571 eine eigene "Kongregation für den Index", die bis ins Jahr 1917 existierte. Erst 1966 erklärte die Kongregation für die Glaubenslehre, dass "dieser Index und die mit der Übertretung verbundene Strafe der Exkommunikation (Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft) in der katholischen Kirche keinen Gesetzescharakter mehr haben".

Weniger spektakulär wird, nach Auskunft der römischen Glaubenskongregation, das Material über die historischen Häretiker-Prozesse sein. So sei bereits 1925 das Archivmaterial über den Prozess gegen den im Jahre 1600 als Ketzer verbrannten Giordano Bruno (geb. 1548) veröffentlicht worden. Auch die Unterlagen über Galileo Galilei (1564-1642) hätten Wissenschaftler schon 1902 gesichtet.

Ein Grossteil sonstiger Prozessakten sei während der Überführung des sogenannten "Inquisitions-Archivs" nach Paris (1816-1817) sowie in den Revolutionsjahren der "Römischen Republik" (1848-1849) unwiderbringbar verschwunden. In der Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre wird darauf hingewiesen, dass die Archive der Inquisition auch in der jüngeren Vergangenheit schon in Einzelfällen für Forscher mit besonderen Genehmigungen einsehbar waren. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe die Zahl dieser Genehmigungen spürbar zugenommen. Die neuen Richtlinien würden nun einen "vereinfachten Zugang" für Forscher unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer Religion ermöglichen.

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Medien

Deutschsprachige Programme von Adventist World Radio jetzt auch über Satellit uparrowprint druckenemail versenden

Darmstadt/Deutschland, 27.01.1998 / APD

Die deutschsprachigen Programme von Adventist World Radio (AWR) sind noch bis 31. März 1998 vom Kurzwellensender Slovakia täglich von 8 bis 8.30 und 16.30 bis 17 Uhr auf der Frequenz 5940 kHz/49m zu empfangen. Danach werden sie nur noch über den norditalienischen Sender Forli (7230 kHz/41m) ausgestrahlt, wo sie jetzt ebenfalls von 10 bis 10.30 und 13 bis 13.30 Uhr gehört werden können. Neue Empfangsmöglichkeiten gibt es seit Jahresbeginn über den Satelliten Astra (WRN3/7,38 MHz) von 6 bis 6.30 und 22 bis 22.30 Uhr. In der gleichen Zeit können die Sendungen auch im Internet empfangen werden. Nähere Informationen dazu sind bei http://www.stimme-der-hoffnung.de abrufbar.

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Wirbelsturm legte adventistische Sendestation lahm uparrowprint druckenemail versenden

Binfield/England, 27.01.1998 / APD

Der schwerste Wirbelsturm seit drei Jahrzehnten legte Mitte Dezember letzten Jahres die Kurzwellenstation von Adventist World Radio (AWR) auf der Pazifikinsel Guam lahm. Laut Chefingenieur Elvin Vence kamen dabei keine Mitarbeiter zu Schaden. Jedoch wurden die Antennen stark beschädigt. Ein Sender konnte bereits am 23. Dezember wieder in Betrieb genommen werden, ein zweiter am ersten Januar und die restlichen beiden gingen Mitte diesen Monats auf Sendung. AWR befindet sich seit März 1987 auf Guam. Zur Zeit werden wöchentlich 332 Stunden lang Programme in 27 Sprachen ausgestrahlt. Der Wirbelsturm "Paka" fegte mit Spitzengeschwindigkeiten von 280 Kilometern über die Insel und machte 3 000 Familien obdachlos. Todesopfer waren nicht zu beklagen.

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ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch

Positive Bilanz bei ADRA-Deutschland uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 27.01.1998 / APD

Eine positive Bilanz zog die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Deutschland für 1997. Insgesamt führte das in Weiterstadt bei Darmstadt ansässige Hilfswerk im abgelaufenen Jahr 50 Entwicklungs- und 33 Katastrophenhilfeprojekte durch. Die Gesamtaufwendungen beliefen sich auf rund 4,4 Millionen

DEM (Deutsche Mark). Davon erhielt ADRA unter anderem vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union vier Millionen DEM an Zuschüssen. Ausserdem wurden 92 Hilfsgütertransporte mit rund 590 Tonnen und einem Warenwert von 1,9 Millionen DEM durchgeführt. Die privaten Spenden stiegen leicht auf 2,8 Millionen DEM an.

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Hilfe für Bulgarien uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt, 27.01.1998 / APD

Hilfsgüter im Gesamtwert von rund 123 000 DEM (Deutsche Mark) verteilt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Deutschland in den nächsten zwei Monaten an 4 150 Personen in Bulgarien. Es handelt sich dabei um Langzeitarbeitslose, sozial schwache Familien, Senioren, Waisenkinder und Behinderte aus Tran, Kjustendil und Lom, die Lebensmittel, Kleidung, Bettwäsche, Decken, Waschmittel und Schuhe erhalten. Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland bezuschusst. Bereits im letzten Jahr hatte ADRA-Deutschland 140 Tonnen Hilfsgüter im Gesamtwert von 277 000 DEM an Bedürftige in Bulgarien verteilt.

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Wiederaufforstung in Malawi uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 27.01.1998 / APD

Unter dem Motto "Nahrung für Arbeit" führt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA derzeit ein über zwei Jahre laufendes Wiederaufforstungsprojekt im ostafrikanischen Land Malawi durch. Siebenhundert Frauen und Männer werden in zwei Phasen von jeweils sechs Monaten etwa 100 000 neue Bäume pflanzen. Als Lohn für ihre Arbeit erhalten sie Nahrungsmittel. Von dem Langzeitprojekt in dessen Verlauf die Bewohner im Mulanje Distrikt auch mit Alternativen zur bisherigen Feuerholznutzung und angepassten Methoden der Landwirtschaft vertraut gemacht werden, sollen auf Dauer über 5 600 Menschen aus 14 Dörfern profitieren. Das Programm verhindert die zunehmende Entwaldung und Bodenerosion sowie die Austrocknung der Böden und Flussläufe. Die sich die Kosten von rund 96 000 DEM (Deutsche Mark) teilenden Projektpartner ADRA und Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) erwarten positive Auswirkungen auf das Ökosystem und eine dauerhafte Verbesserung der dortigen Lebensumstände.

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.