APD-INFORMATIONEN 9/2003
- International
- Adventisten Mitglied im französischen Protestantenbund
- Gemeindezentren als Begegnungsstätten für AIDS-Kranke
- Britische Adventisten begrüssen Antidiskriminierungsgesetz
- Urteil zum Militärdienst beunruhigt südkoreanische Adventisten
- Auflagensteigerung beim "Adventecho" durch neue Konzeption
- Keine Aufnahmeprüfungen am Wochenende
- Zum Thema Missbrauch: "Das Schweigen brechen"
- Ökumene
- ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
- Bibel
- Impressum
International
Adventisten Mitglied im französischen Protestantenbund 
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Paris/Frankreich, 19.12.2003 / APD
Der Bund der Protestantischen Kirchen in Frankreich (Fédération Protestante de France/FPF) hat während seiner ausserordentlichen Generalversammlung Ende November in Paris die 110 Gemeinden zählende Union der französischen Siebenten-Tags-Adventisten, zusammen mit fünf pfingstlerisch ausgerichteten Kirchen und Gemeinschaften, als "Mitglied auf Probe" aufgenommen. Gemäss der Satzung des FPF wird die Vollversammlung auf ihrer Sitzung im März 2006 über die endgültige Aufnahme der neu beigetretenen Kirchen beschliessen. An der ausserordentlichen Generalversammlung des Protestantenbundes nahmen 81 Delegierte teil, welche 16 Kirchen und 60 Institutionen des französischen Protestantismus vertraten. Der FPF zählt jetzt 22 Mitgliedskirchen mit rund 900 000 evangelischen Christen.
"Die Delegiertenversammlung schwankte zwischen Zögern und Vertrauen in die Fähigkeit einer echten Zusammenarbeit mit den neuen Mitgliedskirchen. Mit der Zustimmung wurde der hohe Anspruch der FPF bestätigt, eine Fortsetzung des Dialogs mit dem Ziel eines echten gemeinsamen Zeugnisses in der Gesellschaft zu erreichen", unterstrich der Präsident des Bundes der Protestantischen Kirchen, Pfarrer Jean-Arnold de Clermont.
Bereits im Jahre 1993 hatte die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich für die Einleitung eines Aufnahmegesuches beim FPF gestimmt. Seit Mai 1996 fanden intensive theologische Dialoggespräche mit dem Bund statt. Das offizielle Gesuch zur Aufnahme in den Bund der Protestantischen Kirchen in Frankreich stellten die Adventisten im Februar 2003, nachdem die ordentliche Delegiertentagung der Franko-Belgischen Union der Freikirche ihre Zustimmung erteilt hatte.
Um der FPF beitreten zu können, mussten die Adventisten ihre bisherige organisatorische Struktur verändern: Die Franko-Belgische Union, welche die Mitglieder in den Ländern Frankreich, Belgien und Luxemburg umfasst, wurde in zwei juristisch unabhängige landeskirchliche Organisationen aufgeteilt: Die Union der Vereinigungen der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich (UFA) und die Vereinigung der adventistischen Kirchen von Belgien und Luxemburg (FBL). Die UFA wird erstmals als Mitglied an der FPF-Konferenz im Oktober 2004 zum Thema "Überwindung von Gewalt" teilnehmen und mit einem Informationsstand vertreten sein.
Der französische Protestantismus bildet kein homogenes Umfeld. Im "Bund" ist eine Vielzahl von Gruppierungen mit starken konfessionellen Ausprägungen vertreten: Reformierte, Lutheraner, Evangelikale, Adventisten und Pfingstler. Trotz der Unterschiedlichkeit gibt es grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Traditionen, die das Netz der evangelischen Wir-Identität in Frankreich zusammenhalten.
Die 1905 gegründete Kirchengemeinschaft der Fédération Protestante de France umfasst heute etwa 500 000 Reformierte, 250 000 Lutheraner, 70 000 Mitglieder der "Zigeunermission" (Mission Evangélique Tzigane), 10 400 Siebenten-Tags-Adventisten, 6 500 Baptisten und 7 000 Pfingstgläubige.
Auch in Belgien vollzog sich seit den neunziger Jahren eine Annäherung zwischen den Adventisten und der Vereinigung Protestantischer Kirchen in Belgien (Église protestante unie de Belgique/EPUB). Nach verschiedenen Dialoggesprächen beschlossen die Delegierten der Vereinigung adventistischer Kirchen in Belgien und Luxemburg (FBL) im Juni 2002 eine engere Zusammenarbeit mit der EPUB im Rahmen eines Partnerschaftsabkommens ("Accord de partenariat"). Auch in anderen europäischen Ländern sind adventistische Unionen bereits Mitglieder von protestantischen Vereinigungen, Bünden oder Räten. Die slowakischen und russischen Adventisten haben sich 2002 Gruppierungen evangelischer Minderheitskirchen angeschlossen. In Polen sind sie Mitglied der Vereinigung Protestantischer Kirchen. In Spanien (Fédération des entités évangéliques d'Espagne/FEREDE - Bund Evangelischer Kirchen) und Finnland (Rat der Protestantischen Kirchen) haben die Adventisten einen Mitgliedsstatus inne. In der Schweiz pflegen die Adventisten offizielle Kontakte zum Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK).
Gemeindezentren als Begegnungsstätten für AIDS-Kranke 
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Silver Spring, Maryland/USA, 19.12.2003 / APD
Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten haben dazu aufgerufen, sich vor Ort um HIV-Infizierte zu kümmern und adventistische Gemeindezentren in Afrika und andern Teilen der Welt als Begegnungsstätten für AIDS-Kranke zu öffnen. "Jede Ortsgemeinde kann dies tun", sagte der Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Pastor Dr. Jan Paulsen, in Silver Spring, Maryland/USA.
"Es gibt 8 000 adventistische Gemeinden in Ost- und Zentralafrika", ergänzte Dr. Allan Handysides, Direktor der Gesundheitsabteilung der Generalkonferenz. "Wenn nur die Hälfte von ihnen ihre Zentren für AIDS-Kranke öffnen würde, sei es auch nur einmal in der Woche, und ihnen lediglich Kekse, eine Banane oder auch nichts anböten, hätten viele der Leidenden dennoch die Möglichkeit, mit jemanden zu sprechen, der ihnen zuhört." Die grossen Fachkongresse verlören ihre Wirkung, wenn es nicht vor Ort derartige Aktivitäten gebe.
Auch die adventistische Kirche könne zum Abbau von Vorurteilen gegen HIV-Infizierte beitragen, betonte Paulsen. Die allermeisten seien an ihrer Erkrankung nicht schuld. "AIDS ist keine Strafe Gottes. Schon gar nicht, wenn dadurch beispielsweise Millionen Kinder zu Waisen werden."
Er gab auch zu bedenken, dass viele Afrikanerinnen nicht selbst entscheiden könnten, wie sie sich vor AIDS schützen wollen. "Ihr Mann sagt ihr, was gemacht oder nicht gemacht wird, so dass sich die Krankheit verbreitet." Es gebe auch adventistische Gemeindeleiter, die HIV infiziert oder bereits daran gestorben seien. AIDS stelle ein weltweites Problem dar, das auch vor Adventisten nicht Halt mache.
HIV-Kranke sollten wissen, dass sie in den Augen Gottes sehr wertvolle Menschen seien. Das müssten sich auch Christen immer wieder bewusst machen. Wenn es um Geld zur AIDS-Bekämpfung gehe, seien dafür Milliardenbeträge notwendig. "Damit können wir nicht dienen. Doch wir können uns um die Betroffenen kümmern. Das kostet nicht viel, und ich hoffe, dass wir es auch tun", so Paulsen.
In diesem Jahr seien fünf Millionen Menschen neu mit HIV infiziert worden, darunter 700 000 Kinder, gab der Präsident der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International, Charles Sandefur, zu bedenken. Insgesamt gebe es weltweit etwa 40 Millionen AIDS-Kranke, wobei die Anzahl der Infizierten in Südostasien rasant zunähme und bald eine ähnliche Situation wie in Afrika entstehen könnte. ADRA unterhalte zahlreiche HIV/AIDS-Projekte mit den Schwerpunkten Behandlung und Versorgung von Kranken sowie Vorbeugung und Abbau von Vorurteilen.
Britische Adventisten begrüssen Antidiskriminierungsgesetz 
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Watford/Grossbritannien, 19.12.2003 / APD
Die Freikirchenleitung der britischen Siebenten-Tags-Adventisten hat das für England, Schottland und Wales Anfang Dezember in Kraft getretene Gesetz, das Arbeitnehmer vor Diskriminierung und Benachteiligung am Arbeitsplatz aufgrund von Religion und Glaubensüberzeugung schützen solle, begrüsst. "Viele adventistische Arbeitnehmer hatten Probleme, eine Stelle zu finden, bei der sie am biblischen Sabbat, der von Freitagabend bis Samstagabend dauert, arbeitsfrei haben", erläuterte der Sekretär (Geschäftsführer) der dortigen Freikirche, Pastor Eric Lowe. Wenn Arbeitgeber die Glaubenshaltung eines Adventisten akzeptierten und den Sabbat für ihn arbeitsfrei hielten, hätten sie es im Allgemeinen nicht bereut. "Es mag sein, dass einige Umstellungen vorgenommen werden mussten; doch dies zeigt, dass der Arbeitgeber seinen Angestellten schätzt und dieser dafür seine Loyalität der Firma gegenüber unter Beweis stellt."
Das neue Gesetz solle den Arbeitnehmer vor direkter und indirekter Diskriminierung, Benachteiligung und Schikanierung aufgrund seiner Glaubenshaltung schützen. Doch es enthalte eine Reihe von Ausnahmeregelungen, betonte Pastor Lowe. So garantiere die neue Verordnung nicht den arbeitsfreien Sabbat für Siebenten-Tags-Adventisten. Auch müsse abgewartet werden, wie sie sich in der Praxis bewähre.
In Grossbritannien leben 21 750 erwachsen getaufte Adventisten in 220 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält eine Hochschule, zwei Gymnasien, neun Grundschulen, zwei Altenheime, ein Verlagshaus und ein Medienzentrum zur Produktion von Radio- und Fernsehsendungen.
Urteil zum Militärdienst beunruhigt südkoreanische Adventisten 
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Seoul/Südkorea, 19.12.2003 / APD
Die sich in Südkorea für einen Zivildienst oder wenigstens waffenlosen Militärdienst einsetzenden Siebenten-Tags-Adventisten sind über das Urteil eines Bezirksgerichts in Seoul sehr beunruhigt. Danach sei kürzlich ein 25-jähriger Zeuge Jehovas wegen Kriegsdienstverweigerung zu zwei Millionen Won, umgerechnet 1 390 Euro, verurteilt worden. In der Urteilsbegründung heisse es, dass in Übereinstimmung mit dem Koreanischen Verfassungsgericht bei der Gewissensfreiheit zwischen einem inneren und äusseren Gewissen zu unterscheiden wäre. Das vom Schöpfer einem Menschen eingegebene und geformte Gewissen sei absolut frei, aber wie dieses zum Ausdruck komme und in die Tat umgesetzt werde, sei relativ zu sehen und könne aufgrund der nationalen Sicherheit und Ordnung Einschränkungen erfahren.
"Kriegdienstverweigerung hat seine Grundlage in der Religion und ist deshalb eine externe Äusserung des Gewissens, nämlich das Praktizieren des Glaubens", so das Urteil. "Sie steht im Gegensatz zum Militärdienst, der wegen der nationalen Sicherheit und als elementare nationale Verpflichtung von der Verfassung und dem Gleichheitsgrundsatz gefordert wird. Wenn während eines möglichen militärischen Konflikts zwischen Süd- und Nordkorea Kriegsdienstverweigerung oder Ersatzdienste erlaubt wären, würde die Anzahl der Verweigerer möglicherweise derart zunehmen, dass die Sicherheit des Landes gefährdet wird."
Wie Pastor Hyun-Suh Koo (Seoul), Abteilungsleiter für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der südkoreanischen Siebenten-Tags-Adventisten betonte, sei das Gerichtsurteil nicht nachvollziehbar. Es könne nicht zwischen innerem und äusserem Gewissen unterschieden werden. Mit diesem Argument Gewissensgründe abzulehnen, beträfe immer die Gewissensfreiheit an sich. Ausserdem habe das Gericht die Verfassung falsch angewendet. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung müsse so schnell wie möglich gesetzlich geregelt werden.
Jedes Jahr würden in Südkorea etwa 500 junge Männer den Dienst mit der Waffe verweigern und dafür bestraft, so Pastor Koo. Die meisten von ihnen seien Zeugen Jehovas. Unter den Inhaftierten gebe es auch die adventistischen Studenten Young-chul Yoon und Hwi-jai Lim. Am 19. Mai diesen Jahres hätten weitere fünf Adventisten, die als Reservisten zu einer Wehrübung einrücken mussten, den Waffendienst verweigert. Das südkoreanische Wehrpflichtgesetz enthalte keine Bestimmungen für Einberufene, die den Waffendienst aus religiösen oder ethischen Gründen verweigern. Zivildienst sei nur für diejenigen möglich, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Militärdienst leisten können.
In Südkorea gibt es 170 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 662 Gemeinden. Die Freikirche empfiehlt ihren wehrpflichtigen Jugendlichen die Kriegsdienstverweigerung beziehungsweise den waffenlosen Dienst in der Armee. Jedoch müsse jeder seine eigene Gewissensentscheidung treffen.
Auflagensteigerung beim "Adventecho" durch neue Konzeption 
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Lüneburg/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Die monatliche Zeitschrift "Adventecho", das Gemeindeblatt der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschsprachigen Schweiz, Deutschland und Österreich, wird ab Januar 2004 von einem neuen Redaktionsteam herausgegeben. Der bisherige Chefredakteur, Pastor Friedhelm Klingeberg, wechselt nach elfjähriger Redaktionsleitung zum Internationalen Bibelstudien-Institut des adventistischen Medienzentrums "Stimme der Hoffnung", Darmstadt. Im neuen Redaktionsteam ist Pastor Elí Diez, Leiter des Advent-Verlages, Lüneburg, künftig zusammen mit Pastor Stephan G. Brass und den Redakteurinnen Gabriele Baur und Sandra Wieschollek für das Gemeindeblatt zuständig.
Laut Pastor Diez soll durch eine neue Konzeption des "Adventechos" die Abonnentenzahl von derzeit 6 600 auf 12 000 bis Ende 2004 gesteigert werden. Eine Umfrage in diesem Jahr habe ergeben, dass das Gemeindeblatt vor allem von älteren Adventisten geschätzt werde. Daher gelte es neue Lesergruppen zu gewinnen. Dazu gehöre eine aktuellere Berichterstattung, Seiten mit praktischen Anregungen für die Arbeit in den Ortsgemeinden sowie Interessantes auch für Christen anderer Konfessionen. Neben einem Schwerpunktthema gebe es neue Rubriken, wie "Der Kommentar" zum Zeit- oder Gemeindegeschehen, „Pro und Kontra“ mit unterschiedlichen Meinungen zu Themen der Gemeindepraxis oder des Lebensstiles, die Seelsorge-Ecke "Sprechstunde", "Gesundheit" mit Tipps für alle Alterstufen, "Adventgemeinde aktuell" mit kurzgefassten Informationen über die Arbeit der Freikirche weltweit und vor Ort. Farbige Seiten in der Heftmitte unter dem Motto "Adventecho Extra" sollen sich abwechselnd mit Themen aus den Bereichen "Mission und Evangelisation", "Theologie" sowie "Gemeindearbeit" befassen. In der deutschsprachigen Schweiz, Deutschland und Österreich und leben 41 700 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 649 Gemeinden.
Keine Aufnahmeprüfungen am Wochenende 
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Akure, Ondo Staat/Nigeria, 19.12.2003 / APD
Die Siebenten-Tags-Adventisten in Nigeria wenden sich erneut gegen Aufnahmeprüfungen für weiterbildende Schulen und Universitäten am Samstag. Nach Ansicht von Pastor Hakeem Bamidele Smith (Akure/Nigeria), dem Präsidenten der Freikirche im Südwesten Nigerias, sollten Examen an einem Wochentag stattfinden und nicht am Freitag, Samstag oder Sonntag. So wie die Muslime ihre Hauptgebetszeit am Freitag und die meisten Christen ihren Gottesdienst am Sonntag hätten, würden die Adventisten am Samstag den biblischen Sabbat als Ruhetag begehen. Daher sollte die Regierung diese Tage als prüfungsfreie Zeiten respektieren. Doch alle Bemühungen in dieser Richtung sind bisher bei den Behörden auf Ablehnung gestossen. In Nigeria leben 203 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 698 Gemeinden, die eine Universität, eine Mittelschule, 63 Grundschulen, vier Krankenhäuser und 18 Kliniken unterhalten.
Zum Thema Missbrauch: "Das Schweigen brechen" 
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Ostfildern/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Die Abteilung Frauendienste der süddeutschen Siebenten-Tags-Adventisten hat die Faltblattserie "Brich das Schweigen" zum Thema "Missbrauch" herausgegeben. Darin wird kurz erläutert, was unter Missbrauch zu verstehen ist, welche Art des Missbrauchs es gibt, welche allgemeinen Aussagen dazu falsch sind und wo Betroffene Hilfe erhalten können. Die sechs Faltblätter richten sich mit ihren Fragen an unterschiedliche Personengruppen: "Wirst du von deinem Freund oder Mann missbraucht? ", "Wirst du von deiner Freundin oder Frau missbraucht?", "Wurde dein Kind missbraucht?", "Missbrauchst du jemanden? ", "Kennst du jemanden, der missbraucht wird?" und "Du kannst die Gewalt stoppen".
Laut Ingrid Naumann, Abteilungsleiterin für Frauendienste, soll die Faltblattserie adventistische Gemeinden und Gemeindeglieder für Vorkommnisse sensibel machen, über die kaum gesprochen werde, die aber auch vor christlichen Familien nicht halt machten. Die Faltblattserie "Brich das Schweigen" ist bei der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Abteilung Frauendienste, Frau Ingrid Naumann, Wasserburger Strasse 8 a, D-85567 Grafing, Telefax +49(0)-89092-33 67 72, E-Mail Ingrid.Naumann@adventisten.de, erhältlich.
Ökumene
Französischer Pfarrer neuer Präsident der KEK 
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Genf, 19.12.2003 / APD
Jean-Arnold de Clermont, reformierter Pfarrer aus Frankreich, ist neuer Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Der in Genf tagende 40-köpfige Zentralausschuss der KEK wählte ausserdem den orthodoxen Erzbischof von Albanien, Anastasios, zum Vizepräsidenten und die lutherische Dekanin Margarethe Isberg aus Schweden zu seiner Stellvertreterin. Pfarrer de Clermont, der die Nachfolge des orthodoxen Metropoliten Jérémie antritt, ist Präsident des Bundes der Protestantischen Kirchen in Frankreich. Er nahm im Jahr 2000 in Toronto/Kanada als Gast an der nur alle fünf Jahre stattfindenden Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten, dem obersten Leitungsgremium der Freikirche, teil, das von 2 000 Delegierten und etwa 80 000 Adventisten aus 150 Ländern besucht wurde.
Die Konferenz Europäischer Kirchen ist eine Gemeinschaft von 125 orthodoxen, evangelischen, anglikanischen, freikirchlichen und alt-katholischen Kirchen aus allen Teilen Europas. Sie wurde 1959 gegründet und hat Büros in Genf, Brüssel und Strassburg. Die KEK versucht Brücken zwischen Minderheits- und Mehrheitskirchen, den Generationen, Männer und Frauen sowie Christen verschiedener Konfessionen zu schlagen und setzt sich für ein gemeinsames christliches Zeugnis gegenüber den Menschen in Europa ein. Obwohl die römisch-katholische Kirche kein Mitglied ist, bestehen enge Beziehungen. Eine Reihe von ökumenischen Begegnungen wurde gemeinsam von der KEK und dem katholischen Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstaltet; so die Europäischen Ökumenischen Versammlungen, "Frieden in Gerechtigkeit" 1989 in Basel, und "Versöhnung, Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens" 1997 in Graz. Auch die "Charta Oecumenica" mit Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa wurde im April 2001 von den Präsidenten der KEK und CCEE gemeinsam in Strassburg unterzeichnet.
Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung evangelisch 
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Hannover/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Etwa jeder dritte Bundesbürger ist evangelisch. Wie das Statistikreferat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mitteilte, hielte sich der Anteil der evangelischen Bevölkerung mit 31,8 Prozent und der Anteil der römisch-katholischen mit 32,1 Prozent die Waage. 26,211 Millionen Menschen seien am 31. Dezember 2002 Mitglied einer Gliedkirche der EKD gewesen. In den traditionell protestantischen Gebieten, wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein, betrage der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder bis zu 58 Prozent. In den Regionen mit hohem Katholikenanteil, wie Bayern und Saarland, liege er bei etwa 20 Prozent.
Bei der kirchlichen Bindung der Bevölkerung zeige sich ein West-Ostgefälle und ein Süd-Nordgefälle. Während im Saarland 86,3 Prozent der Menschen einer der beiden grossen Kirchen angehörten, seien es in Hamburg weniger als die Hälfte. In Rheinland-Pfalz seien 79,7 Prozent der Bevölkerung evangelisch oder katholisch, in Thüringen 35,1 Prozent. Bundesweit betrage der Frauenanteil an evangelischen Kirchenmitgliedern 55,3 Prozent gegenüber 51,1 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Die römisch-katholische Kirche zählte am 31. Dezember 2002 26,466 Millionen Mitglieder. Den höchsten Katholikenanteil in der Bevölkerung gibt es im Saarland mit 66,6 Prozent, gefolgt von Bayern (59,2 Prozent). Am wenigsten Katholiken finden sich in Brandenburg (3,5 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (3,6 Prozent) und Sachsen (4,3 Prozent). Im Jahr 2001 verliessen rund 171 000 Evangelische und 113 000 Katholiken ihre Kirche.
Zweiter Ökumenischer Kirchentag geplant 
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Fulda/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Der Deutsche Evangelische Kirchentag und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken beabsichtigen, in den Jahren 2008 bis 2010 gemeinsam einen zweiten Ökumenischen Kirchentag zu veranstalten. Genauer Zeitpunkt, Ort und Konzeption seien noch offen. Am ersten Ökumenischen Kirchentag vom 28. Mai bis 1. Juni 2003 in Berlin nahmen über 200 000 Besucher teil. Zugleich betonten die Präsidien beider Laienorganisationen, dass Katholikentage und Evangelische Kirchentage auch in Zukunft notwendig blieben. In Ulm findet vom 16. bis 20. Juni 2004 der 95. Deutsche Katholikentag unter dem Leitwort "Leben aus Gottes Kraft" statt. Der 30. Deutsche Evangelische Kirchentag ist vom 25. bis 29. Mai 2005 in Hannover geplant
Besser Kirchen abreissen, statt verfallen zu lassen 
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Hannover/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat theologische und juristische Richtlinien zur anderen Nutzung von Kirchen herausgegeben. Aus reformatorischer Sicht würden Kirchengebäude zwar "nicht als heilige Räume" gelten, doch seien sie von ihrer Nutzung und Ausstrahlung her klar definiert: Sie dienten dem Gottesdienst und dem Zeugnis der christlichen Botschaft, heisst es in einem 15-seitigen Papier, das der Theologische Ausschuss der VELKD und das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) im Auftrag der Bischofskonferenz der VELKD erstellt haben.
Statt Verfall oder Abriss des Kirchengebäudes empfiehlt das Dokument möglichst eine kirchliche Nutzung. Angesichts der zahlenmässig kleiner werdenden Gemeinden seien kirchliche Mehrfachnutzungen der oft zu grossen Kirchen anzustreben. Neben dem Gottesdienstraum könnten Gemeinderäume, aber auch kirchliche Büroräume oder Wohnungen für kirchliche Mitarbeiter eingebaut werden. Im städtischen Bereich müsse nicht jede der zahlreichen Kirchen für den Gottesdienst genutzt werden. Konzepte von City-Kirchen, Konzert- oder Ausstellungskirchen seien zu entwickeln.
Würden Kirchen anders genutzt, gelte es, den Bezug zu kirchlichen oder wenigstens kirchennahen Arbeitsfeldern herzustellen. "Wenn keine sinnvollen Nutzungsformen möglich sind, ist ein Abriss besser als ein langsamer und stetiger Verfall", heisst es in den Leitlinien. Verfallende Kirchen könnten als Gestalt gewordene Manifestation des inneren Verfalls der Kirche fehlgedeutet werden. Wenn ein Verkauf unvermeidlich sei, wäre die beste Lösung die Abgabe an eine Gemeinde einer anderen christlichen Kirche. Problematisch wäre jedoch ein Verkauf an nichtkirchliche und nichtchristliche Nutzer. Wörtlich heisst es in dem Papier: "Nutzungen, die dem Symbolwert des Kirchengebäudes offen widersprechen, sind auszuschliessen." Der Verkauf von Kirchengebäuden etwa an Moscheevereine werde ausdrücklich abgelehnt.
Die Publikation "Was ist zu bedenken, wenn eine Kirche nicht mehr als Kirche genutzt wird?" ist als Nr. 122 der "Texte aus der VELKD" beim Lutherischen Kirchenamt, Richard-Wagner-Strasse 26, D-30177 Hannover, Telefon +49(0)-511-62 61 239, Telefax +49(0)-511-62 61 211, E-Mail zentrale@velkd.de erhältlich und ist auch im Internet unter www.velkd.de zu finden.
In Deutschland mehr unabhängige freikirchliche Gemeinden als traditionelle 
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Eutin/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) mit ihren zwölf Mitglieds- und Gastkirchen sowie deren 280 000 Mitgliedern stelle nicht die Mehrheit unter den bekennenden freikirchlichen Christen in Deutschland. Etwa rund 300 000 Freikirchler seien in völlig unabhängigen Gemeinden vor Ort aktiv. Darauf hat der Sprecher der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Dr. Heinrich Christian Rust (Braunschweig), während der Herbsttagung des VEF-Präsidiums in Eutin aufmerksam gemacht. Allein die Existenz dieser unabhängigen Gemeinden sei für die "klassischen Freikirchen" eine Herausforderung zu einem "entschlosseneren missionarischen Handeln". Er äusserte die Überzeugung, dass ohne diese Gemeinden die Säkularisierung in der Gesellschaft "vermutlich noch dramatischer ausgefallen" wäre. Die VEF-Kirchen müssten sich zudem fragen, ob ihre institutionellen Entwicklungen für die Menschen in der heutigen Postmoderne "eher abstossend als einladend" seien, denn ein Kennzeichen dieser neuen Gemeinden sei ihr Verzicht auf übergeordnete Institutionen wie Kirchenleitungen. Rust wörtlich: "Brauchen wir in Deutschland möglicherweise eine breitere Palette freikirchlicher Frömmigkeit und Gemeindewirklichkeit, wenn wir die Menschen besser mit dem Evangelium erreichen wollen?"
Nach seinen Angaben seien 60 bis 70 Prozent der neuen Gemeinden pfingstlich-charismatisch geprägt. Ihre Mitglieder versammelten sich in seit den 1970er Jahren entstandenen Christus-Treffs oder Christlichen Zentren. Daneben gebe es evangelikal konservative Gemeinden, die lockere Kontakte in der Konferenz für Gemeindegründung (KFG) unterhielten und volkskirchliche Strukturen sowie jede Form der ökumenischen Zusammenarbeit ablehnten. Weitere unabhängige Gemeinden seien aus den landeskirchlichen Gemeinschaften des Gnadauer Verbandes hervorgegangen, andere seien Gemeinden, in denen sich Ausländer und Aussiedler aus den Ländern der früheren Sowjetunion versammelten. Ausserdem gebe es Hauskirchen, Milieukirchen, wie die bekannten Jesus-Freaks, und Gemeinden, die ihre Prägung aus missionarischen Netzwerken erhielten und etwa mit dem CVJM oder dem Missionswerk "Jugend mit einer Mission" verbunden seien.
Rust verwies darauf, dass es trotz dieser neuen Gemeinden keinen "merklichen missionarischen Zuwachs gibt". Lediglich ein "Transfer-Wachstum" sei zu verzeichnen, wenn Mitglieder aus einer etablierten Kirche oder Freikirche in eine neue Freikirche wechselten. Darin liege der Grund, warum es häufig Spannungen und "gegenseitige Verteufelungen" gebe. Dennoch empfahl Rust, den Dialog und auch eine Zusammenarbeit zu suchen. Gerade die pfingstlich-charismatischen Gemeinden seien für eine solche Kooperation offen.
Nach einer langen Diskussion nahm das VEF-Präsidium die Anregung von Rust auf und empfahl den in ihr vertretenen Freikirchen, die Zusammenarbeit mit den neuen Gemeinden auf Ortsebene zu suchen. Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Walter Klaiber (Frankfurt am Main), meinte, es gelte sich gegenseitig zu respektieren. In den Ortsgemeinden müsse der "ganze Christus erkennbar" sein.
Der Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Siegfried Grossmann (Seesen), wurde einstimmig zum neuen VEF-Präsidenten gewählt. Er übernimmt das Amt im April 2004 von dem Geschäftsführenden Direktor des Diakoniewerks Bethel, Pastor Dr. Wolfgang Lorenz (Berlin), der nach dreijähriger Amtszeit satzungsgemäss ausscheidet und zudem in den Ruhestand tritt. Zum neuen Stellvertreter wurde ebenfalls einstimmig der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Peter Strauch (Witten), gewählt. Grossmann wies darauf hin, dass in seinem Bund der VEF eine "grosse Priorität" eingeräumt werde. Der Ökumenische Kirchentag habe im Mai dieses Jahres in Berlin dazu beigetragen, dass gerade im innerkirchlichen Miteinander die Akzeptanz der Freikirchen deutlich gestärkt worden sei: "Es wäre ein grosser Fehler, wenn wir uns jetzt stärker zurückziehen würden", sagte er. Es sei aber notwendig, strukturelle Überlegungen fortzusetzen, um die Effizienz der VEF zu stärken.
Wie in Eutin deutlich wurde, leidet die VEF, wie die meisten ihrer Mitglieds- und Gastkirchen, unter einem Finanzengpass. So wurde zwar über die Einrichtung einer VEF-Geschäftsstelle diskutiert, doch eine Umfrage unter den zur VEF gehörenden Freikirchen ergab, dass dieses Projekt derzeit nicht finanzierbar sei.
Der Beauftragte der VEF am Sitz der Bundesregierung in Berlin, Pastor Dr. Dietmar Lütz, wies darauf hin, dass zwischen der VEF und der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg eine Vokationsvereinbarung für die Erteilung evangelischen Religionsunterrichts vereinbart worden sei. VEF-Präsident Lorenz hofft, dass diese Vereinbarung Modellcharakter auch für andere Bundesländer und Landeskirchen haben werde. In manchen Regionen bekämen ausgebildete Religionslehrer als Mitglieder einer Freikirche Probleme, wenn sie in ihrem Beruf arbeiten wollten.
Ferner möchte die VEF drei ihrer Mitgliedskirchen helfen, die rechtlich als eingetragene Vereine organisiert seien, die Körperschaftsrechte zu erlangen. Auch der eigene Rechtsstatus als nicht eingetragener Verein solle im Zuge der anstehenden Strukturreform in einen eingetragenen Verein umgewandelt werden, hiess es in Eutin.
Das VEF-Präsidium empfahl den Gemeinden ihrer Mitglieds- und Gastkirchen ferner die Mitarbeit und Teilnahme an zwei überkonfessionellen Projekten: Dem "Jesus-Tag" am 11. September 2004 in Berlin und der "Impulstour 2004" der Deutschen Evangelischen Allianz. Unter dem Motto "Eins - Aufbruch zu Einheit" lädt die Allianz alle Christen ungeachtet ihrer Konfession in verschiedenen Städten zu einer Begegnung ein, um "eine neue Vision für die gelebte Einheit zu vermitteln", wie der auch als Allianz-Vorsitzende amtierende Peter Strauch sagte. Dabei vertrete die Allianz keinen Alleinvertretungsanspruch auf die geistliche Einheit. Es gehe dabei auch nicht um die Gründung einer "Übergemeinde" oder "Allianzgemeinde": "Wir sind nur ein Baustein unter vielen. " Darüber hinaus empfahl das VEF-Präsidium den Freikirchen, die Mitglied bei "Brot für die Welt" sind, an der bewährten Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk festzuhalten und sich an dessen Aktion 2003/2004 unter dem Motto "Brot zum Leben - alles was recht ist" zu beteiligen. Die Not in der Welt sei nicht kleiner, sondern grösser geworden.
ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch
ADRA Schweiz: Keine Kleidersammlungen mehr 
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Lentigny FR, 19.12.2003 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz wird ab März 2004 keine Kleidersammlungen mehr durchführen. Wie ADRA-Direktor Herbert Bodenmann (Lentigny FR) mitteilte, hätte die gesammelte Kleidung wegen fehlender Lagerkapazitäten kaum bei Katastrophenfällen abgegeben werden können, sondern sei hauptsächlich an Bedürftige in Osteuropa und teilweise auch in Afrika verschenkt worden. Dabei seien jährlich Transportkosten in Höhe von 45 000 Schweizer Franken entstanden.
Ausserdem würde inzwischen gebrauchte Kleidung in vielen osteuropäischen Ländern nur noch bedingt begrüsst. So müsse bei der Einfuhr von gebrauchten Kleidern nach Bulgarien 15 Prozent des Warenwertes an den Zoll abgeführt werden. Nach Rumänien dürfe keine gebrauchte Kleidung für Kinder unter fünf Jahren eingeführt werden. Bei Transporten in die Ukraine müssten 70 Prozent der Kleider neu sein. Zusätzlich sei bei allen Kleidertransporten ein Desinfektionszertifikat vorgeschrieben, was eine chemische Reinigung bedeute und die Kosten ansteigen lasse.
In Afrika zerstöre die kostenlos abgegebene westliche Kleidung die Lebensgrundlage einheimischer Schneider- und Händlerfamilien, betonte Bodenmann. Dazu könne in bestimmte Regionen keine westliche Kleidung gesandt werden, da sich die Menschen dort anders kleideten, wie etwa Frauen in Afghanistan. Dies seien die Gründe, dass ADRA Schweiz künftig darauf verzichte, gebrauchte Kleidung in andere Länder zu schicken.
Keine Angst vor der eigenen Courage 
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Weiterstadt/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Keine Angst vor der eigenen Courage haben 14 junge Menschen, die derzeit für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland mindestens ein Jahr im Ausland tätig sind. Sie leisten dabei den besonderen Zivildienst im Ausland, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder sind Freiwillige des Adventistischen Hilfsdienstes (FAH). Die 20-jährige Claudia verbringt ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einem Waisenhaus in Odobesti/Rumänien. Sie kümmert sich um etwa 20 verlassene Kinder, darunter sieben Babys. Natascha und Andreas helfen bei ADRA-Projekten in Kirgistan. Evelyn ist in einem indischen Waisenhaus eingesetzt, Michael gibt Computerkurse in Mizoram/Indien, Manuel arbeitet als Physiotherapeut am Scheer Memorial Hospital in Banepa/Nepal, Annika und Arja betreuen Kinder in einem Waisenhaus im Norden Mexikos. Judith, Alexandra, Daniel und Gerald bemühten sich um Kinder im Süden Honduras; Ralph ist Betreuer in einem brasilianischen Waisenhaus, und Konstantin arbeitet für ADRA in Bolivien. Weitere Informationen gibt es bei ADRA Deutschland e. V., Frau Iris M. Brandl-Grau, Robert-Bosch-Strasse 2-4, D-64331 Weiterstadt, Telefon +49(0) –6151-8 11 50, Telefax +49(0)-6151-81 15 12, E-Mail Iris.Brandl-Grau@adra-ev.de.
"Damit Menschen wieder hoffen können" 
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Weiterstadt/Deutschland, 19.12.2003 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland hat ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2002 vorgelegt. Danach habe das Hilfswerk über 9,1 Millionen Euro für Projekte in verschiedenen Ländern aufgewendet: Für die Verteilung von im Land hergestellten Decken und Matratzen an Binnenflüchtlinge in Afghanistan, für 38 Einsätze mit über 200 Freiwilligen zu Aufräumarbeiten und die Aufstellung von 200 Raumtrocknern nach der Flutkatastrophe in Ostdeutschland sowie für die Betreuung von 1 400 älteren Menschen in den moldawischen Städten Cahul, Balti und Chisinau. Waisenkinder in Osteuropa erhielten Geschenkpakete zu Weihnachten. In Simbabwe wurden im Bina Bezirk Nahrungsmittel verteilt. In Kiew erhielten 50 Strassenkinder im Alter von acht bis 15 Jahren regelmässig eine warme Mahlzeit. In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang wurde eine Bäckerei eingerichtet, um die dortige Nahrungsmittelversorgung für Kinder zu verbessern. In Angola erhielten 6 000 Not leidende Familien landwirtschaftliche Geräte, Saatgut und Schulung in Anbaumethoden. In der Mongolei konnten fast 600 Kinder ihre unterbrochene Schulausbildung fortsetzen. In Honduras bekamen 2 830 Frauen und 150 Männer durch Gründung von kleinen Handwerksbetrieben Arbeit.
ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ins Leben gerufen. Das Hilfswerk ist Gründungsmitglied des Verbandes Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und arbeitet im Verband der Not- und Katastrophenhilfe Organisationen auf europäischer Ebene (VOICE), im Arbeitsstab Humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes, bei Euron-Aid und der Aktion "Deutschland hilft" mit. Die europäischen ADRA-Büros haben in Brüssel eine gemeinsame Vertretung.
Laut dem Direktor von ADRA Deutschland, Pastor Erich Lischek (Weiterstadt bei Darmstadt), gehe es dem Hilfswerk darum, "dass Menschen wieder hoffen können". Dazu gehöre nicht nur die Verteilung von Hilfsgütern; die Bedürftigen müssten auch in die Lage versetzt werden, ihr Leben wieder selbst zu gestalten und dabei bereit zu werden, anderen so zu begegnen, wie ihnen begegnet wurde. "Aus Opfern sollen Helfer und Mitarbeiter werden."
Bagdad: Kleidung zu Weihnachten 
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Bagdad/Irak, 19.12.2003 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak will zu Weihnachten in Zusammenarbeit mit der örtlichen Adventgemeinde im Grossraum Bagdad Kleidung im Wert von 170 000 Euro an Bedürftige verteilen. Dabei sollen auch Strassenkinder und Binnenflüchtlinge berücksichtigt werden. Die Kleidung wurde von adventistischen Gemeinden der USA gesammelt.
ADRA Irak, das seit Juni diesen Jahres ein Büro in Bagdad unterhält, hat bisher Nahrungsmittel, Decken, Küchengeräte, Hygieneartikel und Medikamente im Wert von 1,25 Millionen Euro an Notleidende verteilt. Als nächstes Projekt sollen Krankenhäuser im Westen von Mosul mit Medikamentenlieferungen unterstützt werden. Laut ADRA-Landesdirektor Tom Benton würden seine Mitarbeiter, darunter zwei irakische Ärzte, darauf achten, dass die Medikamente nur von ausgebildetem Personal ausgeben würden und nicht etwa auf dem schwarzen Markt landeten.
Engagement für Waisenkinder gewürdigt 
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Tirana/Albanien, 19.12.2003 / APD
Die "Gesellschaft zur Betreuung von Waisenkindern in Albanien" hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Albanien als Ehrenmitglied aufgenommen. Damit wird das jahrelange Engagement des Hilfswerkes für elternlose Kinder gewürdigt. 2003 wurde das Waisenhaus in Korçë saniert und 1 100 Waisen erhielten Geschenkpakete von Kindern aus Grossbritannien.
Höhere Erträge durch Zitrusfrüchte 
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Accra/Ghana, 19.12.2003 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Ghana unterstützt 550 Bauern in 17 Gemeinden des Kwahu Süd Distrikts im Anbau von Zitrusfrüchten auf insgesamt 243 Hektar, um ihnen höhere Erträge zu ermöglichen. Das Projekt gehört zu dem auf fünf Jahre angelegten Nahrungsmittel-Sicherungsprogramm von ADRA, das von der Internationalen Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID) gefördert wird. Über 270 Bauern haben sich inzwischen zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, um ihr Obst besser vermarkten zu können. ADRA liess in dem Distrikt ausserdem 9 500 Bäume rund um Schulen, Kirchen, Sozialeinrichtungen und entlang von Strassen pflanzen.
Bibel
Bibelrevisionen sind notwendig 
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Biel-Bienne, 19.12.2003 / APD
"Die Bibel ist Gottes Wort und somit unveränderlich. Da gibt es nichts zu revidieren." So könnten die Einwände zusammengefasst werden, die der adventistische Theologe Professor Dr. Jean-Claude Verecchia zu hören bekomme, wenn es um Bibelrevisionen gehe. Solche Bemerkungen erweckten den Eindruck, als seien manche Bibelübersetzungen von Gott selbst geschrieben worden und dürften deswegen in keiner Weise verändert werden, schrieb der Neutestamentler, der an der theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Collonges-sous-Saleve (Frankreich) /Frankreich lehrt, in einem Artikel für die Zeitschrift "Bibel aktuell" der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
Es sei zwar verständlich, dass viele Gläubige sich während Jahrzehnten an bestimmte Übersetzungen gewöhnt hätten und eine Revision des Bibeltextes ihnen völlig überflüssig erscheine, so Verrecchia, Revisionen seien aber dennoch notwendig, damit sich die Übersetzungen immer mehr dem Urtext näherten. Er machte dies am Beispiel der Nouvelle Bible Segond deutlich, welche im 19. Jahrhundert von dem Genfer Pastor Louis Segond als französische "Bibel der Protestanten" herausgegeben wurde. 2002 erschien im Auftrag des Weltbundes der Bibelgesellschaften eine grundlegende Revision der Segond-Bibel, an der auch Verrecchia mitgearbeitet hatte.
Als Louis Segond 1865 mit seiner Übersetzung der Bibel auf Französisch begann, hätte er sich nicht auf Erkenntnisse der Textforschung stützen können. Diesen Zweig der Theologie, der sich die Aufgabe stelle, mit wissenschaftlichen Methoden einen biblischen Grundtext zu rekonstruieren, habe es damals noch gar nicht gegeben. Auch viele alte Handschriften mit Bibeltexten, etwa der Codex von St. Petersburg, seien noch nicht bekannt gewesen. Segond habe auch noch nichts von der umfangreichen jüdischen Literatur gewusst, die erst im 20. Jahrhundert in der Umgebung des Toten Meeres bei Qumran gefunden wurde. Sie gibt einen Einblick in die Geschichte des Alten Testaments und das Leben in biblischer Zeit. Dasselbe gilt für die Bibliothek von Nag Hammadi in Ägypten, die 1947 entdeckt wurde und deren Bestände wichtige Informationen über die Frühzeit des Christentums enthalten. Von all dem habe Louis Segond nichts wissen können, doch heute herausgegebene Bibeln müssten die Erkenntnisse der Textforschung und der Archäologie berücksichtigen.
Revisionen seien aber auch deshalb notwendig, damit die Sprache der Bibel den jeweiligen Lesern angepasst werden könne, betonte Verrecchia. Manche im 19. Jahrhundert verwendeten Ausdrücke würden heute nicht mehr verstanden. Ausserdem sollten Bibelrevisionen von einem Team durchgeführt werden, um eine möglichst grosse Treue zum Originaltext sicherzustellen. Louis Segond habe seine Übersetzung allein gemacht, ohne sie Kollegen zur Beurteilung vorzulegen. Heute seien die meisten Bibelübersetzungen und -revisionen ein Gemeinschaftswerk. So wären auch im Redaktionskomitee der neuen Nouvelle Bible Segond Vertreter verschiedener Kirchen des französischen Protestantismus vertreten gewesen, die zahlreiche Fachleute der Bibelforschung, darunter auch katholische, als Berater hinzugezogen hätten.
Die Textforschung habe laut Verrecchia gelehrt, dass die Frage "Welches ist die beste Übersetzung?" unsinnig sei. Jede Bibelübersetzung brauche die ihr gemässen Leser. Er schliesst seinen Artikel mit der Feststellung: "Revidierte Übersetzungen setzen Leser voraus, die bereit sind, sich selber zu ‚revidieren‘. Und ist es nicht genau das, wozu uns die Bibel auffordert? "
Brasilien ist grösster Bibelhersteller 
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Im Jahr 2002 wurden rund 8,6 Millionen Bibelexemplare gedruckt, über zwei Millionen davon in 14 verschiedenen Sprachen exportiert. Laut Marktanalysen kommen 43 Prozent der Bibeln aus katholischen und 57 Prozent aus Verlagen von anderen Kirchen. Insgesamt existieren in Brasilien derzeit 335 Bibelversionen. Die Brasilianische Bibelgesellschaft (Sociedade Bíblica do Brasil/SBB) ist mit einer eigenen Web Site im Internet vertreten: http://www.sbb.org.br/
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Nachrichtenagentur APD |
Herbert Bodenmann (verantwortlich), Journalist SFJ |
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APD ® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

