APD-INFORMATIONEN 1/2012 - JANUAR 2012

International

Homosexuelle Partnerschaften in sächsischen Pfarrhäusern möglich uparrowprint druckenemail versenden

Dresden/Deutschland, 25.01.2012 / APD

In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens können homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer in Zukunft in Ausnahmefällen gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern im Pfarrhaus leben. Dem Beschluss der Kirchenleitung vom 21. Januar war eine umfangreiche Untersuchung einer Arbeitsgruppe vorausgegangen, die sich mit Homosexualität in biblischem Verständnis befasst hatte. Die Expertenkommission war sich einig, dass Homosexualität ein Teil der Persönlichkeit sei, die den ganzen Menschen bestimme und nicht auf den Bereich der Sexualität einzugrenzen sei.

Um zu einer theologischen Bewertung der Homosexualität zu gelangen, unterschied die Arbeitsgruppe zwischen primären und sekundären abgeleiteten Schöpfungsordnungen. Zur primären Schöpfungsordnung gehöre das Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf. Sekundäre Schöpfungsordnungen beschrieben dagegen, wie das Zusammenleben in Ehe einschliesslich Sexualität, Familie, Beruf, Recht, Wirtschaft und Staat gestaltet werde. Diese zweiten Schöpfungsordnungen unterlägen bereits innerhalb der Bibel einem geschichtlichen und kulturellen Wandel. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe konnten sich jedoch nicht einigen, ob Homosexualität diesem zweiten Bereich der Schöpfungsordnungen zugeordnet werden könne.

Ebenso blieb in der Arbeitsgemeinschaft die Frage strittig, ob gelebte Homosexualität grundsätzlich Sünde sei. Die eine Position beurteile jede gelebte Homosexualität, auch in einer verbindlichen Partnerschaft, als Sünde. „Der durch Christus befreite Geist eröffnet nicht die Freiheit, gegebene Schöpfungsordnungen beiseite zu schieben“, notierte der Abschlussbericht diese Sichtweise. Dagegen sah die andere Position nicht in einer homosexuellen Partnerschaft an sich Sünde, sondern nur in verantwortungslosem Verhalten und Untreue. Die Vertreter der zweiten Position verwiesen auf Christus als die Mitte der Bibel. Alttestamentliche Gesetzesvorschriften müssten vom Geist Christi her beurteilt werden: „Diese in Christus gründende Freiheit hat auch Auswirkungen auf das Bibelverständnis. Eine ‚am Buchstaben‘ orientierte Beurteilung homosexueller Lebensweise muss sie kritisch sehen: ‚Wir aber sind Diener des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig‘ (2. Korinther 3,6).“

Ausdrücklich erkannten die Vertreter der beiden gegensätzlichen Positionen der jeweils anderen Seite zu, ihre Sicht aus der Bibel abgeleitet und das reformatorische Prinzip „sola scriptura“ (allein die Heilige Schrift) gewahrt zu haben. Daher könne letztlich nur das Gewissen jedes Einzelnen entscheiden. Die Beurteilung von Homosexualität sei keine Bekenntnisfrage, weil sie die Erlösung durch Christus nicht in Frage stelle, stellte die Arbeitsgruppe übereinstimmend fest.

„Differenzen im Schriftverständnis gehören seit langem zu unserer kirchlichen Realität; und so wird in der Frage der Bewertung der Homosexualität erneut deutlich, dass uns kein Kriterium zur Verfügung steht, um in allen Streitfragen ein Einvernehmen zu erzielen“, erklärte Landesbischof Jochen Bohl. Homosexuell geprägte Menschen werde man in der Kirche als Schwestern und Brüder im Glauben akzeptieren. „Weil das Liebesgebot Jesu umfassend allen Menschen gilt, haben sie einen Anspruch darauf, zu ihrem Person-Sein stehen zu können, ohne pauschale Verurteilungen fürchten zu müssen“, betonte der Landesbischof.

Die sächsische Landeskirche hatte sich im Jahr 2001 als Reaktion auf die Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes gegen das Zusammenleben homosexueller Pfarrerinnen und Pfarrer im Pfarrhaus ausgesprochen. In der Zwischenzeit sei allerdings insbesondere in Grossstädten Homosexualität auf eine grössere Akzeptanz gestossen und werde als selbstverständlich wahrgenommen, resümierte Bohl. Homosexuelle Vikare hätten offen nach einer beruflichen Perspektive in der Landeskirche gefragt. Den elf Jahre alten Beschluss habe man daher überdenken müssen. „Allerdings ist es Ausdruck der Zerrissenheit der Landeskirche in dieser Frage, dass andere wiederum ihn bedeutsamer denn je finden, weil sie in den dargestellten Verschiebungen eine Abkehr von biblischen Normen sehen“, so Bohl. Als Kompromiss beider Sichtweisen hielt die Kirchenleitung grundsätzlich an der Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Pfarrhaus fest. Allerdings ermöglicht sie mit der neuen Regelung nun Ausnahmen von dem Verbot. Voraussetzung für das Zusammenleben im Pfarrhaus sei, dass die Partnerschaft eingetragen sei und der Kirchenvorstand einmütig zustimme. Jeder Einzelfall müsse vom Landeskirchenamt zusammen mit dem Landesbischof genehmigt werden.

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Rassismus: Russische Protestanten begehen Martin-Luther-King-Tag uparrowprint druckenemail versenden

Moskau/Russland, 25.01.2012 / APD

Am 16. Januar, dem seit 1986 US-amerikanischen Feiertag zu Ehren von Martin-Luther-King-Jr., haben russische Protestanten im Rahmen eines Gottesdienstes der Moskauer Stadtgemeinde (MCC) zum ersten Mal den Gedenktag begangen, wie es in einer Veröffentlichung der Russischen Evangelischen Allianz heisst.

Viele Russen hielten Rassismus für ein entferntes, ausländisches Problem, sagte Pastor Witali Wlasenko, Abteilungsleiter für kirchliche Aussenbeziehungen bei der „Russischen Union der Evangeliumschristen-Baptisten“. Daniel Ekat, kamerunischer Ingenieur, der seit zehn Jahren in Russland lebe, habe dies als Auffassung der weissen Einwohner Russlands beschrieben. Er sei in dieser Zeit schon zweimal zusammengeschlagen worden, so der Bericht. „Meine Freunde haben oftmals Angst, sich auf die Strasse zu begeben. Wenn ein Kollege blutüberströmt ins Studentenwohnheim gebracht wird, macht dies viele nachdenklich“, so Ekat. „Die Russen meinen, ausschliesslich Hooligans würden sich so benehmen, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit“, erläuterte der Kameruner. „Wir werden geschlagen von Personen, die uns als dunkelhäutige Affen ansehen.“

“Meine Leute werden täglich mit dem Problem Rassismus konfrontiert“, sagte der US-amerikanische Methodist Matthew Laferty, Pastor der teils afrikanischen “Moscow Protestant Chaplaincy”. Auch latent vorhandener Rassismus dürfe nicht unter den Teppich gekehrt werden, fügte Wlasenko an.

Laut dem Bericht hoffe die MCC, dass sich der Martin-Luther-King-Tag über die eigene Gemeinde hinaus zu einem traditionellen jährlichen Feiertag etablieren werde. Die Gemeinde überlege sich auch die Schaffung einer Martin-Luther-King-Auszeichnung, die jährlich für Verdienste im Kampf um die Menschenrechte verliehen werden könnte.

Die “Moscow Protestant Chaplaincy” engagiere sich stark im Dienst um bedürftige Russen und Menschen nichtweisser Hautfarbe, heisst es weiter in der Mitteilung. Die „Arbeitsgruppe Rassismus“ (Racial Task Force) der MPC dokumentiere seit fünf Jahren Gewalttaten, die im Grossraum Moskau an Menschen nichtweisser Hautfarbe begangen würden. Sobald zusätzliches Personal und Gelder gefunden seien, werde diese Dokumentation auch in russischer Sprache erscheinen, so der Bericht. Die englischsprachige Dokumentation dieser Übergriffe befinde sich auf der Webseite www.mpcrussia.org unter der Überschrift „Social Ministries“.

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Jamaika: Zwei Monate Ministerpräsident – Andrew Holness abgewählt uparrowprint druckenemail versenden

Kingston/Jamaika, 25.01.2012 / APD

Nach Angaben der Zeitung „The Gleaner“ hat bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. Dezember 2011 die sozialdemokratische Volkspartei (PNP) 42 von total 63 Parlamentssitzen auf der Karibikinsel Jamaika gewonnen. Der konservativen Arbeiterpartei (JLP) von Andrew Holness (39), der am 23. Oktober 2011 nach dem Rücktritt des JLP-Parteivorsitzenden und Premierministers Bruce Golding zum neuen Premierminister vereidigt worden war, bleiben laut dieser Meldung noch 21 Sitze.

Holness habe auf Grund guter Umfragewerte mit den um ein Jahr vorgezogenen Wahlen seine Position sichern und die Insel nach den bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Mai 2010 in ein sichereres Fahrwasser bringen wollen, schreibt die taz. Der Adventist Holness sei nicht nur der jüngste Premierminister Jamaikas gewesen seit es allgemeine Wahlen gebe, sondern auch der mit der kürzesten Regierungszeit.

Die Wahlsiegerin, Portia Simpson Miller, von der sozialdemokratischen Volkspartei (PNP), war von März 2006 bis zu ihrer Abwahl im September 2007 bereits einmal Premierministerin, als sie die Parlamentswahlen gegen Bruce Golding von der JLP verlor.

Knapp zwei Drittel der 2,8 Millionen Einwohner Jamaikas sind Protestanten. Rund neun Prozent der Inselbewohner zählen zu den Adventisten, darunter 253.300 erwachsen getaufte Mitglieder in 624 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält 17 Grundschulen, sieben weiterführende Schulen, eine Universität, ein Krankenhaus und drei Kliniken.

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UN-Experte: Nordkorea soll sich mit Menschenrechtsfragen befassen uparrowprint druckenemail versenden

Tokyo/Japan, 25.01.2012 / APD

„Eine positive Zusammenarbeit der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea (DVRK) mit der internationalen Gemeinschaft würde von allen Seiten begrüsst“, sagte Marzuki Darusman, indonesischer UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Nordkorea am 20. Januar. Die Einleitung des Reformprozesses in Myanmar sei auch auf breite Unterstützung gestossen, unterstrich der Sonderberichterstatter am Ende seines offiziellen Besuchs in Japan.

Darusman habe die neue Führung Nordkoreas aufgefordert ohne Verzögerung drückende Menschenrechtsfragen anzugehen und zu lösen, teilte der UNO-Menschenrechtsrat in einer Pressemeldung mit. Dies betreffe vor allem die seit vielen Jahren nach Nordkorea entführten Japaner und andere Ausländer. "Die Dringlichkeit der Angelegenheit ist offensichtlich“, so der UN-Sonderberichterstatter, weil sowohl die zwölf Entführten als auch ihre Angehörigen in Japan alt geworden seien.

Laut dem UN-Bericht habe Darusman während seiner Mission in Japan mehrere Begegnungen mit Regierungsvertretern, nationalen und internationalen NGOs und Einzelpersonen gehabt, darunter auch mit den Familien der entführten japanischen Staatsangehörigen. Aus Gesprächen mit nordkoreanischen Flüchtlingen müsse er schliessen, dass eine gravierende humanitäre Situation im Land herrsche, vor allem Nahrungsmittelknappheit und eine kritische Lage bei den Menschenrechten. Er habe auch mit Bestürzung erfahren, dass nordkoreanische Asylbewerber aus den umliegenden Ländern zurückgeschafft worden seien, und dass die in den letzten Monaten erfolgte Verschärfung der Grenzkontrollen die Flucht erschwere.

"Die Welt schaut erwartungsvoll auf die Demokratische Volksrepublik Korea“, sagte Darusman, „und hofft, dass die Behörden Massnahmen treffen, um die Lage der Menschenrechte der Bewohner im Land zu verbessern."

Seit seiner Ernennung im August 2010 hat der UN-Sonderberichterstatter mehrere Besuchsanfragen an Nordkorea gerichtet, auf die bisher nicht eingegangen worden sei, heisst es weiter im UN-Bericht. Er könne deshalb nur Länder in der Region besuchen, wie Japan, Südkorea und Thailand.

Marzuki Darusman (Indonesien) wurde im August 2010 durch den UN-Menschenrechtsrat zum Sonderberichterstatter der Menschenrechtssituation in der Demokratischen Volksrepublik Korea ernannt. Als UN-Sonderberichterstatter ist er unabhängig und weisungsfrei von Regierungen oder Organisationen und agiert aufgrund seiner persönlichen Autorität. Darusman hat in verschiedenen Funktionen für die Indonesische Menschenrechtskommission gearbeitet. Er hat an der Katholischen Universität Parahyangan Bandung, Indonesien, ein Jurastudium abgeschlossen.

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Österreich: Neuer Gesamtschulleiter an adventistischem Seminar uparrowprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 25.01.2012 / APD

Am 27. Februar wird Dr. Christoph Berger (45) die Nachfolge von Dr. Winfried Vogel (57) als Gesamtschulleiter am Seminar Schloss Bogenhofen bei St. Peter am Hart/Oberösterreich übernehmen, wie die Freikirchenleitung der Deutschschweizer Siebenten-Tags-Adventisten mitteilte. Die 2.400 Deutschschweizer Adventisten unterhalten das Seminar gemeinsam mit den 3.900 österreichischen Adventisten. Die 1949 gegründete Einrichtung dient beiden Trägern als Ausbildungsstätte für Pastoren.

Dr. Christoph Berger hat einen Abschluss als Diplomtheologe des früheren adventistischen Theologischen Seminars Marienhöhe, Darmstadt/Deutschland, sowie einen Master of Arts (M.A.) und Doctor of Ministry (D.Min.), beide vom Adventist International Institute of Advanced Studies (AIIAS), Philippinen. Er war Pastor und Abteilungsleiter für Jugend in Deutschland und Italien, Vizepräsident an der Asia Pacific International University in Thailand und leitete die „Plant Academy“, ein Studiengang für Mission und Gemeindewachstum am Seminar Bogenhofen. Berger ist verheiratet und hat zwei Töchter im Teensalter.

Dr. Winfried Vogel tritt aus persönlichen Gründen zurück. Er leitete das Seminar seit 1997. Winfried Vogel ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Er war Pastor in Deutschland, Dozent für Theologie am Theologischen Seminar Marienhöhe, Darmstadt, und Dozent für Altes Testament und Praktische Theologie an der Ausbildungsstätte in Österreich.

Das Seminar Bogenhofen führt eine Volks- und Hauptschule für die Schulstufen 1 bis 8 mit 44 Schülern sowie ein Oberstufenrealgymnasium für die Stufen 9 bis 12 mit 87 Schülern. Die Reifeprüfung (Matura) ist staatlich anerkannt und europaweit gültig. Am Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen mit derzeit 38 Studenten kann in der Regelstudienzeit von vier Jahren ein dem Bachelor (B.A.) vergleichbares Diplom erlangt werden. Das Sprachinstitut hat die Abteilungen Hebräisch, Griechisch und Deutsch als Fremdsprache. Der Deutschkurs mit gegenwärtig 14 Studierenden endet nach neun Monaten mit dem Österreichischen Sprachdiplom. Die „Plant Academy“, der neuste Ausbildungslehrgang mit sieben Absolventen, vermittelt während einem Jahr Wissen und Praxis zum Schwerpunkt Mission und Gemeindegründung.

Die zweite deutschsprachige Ausbildungsstätte der Adventisten ist die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg/Deutschland, die 1899 gegründet und seit 1990 staatlich anerkannt ist. An ihr sind 178 Studierende eingeschrieben. Sie bietet in den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen im Zuge des Bologna-Prozesses europaweit vergleichbare Bachelor- und darauf aufbauende Masterstudiengänge an. An der Hochschule sind folgende Studiengänge möglich: Bachelor of Arts Theologie (B.A. – sechs Semester), Master of Arts Theologie (M.A. – vier Semester), Master of Arts Theological Studies (M.T.S. – englischsprachig vier Semester), Bachelor of Arts Soziale Arbeit (B.A. – sechs Semester), Bachelor of Arts Gesundheits- und Pflegewissenschaften (B.A. – berufsbegleitend neun Semester), Master of Arts Beratung (M.A. – vier Semester), Master of Arts International Social Sciences (M.A. – englischsprachig vier Semester) und Master of Arts Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie den Master of Arts (M.A.) in Musiktherapie – beide berufsbegleitend sechs Semester.

Die Adventisten in Österreich versammeln sich in 49 Kirchgemeinden. Sie unterhalten einen Verlag, ein Altersheim, eine Volksschule mit vier Schulstufen sowie vier Volks- und Hauptschulen mit acht Schulstufen.

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Neuer Generalsekretär des Weltrates Methodistischer Kirchen uparrowprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 25.01.2012 / APD

Der im August 2011 zum Generalsekretär des Weltrates Methodistischer Kirchen (WMC) gewählte leitende Bischof der Methodistischen Kirche in Südafrika, Ivan Abrahams, trete in der zweiten Januarhälfte sein neues Amt als erster Farbiger und Nicht-Amerikaner an, berichtete der Pressedienst der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Schweiz. Sein Vorgänger, Pfarrer George Freeman, gehe in den Ruhestand.

Ivan Abrahams, seit 2003 leitender Bischof der Methodistenkirche in Südafrika, habe anlässlich der Amtsübergabe in einer symbolischen Handlung seinem Nachfolger, Pfarrer Ziphazihle Siwa, einen Hirtenstab und eine Bibel überreicht, heisst es im Bericht. Ivan Abrahams Arbeit sei von grosser Offenheit gegenüber allen anderen christlichen Kirchen in Südafrika geprägt gewesen. Laut EMK sitze er immer noch als Vertreter Südafrikas im Exekutivkomitee des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates in Genf.

Der Weltrat Methodistischer Kirchen (WMC), mit Sitz in Lake Junaluska, North Carolina/USA, ist die Dachorganisation für weltweit rund 74 Millionen Kirchenangehörige der methodistischen und wesleyanischen Tradition.

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Religion + Staat

Ungarn: 82 Kirchen hoffen um Anerkennung durch neues Religionsgesetz uparrowprint druckenemail versenden

Budapest/Ungarn, 25.01.2012 / APD

“Ungarns Adventisten und Methodisten befinden sich gemeinsam mit weiteren 80 Kirchen und Religionsgemeinschaften, die nach der Einführung des neuen Kirchengesetzes um staatliche Anerkennung nachgesucht hatten auf der „Warteliste“, sagte Pastor Tamás Ócsai, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn. Der Parlamentsentscheid über die Rechtsstellung der Kirchen werde am 29. Februar gefällt. Solange hätten diese Glaubensgemeinschaften den Status einer vorläufigen Anerkennung. „Aus Gesprächen mit Regierungsvertretern schliessen wir, dass für uns Hoffnung besteht, Ende Februar die staatliche Anerkennung wieder zu erlangen“, so Pastor Ócsai.

Das vom ungarischen Parlament am 11. Juli 2011 verabschiedete Kirchen- bzw. Religionsgesetz wurde vom Verfassungsgericht am 19. Dezember 2011 aus formalen Gründen als nicht anwendbar erklärt. Das neue Kirchengesetz sprach 14 Kirchen und Religionen die staatliche Anerkennung zu und entzog sie 344 anderen. Zu diesen gehören auch die Adventisten und die evangelisch-methodistische Kirche (EMK). Laut Bischof Patrik Streiff, Leiter der EMK in der Schweiz und in Ungarn, sowie in dreizehn Ländern Mittel- und Südeuropas, ist die EMK die einzige Mitgliedskirche des ökumenischen Rates in Ungarn, die nicht anerkannt wurde. Am 30. Dezember 2011 verabschiedete das ungarische Parlament eine leicht überarbeitete Version des Kirchengesetzes.

Geändertes Vorgehen bezüglich Anerkennung
Eine nicht unwesentliche Neuerung bringe das Ende Dezember 2011 verabschiedete Kirchengesetz bezüglich der Frage, wer die Entscheidung über die offizielle Anerkennung einer Kirche oder Religionsgemeinschaft treffe, schreibt der EMK-News-Dienst. „Zwar liegt die Entscheidung nach wie vor in den Händen des Parlaments“, das mit Zweidrittelmehrheit der Anerkennung zustimmen müsse, „es wird nun aber die Akademie der Wissenschaften sein, welche das dafür notwendige wissenschaftliche Gutachten erstellen wird.“ Zu den Zulassungskriterien zähle eine Mitgliedschaft von 1.000 Personen sowie 20 Jahre Präsenz der Glaubensgemeinschaft in Ungarn.

"Eine positive Verbesserung des Ende Dezember verabschiedeten Gesetzes besteht darin, dass es religiösen Gemeinschaften die Verwendung des Begriffs ‚Kirche‘ nicht verbietet, selbst wenn diese nicht vom Parlament anerkannt werden", sagte Pastor Tamás Ócsai. Kirchen, die das Parlament nicht offiziell anerkenne, würden den Status eines „religiösen Vereins“ erhalten, so Ócsai.

Privilegien anerkannter Glaubensgemeinschaften
„Staatlich anerkannte Kirchen erhalten finanzielle Zuwendungen für ihre sozialen Dienste, wie Alters- und Pflegeheime“, sagte Pastor Ócsai, „oder Zahlungen pro Schüler, die an privaten höheren Schulen studieren, sofern diese den staatlichen Vorgaben entsprechen.“

Wie EMK-Bischof Streiff in einem Beitrag des Schweizer Radios (DRS 2) ausführte, gehörten zu den Privilegien der staatlich anerkannten Kirchen, dass die Steuerzahler ein Prozent ihrer Steuern für eine dieser Glaubensgemeinschaften und ein weiteres Prozent für die sozial-diakonische Arbeit in Institutionen anerkannter Kirchen bestimmen könnten.

Position der ungarischen Regierung
Die Tatsache, dass die ungarische Regierung die Art und Zahl der Kirchen mit einem Anspruch auf staatliche Fördermittel begrenzen wolle, könne schwerlich als eine Bedrohung der Religionsfreiheit bezeichnet werden, schreibt Zoltan Kovacs, ungarischer Regierungssprecher in einem Gastkommentar des Wall Street Journals.

Laut Kovacs verbiete die Regierung niemandem seine Art zu glauben. Da mit der offiziellen Anerkennung aber finanzielle Zuwendungen des Staates verbunden seien, habe dieser das Recht, die Kriterien für die Anerkennung festzulegen, so der Regierungssprecher. Religionsfreiheit und staatliche Anerkennung einer Glaubensgemeinschaft stelle keinen Konflikt dar, denn in Grossbritannien sei die Anglikanische Kirche Staatskirche und niemand sehe darin eine Bedrohung der Religionsfreiheit.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1912 in Ungarn gegründet. Es versammeln sich 4.683 erwachsen getaufte Adventisten in 110 Kirchgemeinden zum Gottesdienst. Sie unterhalten ein Theologisches Seminar, ein Medienzentrum sowie ein Alters- und Pflegeheim.

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Religionsfreiheit

Kein „arabischer Frühling“ für die dortigen Christen - Open Doors legt „Weltverfolgungsindex 2012" vor uparrowprint druckenemail versenden

Kelkheim/Deutschland, 25.01.2012 / APD

In Asien, der arabischen Welt oder selbst in Afrika habe sich die Situation für die Christen zunehmend dort verschlechtert, wo auch der islamische Extremismus zugenommen hat. Zu dieser Einschätzung kommt das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors in seinem „Weltverfolgungsindex 2012" (WVI). Zum zehnten Mal in Folge führe das abgeschottete Nordkorea auf Platz 1 die Rangliste der 50 Staaten an, in denen Christen am stärksten verfolgt würden. Die weiteren neun vorderen Plätze belegten allesamt islamisch geprägte Staaten. Insgesamt seien drei Viertel der Länder des WVI, also 38 Staaten, islamisch geprägt.

Auch nach dem Tod des langjährigen Diktators Kim Jong Il gehe Open Doors nicht davon aus, dass sich unter der jetzigen Führungsriege für die nahezu 400.000 Christen in dem abgeschotteten Land schnell etwas verändern werde. Schätzungsweise seien zwischen 50.000 und 70.000 Christen in Nordkorea in Arbeitslagern eingesperrt. Afghanistan ist von Platz 3 auf Platz 2 im Weltverfolgungsindex vorgerückt. Zehn Jahre nach dem Ende des Taliban-Regimes habe sich die Lage in dem islamisch geprägten Land insbesondere für Christen kaum verbessert. Heute gebe es in Afghanistan keine einzige öffentliche Kirche mehr. Gefährdet seien vor allem afghanische Christen muslimischer Herkunft. Sie hielten ihren Glauben geheim. Andernfalls drohe ihnen als „Abtrünnige vom Islam“ im schlimmsten Fall der Tod. Platz 3 im WVI nimmt Saudi-Arabien ein. Wenngleich das streng islamische Land weiter auf einem vorderen Platz steht, gebe es Zeichen der Hoffnung, so Open Doors. Die Zahl der Christen muslimischer Herkunft im Königreich nehme zu. Sie hielten ihren Glauben allerdings geheim, denn bei Entdeckung drohe ihnen die Todesstrafe.

Auch in den Ländern des „arabischen Frühlings“ werde sich aller Voraussicht nach die Lage für Christen nicht verbessern. So habe sich nach dem Ende der Herrschaft des langjährigen Diktators Mubarak die Situation für Christen in Ägypten (Platz 15) gleich um vier Positionen verschlechtert. Mehrere koptische Kirchen seien angegriffen worden, und Islamisten machten Stimmung gegen Christen.

Rund 100 Millionen Menschen würden nach Einschätzungen von Open Doors weltweit wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt. Das Land mit der höchsten Anzahl getöteter Christen im Berichtszeitraum (1. November 2010 bis 31. Oktober 2011) sei Nigeria mit 300 bekannt gewordenen Ermordungen von Christen aufgrund ihres Glaubens. Die tatsächliche Zahl könnte jedoch noch höher liegen. In Ägypten seien 60 Christen und im Irak 38 getötet worden. Aufgrund der Abschottung Nordkoreas gebe es keine genauen Daten über die ermordeten Christen in dem Land.

Auch wenn sich die Verfolgung von Christen weltweit verschärft habe, gebe es „viele gute und Mut machende Nachrichten“, erklärte Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Gerade inmitten von Bedrängnis, etwa im Iran, entstünden zahlreiche neue christliche Hausgemeinden aus ehemaligen Muslimen. Gefangene Christen aus China und Eritrea würden von neuem Mut berichten, selbst gegenüber Mitgefangenen und Wärtern ihren Glauben zu bezeugen. Und in Nordkorea nehme die Zahl der Christen, die sich heimlich treffen würden, trotz massiver Verfolgung zu. Es gebe auch Verbesserungen. So sei Sri Lanka, im Vorjahr noch auf Platz 49, nicht mehr unter den 50 Ländern des WVI zu finden. Auch in Bhutan (17) wäre es nach Gesprächen zwischen Vertretern der christlichen Minderheit und der Regierung zu Annäherungen gekommen.

Der „Weltverfolgungsindex 2012" von Open Doors ist im Internet unter www.weltverfolgungsindex.de verfügbar.

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Bibel

Norwegen: Neue Bibelübersetzung wurde Bestseller 2011 uparrowprint druckenemail versenden

Oslo/Norwegen, 25.01.2012 / APD

30 Jahre nach der letzten Überarbeitung wurde nach Angaben der Norwegischen Bibelgesellschaft (NBS) die ganze Bibel während 12 Jahren unter Mitwirkung von Sprach- und Bibelwissenschaftlern sowie Schriftstellern in eine zeitgemässe und qualitativ hochstehende Form der beiden wichtigsten norwegischen Sprachen "bokmål" und "nynorsk" übersetzt. Beim Verkaufsstart der „Bibel 2011“ seien die Kunden am 19. Oktober 2011 wie beim Verkaufsstart von Harry Potter Büchern Schlange gestanden. Statt der geplanten Auflage von 25.000 Bibeln seien bis zum Jahresende 79.000 Bibeln verkauft worden, was sie zum Bestseller im Land der
4,9 Millionen Einwohner gemacht habe, so die NBS.

Drei ehrenamtlich arbeitende Top-Marketingexperten hätten die Bibelgesellschaft während eineinhalb Jahren beraten, wie sie mit der „Bibel 2011“ vor allem Jugendliche und kirchenferne Menschen erreichen könne. Mit Verkaufsbeginn um Mitternacht, Berichten in vielen norwegischen und ausländischen TV-Stationen und dem Hauptereignis, einer Feier in der Kathedrale von Oslo unter Anwesenheit vieler Politiker sowie Kirchenvertreter, sei dieser Ansatz laut NSB umgesetzt worden.

Obwohl die Morde im Sommer 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya einen grossen Einfluss auf das Land und die Menschen gehabt hätten, sähen die Mitarbeiter der Norwegischen Bibelgesellschaft darin nicht den Grund für die Rekordverkäufe der Bibel, sagte Stine Smemo Strachan, PR-Beraterin der NBS. „Den Erfolg führen wir vielmehr auf die Tatsache zurück“, unterstrich Strachan, „dass die Herausgabe ein kulturelles Grossereignis war sowie auf die gute Lesbarkeit des Textes.“

Die Norwegische Bibelgesellschaft wurde 1816 gegründet und ist die älteste zwischenkirchliche Organisation im Land. Bis zur Übernahme der Leitung im Sommer 2009 durch den adventistischen Pastor, Tor Tjeransen, nahmen diese Aufgabe immer Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Staatskirche wahr. Seit 1984 können in der NBS auch Vertreter anderer Konfessionen mitarbeiten.

Die Norwegische Bibelgesellschaft fördert die Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift in der Landessprache. Sie ist mit 146 anderen nationalen Bibelgesellschaften, darunter auch jenen von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mitglied des Weltbunds der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS), der sich in rund 200 Ländern und Territorien der Welt für die Bibelverbreitung einsetzt.

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Einheitsübersetzung jetzt als Bibel-App uparrowprint druckenemail versenden

Bonn/Deutschland, 25.01.2012 / APD

Die Heilige Schrift in der katholischen Einheitsübersetzung gibt es jetzt auch als App. Die digitale Bibel-Variante für iPod und iPhone enthält den vollständigen Text der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments. Eine eigens für das iPad optimierte Version sei in Planung. Herausgeber ist der Verlag Katholisches Bibelwerk. Mithilfe einer einfachen Navigation durch Bücher, Kapitel und Verse sei jede Bibelstelle leicht zu finden.

Im Lesebereich könne im fortlaufenden Text gelesen und per Fingerzeig durch den Text gescrollt werden. Die bekannten Überschriften der Einheitsübersetzung böten zusätzliche Orientierung in jedem biblischen Buch. Zudem gebe es eine Volltext-Suche mit Autovervollständigung der Suchbegriffe. Die Suchergebnisse würden in einer strukturierten Liste angezeigt, von der aus die Textstellen direkt aufgerufen und gelesen werden könnten. Alternativ könne man die Ergebnisliste durch einen Filter weiter eingrenzen. Ausserdem habe der Bibelleser die Möglichkeit, jedem Vers einen Kommentar anzufügen. Bei einem eigenen hinterlegten Text werde dieser neben der Versziffer durch ein kleines Symbol angezeigt. Jeder Bibelvers könne per SMS oder E-Mail mit anderen geteilt werden. Die Bibel als App gibt es im iTunes-Store.

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Suche in elf Bibelübersetzungen bei Die-Bibel.de möglich uparrowprint druckenemail versenden

Stuttgart/Deutschland, 25.01.2012 / APD

Das Internetportal www.Die-Bibel.de bietet nach einem Relaunch den Nutzerinnen und Nutzern neue und verbesserte Funktionen. So gibt es jetzt eine optimierte Anbindung an die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook sowie eine Ausgabe für mobile Geräte. Registrierte Nutzer können künftig in den Online-Bibeln Lesezeichen und Notizen setzen. Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) betreibt das Portal seit März 2007 als Online-Angebot mit Bibeltexten und Themen rund um das Buch der Bücher.

„Wir haben uns beim Relaunch des Bibelportals konsequent an den Rückmeldungen unserer Nutzerinnen und Nutzer orientiert“, sagte DBG-Geschäftsführer Dr. Felix Breidenstein. Die Bibelgesellschaft eröffne mit ihren gedruckten und digitalen Angeboten vielen Menschen neue Zugänge zum Wort Gottes. Eine Analyse der Portal-Nutzung habe gezeigt, dass vor allem die Online-Bibeln viel Interesse fänden. Deshalb habe die Bibelgesellschaft die Lese- und Suchfunktionen weiter optimiert. Aber auch wer einen Einstieg in das Bibellesen oder vertiefte Informationen suche, finde auf Die-Bibel.de wertvolle Hinweise.

Auf dem Bibelportal stehen zehn deutsche Bibelübersetzungen für die kostenlose Online-Suche bereit. Dazu zählen die „Lutherbibel“, die „Einheitsübersetzung“, die „Gute Nachricht Bibel“ sowie das Neue Testament der „BasisBibel“ und der „Neuen Genfer Übersetzung“. Als englischsprachige Übersetzung bietet das Portal die „King James Version“ an. Unter den Menüpunkten Konkordanz, Bibelwissen, Interaktiv und Produkte finden sich darüber hinaus zahlreiche Impulse, Lexika- und Hintergrundartikel. Beim Bibelpodcast wird jeweils das Evangelium des kommenden Sonntags und der Psalm der Woche in der Version der „Grossen Hörbibel“ eingespielt.

Verse aus dem Alten und Neuem Testament eines selbst gewählten Bibelleseplans könnten sich registrierte Nutzer jetzt per E-Mail zusenden lassen. Mitglieder von Facebook und Twitter dürften Bibelverse mit Freunden in ihrem Netzwerk teilen. Die Registrierung bleibt kostenlos. Die mobile Ausgabe des Internetportals lasse sich unter m.Die-Bibel.de aufrufen.

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„BasisBibel“ jetzt auch als App uparrowprint druckenemail versenden

Stuttgart/Deutschland, 25.01.2012 / APD

Das Neue Testament der „BasisBibel“ gibt es jetzt als App für iPhone und iPad. Die Applikation bietet neben dem Bibeltext auch Sach- und Worterläuterungen, Landkarten, Fotos von Originalschauplätzen im Heiligen Land und Abbildungen von antiken Gegenständen. Die „BasisBibel“ erscheint bei der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) und sei die erste crossmediale Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtige.

„Die klaren, prägnanten Sätze der ‚BasisBibel‘ eignen sich optimal für das Lesen am Bildschirm“, erläuterte Markus Hartmann, Lektor für elektronische Medien bei der Bibelgesellschaft. Direkt aus dem Text heraus liessen sich zudem die umfangreichen, multimedial aufbereiteten Wort- und Sacherklärungen abrufen. Sämtliche Inhalte seien miteinander verlinkt und würden durch vielseitige Recherche- und Suchfunktionen erschlossen.

Die neue App biete eine Volltextsuche. Bibeltexte liessen sich nach Bibelstelle, Überschrift oder Buchseite aufschlagen. Erklärungen und Verweise könnten vom Bibeltext aus verfolgt werden. Nutzerinnen und Nutzer könnten zudem Lesezeichen und Notizen beim Text anbringen. Zum regelmässigen Bibellesen lasse sich der Text mit verschiedenen interaktiven Bibelleseplänen verbinden. Die Erklärungen und Medien seien einzeln aufrufbar.

Die „BasisBibel“ wende sich an eine neue Generation von Leserinnen und Lesern, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache nicht vertraut sei. Das Neue Testament ist seit Mitte November 2010 im Handel. Es sei nah am griechischen Urtext übersetzt, und die Sätze in der „BasisBibel“ sollten in der Regel 16 Wörter nicht überschreiten.

Die Deutsche Bibelgesellschaft hat im Februar 2010 als erster Verlag eine Bibel-App mit deutscher Oberfläche im App-Store veröffentlicht. Mit der klassischen „Lutherbibel“, der „Gute Nachricht Bibel in modernem Deutsch“ und der 2007 revidierten „Zürcher Bibel“ standen bisher schon drei deutsche Übersetzungen für die mobile Nutzung zur Verfügung. Die „Stuttgarter Erklärungsbibel“ macht zusätzlich die Ergebnisse der Bibelwissenschaften auf dem Smartphone zugänglich.

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ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch

2.855 strahlende Kindergesichter in Moldawien uparrowprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 25.01.2012 / APD

2.855 Geschenkpakete transportierte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz im Rahmen ihrer diesjährigen Aktion „Kinder helfen Kindern“ nach Moldawien. Strahlende Gesichter habe es beim Auspacken Ende Dezember 2011 in den moldawischen Kinderheimen und bei bedürftigen Familien geben, sagte Monika Stirnimann, mitreisende Projektverantwortliche von ADRA Schweiz. Die restlichen Pakete seien von ADRA Moldawien, der Partnerorganisation vor Ort mit rund 80 Freiwilligen am 7. Januar, dem Weihnachtsfest der orthodoxen Kirche, im ganzen Land an zuvor ausgewählte bedürftige Kinder und Familien verteilt worden.

Kinder mit ihren Eltern, Schulklassen und Kirchengemeinden in der Schweiz haben die Pakete für Kinder in Moldawien unter anderem mit Spielzeug, Bastel- und Schulbedarf, Süssigkeiten sowie Winterkleidern und Toilettenartikeln gefüllt.

Die Pakete aus der Schweiz würden durch ADRA Moldawien mit der zusätzlichen Abgabe von gut haltbaren Esswaren ergänzt, so Stirnimann. Verschiedentlich würden auch noch Kleider abgegeben.

Weitere Informationen zur Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“ im Internet: http://www.adra.ch/de/

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Auch zwei Jahre nach dem Erdbeben arbeitet ADRA in Haiti uparrowprint druckenemail versenden

Wien/Österreich, 25.01.2012 / APD

Auch zwei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti ist die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA weiterhin im Land tätig. Aus den von ADRA Österreich geplanten Toiletten mit Biogas-Anlage hat sich in den vergangenen Monaten ein Wasser- und Hygieneprojekt mit einem Budget von rund 1.17 Millionen Franken entwickelt, das durch das ADRA Netzwerk gemeinsam finanziert wird.

In Petit-Goave, 68 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince, baut das Hilfswerk derzeit ein für den Ort neues Toiletten-Modell. Um die Hygiene zu verbessern, wurden „Duschtoiletten“ entworfen. In einem Raum wird auf Bodenniveau eine in südlichen Ländern übliche Stehtoilette eingebaut, direkt daneben ist mit leichtem Gefälle genügend Platz zum Duschen. Nach oben hin bleibt dieser Duschbereich offen, damit der Raum gut lüften und trocknen kann. So trägt das in die Toilette ablaufende Duschwasser zu deren guter Reinigung bei.

„Wir haben die ersten neu gebauten, bereits von den Familien genutzten Toiletten besichtigt“, teile der Direktor von ADRA Österreich, Marcel Wagner, während einer Inspektionsreise in Haiti mit. Alle Toiletten würden gut genutzt, keine sei schmutzig und keine habe gestunken. Das sei in der feuchten Hitze und bei der allgemeinen mangelnden Hygiene auch im Umfeld ganz und gar nicht selbstverständlich, vor allem, wenn Wasser herbeigetragen werden müsse. Eine Frau habe sogar einen Plastiktank oben auf dem Dach montiert, damit immer Wasser für die Dusche vorhanden sei. „Alle sind mit ihren Dusch-Toiletten sehr glücklich.“

Zum Projekt gehörten laut Wagner auch Wasserzufuhr, Waschplätze und eine Biogas-Anlage. Das Vorhaben, von dem rund 5.000 Frauen, Männer und Kinder profitierten, werde gemeinsam von den ADRA-Organisationen in Australien, Österreich, Kanada, Deutschland, International, Italien, England und Spanien finanziert. ADRA Österreich sei für die technische Betreuung des Projektes verantwortlich.

ADRA Österreich ist eine vom Staat unabhängige Hilfsorganisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, bei Notfällen im In- und Ausland rasch und effizient Hilfe zu leisten. ADRA steht für: „Adventist Development und Relief Agency“ und ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO). Gegründet von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist ADRA Österreich seit 1992 als Hilfsorganisation registriert und trägt seit 2002 das Spendengütesiegel. Spenden an ADRA sind steuerabzugsfähig. Mehr Infos zu ADRA Österreich im Internet: www.adra.at

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Liberia: ADRA hilft Flüchtlingen aus der Elfenbeinküste uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 25.01.2012 / APD

Nach den durch die Präsidentschaftswahl im November 2010 verursachten Unruhen an der Elfenbeinküste suchten über 170.000 Menschen im westafrikanischen Nachbarland Liberia Zuflucht. Viele von ihnen sind noch heute dort. In der Region Grand Gedah verteilt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA an 900 von ihnen Nahrungsmittel. Ausserdem werden 50 Kinder unter fünf Jahren mit energiereicher Kost versorgt. Um nicht nur vorübergehend den Hunger zu lindern, erhalten zusätzlich 1.700 Familien nahe des Ziah Flüchtlingslagers in Janzon, Baywadee und Pohan Äcker, Saatgut und landwirtschaftliches Gerät, um sich mit Nahrungsmitteln versorgen zu können.

Da auch unter den Liberianern die Unterernährung weit verbreitet ist, wurden Farmer-Gemeinschaften aus zehn Liberianern und 15 Flüchtlingen in Pohan und Baywadee sowie 15 Liberianern und 25 Flüchtlingen in Janzon gebildet. ADRA-Mitarbeiter unterweisen die Bauern über Anbaumethoden und die Steigerung der Ernteerträge. Die Farmer züchten auch Gemüsesamen an, deren Setzlinge von der Bevölkerung zum weiteren Anbau genutzt werden können. Dabei arbeitet ADRA eng mit den Dorfältesten zusammen, die für das Projekt Ackerboden zur Verfügung stellen.

Ausserdem hat ADRA in der Stadt Ziah ein Zentrum für Frauen aufgebaut, die Opfer sexueller Gewalt wurden. 1.200 Frauen, besonders alleinerziehende Mütter und schwangere Frauen, erhalten dort psychologische Betreuung und können an Berufsausbildungskursen teilnehmen. Mitglieder dreier Frauen-Hilfskomitees gehen von Haus zu Haus und informieren die Bevölkerung über die Merkmale häuslicher Gewalt und die richtigen Verhaltensweisen im Ernstfall. Jede Woche werden so über 400 Menschen erreicht. Zusätzlich wurden Sportvereine für junge Frauen gegründet, um sie dadurch auch schon frühzeitig über die Folgen häuslicher Gewalt aufzuklären.

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Katastrophenvorsorge rettet Leben uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 25.01.2012 / APD

Regelmässig würden Menschen gegen Hurrikans, Überschwemmungen, Erdrutsche oder Dürren kämpfen, so Heinz-Hartmut Wilfert (Weiterstadt bei Darmstadt), Abteilungsleiter für entwicklungspolitische Bildung der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Deshalb bereite ADRA die Bewohner gefährdeter Regionen auf derartige Katastrophen vor.

„In ihren Dorfgemeinschaften klären wir die Menschen über die Gefahren auf, mit denen sie rechnen müssen.“ Sie lernten die kritischen Stellen genauer kennen: Wo kann sich eine Muräne lösen, welchen Weg wird sie nehmen, was zerstört sie mit welchen Folgen? Oder: Wo sammelt sich Hochwasser, welche Stellen werden in welcher Reihenfolge unpassierbar? Aus diesen Faktoren ergebe sich laut Wilfert eine detaillierte Planung der Fluchtwege für die Bevölkerung. Doch was finden die Menschen am Ende ihres Fluchtweges vor? Gibt es stabile, sichere Unterkünfte für alle? Wie funktioniert die Versorgung, wie wird die Hygiene gesichert? Wer löst den Alarm aus, leitet die notwendigen Massnahmen bei Evakuierung und wer organisiert die Versorgung derer, die ihre Wohnungen verlassen mussten? Alle diese Kenntnisse müssten der Bevölkerung von einheimischen Fachkräften vermittelt werden, damit alle verstünden, wie sie sich zu verhalten hätten und wie Panik vermieden werden könne.

„Natürlich ist das nur eine erste Reaktion auf eine mögliche Katastrophe“, betonte Wilfert. Für die Planung der Zukunft müssten die Hilfsorganisationen gemeinsam mit den Einwohnern überlegen, ob bestimmte Gefahren zu vermeiden seien, indem zum Beispiel Rutschhanglagen gesichert würden oder ein Flusslauf reguliert werde. „Und wenn die Kräfte der Natur nicht völlig gebändigt werden können, gibt es Möglichkeiten, ihre Auswirkungen durch geeignete Massnahmen zu mildern?“ Nachhaltige Hilfe müsse dafür sorgen, dass Menschen sich im Notfall selbst zu helfen wüssten.

Dass Katastrophenvorsorge zu sichtbaren Erfolgen führte, machte Wilfert an verschiedenen Beispielen deutlich. Von ADRA gebaute Dämme in Bangladesh dienten nicht nur der Wasserregulierung und als Verkehrswege in normalen Zeiten. Bei Überschwemmungen böten sie ausserdem Zuflucht und Fluchtweg für Tausende. Brücken, die im Irrawady-Delta von Myanmar Dörfer und Märkte verbinden sollten, hätten wegen ihrer soliden ADRA-Bauweise Hunderte von Burmesen das Leben gerettet, als der Taifun „Nargis“ weitreichende Überflutungen verursachte. In Somalia hätten über hundert von ADRA gebohrte Brunnen und Tränken die Folgen der Dürre zwar nicht verhindern, aber doch lindern können. „Die Menschen im indischen Bihar erhielten spezielle Anleitungen und schufen Strukturen für den Katastrophenfall, sodass sie nun selbst wissen, wie sie sich gegenseitig helfen und retten können.“ In Nepal bedrohten Erdrutsche und Überschwemmungen zunehmend die Menschen. Sie würden von einheimischen Fachkräften lernen, die Gefahren besser einzuschätzen und Vorsorge für den Ernstfall zu treffen.

Dennoch bleibe noch einiges zu tun, informierte Wilfert. „Jede Katastrophe muss ein Anlass sein, vorbeugende Massnahmen für die Zukunft zu ergreifen.“ Die Katastrophenvorsorge müsse nach der Sofort- und Nothilfe von Anfang an in die Arbeit des Wiederaufbaus eingeplant werden. Auch Entwicklungsprojekte sollten den Aspekt der Katastrophenvorbeugung und -vorsorge in ihre Konzepte mit einbinden.

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Mädchenprojekt von ADRA gewinnt 1. Preis bei „essence“-Initiative uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 25.01.2012 / APD

Das Mädchenprojekt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Kajiado/Kenia hat den ersten Preis der Initiative „girls for girls!“ gewonnen. Mit dem Preisgeld von 25.000 Euro würden in der Mädchenschule der lang ersehnte Speisesaal und die Küche gebaut, teilte Heinz-Hartmut Wilfert, Pressesprecher von ADRA Deutschland, mit. Die Preisverleihung fand am 19. Januar in den ADRA-Räumlichkeiten in Weiterstadt bei Darmstadt statt.

Im Frühjahr 2011 wurde die Initiative „girls for girls!" der Kosmetikmarke „essence“ ins Leben gerufen. Damit sollen weltweit Mädchen-Projekte gemeinnütziger Organisationen unterstützt werden. „girls for girls!“ führt halbjährlich eine Online-Abstimmung durch, bei der zwischen drei ausgewählten Projekten entschieden werden kann. Das Projekt mit den meisten Stimmen erhält ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Ende 2011 habe laut Wilfert das „Kajiado Rescue Center“ von ADRA Deutschland in Kenia mit Abstand die meisten Stimmen von den insgesamt über 10.000 abgegebenen Stimmen erhalten. Die Mädchenschule bemühe sich um Gleichstellung, Bildung und ganzheitliche Versorgung von Mädchen und jungen Frauen, die vor Zwangsehe oder Genitalbeschneidung geflohen seien. Im Kajiado Rescue Center erhielten 160 Mädchen Unterkunft, Verpflegung und könnten ihre Schulausbildung abschließen. Neben dem Ziel, die Rechte der Mädchen zu verstärken, sei im Rescue Center ein alternativer Ritus eingeführt worden, der die Beschneidung unter den Massai auf lange Sicht beenden solle.

Neben dem Projekt von ADRA Deutschland standen bei der „girls for girls!“-Abstimmung auch ein Bildungsprojekt der UNICEF in Nepal und ein Vorhaben für Mädchen mit Essstörungen der SOS-Familien- und Jugendhilfen Augsburg zur Auswahl. Weitere Informationen zur ADRA-Mädchenschule in Kajiado sind im Internet unter www.adra.de/kajiado zu finden.

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Buchrezensionen

Daniel Heinz (Hg.), „Freikirchen und Juden im ‚Dritten Reich‘" uparrowprint druckenemail versenden

Daniel Heinz (Hg.), „Freikirchen und Juden im ‚Dritten Reich‘. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld", hrsg. vom Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes unter Mitarbeit der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, V & R unipress, Göttingen, 2011, gebunden, 343 Seiten, 66,90 Franken,
ISBN 978-3-89971-690-0.

Lange hielt in Freikirchen das Schweigen über die eigene Haltung zu den Juden in der Zeit des Nationalsozialismus an. Der Sammelband ist ein wichtiger Anstoß, eine vielfach verdrängte Schuld aufzuarbeiten.

Bis auf die Quäker, die als zahlenmäßig beinah verschwindend geringe Denomination eine beispiellose Hilfsarbeit für Juden leisteten, verbindet die weiteren betrachteten Freikirchen eine Schuldspur: Mennoniten, Brüderbewegung, Methodisten, Pfingstbewegung, Baptisten, Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, Brüdergemeine und Siebenten-Tags-Adventisten. Für Angehörige dieser Freikirchen können die Beiträge schmerzlich sein. Sie offenbaren, dass die Freikirchen nicht frei von gesellschaftlichen Strömungen waren, sondern an der nationalsozialistischen Judenverfolgung mitschuldig wurden. Deutlich wird zudem, dass die Aufarbeitung in den Freikirchen häufig ein erst mühsam beginnender Prozess ist.

Beispielhaft soll hier der Beitrag zu den Siebenten-Tags-Adventisten (Seite 281-308) vorgestellt werden, den der Herausgeber des Sammelbandes selbst verfasst hat. Dr. Daniel Heinz, Leiter des in Friedensau bei Magdeburg beheimateten Historischen Archivs der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, legt dar, dass seit der Machtübernahme die NS-Ideologie in die adventistischen Publikationen Eingang fand. Der Rektor des damaligen adventistischen Predigerseminars in Friedensau, Walter Eberhardt, schrieb, dass seine Einrichtung „die Aufgabe [hat], auch den nationalsozialistischen Geist zu pflegen“ (289). Das Advent-Wohlfahrtswerk forderte unisono mit der staatlichen Propaganda eine „Rassenhygiene“ (ebd.). Die Sprache und das Denken des Nationalsozialismus waren in die Druckerzeugnisse der Siebenten-Tags-Adventisten eingegangen. Heinz sieht zu Recht eine „unmittelbare ideologische Unterstützung des nationalsozialistischen Rassenwahns“ (ebd.) durch die adventistischen Publikationen.

Der Autor hält es jedoch für „höchst zweifelhaft“ (287), dass die einzelnen Adventisten tatsächlich von der NS-Ideologie überzeugt waren, auch wenn die adventistischen Zeitschriften den Anschein erweckten. Um die Einstellung der einzelnen Adventisten zu erhellen, bedient sich Heinz der „Oral History“, der erzählten Geschichte. Dazu hat er „mehr als 80 adventistische Zeitzeugen“ (ebd.) über einen Zeitraum von 25 Jahren befragt. Diese Forschungsleistung ist ein unermesslich wertvoller Beitrag, für den Heinz großer Respekt zu zollen ist.

Zeitzeugenberichte geben individuelle Lebensgeschichten wieder, die von offiziellen Dokumenten nicht erfasst werden. Hier kommt die emotionale, persönliche Dimension des Zeitgeschehens zur Sprache. Das ist bereichernd. Es darf jedoch nicht über einen wichtigen Punkt hinwegtäuschen: Beim Erzählen der eigenen, zurückliegenden Erlebnisse werden unvermeidbar die historischen Fakten mit der späteren Bewertung verflochten. Aus gutem Grund weist Heinz darauf hin, dass „im Rückblick manche Erinnerungen ‚retuschiert‘ erscheinen mögen“ (ebd.). Daher mag es den Leser überraschen, wenn der Autor aufgrund der erzählten Geschichte dennoch zu der Einschätzung gelangt, dass es „nicht fair und nicht richtig zu behaupten [wäre], dass die Mehrzahl der Adventisten … die nationalsozialistische Gewaltherrschaft mitgetragen habe“ (ebd.). Lassen die zurückblickenden Zeitzeugenberichte diesen weitreichenden Schluss zu?

Erschütternd sind die persönlichen Leidensgeschichten, die Heinz anführt, allemal. Wilhelm Jokel, ein in Wien lebender Adventist jüdischer Herkunft, wandte sich 1938 verängstigt an seine Freikirchenleitung. Seine dringende Bitte um Hilfe wurde von ihr abgelehnt, weil angeblich nicht seine (!) Kirche, sondern die jüdische Kultusgemeinschaft für ihn zuständig sei (290f). Franz A. Ludwig, Leiter des adventistischen Verlages in Brünn, wurde entlassen, weil seine Ehefrau jüdischer Herkunft war. 1941 wurden sie und weitere Personen aus ihrer Gemeinde ausgeschlossen, weil sie als „jüdisch versippt“ galten. Am Gemeinderaum wurde eine Tafel „Für Juden verboten“ angebracht (291ff). In Minden war der konvertierte Jude Max Munk Gemeindeleiter. 1938 wurde auch er mitsamt Familie aus seiner Gemeinde ausgeschlossen. Der Zutritt zu den Gemeinderäumen wurde ihnen untersagt. Öffentlich forderte der Mindener Prediger die Gemeinde auf, jeglichen Kontakt zu den Ausgeschlossenen abzubrechen. Munk überlebte das KZ Theresienstadt. Nach Kriegsende bat er um Wiederaufnahme in seine Gemeinde, ohne dass es seitens der Freikirchenleitung ein Schuldeingeständnis gegeben hätte (293ff).

Heinz kommentiert: „Die angeführten Einzelbeispiele sind in ihrer Tragik kaum zu überbieten und stellen aus moralischer Sicht die größte Glaubwürdigkeitskrise in der Geschichte des deutschen Adventismus dar.“ (295)

Ein Kapitel gilt dem selbstlosen Einsatz von Adventisten, die Juden geholfen haben. Jean Henri Weidner, Gründer der Untergrundorganisation „Réseau Dutch-Paris“, rettete in einer engen ökumenischen Kooperation 800 Juden und bis zu 300 weitere Menschen. Heinz würdigt das Verhalten der Judenretter, ohne der Gefahr zu erliegen, dies gegen das Versagen der Mehrheit aufzuwiegen und deren Schuld zu relativeren.

Am Ende geht der Autor der Frage nach, welche Konsequenzen aus dem Versagen in der NS-Zeit für das adventistische Selbstverständnis gezogen wurden. Sein Urteil ist ernüchternd. „Auch die adventistische Weltkirchenleitung scheint eher geneigt, das dunkle Kapitel ‚Adventisten, Juden und Nationalsozialismus‘ als regionale, historisch abgeschlossene Verirrung betrachten zu wollen, ohne für sich daraus ernsthafte Lehren zu ziehen. Die Frage, weshalb die Freikirche die Rolle einer ‚gehorsamen‘ Kirche so konsequent bis zum Ende des NS-Regimes und des Krieges durchgehalten hat, ist bis heute offengeblieben.“ (307)

Aus diesem unterschwelligen Vorwurf an die Weltkirche klingt ein ganz anderer Tenor als aus den einleitenden Sätzen. Zu Beginn der Darstellung legt Heinz Wert darauf, den weltweiten Adventismus nicht in das Versagen der deutschen Adventisten einzubeziehen. Die „beschämende ideologische Blindheit vieler deutscher Adventisten in der NS-Zeit“ entspreche nicht der „missionarische[n] Weitsicht der adventistischen Weltkirche“ (281), mit der Adventisten auch den Juden das Evangelium Jesu Christi verkündigen wollten. Heinz stellt sogar fest, dass der Freikirche „sicherlich die antijüdische Schuldgeschichte der beiden großen Volkskirchen grundsätzlich fremd“ (281f) sei. Adventisten wären nach diesen Worten von dem christlichen Antijudaismus ausgenommen, der sich fast überall und über Jahrhunderte im christlichen Denken festsetzen konnte. Aber ist das wirklich so? Vereinzelte Untersuchungen tragen dagegen berechtigte Zweifel vor (so z. B. Erich Spier, Der Sabbat, Berlin 1989, 114).

Es ist dem Beitrag wie dem gesamten Band zu wünschen, dass er zu einer vertieften geschichtlichen und dogmatischen Aufarbeitung der Judenfeindschaft und des schuldhaften Versagens beiträgt. Vor diese schmerzhafte Aufgabe sind Freikirchenleitungen und Gemeinden gleichermaßen gestellt. Am Ende könnten etwa „Stolpersteine“ ein sichtbarer Ausdruck der Reue sein. Solche „Stolpersteine“, ebenerdig in das Gehwegpflaster eingelassen und mit den Namen der Verfolgten versehen, erinnern vielerorts vor Wohnhäusern an ehemalige jüdische Bewohner. Es wäre zu überdenken, ob solche Steine nicht auch vor Gemeindehäusern und kirchlichen Einrichtungen an die ausgegrenzten und getöteten Schwestern und Brüder jüdischer Herkunft erinnern sollten.
Dietmar Päschel

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.