APD-INFORMATIONEN 7/2003

International

Kleingewerbe für arbeitslose Adventisten uparrowprint druckenemail versenden

Bridgetown/Barbados, 07.10.2003 / APD

Die Siebenten-Tags-Adventisten in der Karibik haben die Caribbean Adventist Small Business Association (CASBA) gegründet, um arbeitslosen Mitgliedern der Freikirche zu helfen. Wie Pastor Clive Dottin (Port of Spain/Trinidad und Tobago), Abteilungsleiter für öffentliche Angelegenheiten der dortigen Adventisten, mitteilte, betrage die Arbeitslosenrate auf den Kleinen Antillen etwa 35 Prozent. Angehörige der Freikirche, die ausserdem Samstag, den biblischen Ruhetag (Sabbat), arbeitsfrei halten wollten, hätten grösste Probleme, überhaupt eine Anstellung zu finden.

Deshalb habe die Kirchenleitung die Initiative ergriffen, um durch CASBA kleine Handelsgeschäfte und Handwerksbetriebe zu gründen. Die Genossenschaft stelle nicht nur Kredite zur Verfügung, sondern schule auch künftige Gewerbetreibende in Management und Marketing. Ausserdem helfe sie beim Import und Export, so dass Produkte in 25 karibischen Ländern zum Verkauf angeboten beziehungsweise von dort importiert werden könnten. Innerhalb der nächsten zwei Jahre seien 60 Neugründungen geplant. Fünf existieren bereits in Trinidad und Tobago sowie sechs auf Barbados. Auf den kleinen Antillen leben über 176 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 505 Gemeinden.

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"Arbeit der Adventisten geschätzt " uparrowprint druckenemail versenden

Lusaka/Sambia, 07.10.2003 / APD

Der Staatspräsident von Sambia, Levy Mwanawasa, besuchte in der Hauptstadt Lusaka am Eröffnungsabend die Satellitenevangelisation der Siebenten-Tags-Adventisten mit dem Thema "Hoffnung für unsere geplagte Welt". In seinem Grusswort erinnerte das Staatsoberhaupt daran, dass seine Mutter Mitglied der Freikirche gewesen sei. Ein Land wie Sambia brauche angesichts einer AIDS-Rate von über zehn Prozent Hoffnung. "Meine Regierung schätzt die Arbeit der adventistischen Kirche für unser Land. Adventisten verkünden nicht nur das Evangelium, sondern unterhalten auch Schulen, Krankenhäuser und üben andere wichtige soziale Aktivitäten aus." Die Bibelvorträge des kalifornischen Pastors Lonny Melanshenko wurden aus dem Internationalen Konferenzzentrum Mulungushi in Lusaka per Satellit an über 500 Orte Sambias, in andere afrikanische Länder und nach Osteuropa übertragen.

In Sambia leben rund 400 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1 331 Gemeinden. Etwa die Hälfte der Gemeinden ist mit Satellitenschüsseln, Empfängern und Projektoren für Grossbildwände ausgestattet. Die Regierung hatte die zollfreie Einfuhr der Geräte ermöglicht. Die dortige Freikirche unterhält ein Gymnasium, fünf Grundschulen, zwei Krankenhäuser, sieben Kliniken und ein Verlagshaus.

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Staatspräsident unterstützt adventistische Frauen in AIDS - Bekämpfung uparrowprint druckenemail versenden

Mahajanga/Madagaskar, 07.10.2003 / APD

Mit einem Hubschrauber schwebte der Staatspräsident Madagaskars, Marc Ravalomanana, ins Stadion von Mahajanga ein, wo 4 000 adventistische Frauen unter dem Leitwort "Frauen mit Christus siegreich vereint" an einem Kongress teilnahmen. "Ich kam für die Teilnehmerinnen unerwartet, doch nicht für Gott, der alles weiss", sagte das Staatsoberhaupt in seinem Grusswort. "Sie haben den Wunsch, siegreiche Frauen zu sein. Doch ohne Gottes Hilfe wird Ihnen das nicht gelingen." Ravalomanana würdigte das Engagement der adventistischen Frauen für das Land. Er versprach umgerechnet 35 000 Euro aus seinem Privatvermögen für den Einsatz der Frauen bei der AIDS-Bekämpfung. Auf Madagaskar leben 73 300 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 340 Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort zwei Colleges, 40 Grundschulen, ein Krankenhaus, zwölf Kliniken, ein Altenheim, ein Verlagshaus und ein Medienzentrum für Radiosendungen.

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Die Religionen in China und die SARS-Krankheit uparrowprint druckenemail versenden

Sankt Augustin/Deutschland, 07.10.2003 / APD

Die in diesem Jahr im chinesischen Raum grassierende SARS-Krankheit (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) hat in vielerlei Hinsicht das Leben und die Aktivitäten der Religionen und Kirchen in der Volksrepublik China berührt. Dies berichtet "CHINA HEUTE", der Informationsdienst des China-Zentrum in Sankt Augustin. Zum einen habe diese Krankheit das religiöse Leben eingeschränkt, zum anderen aber die kirchliche und interreligiöse Solidarität herausgefordert. Buddhisten, Moslem und Christen in der chinesischen Volksrepublik hätten sich landesweit an Geldsammlungen beteiligt, um das Personal, das in der Bekämpfung von SARS aktiv war, zu unterstützen. Die sogenannten "Patriotischen Vereinigungen" der Buddhisten, Katholiken, Protestanten und Moslems und Daoisten riefen ihre Anhänger auf, mit der Partei und Regierung bei der Bekämpfung der Krankheit zusammenzuarbeiten und sich nicht mit abergläubischen Praktiken abzugeben.

SARS habe auch zu Einschränkungen bei den in China populären Wallfahrten geführt. Die offizielle katholische Bischofskonferenz und die Patriotische Vereinigung der Katholiken haben die Diözesen und Gläubigen dazu aufgerufen, auf Wallfahrten und grosse Veranstaltungen zu verzichten, zu Hause zu bleiben und für die Opfer von SARS zu beten. Bereits im April hatten die Kirchen im ganzen Lande dazu aufgerufen, die hygienischen Bedingungen in den Kirchen, Seminaren und Konventen zu verbessern und grössere Versammlungen zu vermeiden. Zum ersten Mal wurde in den katholischen Kirchen in China auch die Handkommunion empfohlen. In Beijing wurden vom 27. April bis zum 11. Mai alle katholischen Messfeiern suspendiert, die Gläubigen wurden aufgerufen, zu Hause zu beten. Einige Diözesen haben mit Sonderbroschüren zu Vorsichtsmassnahmen aufgerufen, die örtlich jedoch unterschiedlich gehandhabt wurden. Zu den Massnahmen gehörten: Mundschutz bei Gottesdiensten, Verzicht auf Kelch- und Mundkommunion, Verzicht auf Weihwasser und öffentliche Gebetsbücher und persönliche Beichte. Prophylaktisch wurde an manchen Orten auch das Krankensakrament gespendet (z.B. in Tianjin für 1 500 Personen), denn im Falle eines Krankheitsausbruchs wurden die Priester nicht zu den Kranken vorgelassen. Taufen und Trauungen wurden vielerorts verschoben. Die Beijinger Behörden hatten Anmeldungen zu Trauungen und Trauungshandlungen auf den Standesämtern. Einige ausländische Lehrer, die in kirchlichen Einrichtungen tätig waren, haben wegen SARS China verlassen.

In vielen Kirchen des Landes fanden an dem in China sehr beliebten Pfingstfest keine Gottesdienste statt. Den Geistlichen wurde verboten, Gemeinden zu besuchen. Vielerorts fragen sich jedoch die Gläubigen, ob es wirklich die Sorge um die Verbreitung von SARS gewesen ist, oder ob es sich um neue Restriktionen handelte, die unter diesem Mantel gegen die Kirchen, insbesondere im Untergrund, durchgeführt wurden.

Die Zahl der Christen im der Volksrepublik China wird heute auf rund 40 Millionen geschätzt. Davon gehören rund 12 Millionen der Katholischen Kirche an. Dem staatlich registrierten Chinesischen Christenrat gehören 16 Millionen protestantische Christen an. Daneben gibt es in China inoffizielle sogenannte "Hauskirchen" mit geschätzten weiteren zehn Millionen protestantischen Gläubigen, die immer wieder staatlichen Schikanen unterworfen sind.

Von den staatlich angeordneten Vorsichtsmassnahmen und den damit verbundenen Einschränkungen zur Bekämpfung von SARS waren auch die Religionsgemeinschaften in Hongkong, Macau und Taiwan betroffen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) konnte die Ausbreitung des Erregers der Lungenkrankheit SARS nach fast 100 Tagen Mitte Juli gestoppt werden. Zwischen dem 1. November 2002 und dem 31. Juli 2003 sind weltweit 8 098 Personen an SARS erkrankt. Bei 774 Patienten verlief die Krankheit tödlich. In der Volksrepublik China und Hongkong gab es offiziell 1 755 SARS-Patienten mit 299 Todesfällen.

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Haiti: Erster Gottesdienst bereits um 6.30 Uhr uparrowprint druckenemail versenden

Port-au-Prince/Haiti, 07.10.2003 / APD

"In dem von Armut geprägten Inselstaat Haiti gibt es derzeit fast 272 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 362 Gemeinden", teilte der Präsident der Freikirche in Mittelamerika, Pastor Israel Leito, mit. Durch die rapide Zunahme von Gemeindegliedern sei ein gravierender Pastorenmangel spürbar. Ein Geistlicher hätte im Durchschnitt 1 900 Gläubige zu betreuen, die höchste Zahl für die Adventisten Mittelamerikas. Es gebe auch einen spürbaren Mangel an Gemeindezentren. Eine ganze Anzahl von Kirchen befinde sich im Rohbau, doch es fehle das Geld zur Fertigstellung. Aufgrund innenpolitischer Auseinandersetzungen sei Hilfe von aussen kaum möglich. Manche Gemeinden würden daher den ersten Gottesdienst am Samstagmorgen bereits früh um 6.30 Uhr beginnen, damit zwei weitere noch folgen könnten. Wer nicht rechtzeitig käme, würde kaum noch einen Stehplatz finden.

Die Freikirche unterhält auf Haiti eine Universität, zwei höhere Schulen, 161 Grundschulen, ein Krankenhaus, eine Brotfabrik, einen modernen Verpackungsbetrieb und die Radiostation "La Voix de l‘Esperance" (Stimme der Hoffnung).

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Panafrikanisches Pfadfindertreffen in Nairobi uparrowprint druckenemail versenden

Nairobi/Kenia, 07.10.2003 / APD

Über 6 300 adventistische Pfadfinderinnen und Pfadfinder trafen sich im Jamhuri Park der kenianischen Hauptstadt Nairobi zum ersten panafrikanischen Zeltlager. Es kamen Gruppen aus Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Kenia, Malawi, Ruanda, Sambia, den Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Tansania, Uganda, Grossbritannien, Singapur und den Vereinigten Staaten. Während des zehntägigen Treffens informierten Mediziner auch über AIDS-Vorbeugung. Dabei konnten die Teilnehmer einen HIV-Test durchführen lassen. Der beste Schutz gegen Ansteckung sei ein verantwortliches Verhalten und nicht ein Kondom, meinte Peter Chepkoyn, ein Pfadfinderleiter aus Nairobi.

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Suchen und Finden im Internet uparrowprint druckenemail versenden

Hannover/Deutschland, 07.10.2003 / APD

Mit der christlichen Suchmaschine www.crossbot.de bieten das Gemeinschaftswerk Evangelischer Publizistik (GEP) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Internetnutzern einen neuartigen Service. Crossbot durchsucht nur angemeldete Internetseiten, die den christlichen Glauben zum Inhalt haben. Betreiber einer eigenen Homepage können crossbot als Suchfunktion auf ihrer Seite integrieren. Bislang sollen schon über 300 000 Einzelseiten erfasst sein, bis Ende des Jahres werde mit einer Million gerechnet.

Die Startseite bietet einen Katalog mit 19 Kategorien, wie "Nachrichten & Medien", "Studium & Theologie", "Seelsorge & Lebensberatung", "Glaube & Gesellschaft", die auf thematisch sortierte Links verweisen. Die Volltextsuche ermöglicht die Recherche nach einem bestimmten Begriff in allen aufgenommenen Seiten.

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Ökumene

Neuer ÖRK-Generalsekretär mit weniger Finanzen uparrowprint druckenemail versenden

Genf, 07.10.2003 / APD

Die Wahl eines neuen Generalsekretärs, Debatten über neue Formen ökumenischer Zusammenarbeit und die Situation behinderter Menschen in Kirche und Gesellschaft prägten die Beratungen des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) Ende August/Anfang September in Genf. Daneben wurden Weichen für die Neunte ÖRK-Vollversammlung 2006 in Porto Alegre/Brasilien gestellt.

Zum neuen ÖRK-Generalsekretär wählte der Zentralausschuss Pfarrer Dr. Samuel Kobia (56) von der Methodistischen Kirche in Kenia. Der bisherige Direktor und Sonderbeauftragte des ÖRK für Afrika ist der erste Afrikaner in diesem Amt. Er tritt die Nachfolge des deutschen Theologieprofessors Dr. Konrad Raiser (65) an, der Ende des Jahres nach elfjähriger Amtszeit in den Ruhestand geht. Auf die Probleme angesprochen, vor denen der Ökumenische Rat der Kirchen stehe, meinte Kobia, er sei schon durch sehr schwierige Situationen gegangen und die Fähigkeit zu hoffen, habe ihn dabei getragen. Er sei für einen beratenden, mitbestimmenden und "zuhörenden" Arbeitsstil.

Als schweren Verstoss gegen das Völkerrecht wertete der Zentralausschuss den Krieg gegen den Irak, forderte den Aufbau einer Übergangsverwaltung unter Leitung der Vereinten Nationen sowie den "unverzüglichen und geordneten Abzug der Besatzungstruppen". Scharf kritisierten die Delegierten "die völkerrechtswidrige Besetzung palästinensischer Gebiete durch Israel" und die Errichtung einer Sicherheitsmauer im Westjordanland. Auch wandten sie sich gegen rechtswidrige Festnahmen und Folterungen durch Polizei und Milizen in Simbabwe. In einer Erklärung zu Europa rief der Zentralausschuss die Mitgliedskirchen der Region zu einer aktiven Mitgestaltung des europäischen Einigungsprozesses auf und verabschiedete dazu Leitlinien. Ausserdem stellten die Delegierten fest, dass Menschen mit Behinderungen nach wie vor nicht den ihnen gebührenden Platz in Kirche und Gesellschaft erhielten. Auch die Kirchen seien im Blick auf behinderte Menschen aufgefordert, stärker über die Gottesdienstgestaltung nachzudenken, um keine bewussten oder unbewussten Barrieren aufzurichten.

In seinem letzten Bericht vor dem Zentralausschuss unterstrich der scheidende ÖRK-Generalsekretär Konrad Raiser noch einmal die Notwendigkeit einer "neuen Architektur" für den Ökumenischen Rat der Kirchen. Die Zukunft der ökumenischen Bewegung dürfe nicht allein den verfassten Kirchen überlassen bleiben. Der ÖRK müsse versuchen, auch andere Träger der ökumenischen Bewegung, wie Entwicklungsdienste und Missionsgesellschaften, aber auch Pfingstkirchen und evangelikale Gruppierungen sowie die römisch-katholische Kirche miteinander ins Gespräch zu bringen. Dem ÖRK gehört mit 342 evangelischen, orthodoxen und anglikanischen Kirchen mit rund 400 Millionen Mitgliedern lediglich ein Fünftel des Weltchristentums an. Die über eine Milliarde Mitglieder umfassende römisch-katholische Kirche ist ebenso wenig Mitglied des ÖRK wie fast alle evangelikalen Kirchen und die meisten Pfingstkirchen.

Der ÖRK habe nach Ansicht von Konrad Raiser seine Finanzkrise weitgehend überwunden. 66 Prozent der Mitgliedskirchen hätten gegenüber 53 Prozent im Jahr zuvor Beiträge an den ÖRK überwiesen. Doch die Mitgliedsbeiträge machten lediglich 15 Prozent des Gesamthaushaltes aus, der vom Zentralausschuss für das Jahr 2003 in Höhe von 46,2 Millionen Schweizer Franken gebilligt wurde. Etwa 30 Prozent dieser Mittel stammen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), deren Mitgliedskirchen und Werke. Der ständige Rückgang der verfügbaren Mittel, allein 2001 um 11 Millionen und 2002 um 6,6 Millionen Schweizer Franken, habe den ÖRK zu einem massiven Stellenabbau gezwungen. Der Mitarbeiterstab sei von rund 300 Anfang der 90er Jahre auf heute 150 Personen reduziert worden. Von den einst 100 Programmen würden nur noch 15 durchgeführt. Der Ökumenische Rat müsse sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, so Raiser.

Die zurückgehenden Einnahmen haben auch Auswirkungen auf die Neunte Vollversammlung des ÖRK im Februar 2006 in Porto Alegre/Brasilien. Die Anzahl der Delegierten der Vollversammlung wurde auf 700 begrenzt, rund 300 weniger als bei der Achten Vollversammlung 1998 in Harare/Simbabwe. Die Dauer des Treffens wurde auf zehn Tage gegenüber zwölf in Harare verkürzt. Der Etat für die Vollversammlung in Porto Alegre liegt mit 6,3 Millionen Schweizer Franken deutlich unter der letzten in Simbabwe.

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Lutheraner kritisiert die Kirchen der Industrieländer und ruft zu Reformen auf uparrowprint druckenemail versenden

Winnipeg/Kanada, 07.10.2003 / APD

Der scheidende Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Christian Krause, hat die Kirchen der Industrieländer zu tief greifenden Reformen und zur "Neugestaltung auf allen Ebenen" aufgerufen. Viele Kirchen seien "müde geworden und kreisen um ihren sinkenden Bestand" kritisierte Krause bei der LWB-Vollversammlung im kanadischen Winnipeg.

Wie der Evangelische Pressedienst "epd" meldet, betonte Krause vor den Delegierten: "Als Christen haben wir keine Lösungen, sondern sind ein Teil des Problems." Viele Kirchen seien in tiefe Widersprüche verstrickt". Militärische und wirtschaftliche Macht sowie Wohlstand und Freiheitsrechte seien weitgehend nur "dem einen Drittel der christlich geprägten Menschheit vorbehalten", während die grosse Mehrheit der Menschen durch Hunger, Armut, Krankheit und Unterentwicklung geprägt sei.

Die Folgen der Säkularisierung nach 1989 hätten gerade in Europa zu massiven "religiösen und ideologischen Vakuen" geführt, während die Kirchen der Entwicklungsländer durch rasch wachsende charismatische Gruppen "explodierendes Wachstum" verzeichneten, sagte Krause. In den Favelas Lateinamerikas und den Townships Südafrikas oder bei den fast 200 Millionen rechtlosen Dalits Indiens "feiern Menschen zumeist unter den Bedingungen bitterster Armut ihre Gemeinschaft in Christus".

Nach Meinung des lutherischen Theologen und früheren Landesbischofs Krause werde die Zukunft der Weltchristenheit deshalb wesentlich davon abhängen, ob es den Kirchen der Industrieländer gelinge, die neuen christlichen Bewegungen der Entwicklungsländer "zu integrieren oder doch zumindest in einem ökumenischen Verbund beieinander zu halten".

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ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch

Flüchtlingselend im Osten Ugandas uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 07.10.2003 / APD

"Bürgerkriege in Liberia, dem Sudan und im Osten Kongos lassen einen Konflikt in Uganda in den Hintergrund treten", berichtete Gaby Heuser (Weiterstadt bei Darmstadt), Projektkoordinatorin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Deutschland, nach ihrer Rückkehr aus dem afrikanischen Land. Die Diktatur Idi Amins habe in den 1970er Jahren zu einem wirtschaftlichen und sozialen Niedergang in Uganda geführt. Dennoch beginne die Wirtschaft des Landes sich seit den 1990er Jahren zu erholen. Doch trotz der relativen Ruhe gebe es immer noch Unruhegebiete im Norden und jetzt auch in östlichen Teilen Ugandas.

Dort kämpfe seit 1987 die "Lords Resistance Army" (Widerstandsarmee des Herrn - LRA) von Rebellenführer Joseph Kony gegen die Regierung von Präsident Museveni. Diese pseudoreligiöse Gruppe wolle die zehn biblischen Gebote zum einzig geltenden Recht in Uganda machen. Trotzdem hätten Zehntausende Menschen durch die ständigen Rebellenangriffe bereits ihr Leben lassen müssen. Es sei zu Folterungen, Vergewaltigungen, Verstümmelungen, Vertreibungen und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gekommen, teilte Gaby Heuser mit. Auch die Karimojong stellten eine ständige Bedrohung für ihre Nachbarstämme dar, da sie in deren Gebiete eindrängen, um Vieh zu stehlen. Das führe dazu, dass die Bewohner im Nordosten und Osten Ugandas die Flucht ergriffen. Die Armee bekäme die Situation nicht in den Griff.

Die gegenwärtigen Angriffe der "Lords Resistance Army" auf die Bezirke Katakwi und Soroti hätten bisher über 50 Menschen das Leben gekostet. Ausserdem seien etwa 120 Schülerinnen der Lwala Schule entführt und 580 Häuser und Geschäfte niedergebrannt worden, so dass jetzt mehr als 125 000 Flüchtlinge in provisorischen Camps in der ostugandischen Stadt Soroti Schutz suchten. "Die Situation verschärft sich immer weiter, da die LRA-Rebellen mit grösster Brutalität handeln und mit Äxten auf ihre Opfer einschlagen." Auch die Verkehrsverbindungen nach Soroti seien nicht mehr sicher. Überfälle aus dem Hinterhalt gehörten inzwischen zur Tagesordnung. So seien drei Lastwagen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) mit Nahrungsmitteln für die Bezirke Moroto und Kotido nur 24 Kilometer von Soroti entfernt überfallen, ausgeraubt, angezündet und die Fahrer samt ihren Helfern getötet worden. Derartige Vorfälle versetzten die Menschen in Panik.

Die über 125 000 Binnenvertriebenen hausten in Soroti in provisorischen Zeltlagern, in Schulen, öffentlichen Gebäuden und unter Bäumen. " Ihnen fehlen Nahrungsmittel, aber auch Kleidung und Decken bei den nächtlichen kühlen Temperaturen", so Gaby Heuser. All ihre Habe seien niedergebrannt oder von den Rebellen geplündert worden. Kinder, schwangere Frauen, Behinderte, Alte und Schulkinder, die ohne ihre Familien direkt aus dem Unterricht hätten fliehen müssen, gehörten zu den am schwersten Betroffenen. Sie könnten dazu keine Arbeit finden, um sich das Nötigste zu kaufen.

Die Regierung und einige Kirchen versuchten zu helfen. Doch es sei bisher nicht gelungen, angemessen auf die Not der ständig neu eintreffenden Flüchtlinge zu reagieren. Auch ADRA-Uganda verteile mit finanzieller Unterstützung der deutschen Bundesregierung und ADRA-Deutschland Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs an zur Zeit 7 000 Vertriebene. "Doch das ist leider ein ‚Tropfen auf den heissen Stein‘," betonte Gaby Heuser, "zumal die LRA-Rebellen jetzt drohen, ihre Angriffe auch auf Flüchtlingscamps auszudehnen". Durch die ständig steigenden Flüchtlingsströme herrsche ein grosser Bedarf an Nahrungsmitteln, Haushaltsgütern, Zeltplanen, Kleidung, Decken und Medikamenten.

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Weihnachtspakete für Kinder in Osteuropa uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 07.10.2003 / APD

"Wieder wollen wir Kinderaugen zum Leuchten bringen und Kinderherzen höher schlagen lassen", versprach der Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Deutschland, Erich Lischek (Weiterstadt bei Darmstadt), bei der Eröffnung der vierten Aktion "Kinder helfen Kindern! ". Auch in diesem Jahr bittet ADRA Kinder in Deutschland mit ihren Familien, Kindergärten, Schulen, Kirchengemeinden, Vereine, Chöre, Seniorenkreise und alle, die ein Herz für Kinder haben, um Weihnachtspakete für Kinder in Osteuropa. Dazu sollten Kinder aus Deutschland etwas von ihren Spielsachen sowie ihrer Kleidung abgeben und damit ein Überraschungspaket füllen. ADRA werde die Pakete diesmal zu Waisenkindern in Afghanistan, Albanien, Bosnien, Bulgarien, Mazedonien, Rumänien, Russland, Serbien und in die Ukraine bringen.

Bei der letztjährigen Aktion wurden etwa 30 000 Pakete bei den Sammelstellen abgegeben. ADRA-Mitarbeiter verteilten sie an Kinder in osteuropäischen Waisenheimen. Ausserdem erhielten die Heime auch Bettwäsche, Hygieneartikel, Kleidung und Schuhe. Einige von ihnen konnten durch Sonderspenden renoviert, die sanitären Anlagen erneuert sowie die Wohn- und Schulräume in den strengen Wintermonaten beheizt werden.

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ADRA Aserbeidschan mit erfolgreichen Kleinkredit - Projekten uparrowprint druckenemail versenden

Lentigny FR, 07.10.2003 / APD

Seit 1999 führt ADRA Aserbeidschan ein erfolgreiches Kleinkredit-Projekt durch, in dem sie Einzelpersonen und Kleinbetrieben Kapital für ihre Tätigkeiten zur Verfügung zu stellt. Dank solcher "Finanzspritzen" (Mikro-Kredite) konnten in den letzten fünf Jahren rund 15 000 Teilzeitjobs geschaffen werden. Diese Mikro-Kredite bieten vielen Menschen, die sonst von keiner Bankinstitution Kredite erhalten, eine Chance zur "Selbsthilfe". Seit 1999 wurden Gelder in Höhe USD 2’009'000 ausgeliehen. Die Rückzahlungsrate beträgt stolze 99 Prozent. Die dabei erworbene Erfahrung hat inzwischen dazu geführt, dass sich der Mikro-Kredit-Sektor zu einer Mikro-Finanzierungs-Institution verselbständigt hat, die beim Justizministerium des Landes offiziell registriert wurde. Gegenwärtig sind Bestrebungen von ADRA Aserbeidschan im Gange von der dortigen Nationalbank eine sogenannte "Nicht-Bank-Lizenz" zu erhalten.

Den Bewohnern der autonomen Republik Naxicavan vermittelte ADRA im Rahmen dieses Mikro-Kredit-Projekts Geldmittel für Einzelpersonen (Beträge zwischen USD 100 - USD 500), für Klein- und Mittelbetriebe in Handel und Landwirtschaft (Kredite zwischen USD 500 - USD 5000) sowie weitere marktgerechte Finanzprodukte.

ADRA Aserbeidschan ist ein unabhängiges nationales Hilfswerk, das von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet wurde, um allen Menschen - unabhängig von ihrer politischen und religiösen Anschauung, ihrer ethnischen Herkunft oder ihrem Geschlecht – zu helfen.

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Hilfe für Liberia uparrowprint druckenemail versenden

Watford/Grossbritannien, 07.10.2003 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Grossbritannien will 8 000 Menschen in Clara Town, einem Vorort der liberianischen Hauptstadt Monrovia, mit Decken, Matratzen, Kochtöpfen und sonstigen Haushaltsgeräten versorgen. Ausserdem soll die einzige Klinik, die täglich zwischen 650 und 800 Patienten ambulant behandelt, mit Medikamenten ausgestattet werden. Mit Hilfe der Bevölkerung will ADRA ausserdem die Kanalisation instandsetzen und den Ortsmüll entsorgen. Zur Zeit verteilt das adventistische Hilfswerk in anderen Stadtteilen Monrovias Nahrungsmittel an 12 000 Binnenflüchtlinge. Kleidung erhielten etwa 10 000 Bedürftige.

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Zeltbahnen für Flutopfer uparrowprint druckenemail versenden

Islamabad/Pakistan, 07.10.2003 / APD

An 2 000 Flutopfer in der pakistanischen Sindh Provinz im Südosten des Landes hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe Nahrungsmittel, Zeltbahnen und Medikamente ausgegeben. Aussergewöhnlich starke Monsunregenfälle haben seit Juli 23 000 Menschen in dem Gebiet obdachlos gemacht.

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Premiere für Deutschland: "Gemeinsam für Afrika" - 26 Hilfsorganisationen unterstützen bundesweite Kampagne uparrowprint druckenemail versenden

Berlin/Deutschland, 07.10.2003 / APD

Unter dem Motto "Gemeinsam für Afrika" bitten erstmals 26 deutsche Hilfsorganisationen und Herbert Grönemeyer die deutsche Bevölkerung um Unterstützung und Spenden zugunsten der Not leidenden Menschen in Afrika. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten "ARD" und das Magazin "Stern" werden die bundesweite Initiative begleiten.

Ziel der Aktion "Gemeinsam für Afrika" ist es, das Augenmerk der deutschen Öffentlichkeit auf die andauernde Not und Verelendung von Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch auf seine Potentiale und Zeichen der Hoffnung zu lenken. Wachsende Armut und Krankheiten, wie AIDS und Malaria, bedrohten Überleben und Entwicklung von Millionen Menschen. Bürgerkriege, wie in Kongo und Liberia, brächten unermessliches Leid über die Zivilbevölkerung.

In der konzertierten Aktion haben sich erstmals in der Geschichte Deutschlands 26 entwicklungspolitische und Nothilfe-Organisationen unter einem gemeinsamen Spendenkonto (400 400 bei der Sozialbank Köln - BLZ 370 205 00) sowie einem gemeinsamen Motto zusammengeschlossen: action medeor, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, Ärzte ohne Grenzen, ASB, AWO international, Brot für die Welt, CARE, Caritas international, CCF Kinderhilfswerk, Christoffel Blindenmission, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Deutsche Welthungerhilfe, Diakonie Katastrophenhilfe, Help, Johanniter Unfall-Hilfe, Kindernothilfe, Malteser Hilfsdienst, medico international, Misereor, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Plan International, terre des hommes, UNICEF, Weltfriedensdienst und World Vision.

Zum Auftakt der bundesweiten dreitägigen Aktionen der Hilfsorganisationen vom 7. bis 9. November 2003 in vielen Städten und Gemeinden wird Herbert Grönemeyer ein Benefizkonzert am 6. November 2003 in der Arena Oberhausen geben. Vor Start der Kampagne besucht der prominente Sänger zahlreiche Hilfsprojekte in den afrikanischen Ländern Demokratische Republik Kongo, Ruanda und Burundi.

Weitere Informationen vermittelt der gemeinsame Internetauftritt unter: http://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/

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Biblische Archäologie

Moabitisches Höhenheiligtum entdeckt uparrowprint druckenemail versenden

Friedensau/Deutschland, 07.10.2003 / APD

"Die Ausgrabungen eines Archäologenteams der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg in Jordaniens bereits in der Bibel (Jesaja 15,1) erwähnten moabitischen Stadt Ar-Moab waren auch in diesem Sommer von Erfolg gekrönt", berichtete Ausgrabungsleiter Professor Dr. Udo Worschech. Obwohl das moabitische Heiligtum bereits seit einigen Jahren bekannt sei, hätten diesmal durch eine vergrösserte Ausgrabungsfläche das ganze Ausmass und die Bedeutung dieser Kulteinrichtung erkannt werden können.

Das Steinheiligtum befinde sich in der Stadtmauer von el-Balua, wie Ar-Moab auch genannt wurde, unmittelbar an einer Hauswand. Die es bedeckende Fläche betrage etwa fünf mal sieben Meter. Zu den bemerkenswerten Objekten gehörten drei aufrecht stehende Steinmale, die mit Keilsteinen am Boden fixiert seien. "Zwei befinden sich direkt an der Hauswand. Ihre Höhe misst etwa 1,20 Meter. In etwa vier Meter Entfernung nach Westen wird ein weiteres Steinmal von rund 1,70 Meter von zwei Steinen in Position gehalten. Der grosse Stein erhebt sich über einer 80 Zentimeter tiefen Grube, die mit Schaf-, Ziegen- und Kuhknochen angefüllt war. Zwischen den Steininstallationen wölbt sich ein Basaltbuckel, von dem mehrere natürliche und in den Basaltboden geschnittene ‚Kanäle‘ in die Opfergrube führen", schilderte Professor Worschech. Vermutlich handele es sich dabei um den Schlachtplatz für die Opfertiere. Im gesamten Ausgrabungsbereich, der von Süden zugänglich war, wie drei Säulenbasen vermuten liessen, fanden sich Knochen von Opfertieren, sechs Pferdefigurinen, feine bemalte Gefässfragmente, Alltagsgeschirr, Vorratskrüge und - was besonders wichtig sei - ein Räuchergefäss. Im südlichen Raum des sich nach Osten anschliessenden Hauses wurden das Fragment einer Göttinnenfigurine, ein Opferbecken, ein Steinmal von etwa 60 Zentimeter Höhe und eine bronzene Schlange von zwölf Zentimeter Länge entdeckt. Alle Funde im Raum und auch im Temenosareal (Temenos = Heiligtum) erhärteten die Deutung, dass es sich bei diesen Einrichtungen um ein moabitisches Höhenheiligtum handele, das im Bereich der Umfassungsmauer hoch über einem tiefen Wadital angelegt worden sei.

"Diese Entdeckung verdeutlicht sehr eindringlich nicht nur, was es mit den ‚Steinmalen‘ in der Bibel, etwa in 1. Mose 28,22, auf sich hat, sondern bestätigt auch die unmittelbar auf Moab bezogenen Texte in 4. Mose 21,29, in denen die ‚(Kult-)Höhen Moabs‘ am Arnonfluss der Kritik der Propheten (Jeremia 48,46) und Moses (4.Mose 21,28) unterworfen worden waren", betonte Professor Worschech. "Könnte es sich bei dieser Anlage sogar um das Beth-Bamoth (Haus der Höhen) handeln, das in der Stele des Königs Mesa von Moab (2. Könige 3,4f.) erwähnt wird? ", fragte er. Der Gott, der hier im Steinsymbol verehrt wurde werde ebenfalls in der Bibel genannt: Kemosch, der Gott der Moabiter, für den Salomo bei Jerusalem ein Höhenheiligtum errichten liess (1. Könige 11,7.33; 2.Könige 23,13). Während der Kultreform durch den König Josia seien laut dem Bericht der Bibel in 2. Könige 23 alle fremden Kultorte zerstört worden. Umso wichtiger sei diese Entdeckung in Ar-Moab, die nicht nur die Existenz von Höhenheiligtümern bestätige, sondern auch Aufschluss über ihre Anlage und Funktion in biblischer Zeit gebe.

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Bibel

Arbeit für Blinde im Internet uparrowprint druckenemail versenden

Stuttgart/Deutschland, 07.10.2003 / APD

An Blinde, Sehbehinderte, aber auch Sehende wendet sich die neue Website www.blinden-bibel.de. Blinde und sehbehinderte Menschen sind weltweit in vielfacher Hinsicht benachteiligt. Auch der Zugang zur Bibel fehlt vielen, weil sie sich teure Sonderausgaben in Braille-Schrift oder in Grossdruck nicht leisten können oder entsprechende Bücher in ihrer Sprache nicht in Blindenschrift vorliegen. Die Bibel oder Teile der Bibel sind bisher weltweit in etwa 2 200 Sprachen übersetzt worden. Doch nur ein Bruchteil davon, etwa fünf bis zehn Prozent, wurden bis jetzt auch in Ausgaben veröffentlicht, die für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet sind.

Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) und der Weltbund der Bibelgesellschaften (UBS) arbeiten seit langem dafür, dass sich diese Situation verbessert. Zwei Mitarbeiterinnen der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart koordinieren im Auftrag der UBS die weltweite Arbeit für Sehbehindertenausgaben in den verschiedenen Ländern und unterstützen die nationalen Bibelgesellschaften bei der Programmplanung, der Produktion, der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern und der Finanzierung.

Auf der Website www.blinden-bibel.de erfahren Interessierte mehr zu Projekten für Blinde und Sehbehinderte. Die Homepage wurde so gestaltet, dass auch Blinde mittels Sprachausgabe oder Braille-Ausgabe Zugang haben.

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Erste Blindenbibel auf Portugiesisch uparrowprint druckenemail versenden

São Paulo/Brasilien, 07.10.2003 / APD

Die erste vollständige portugiesische Bibel in der Blindenschrift Braille wurde kürzlich von der Brasilianischen Bibelgesellschaft herausgegeben. "Die Bibel eröffnet den Blinden neuen Horizonte. Sie ist das Licht, das alle Menschen erhellt", betonte Guilhermino Cunha, der Präsident der Brasilianischen Bibelgesellschaft. Der katholische Erzbischof von São Paulo, Kardinal Claudio Hummes, würdigte die Braille-Bibel als wichtigen Beitrag zur sozialen Integration einer gesellschaftlich vernachlässigten Gruppe.

Die neue Blindenbibel umfasst 38 Bände und hat ein Gesamtgewicht von rund 40 Kilogramm. Jeder einzelne Band kostet 35 brasilianische Real, das sind umgerechnet etwa 8,10 Euro. Der Bibeltext ist der "Nuova Traduçao na Linguagem de Hoje" entnommen, einer modernen portugiesischen Übersetzung in leicht verständlicher Sprache, vergleichbar der deutschsprachigen "Gute Nachricht"-Bibel. Der Veröffentlichung war eine mehr als zehnjährige Vorbereitung vorangegangen.

Drei Viertel der 170 Millionen Einwohner Brasiliens sind Katholiken, Protestanten machen etwa 10 Prozent aus. Offiziellen Angaben zufolge sind rund 159 800 Brasilianer vollständig blind. Etwa 11 Millionen leiden an einer Sehbehinderung.

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Religionsfreiheit

Wehrpflicht in Slowenien abgeschafft uparrowprint druckenemail versenden

Ljubljana/Slowenien, 07.10.2003 / APD

"Slowenien hat im Rahmen der Armeereform die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft", teilte der slowenische Verteidigungsminister Anton Grizold mit. Schon von Oktober an sollten keine Rekruten mehr einberufen werden. Gleichzeitig werde auch der Zivildienst für Kriegsdienstverweigerer aufgehoben. Die slowenische Regierung beschloss, die Wehrpflicht auf der Basis der Freiwilligkeit zu regeln. "Alle Bürger Sloweniens zwischen 18 und 27 Jahren können ihren Wehrdienst freiwillig leisten", hiess es. Die Freiwilligen brauchten nur drei Monate zu dienen und sollten dafür als Sold 1 370 Euro erhalten. Diese Zeit würde als Arbeitszeit auf die spätere Rente angerechnet. Bis 2010 will die Regierung die Zahl der Berufssoldaten von derzeit 5 000 auf 18 000 erhöhen.

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Einsatz für die Religionsfreiheit uparrowprint druckenemail versenden

Hannover/Deutschland, 07.10.2003 / APD

"Bedrohung der Religionsfreiheit - Erfahrungen von Christen in verschiedenen Ländern" lautet der Titel einer neuen, von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) herausgegebenen Textsammlung. In ausgewählten Länderbeispielen ist vom Verhältnis der Christen und Muslime in Ägypten, von der Religionspolitik in China und von dem Druck, dem Indiens Christen ausgesetzt sind, die Rede. Es werden Fragen gestellt, ob die Religionsfreiheit in Indonesien in Gefahr sei, wie es um die christlich-muslimischen Beziehungen in Nigeria steht, ob Pakistan sich am Scheideweg zwischen Demokratie und Theokratie befinde und was von der Religionsfreiheit in Russland zu halten ist. Die Zerrissenheit zwischen Politik und Religion wird am Beispiel Sudan erläutert, ebenso die Situation der christlichen Minderheiten in der Türkei. Danach folgen unter dem Motto "Was können wir tun? " praktische Hinweise.

"Der Einsatz für die Religionsfreiheit ist, auch historisch gesehen, ein Schwerpunkt des menschenrechtlichen Engagements der Kirchen", heisst es im Vorwort des EKD-Textes 78. Die Publikation will nicht nur einen Beitrag zur kirchlichen Positionsbestimmung leisten und den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft beim Einsatz für eine weltweite Verwirklichung der Religionsfreiheit Hilfestellung bieten. Sie ist auch für engagierte Christinnen und Christen im Umgang mit Hilferufen von kirchlichen Partnern gedacht, die ihren Glauben nicht frei ausüben können. Dafür enthält sie Hinweise auf grundlegende kirchliche Stellungnahmen und völkerrechtliche Dokumente, weiterführende Literatur und Internetseiten zum Thema.

Der EKD-Text 78 ist zum Preis von 1,10 Euro beim Kirchenamt der EKD, Telefon 0049-511- 2796-460, Telefax 0049-511- 2796-457, E-Mail versand@ekd.de, erhältlich.

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In der Türkei ist das Christentum eine sterbende Religion uparrowprint druckenemail versenden

Istanbul/Türkei, 07.10.2003 / KIPA/APD

"Das Christentum in der Türkei ist eine sterbende Religion" berichtet in einem ausführlichen Beitrag die Katholische Internationale Presseagentur "KIPA". Vor 100 Jahren sei noch jeder fünfte Osmane in Kleinasien ein Christ gewesen, heute sei der Anteil auf 0,1 Prozent gesunken, was kaum mehr als 100 000 Gläubige entspreche. Allein in Istanbul zählte 1914 fast jeder zweite Einwohner zu einer christlichen Kirche; heute liege der Anteil der Christen in der 15-Millionen-Metropole bei weniger als einem Prozent. Obwohl die Grosse Nationalversammlung der Türkei (TBMM) unter Kemal Atatürk vor 75 Jahren, am 8. April 1928, die Trennung von Staat und Religion zum Verfassungsgrundsatz erklärte, sehe die Realität bis heute ganz anders aus.

Auch wenn die Christen auch im Strassenbild nicht besonders auffallen, so seien sie doch bei den Behörden registriert. An der Ziffernfolge im Personalausweis könne jeder Polizist sofort erkennen, ob er gerade einen Christen kontrolliere oder nicht. Hohe politische oder gesellschaftliche Ämter seien Christen in der Regel verwehrt. So gibt es im türkischen Parlament keinen einzigen Christen und im türkischen Militär hätten Christen nichts zu sagen.

Der Begriff der "Minderheit" sei in der Verfassung nicht vorgesehen. Zwar gestehe der Vertrag von Lausanne vom 24. Juli 1923 allen "nicht-muslimischen Minderheiten" einen Schutz zu. Nach herkömmlicher staatlicher Interpretation zählten dazu jedoch nur die heute noch schätzungsweise 2 000 Griechen, 80 000 Armenier und 25 000 Juden in der Türkei, deren Rechte jedoch "Auslegungssache" seien.

Die jahrhundertealten Nationalkirchen seien in der Türkei doppelt verdächtig, denn es gäbe ein traditionelles Misstrauen gegenüber dem Christentum als einer anderen Religion und gegenüber den nichttürkischen Volksgruppen wie den Armeniern, Syrern oder Griechen. Die meisten Griechisch-Orthodoxen wurden während der Zypernkrise 1955 vertrieben. 1971 wurde die christlich-theologische Hochschule auf der Prinzeninsel Heybeli vor Istanbul geschlossen. Eine eigene Theologen- oder Religionslehrer-Ausbildung ist seitdem für die orthodoxen Kirchen nicht mehr möglich.

Armenier und Syrer wurden in den Jahren nach 1915 in systematischen Deportationen als Volk fast vernichtet. In den türkischen Schulbüchern kann man darüber bis heute nichts lesen. Stattdessen werden die Kinder als Pflichtfach in türkischer Militärkunde unterrichtet. Die türkischen Medien berichteten nur sehr zögerlich über Genozid und Diskriminierung der Christen. Zwei Generationen später dürfe im Land der Täter immer noch nicht über diese historisch belegten Ereignisse geredet werden. Nach Paragraf 312 des Strafgesetzbuchs drohe dafür eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Das Wort "Genozid" sei verboten. Erst vor zwei Jahren wurde ein Schauprozess gegen den syrischen Dorfpriester Yusuf Akbulut eröffnet, weil er in einem Interview seine Meinung über die damaligen Verbrechen an seiner Kirche kund tat. Erst auf internationale Proteste hin sei Akbulut freigesprochen worden.

Die Armenier als stärkste christliche Gruppe in der Türkei würden bis heute unterdrückt. Immer wieder komme es zu Enteignungen kirchlicher Gebäude. Über die Kirchenleitung wolle die türkische Obrigkeit bestimmen. Erzbischof Mesrob Mutafyan konnte erst nach langen Verhandlungen zum 84. armenischen Patriarchen von Konstantinopel gewählt werden. Seine Sprecherin, die Rechtsanwältin Luiz Bakar, gab sich entsprechend diplomatisch: "Die Beziehung zur Regierung ist sehr gut. Die neue Regierung strebt gute Reformen an, und nun müssen wir die Anwendungsbestimmungen der neuen Gesetze abwarten."

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Buchrezensionen

"Rechtfertigung in freikirchlicher und römisch-katholischer Sicht" uparrowprint druckenemail versenden

Walter Klaiber und Wolfgang Thönissen (Hrsg.): "Rechtfertigung in freikirchlicher und römisch-katholischer Sicht"; Bonifatius Verlag, Paderborn in Koproduktion mit Edition Anker Christliches Verlagshaus GmbH., Stuttgart; Paperback; 220 Seiten. 2003. EURO 14.90 (D); EURO 15.40 (A); CHF 26.30. ISBN 3-89710-254-4 (Bonifatius) und ISBN 3-7675-7071-8 (Edition Anker). Erhältlich im Buchhandel.


Die Lehre von der Rechtfertigung allein aus dem Glauben ist das "Heiligtum der Reformation". Der deutsche Reformator Luther betrachtete sie als den "hohen Hauptartikel, " als "Summe der christlichen Lehre", als "Fundament des Neuen Testaments," als Artikel, mit dem die christliche Gemeinde steht und fällt. Spätestens seit dem 31. Oktober 1999 (Reformationstag) als Vertreter des Lutherischen Weltbundes (LWB) und der römisch-katholischen Kirche auf der Grundlage einer "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" und weiteren vereinbarten Zusatzdokumenten feierlich bekundeten, dass zwischen Lutheranern und Katholiken ein Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre besteht, wurde das paulinische Evangelium von Versöhnung und Rechtfertigung ökumenisches Gesprächthema.

Auch für die protestantischen Freikirchen ist die Rechtfertigung von entscheidender Bedeutung, doch ist dort das Thema der Rechtfertigung eingebettet in die Rede von Erlösung, Rettung, Sündenvergebung, Gotteskindschaft und vor allem Bekehrung und Wiedergeburt oder auch Entscheidung für Christus. Welchen Beitrag kann freikirchliche Rechtfertigungstheologie innerhalb der kontroverstheologischen Auseinandersetzung leisten, vor allem nach der Feststellung, dass sich katholische und lutherische Rechtfertigungslehre im Grundsatz einig sind? Dieser Frage widmete sich im Februar 2002 ein Symposium, das auf Einladung des katholischen Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn freikirchliche und katholische Theologen zu einem multilateralen Ökumenegespräch über "Rechtfertigung" zusammenführte. Zu den freikirchlichen Teilnehmern gehörten Baptisten, Theologen der Freien evangelischen Gemeinden (BfeG), ein Mitglied aus der Leitung der Herrnhuter Brüdergemeine und drei Methodisten. Von katholischer Seite haben Theologen des Möhler-Instituts mitgewirkt. Die in Paderborn gehaltenen Referate und die Ergebnisse dieses Gespräches werden mit diesem Buch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Neben einer konfessionskundlichen Einführung von Klaus Peter Voss in die "Freikirchen in Deutschland und die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) " und konfessionskundlichen Bemerkungen von Johannes Oeldemann zum Selbstverständnis der römisch-katholischen Kirche findet der Leser folgende Referatstexte: "Die Lehre des Konzils von Trient (25-45-63) über die Erbsünde und die Rechtfertigung des Sündern" von Hans Jörg Urban; "Was ist uns wichtig? – Grundlegende Identitätsmerkmale der Rechtfertigungslehre aus der Tradition für die heutige Situation (Baptismus)" von Volker Spangenberg; "Das Gespräch um die Rechtfertigung – Ein Sachstandsbericht aus evangelisch-methodistischer Sicht" von Walter Klaiber; "Die Bedeutung der Rechtfertigungslehre für die Brüder-Unität heute" von Martin Theile; "Rechtfertigung und Glaube nach katholischem Verständnis" von Wolfgang Thönissen; "Wie wird, wie ist man Christ? Rechtfertigung und Glaube" (aus Sicht der Freien evangelischen Gemeinde) von Johannes Demandt; "Wie bleibt man Christ – Rechtfertigung und Heiligung in katholischer Sicht" von Ralf Miggelbrink und "Wie bleibt man Christ? – Rechtfertigung und Heiligung in methodistischer Sicht" von Manfred Marquardt.

Die Gesprächsergebnisse werden unter dem Titel "Was eint uns, was trennt uns noch?" von je einem katholischen und einem freikirchlichen Teilnehmer zusammengefasst: "Ergebnisse und Ausblick" von Burkhard Neumann, freier Mitarbeiter am Möhler-Institut, und "Ein vorläufiges persönliches Resümee" von Uwe Swarat (Theologe des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden/BEFG). In einem abschliessenden Beitrag fasst Karl Heinz Voigt unter dem Titel "Gottes Geist ist in allen Kirchen am Werke - warum Freikirchler und Katholiken miteinander reden" seine Eindrücke vom Symposium und den Wunsch aller Teilnehmer zusammen, dass die fruchtbaren Gespräch weitergeführt und inhaltlich auf andere Bereiche ausgedehnt werden sollten.

Das Buch ist ein nützliches Nachschlagewerk zum Stichwort "Rechtfertigung" und ein wertvoller Beitrag für das innerprotestantische Gespräch über diesen biblischen Lehrpunkt. Denn die Rechtfertigungslehre stellt den kritischen Massstab dar, an dem sich jederzeit überprüfen lässt, ob der ökumenische Anspruch auf Einheit von der gebotenen Verpflichtung zur Wahrheit gedeckt ist.

Christian B. Schäffler

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"Die Religionsfreiheit in der spanischen Verfassung" uparrowprint druckenemail versenden

Thilo Groll: "Die Religionsfreiheit in der spanischen Verfassung"; Schriftenreihe Verfassungsrecht in Forschung und Praxis, Band 4. Verlag Dr. Kovać, Hamburg; Paperpack, 253 Seiten. 2002. EURO 75.00 - ISBN 3-8300-0551-2. Erhältlich im Buchhandel.

In Spanien wurde 1978 eine demokratische Verfassung angenommen, die ein Recht gewährte, das in Spanien keine Selbstverständlichkeit war: Das Recht auf Religionsfreiheit (Artikel 16 der Constitución Española/CE). Gleichzeitig verankerte man in Artikel 16 der CE das Prinzip des Laizismus, der Trennung von Staat und Religion, die aus Sicht des Staates ein Fernhalten aus dem religiösen Bereicht fördert.

Die spanische Tradition und Geschichte stand zu diesem Recht in einem krassen Gegensatz. Das Land hielt sehr lange an der Konfessionalität und der historischen Stellung katholischer Macht fest. Die Idee, dass jeder Mensch seine Religion selber wählen könne, war in Spanien seit Ende des Mittelalters bis zum 20. Jahrhundert völlig aus der politischen Vorstellungswelt verschwunden. Der Anstoss zu einem Wechsel kam aus unerwarteter Richtung: Als das II. Vatikanum (1962-65) die Religionsfreiheit als Teil der Menschenwürde bezeichnete und als Grundrecht anerkannte, öffnete Spanien seine Rechtslage und tolerierte weitere Konfessionen. Ohne diese vatikanische Beschlüsse wäre Spanien wahrscheinlich bis zum Tod Francos im Jahre 1975 bei einer Konfessionalität und geringer Toleranz gegenüber anderen Weltanschauungen geblieben. Ob es unter solchen Bedingungen schon 1978 zur Einführung einer Trennung von Staat und Kirche gekommen wäre, ist – trotz der Zugehörigkeit des Landes zur Europäischen Union (EU) mehr als fraglich. Spanien ist auch heute ein katholisches Land. Fast 94% der Bevölkerung bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben.

Das Buch des deutschen Rechtswissenschaftlers Thilo Groll stellt die Verwurzelung des Rechtes auf Religionsfreiheit und der Trennung von Staat und Kirche in der heutigen spanischen Verfassung dar, und beleuchtet die Problemfelder und die Ausgestaltung auf der Gratwanderung zwischen Trennung und Kooperation. Er beschreibt ausführlich den zähen Umwandlungsprozess in der jungen spanischen Demokratie von einem katholischen zum weltlichen Staat, ausgehend von dem Verfassungsrecht auf Religionsfreiheit und dem Prinzip der Trennung von Kirche und Staat. Im ersten Teil des Buches wird die Geschichte der Religionsfreiheit in Spanien von der Römerzeit (1. Jh.) bis zur französischen Revolution (18. Jh.) behandelt. Dann folgt die Beschreibung der Religionsfreiheit in der spanischen Verfassungsentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert und des konfessionellen Staates unter Franco. Im zweiten Buchteil geht Groll sehr ausführlich auf verfassungsrechtliche Aspekte, das Verhältnis Staat-Konfessionen und das Prinzip des Laizismus ein. Abgeschlossen wird dieses Werk mit einem Literaturverzeichnis, einem Rechtsprechungsverzeichnis und den wichtigsten Gesetzestexten. Ein unentbehrliches Buch für Jeden der über den heutigen Stand des spanischen Kirchenrecht informiert sein möchte.
Christian B. Schäffler

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.