APD-INFORMATIONEN 4/2012 - APRIL 2012

Schweiz

Partnerschaft zwischen Kirchenbund und Evangelischer Kirche Deutschland uparrowprint druckenemail versenden

Bern/Schweiz, 19.04.2012 / APD

Bei einem Treffen in Hannover/Deutschland, vom 1. - 3. April 2012, habe der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK, Gottfried Locher, sowie der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Nikolaus Schneider, einen Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Institutionen vereinbart, wie der SEK berichtete. Ausserdem sollen sich Schweizer Pfarrer in Zukunft auf EKD-Stellen bewerben können. Das Treffen habe zudem auch eine Kooperation in der Reformationsdekade bis 2017 bekräftigt.

Partnerschaftsvertrag
Nach SEK-Angaben sehe die Vereinbarung eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu theologischen und ethischen Themen sowie in Fragen des kirchlichen Lebens vor. „Dieser Partnerschaftsvertrag ist ein Meilenstein in der Beziehung unserer Kirchen“, sagte Locher. „Möglich wurde er durch das grosse gegenseitige Vertrauen“. Der Vertragsentwurf müsse noch den Räten des Kirchenbunds und der EKD vorgelegt werden.

Stellenbewerbungen
Laut Medienmitteilung des Kirchenbundes öffne die Evangelischen Kirche Deutschlands Schweizer Pfarrerinnen und Pfarrern zukünftig die Möglichkeit, sich auf Auslandsstellen der EKD zu bewerben.

Kooperation in der Reformationsdekade
Die Evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz veranstalteten in den kommenden Jahren an verschiedenen Orten Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation, heisst es weiter in der Mitteilung. Die wichtigsten Termine seien das Gedenken an Martin Luther 2017 in Wittenberg und an Ulrich Zwingli 2019 in Zürich. Das Spitzentreffen habe zudem eine Verstärkung der Kooperation in der Reformationsdekade bis 2017 beschlossen.

Das nächste Treffen zwischen EKD und Kirchenbund sei für den Mai 2013 in Zürich geplant, teilte der SEK mit.

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Neuer Leiter Finanzen bei ADRA Schweiz uparrowprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 19.04.2012 / APD

Thilo Schneider (33) ist per 1. April zum neuen Finanzchef der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz ernannt worden. Nebst der Buchführung entsprechend den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER 21), welche die ZEWO von jenen Non-Profit-Organisationen verlangt, die das Spenden-Gütesiegel haben, werde Schneider auch Fundraisingaktivitäten entwickeln und umsetzen, so das Hilfswerk.

Der studierte Betriebswirt war im Detailhandel tätig und vor dem Wechsel zur Hilfsorganisation als Leiter Controlling bei der Migros-Genossenschaft in der Ostschweiz verantwortlich.

„Als Leiter Finanzen von ADRA Schweiz ist es mein Ziel für hohe Transparenz im Hinblick auf die Mittelverwendung zu sorgen“, sagte Schneider. „Dies schafft, nebst dem schlanken Verwaltungsaufwand von ADRA, Vertrauen bei den Spendern.“ Durch den effizienten Einsatz der Mittel könne viel zur Linderung der Not in der Welt beigetragen werden, so Schneider.

Laut ADRA folge Thilo Schneider auf Joakim Cotting (41), der im Sommer 2010 von einer schweren Krankheit betroffen wurde, seine Tätigkeit bei ADRA Schweiz nicht mehr weiterführen konnte und Anfang Februar 2012 starb.

ADRA Schweiz ist ZEWO zertifiziert und Partnerhilfswerk der Glückskette. Laut Jahresbericht 2010 hatte das Hilfswerk von privaten und institutionellen Spendern einen Ertrag von 2,23 Millionen Franken.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit rund 110 regionalen und nationalen Büros. ADRA gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

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International

Adventistische Kirchenleiter besuchen Volksrepublik China uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 19.04.2012 / APD

Zu einem zehntägigen offiziellen Pastoralbesuch befand sich Ende März und Anfang April der Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted N. C. Wilson (Silver Spring, Maryland/USA), in der Volksrepublik China. Stationen der Reise waren unter anderem Wenzhou und Hangzhou in der südöstlichen Provinz Zhejiang, Shanghai und die nahegelegene Stadt Wuxi sowie Shenyang in der nordchinesischen Provinz Liaoning. Begleitet wurde Wilson laut einem Bericht der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ von dem aus Singapur stammenden Pastor G. T. Ng sowie dem Kanadier Robert Lemon, Generalsekretär beziehungsweise Schatzmeister der Weltkirchenleitung, Pastor Jairyong Lee (Goyang City/Südkorea), Präsident der Adventisten in der Nordasien-Pazifik Region, und Pastor David Kok Hoe Ng, Vorsteher der adventistischen China-Mission in Hongkong. Zur Delegation gehörten auch der im Ruhestand lebende frühere Vizepräsident der Generalkonferenz, Eugene Hsu, William Costa Jr., Kommunikationsdirektor der Weltkirchenleitung, und sein Stellvertreter, Andre Brink, sowie der Kommunikationsabteilungsleiter der Nordasien-Pazifik Region, Suk Hee Han.

In der Neun-Millionen-Einwohner-Stadt Wenzhou gebe es eine Million Christen, teilte Eugene Hsu mit. Die Stadt werde deshalb als das „Jerusalem Chinas“ bezeichnet. Dort lebten auch 40.000 Adventisten. Sie wären die zweitgrösste christliche Gruppe in der Stadt. In der Jingshi Kirche habe Pastor Wilson in einem Abendgottesdienst Worte der Ermutigung den adventistischen Gläubigen zugesprochen. In Shanghai predigte der Generalkonferenzpräsident vor über 1.500 Adventisten. Ein weiterer Gottesdienst mit Ted Wilson fand in der zwei Autostunden entfernten Xi‘an Kirche in Wuxi statt, so der Bericht des „Adventist Review“.

„Wir haben uns schon lange auf den Besuch der adventistischen Kirchenleiter gefreut“, sagte der Student Elisha Ding. Er ist, laut „Adventist News Network“ (ANN), einer von über hundert jungen Leuten, die für den Dienst in der adventistischen Beiguan Kirche in Shenyang ausgebildet werden. „Alle unsere Studenten müssen selbst finanziell für ihren Unterhalt aufkommen“, betonte Hao Ya Jie, Gemeinde- und Ausbildungsleiter. Die Jugendlichen würde zunächst ein Jahr unterwiesen und bekämen von ihren Beratern verschiedene Aufgabe in der Gemeinde übertragen. Die besten Absolventen würden nach dem Jahr zusätzlich theologisch geschult. Manche der Studenten würden als Missionare in andere Gebiete gesandt.

Wie ANN meldet, habe die Gemeinde in Shenyang mit nur 20 Gottesdienstbesuchern in einer Privatwohnung begonnen. Später hätte sie sich mit einer anderen christlichen Gruppe eine Kirche geteilt und dann selbst ein Haus gemietet. Durch die Opferbereitschaft der immer mehr werdenden Mitglieder sei es dann möglich gewesen, ein eigenes vierstöckiges Gemeindezentrum zu bauen. Heute zähle die adventistische Beiguan Kirche über 3.000 Mitglieder. In der Umgebung von Shenyang seien zahlreiche weitere Gemeinden mit insgesamt 7.000 Mitgliedern entstanden. Täglich gebe es in der Beiguan Kirche um fünf Uhr früh ein gut besuchtes Morgengebet, zu dem selbst im sehr kalten Winter immer noch einhundert Gläubige kämen. Pastor Ted Wilson ermutigte die Gemeinde in einem Gottesdienst weiterhin so aktiv zu wirken.

Die Kirchenleiter besuchten in Hangzhou auch die adventistische Meilizhou Kirche. Die Mitglieder hätten laut ANN Geld gespendet, um in einem Neubaugebiet ein Gemeindezentrum zu errichten.

Im Oktober 2011 kamen Vertreter der „Patriotischen Protestantischen Drei-Selbst-Bewegung“ (TSPM) und des „Chinesischen Christenrates" (CCC) nach Silver Spring, Maryland/USA, um im Verwaltungsgebäude der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten die jetzt stattgefundene Chinareise vorzubereiten. Bereits im Juni/Juli 2010 besuchte eine Gastdelegation der TSPM und des CCC die Weltsynode der Adventisten in Atlanta, Georgia/USA, und überbrachte anschliessend in Silver Spring dem Präsidenten der Weltkirchenleitung, Pastor Ted N. C. Wilson, die Einladung zu einem offiziellen Besuch in die Volksrepublik China.

Die Adventisten sind in der Volksrepublik China eine wachsende Religionsgemeinschaft mit etwa 400.000 Gläubigen in rund 4.000 Gemeinden, einschliesslich sogenannter „Hauskirchen“. 1958 übernahm zwar die Patriotische Protestantische Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) mit ihren Prinzipien Selbstunterhaltung, Selbstverwaltung und Selbstverbreitung für alle protestantischen Kirchen die Verantwortung, sodass die einzelnen Konfessionen ihre Eigenständigkeit verloren. Die chinesischen Adventisten feiern jedoch nicht wie andere Protestanten den Gottesdienst am Sonntag, sondern nach wie vor am Samstag, dem biblischen Sabbat, und behielten ihre Identität.

Der 1980 gegründete Chinesische Christenrat (CCC) versteht sich als Dachorganisation und Dienstleistungseinrichtung für die Protestanten in der Volksrepublik einschliesslich der drei evangelischen Denominationen die „Wahre Kirche Jesu“, die „Kleine Herde“ und die Siebenten-Tags-Adventisten, die sich nur partiell mit dem CCC verbunden fühlen. Diese drei Kirchen haben auch in der sogenannten „post-konfessionellen“ Einheitsphase weitgehend ihre theologische Unabhängigkeit bewahrt.

Während die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Adventisten schon seit Mitte der 1990er Jahre Kontakt mit dem CCC und der TSPM hat, war es 2010 das erste Mal, dass die beiden Organisationen Gäste zu einer adventistischen Weltsynode entsandten und anschliessend im Verwaltungssitz der Weltkirchenleitung in Silver Spring empfangen wurden. Bereits im Mai 2009 nahm Wilsons Vorgänger, Pastor Jan Paulsen, als erster Generalkonferenzpräsident eine Einladung in die Volksrepublik China wahr.

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Russland: Protestant erstmals Bürgermeister einer grossen Stadt uparrowprint druckenemail versenden

Moskau/Russland, 19.04.2012 / APD

Die Autostadt Toljatti, mit 720.000 Einwohnern, sei die erste grosse russische Stadt seit der zaristischen Ära, in der ein Protestant zum Bürgermeister gewählt worden war, berichtete der Pressedienst der Russischen Evangelischen Allianz (REA).

Bei einer Stichwahl in der Stadt Toljatti, die 1.000 Kilometer südöstlich von Moskau an der Wolga liegt, habe der parteilose Evangeliumschrist Sergei Andrejew (39) am 18. März für landesweites Aufsehen gesorgt. Mit 57 Prozent der Stimmen habe er Alexander Schachow, den Kandidaten von Putins Staatspartei “Einiges Russland” klar besiegt. Dies sei laut der englischsprachigen „Moscow Times gelungen, obwohl die nationale Regierung bereits Milliarden Rubel in die bankrotte Autofirma AvtoVAZ gepumpt habe. AvtoVAZ ist Toljattis Hauptarbeitgeber. Die Firma hiess früher Lada und war gemeinsam mit dem italienischen Fiat-Konzern gegründet worden.

Laut REA sei im Vorfeld der Wahl Stimmungsmache gegen religiöse Minderheiten betrieben worden. Zwei Wochen vor den Wahlen seien anonyme Plakate aufgetaucht, welche die orthodoxe Kathedrale Toljattis von hellem Sonnenlicht bestrahlt gezeigt hätten. Daneben sei in dunklen, grauen Farben und von einem schwarzen Raben umkreist, das örtliche baptistische Bethaus zu sehen gewesen.

In einer Stellungnahme am 15. März habe die Moskauer Zentrale der Russischen Union der Evangeliumschristen-Baptisten (RUECB) gegen das anonyme Plakatieren protestiert sowie gegen das anhaltende Schweigen der kommunalen Behörden dazu. RUECB-Präsident Alexei Smirnow habe laut dem Bericht den Behörden „religiösen Rassismus“ und Gleichgültigkeit gegenüber dem „Schüren interkonfessionellen Hasses“ vorgeworfen. Er habe dazu aufgerufen, „die konfessionellen Unterschiede innerhalb einer einzigen christlichen Tradition bei Wahlen“ nicht mehr polemisierend darzustellen.

„Ich bin weder Scientologe, Baptist noch Hare Krishna. Ich bin Evangeliumschrist“, sagte der neue Bürgermeister in einem Interview. Nach Angaben von REA ist Sergei Andrejew Mitglied der kleinen „Assoziation der Missionarischen Kirchen der Evangeliumschristen“ mit zwölf Gemeinden in Russland und weiteren dreizehn in der Ukraine.

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Kässmann: Reformationsjubiläum 2017 soll weltweites Ereignis werden uparrowprint druckenemail versenden

Wetzlar/Deutschland, 19.04.2012 / APD

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Kässmann (Hannover), will dazu beitragen, dass das Reformationsjubiläum 2017 zu einem weltweiten Ereignis werde. Auch in den USA und in anderen Ländern sollte dann der Thesenanschlag Martin Luthers vor 500 Jahren ebenfalls gefeiert werden. Das sagte Kässmann, die am 27. April ihr neues Amt als Luther-Botschafterin der EKD antritt, in einem Radiointerview anlässlich eines Besuchs bei ERF Medien (Wetzlar). Zudem liege ihr daran, die ökumenische Dimension des Jubiläums zu thematisieren. Dazu müsse es aber noch viele Gespräche mit der römisch-katholischen Kirche geben. Der Thesenanschlag des Reformators Martin Luther (1483-1546) gegen den Ablasshandel an der Schlosskirche in Wittenberg am 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der weltweiten Reformation.

Kässmann sagte, die Aufgabe als Reformations-Botschafterin freue sie sehr. „Ich habe grosse Lust dazu“, so die Theologin in dem Radiointerview. Zu ihrem Auftrag gehöre es zu predigen, Vorträge zu halten, zu schreiben und zu lesen. „Ich werde mein Bestes tun, dies auszufüllen“. Zwei Jahre nach ihrem Rücktritt als hannoversche Landesbischöfin und Ratsvorsitzende habe sie über ihre berufliche Zukunft entscheiden müssen. Optionen seien politische Ämter gewesen, aber auch freischaffend tätig zu sein oder an der Universität zu lehren. „Ich habe mich mein Leben lang als Frau der Kirche gefühlt“, so Kässmann. Deshalb habe sie die Anfrage des Rates der EKD als Lutherbotschafterin angenommen. Bis vor kurzem hatte die 53-Jährige eine Professur an der Universität Bochum inne.

Kässmann äusserte sich in einem Fernsehinterview auch zu ihrer Vortragsarbeit ausserhalb des kirchlichen Spektrums. „Ich nehme zurzeit am liebsten Einladungen von Menschen an, die etwas ferner vom binnenkirchlichen Milieu sind.“ Luthers Botschaft spreche den säkularen Menschen an, da viele zweifelten und sich fragten: „Macht mein Leben Sinn, wenn ich nicht mithalten kann, weil ich nicht die richtige Ausbildung habe? Ich habe meinen Arbeitsplatz verloren, bin erkrankt, habe eine psychische Krankheit, eine Behinderung. Meine Ehe scheitert, die Kinder sind nicht so, wie ich es mir gewünscht habe.“ Es gebe viele Menschen, die mit ihrem Leben haderten und nicht erfolgreich seien. „Diesen Menschen will ich sagen, Gott hat sich etwas dabei gedacht, auch wenn das Leben manchmal in Sackgassen gerät. Du bist etwas wert.“

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Unter den freigebigsten Adventisten: Schweizer, Österreicher, Deutsche uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 19.04.2012 / APD

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhebt keine Kirchensteuer, sondern unterhält ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnte gehört. Am 28. März veröffentlichte Claude Richli, Marketingdirektor der globalen Kirchenzeitschrift „Adventist World“, eine weltweite Zehntenstatistik 2010, die das Zehntenaufkommen der Adventisten im jeweiligen Land ausweist. Sie berücksichtigt gleichzeitig das entsprechende Bruttoinlandsprodukt (BIP) und damit die Kaufkraftparität. Demnach stehen innerhalb der weltweiten Freikirche die Adventisten Eritreas auf dem ersten, die Schweizer auf dem zweiten, die Österreicher auf dem dritten, die Dänen auf dem vierten und die Deutschen auf dem fünften Rang bezüglich des pro Kopf Zehntenaufkommens. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens noch weitere Spenden für besondere Projekte.

Wie Richli mitteilte, basiere der Index auf den von der Weltkirche jährlich veröffentlichten Zahlen und Berichten sowie den Angaben der Länderübersicht „CIA Factbooks“. Seine Statistik sei ein Managementinstrument, das einen objektiven Vergleich der Länder im Zehntenaufkommen und auch der Zehntenentwicklung ermögliche. Sie bilde die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes, die Inflation und die Wechselkursentwicklung ab und mache damit die Länder untereinander vergleichbar, erklärte der Marketingdirektor. Das pro Kopf Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes, zum Beispiel 20.000 Schweizer Franken (CHF), werde mit dem pro Kopf Zehntenaufkommen aller Adventisten in diesem Land verglichen. Idealerweise würde in diesem Beispiel CHF 2.000 an Zehnten gezahlt, was einem Zehntenindex von 100 Prozent entsprechen würde. Gehe aber nur durchschnittlich CHF 500 an Zehnten ein, ergebe sich ein Index von 25 Prozent, so Richli.

Neu sei in der diesjährigen Ausgabe des Indexes, dass eine zusätzliche Spalte mit dem potentiell möglichen Zehntenbetrag eines Landes eingefügt worden sei, erläuterte Richli.

Am Beispiel von Togo lasse sich zeigen, dass eine korrekt geführte Mitgliederstatistik prägnante Auswirkungen auf den Zehntenindex habe. Die Kirchenleitung in Togo habe den Mut gehabt von 2009 auf 2010 die Zahl von 11.028 auf die tatsächlich 5.343 vorhandenen Mitglieder anzupassen, eine Reduktion um 52 Prozent. Togo habe damit vom 38 Rang in der Weltzehntenstatistik auf den siebten Rang gewechselt, erläuterte Richli. Der Schluss liege nahe, dass Länder mit einem ähnlichen Index wie zuvor Togo, auch eklatant überhöhte Mitgliederzahlen hätten.

Ein unterschiedliches Bild zeige sich in Europa aufgrund der Wirtschaftskrise, heisst es weiter im Bericht. Norwegen und Grossbritannien hätten dem Anschein nach die Krise gemeistert, Spanien hingegen stecke noch mitten in der Rezession, was gravierende Auswirkungen auf das Spendenverhalten der Mitglieder habe.

Zehntenstatistik 2010
In der globalen pro Kopf Zehntenstatistik, welche die durchschnittliche Zehntenzahlung der Adventisten des jeweiligen Landes darstellt, sind acht europäische und zwei afrikanische Länder unter den ersten zehn aufgeführt.

1. Eritrea - 526 Mitglieder:
BIP pro Kopf: € 458 / CHF 551
Zehnten total: € 14.155 / CHF 17.011
Zehnten pro Kopf: € 26 / CHF 32
Zehntenindexrate: 58,6 Prozent.

2. Schweiz - 4.330 Mitglieder
BIP pro Kopf: € 32.509 / CHF 39.069
Zehnten total: € 7.842.083 / CHF 9.423.219
Zehnten pro Kopf: € 1.810 / CHF 2.175
Zehntenindexrate: 55,7 Prozent.

3. Österreich - 3.892 Mitglieder
BIP pro Kopf: € 30.900 / CHF 37.127
Zehnten total: € 5.690.133 / CHF 6.835.767
Zehnten pro Kopf: € 1.461 / CHF 1.756
Zehntenindexrate: 47,3 Prozent.

4. Dänemark - 2.495 Mitglieder
BIP pro Kopf: € 27.994 / CHF 33.634
Zehnten total: € 2.766.568 / CHF 3.324.460
Zehnten pro Kopf: € 1.108 / CHF 1.332
Zehntenindexrate: 39,6 Prozent.

5. Deutschland - 35.195 Mitglieder
BIP pro Kopf: € 27.306 / CHF 32.815
Zehnten total: € 35.478.250 / CHF 42.630.420
Zehnten pro Kopf: € 1.007 / CHF 1.211
Zehntenindexrate: 36,9 Prozent.

In der pro Kopf Zehntenstatistik folgt Kanada auf Platz 18, Australien auf Rang 22 und die USA an 46. Stelle.

Die grössten Beitragszahlenden
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist in 206 Ländern und Territorien vertreten und kennt ein solidarisches Finanzierungssystem, bei dem unter anderem mittels Zehntengeldern reiche Nationen die Tätigkeit der Kirche in armen Ländern mitfinanzieren. Gemäss Statistik haben die Adventisten in folgenden Staaten im Jahr 2010 die grössten Zehntensummen gezahlt:

1. USA – 1.060.386 Mitglieder
Die USA haben eine Zehntensumme von rund 628 Millionen Euro / CHF 755 Millionen auszuweisen, was 59,6 Prozent des weltweiten Zehntenaufkommens der Freikirche ausmacht.

2. Brasilien – 1.267.738 Mitglieder
Die gesamten Zehnteneinnahmen in Brasilien belaufen sich auf 260 Millionen Euro / 313 Millionen Franken. Dies entspricht 24,7 Prozent der internationalen Zehntensumme.

3. Kanada – 62.559 Mitglieder
In Kanada ist von Adventisten gesamthaft 46 Millionen Euro / CHF 56 Millionen an Zehnten gespendet worden, was 4,4 Prozent des globalen Zehntenbetrages gleichkommt.

4. Australien – 56.110 Mitglieder
Die Australier haben laut Statistik 4,1 Prozent der internationalen Zehntensumme gespendet. Das entspricht 43 Millionen Euro / CHF 51 Millionen.

5. Südkorea – 221.868 Mitglieder
In Korea ist von Adventisten gesamthaft 39 Millionen Euro / CHF 47 Millionen an Zehnten gespendet worden, was 3,7 Prozent des globalen Zehntenbetrages gleichkommt.

Laut statistischem Bericht der Weltkirche 2010 hatte sie weltweit Gesamteinnahmen von über 2,2 Milliarden Euro / CHF 2,6 Milliarden Zehnten- sowie weitere Spendengelder für ihre Tätigkeit zur Verfügung. Davon waren 1,55 Milliarden Euro / CHF 1,86 Milliarden Zehntengelder.

Der globale adventistische Zehntenindex wird von Claude Richli, schweizerisch-kanadischer Doppelbürger, seit 2004 jährlich erstellt. Dozenten für Ökonomie am “Adventist International Institute for Advanced Studies” (AIIAS) auf den Philippinen, beraten den Herausgeber des Weltzehntenindexes. Die 57-seitige Spendenstatistik des Jahres 2010 und der letzten sechs Jahre kann in englischer Sprache heruntergeladen werden unter: http://www.aiias.edu/gti/files/gti_2010.pdf

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Spatenstich für erste adventistische Universität in Liberia uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 19.04.2012 / APD

Am 27. März fand auf dem 40 Hektar-Gelände der zukünftigen „Adventist University of West Africa“ (AUWA) in Gbeh, Bezirk Margibi, östlich der Hauptstadt Monrovia/Liberia, der Spatenstich unter Anwesenheit von staatlichen und kirchlichen Behörden statt, teilte Adventist News Network (ANN) mit.

Demnach hätten die Regierungsvertreter der Kirche für ihr Engagement im Bildungsbereich gedankt. Der Leiter der staatlichen Kommission für höhere Bildung sagte, dass die Gründung der Universität durch die Adventisten „längst überfällig“ sei, wenn man bedenke, dass die Kirche vor 83 Jahren in Liberia ihre Tätigkeit begonnen habe. Die Universität unterstütze das Bestreben der Regierung bei der Armutsbekämpfung und Ausbildung von Arbeitskräften.

Die Adventisten hofften nach den Wirren des Bürgerkrieges mit der Universität zur Entwicklung des Landes beizutragen, wie Shelton Beedoe, AUWA-Präsident ausführte. Afrika müsse auf dem Kontinent die Analphabetenrate weiter senken. Dies gehe nicht ohne Bildung, so Beedoe. Damit sie die Kontrolle über ihre Zukunft behielten, müssten die Afrikaner ihre eigenen Ressourcen mobilisieren.

In der Anfangsphase werde die Universität als Junior College betrieben und nach einem Zweijahresstudium in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen akademische Grade in den Bereichen Erziehung, Wirtschaft, Pflege und Theologie verleihen.

Die Gründung der „Adventist University of West Africa“ (AUWA) habe bereits 2003 stattgefunden, heisst es im Bericht. Die Institution hätte aber wegen der Bürgerkriegswirren und fehlender amtlicher Bewilligungen, die erst 2010 erteilt worden seien, nicht errichtet werden können.

In Liberia leben 3,8 Millionen Einwohner. Rund 26.000 davon sind erwachsen getaufte Adventisten, die in 50 Gemeinden Gottesdienst feiern. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält in Liberia ein Krankenhaus, verschiedene Grundschulen, Sekundarschulen und das einzige Internat im Land. In Afrika gibt es 18 adventistische Universitäten, weltweit 112.

Die Missionarin Hannah More, eine Amerikanerin, war 1863 als erste Adventistin in Liberia tätig, - ohne Beauftragung der Kirche.

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Grosse Kirchen in Nordamerika verlieren Mitglieder – ausser Adventisten uparrowprint druckenemail versenden

New York, N.Y./USA, 19.04.2012 / APD

Fast alle grossen christlichen Denominationen in Nordamerika verzeichnen einen Mitgliederverlust – ausser die Adventisten, wie dem Jahrbuch 2012 der amerikanischen und kanadischen Kirchen zu entnehmen ist, das jährlich vom Nationalen Kirchenrat in den USA (NCC) herausgegeben wird.

Die römisch-katholische Kirche sei laut Jahrbuch mit 68,2 Millionen Mitgliedern die grösste Denomination und habe einen Mitgliederverlust von 0,44 Prozent gemeldet. Die Südlichen Baptisten, zweitgrösste US-Kirche, hätten 0,15 Prozent ihrer jetzt 16.136.044 Mitglieder verloren. Den grössten Verlust an Mitgliedern weise die Evangelisch-Lutherische Kirche mit 5,9 Prozent auf, nun 4.274.855 Mitglieder. Entgegen dem Trend der grossen Kirchen habe die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten einen Mitgliederzuwachs von 1,61 Prozent auf 1.060.386 Gläubige zu verzeichnen.

Wachsende Denominationen seien laut Jahrbuch auch die Mormonen (1,62 Prozent − 6.157.238 Mitglieder), die Assemblies of God (3,99 Prozent − 3.030.944 Mitglieder) und die Jehovas Zeugen (1,85 Prozent − 1.184.249 Mitglieder).

Der Trend, ob eine Kirche Mitglieder verliere oder gewinne, bleibe meist über Jahre stabil: Wachsende Kirchen würden Mitglieder gewinnen, schrumpfende Kirchen verlieren.

Finanzen
Die knapp 29 Milliarden US-Dollar Spenden, die im Berichtsjahr 2011 von rund 45 Millionen Kirchenmitgliedern eingegangen seien, hätten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Milliarden verringert. Das sei eine Folge der „grossen Rezession von 2008“, wie Dr. Eileen Lindner, Verfasserin des Jahrbuchs, anmerkte. Der Spendenrückgang von 431 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 erscheine gegenüber den 1,2 Milliarden im 2011 als klein. Pro Kopf hätten die Mitglieder im Berichtsjahr ihren Kirchen 763 US-Dollar gespendet, was einer Verringerung von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Dieser Spendenrückgang sei im Zusammenhang einer hohen Arbeitslosigkeit und einem lang anhaltenden wirtschaftlichen Niedergang zu sehen, so Lindner. Die fehlenden Gelder machten einigen Kirchen sehr zu schaffen.

Der Nationale Kirchenrat der USA (NCC) ist ein Zusammenschluss von 37 anglikanischen, protestantischen und orthodoxen christlichen Denominationen mit rund 100.000 Kirchgemeinden und 45 Millionen Mitgliedern.

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Ökumene

Baptistische Leiter zu Gast bei Patriarch Kirill uparrowprint druckenemail versenden

Moskau/Russland, 19.04.2012 / APD

Vom 28.-31. März 2012 nahmen der Präsident des Baptistischen Weltbundes, Pastor John Upton (Virginia/USA) und der Präsident der Europäischen Baptistischen Föderation, Pastor Hans Guderian (Berlin/Deutschland), an der Jahreskonferenz der Euro-Asiatischen Föderation der Unionen der Evangeliumschristen-Baptisten in Moskau teil, wie der Pressedienst der Europäischen Baptisten (EBPS) mitteilte. Am 29. März 2012 sei es auch zu einer Begegnung mit Patriarch Kirill der Russisch-Orthodoxen Kirche gekommen.

Laut EBPS habe der Patriarch dabei die Infragestellung grundlegender moralischer Werte in Bezug auf Ehe und Familie sowie auch im Hinblick auf die Gesellschaft beklagt. Die Impulse der Säkularisierung hätten ursprünglich die Befreiung von Unterdrückung sowie die Durchsetzung von Menschenrechten und Glaubensfreiheit zum Ziel gehabt. Heute ginge es aber um eine Infragestellung aller Werte und um einen umfassenden totalen Relativismus, der keine allgemein verbindliche Wahrheit mehr gelten lasse. In diesem Zusammenhang habe der Patriarch anerkannt, dass trotz der bestehenden grundsätzlichen theologischen Differenzen zwischen den baptistischen Gemeinschaften und der Russisch-Orthodoxen Kirche, eine grosse Übereinstimmung in wesentlichen anthropologischen Fragen bestehe.

Nach Angaben des baptistischen Pressedienstes habe Pastor John Upton dem Patriarchen für dessen klares Zeugnis hinsichtlich der unveränderbaren Wahrheit des Evangeliums gedankt. Einer Welt, in der fundamentale Prinzipien aufgeweicht und absolute Wahrheiten infrage gestellt würden, müsse das vertrauenswürdige biblische Zeugnis von Gut und Böse, von der christlichen Hoffnung und vom biblischen Verständnis von Ehe und Familie angesichts der Zunahme von Abtreibungen und vielfältiger sozialer Verelendung entgegengesetzt werden.

Sowohl John Upton als auch Hans Guderian hätten ihrer Hoffnung Ausdruck gegeben, dass der begonnene möglich gewordene Dialog zwischen Baptisten und Orthodoxen in Russland im Rahmen eines erweiterten Dialogs zwischen dem Baptistischen Weltbund und der Russisch-Orthodoxen Kirche weitergeführt werden könne, heisst es im Bericht.

Am Treffen in der Moskauer Residenz des Patriarchen nahmen unter anderem teil: der Präsident des Baptistischen Weltbundes John Upton, der Präsident der Europäischen Baptistischen Föderation Hans Guderian, die Präsidenten der Baptistenbünde aus Russland Alexei Smirnow, aus der Ukraine Wjatscheslaw Nesteruk und aus Weissrussland Wiktor Krutko sowie von Seiten der Russisch-Orthodoxen Kirche Patriarch Kirill, Abt Filaret und Erzpriester Dimitri Sisonenko.

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Religionsfreiheit

Die EU soll den Standard für Religionsfreiheit setzen uparrowprint druckenemail versenden

Brüssel/Belgien, 19.04.2012 / APD

Werde in einem Land die Religionsfreiheit bedroht oder verletzt, stehe die Gesellschaft als solche in Gefahr, denn Religionsfreiheit sei ein wichtiger Indikator für die Beurteilung der Umsetzung der Grundrechte im Allgemeinen und ein zentrales Menschenrecht. Deshalb solle die EU die Verletzungen der Religionsfreiheit in ihrem Gebiet als auch im Rest der Welt strenger überwachen, forderte die Kommission Kirche und Gesellschaft der Konferenz der Europäischen Kirchen (KEK) und COMECE im Rahmen des am 30. März in Brüssel stattfindenden Dialogseminars von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD), wie es in der gemeinsamen Pressemitteilung von KEK und COMECE heisst.

Demnach hätten während der eintägigen Sitzung die Kirchen ihre Beurteilung der jüngsten Verletzungen der Religionsfreiheit präsentiert. Paul Bhatti, Bruder des 2011 ermordeten pakistanischen Ministers für Minderheitsfragen, habe von der Situation der Christen und anderer Minderheiten in Pakistan berichtet. Obwohl Pakistan offiziell Religionsfreiheit garantiere, seien religiöse Minderheiten Druck und Gewalt ausgesetzt und hätten nur bedingten Zugang zu den allgemeinen Bürgerrechten.

Laut COMECE- und KEK-Angaben wollten die Repräsentanten des Europäischen Aussendienstes die Verletzungen der Religionsfreiheit rigoroser überwachen, insbesondere durch eine systematischere und besser koordinierte Strategie auf EU-Ebene.

Die Kirchenvertreter hätten den Europäischen Auswärtigen Dienst ermutigt, einen “Werkzeugkasten” zu entwickeln, der Massnahmen und Mittel enthalten solle, um Verletzungen der Religionsfreiheit in der Welt entgegenzutreten. Die Kirchen hätten dazu auch ihre Expertise angeboten. Eine Reihe von “best practices” habe Dr. Gary Wilton, Church of England, aufgezeigt, die von der Erziehung im Bereich Menschenrechte innerhalb und ausserhalb der Kirchen bis zu gemeinsamen Seminaren von Polizei, gerichtlichen und religiösen Vertretern in besonderen Konfliktzonen reichten. Wichtig sei zudem, so Wilton, bei Handelsabkommen zwischen der EU und Drittländern eine Bedingungsklausel mit Bezug auf die Respektierung der Menschenrechte einzufügen und diese auch von EU-Beitrittskandidaten einzufordern. Die Kirchenvertreter hätten die EU ermutigt, Daten auf nationaler Ebene bezüglich religiöser Diskriminierungen zu sammeln und die Grundrechteagentur jährlich mit relevanten Informationen zu versorgen.

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Grossmufti: Sämtliche Kirchen auf Arabischer Halbinsel zerstören uparrowprint druckenemail versenden

Bonn/Deutschland, 19.04.2012 / APD

Der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat „Besorgnis und grosses Befremden“ über die jüngsten Äusserungen des saudi-arabischen Grossmuftis Abd al-Aziz Ibn Abdullah Al asch-Schaich zum Ausdruck gebracht. Auf eine Anfrage kuwaitischer Abgeordneter zum Bau von Kirchen in deren Land hatte der Grossmufti erklärt, dass die Errichtung neuer Kirchen auf der Arabischen Halbinsel nicht erlaubt sei. Auch sollten sämtliche Kirchen in diesem Gebiet zerstört werden. Der hochrangige Rechtsgelehrte begründete diese Weisung, die nicht im Koran zu finden ist, mit einem Ausspruch (Hadith) Muhammads.

Erzbischof Zollitsch bezeichnete es als „unerträglich“, dass durch solche Äusserungen eines führenden Religionsvertreters die ohnehin labile Situation in der arabischen Welt weiter destabilisiert werde. Der Grossmufti lasse „jeden Respekt für die Religionsfreiheit und das friedliche Zusammenleben der Religionen vermissen. Er verneint das Existenzrecht von Kirchen und Christen auf der Arabischen Halbinsel.“ Zollitsch wies darauf hin, dass der wirtschaftliche Aufschwung der Arabischen Halbinsel, einschliesslich von Saudi-Arabien, auch mit der grossen Zahl ausländischer Spezialisten und Arbeiter zusammenhänge, unter denen sich viele Christen befänden. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht dieser Menschen, wenn man ihnen die wenigen christlichen Gottesdienststätten nehmen würde.“ Während in Saudi-Arabien nach wie vor jegliche öffentliche Präsenz des Christentums untersagt ist, betreiben einige der Nachbarländer auf der Arabischen Halbinsel in jüngster Vergangenheit eine offenere Politik und erlauben auch den Bau christlicher Kirchen.

Erzbischof Zollitsch erinnerte daran, dass der saudische König Abdullah Ibn Abd al-Aziz in den zurückliegenden Jahren seinen Wunsch nach einem Gespräch der Religionen wiederholt unterstrichen habe. So gingen ein Kongress zur Förderung des interreligiösen Dialogs in Madrid (2008) und die Gründung eines interreligiösen Dialogzentrums in Wien (2011) auf seine Initiative zurück. „Diese auf Ausgleich und wechselseitiges Verständnis gerichtete Politik wird durch die Fatwa des obersten Muftis Saudi-Arabiens vollständig konterkariert.“ Zollitsch forderte die hochrangigen politischen und religiösen Führer in der muslimischen Welt auf, den Erlass des saudi-arabischen Grossmuftis eindeutig zurückzuweisen. Für die römisch-katholische Kirche in Deutschland gelte weiterhin: „Wir treten mit Entschiedenheit für die Religionsfreiheit aller Menschen in unserem Land ein. Und mit nicht geringerem Nachdruck fordern wir die gleichen Rechte für Christen in jenen Ländern, in denen die Muslime die Mehrheit stellen.“

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Österreichische Muslime wollen in Saudi-Arabien eine Kirche bauen uparrowprint druckenemail versenden

Wien/Österreich, 19.04.2012 / APD

Um ein Zeichen zu setzen, dass die Religionsfreiheit auch für Saudi Arabien gelten müsse, will die Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ) eine Kirche für alle Christen in Saudi Arabien bauen, wie sie in einer Pressemitteilung vom 29. März mitteilte. Ihr Vorstoss sei auch eine Reaktion auf die kürzlich bekanntgewordene Forderung des saudischen Grossmuftis Abd al-Aziz Ibn Abdullah Al asch-Sheikh, alle christlichen Kirchen auf der Arabischen Halbinsel zu zerstören.

Nebst der Österreichischen und Deutschen Bischofskonferenz, welche die Fatwa des Grossmuftis scharf kritisiert haben, bezeichnet sie die "Türkisch Islamische Union in Österreich" (ATIB) als „unglücklich“. Laut ATIB verträten die Quellen des Islam die Unantastbarkeit und den Schutz von Gotteshäusern und des Glaubens. Sinngemäss stehe in der Sura 22/40: „Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, sind Orte in denen der Name Gottes erwähnt wird und sie stehen unter Schutz.“ Deshalb basiere die Fatwa des Grossmuftis auf keiner religiösen Grundlage und sei mit dem Verständnis des Islam unvereinbar ist. „Aus diesem Grund akzeptieren wir nicht eine Fatwa“, sagte Seyfi Bozkuş, Vorsitzender der Atib Union, „welche nicht im Einklang mit der universellen Botschaft des Islams“ stehe, Frieden und Wohlergehen der Menschheit sicher zu stellen.

Wie auch die Initiative der Liberalen Muslime Österreichs unterstrich, verbiete der Islam den Bau von Kirchen nicht. Die ILMÖ wolle im Mai bei den saudischen Behörden den Antrag auf einen Kirchenbau stellen und deren Reaktion abwarten. Es sei nicht einzusehen, so die Initiative, dass Saudi-Arabien den Bau von Moscheen und Gebetshäusern in Europa finanziere, die Errichtung von Kirchen im eigenen Land jedoch verbiete.

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Mehr Differenzierung beim Umgang mit religiösen Herausforderungen - Kommentar von Harald Mueller* uparrowprint druckenemail versenden

Friedensau bei Magdeburg/Deutschland, 19.04.2012 / APD

Die Koran-Verteilaktionen der Salafisten in deutschen Innenstädten haben eine erhöhte mediale Aufmerksamkeit erfahren. Leider zeigt sich in den Reaktionen hierauf erneut die grosse Unsicherheit von Politik und Gesellschaft, wie mit derartigen – für die meisten als befremdlich empfundenen Erscheinungen – angemessen umgegangen werden soll. Während die kostenlose Verteilung von religiösem Schrifttum als solche sicher in den Schutzbereich der positiven Religionsfreiheit fällt, erscheint es bedrohlich, dass diese Freiheit jetzt gerade von einer Organisation in Anspruch genommen wird, die wegen ihrer demokratiefeindlichen Einstellung im Visier des Verfassungsschutzes steht.

Das sollte jedoch kein Anlass sein, über eine Einschränkung der Religionsfreiheit nachzudenken. Es besteht die Gefahr, in undifferenzierte Abwehrmechanismen zu verfallen, wie es zuletzt sogar in einer ansonsten so seriösen Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im „Wort zum Sonntag“ zu beobachten war. In der Ausstrahlung des NDR vom 14. April hat der katholische Hochschulseelsorger Wolfgang Beck den Umgang mit Alltagskompromissen thematisiert. Hierbei kritisierte er Gruppierungen, die auf alles eine allein gültige Antwort zu haben glauben und streng und kompromisslos mit sich und anderen ihren Weg gehen. Übertriebene Gewissensskrupel, rechthaberisches Bestehen auf der Wahrheit und ein schlichtes Schwarz-Weiss-Denken sind sicher Dinge, die vor dem Hintergrund des Evangeliums kritikwürdig sind. Es stellt aber eine schlimme Entgleisung dar, wenn, wie Beck es getan hat, „Pius-Brüder, evangelikale Christen und Salafisten“ unterschiedslos in dieselbe Ecke gestellt werden, weil sie sich bemühten, Leben und Predigt in Übereinstimmung zu bringen und damit mehr Gemeinsamkeiten hätten, als ihnen wahrscheinlich lieb sei. Etwas mehr Differenzierung muss beim Umgang mit religiösen Herausforderungen unserer Zeit schon geleistet werden.

* Der Jurist Dr. Harald Mueller leitet das Institut für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg.

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Bibel

Mittels E-Mail täglich ein Kapitel der Bibel lesen uparrowprint druckenemail versenden

Köln/Deutschland, 19.04.2012 / APD

In wenigen Tagen startet die weltweite adventistische Initiative, um die Heilige Schrift besser kennenzulernen. Mit der öffentlichen Lesung des 1. Kapitels der Bibel am 17. April beginnt Pastor Ted N. C. Wilson, Präsident der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, ein 39 Monate dauerndes Lesen des „Buches der Bücher“.

Deutschsprachige Christen und Bibelinteressierte von allen Kontinenten können sich während dieser Zeit täglich das entsprechende Kapitel der Bibel per E-Mail zuschicken lassen. Der leicht verständliche Text ist der „Gute Nachricht Bibel“ der Deutschen Bibelgesellschaft in der revidierte Fassung von 2000 entnommen.

Wer sich bis zum 16. April für das kostenlose Angebot des christlich ausgerichteten Kölner Vereins „staonline e.V.“ anmeldet, wird bis zur öffentlichen Abschlusslesung am 11. Juli 2015 in San Antonio/Texas mit allen 1.189 Kapiteln der Bibel beliefert.

Auf der deutschsprachigen Webseite www.erneuertdurchseinwort.de finden sich neben dem Anmeldeformular verschiedene Werbehilfen, Präsentationen und Druckvorlagen. Während der 1.171-tägigen Lesezeit lädt der Veranstalter christliche Gemeinden, Jugendgruppen und Hausbibelkreise ein, kreative Bibellesungen zu gestalten. Zugesandte Berichte oder Videos werden auf der Webseite veröffentlicht.

Für die Initiatoren stehe das Kennenlernen der Bibel im Zentrum der konfessionsübergreifenden Aktion, informierte Martin Haase, 1. Vorsitzende von „staonline“.

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ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: http://www.glueckskette.ch Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23, Postfach 5126, CH-8050 Zürich. Telefon +41 (0)44 515 03 10; Fax +41 (0)43 300 21 12; Email: info@adra.ch Web Site: www.adra.ch

ADRA Deutschland e.V. ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt und hat den Sitz in Darmstadt. Das Hilfswerk besitzt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Adresse: ADRA Deutschland, Robert-Bosch-Strasse 10, D-64331 Weiterstadt. Telefon +49 (0)6151 8115 0; Fax +49 (0)6151 8115 12. Email: info@adra.de Web Site: www.adra.de

ADRA Österreich wurde 1992 als unabhängige Hilfsorganisation registriert und trägt seit 2002 das Spendengütesiegel als Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Adresse: ADRA Österreich, Prager Strasse 287, A-1210 Wien, Telefon +43-(0)1-3196043; Fax: +43 (0)1 319 60 43-499; Email: office@adra.at Web Site: www.adra.at

ADRA-Direktor: „Die Arbeit in Mali geht unbeirrt weiter“ uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 19.04.2012 / APD

Kurz vor Ostern verschärfte sich die Situation im westafrikanischen Mali zunehmend. Der Druck auf die Putschisten wuchs durch Sanktionen, und im Norden brachten teils rivalisierende Rebellengruppen immer grössere Teile des Landes in ihre Gewalt. Dort seien bereits zwei Drittel des Gebietes in den Händen von Tuareg-Rebellen (Nationale Bewegung zur Befreiung des Azawad) und Islamisten (etwa Ansar Dine, AQMI und Boko Haram). Im Süden hat die Militärjunta den Weg für eine Übergangsregierung freigemacht. Am 8. April reichte Präsident Amadou Toumani Touré offiziell seinen Rücktritt ein. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland empfahl allen ausländischen Bürgern das Land zu verlassen. Auch der Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Mali, der Deutsche Michael Reich, ist vorübergehend ausgereist.

Aufgrund der Rebellen im Norden und der Putschisten im Süden wäre die Situation in Mali „kompliziert“. In einem Gespräch mit der Online-Redakteurin von ADRA Deutschland, Mirjam Greilich, äusserte Reich, dass die Bevölkerung lediglich über die Absetzung des Präsidenten zufrieden sei. „Die Menschen in Mali waren sich schon seit der mangelnden Regenfälle im vergangenen Sommer darüber im Klaren, dass es ein schwieriges Jahr mit vermehrtem Hunger werden wird“, betonte Reich. In einigen Regionen seien Ernteausfälle von etwa 80 Prozent zu verzeichnen. Seit Anfang des Jahres wären die Getreidespeicher in den Dörfern bereits so schlecht gefüllt, wie es sonst erst Monate später der Fall sei. Preisanstiege für Getreide, teilweise bis zu 120 Prozent, verschlechterten die Situation. Die Bevölkerung versuche verstärkt Gemüse anzubauen und mit ihren Viehherden schon wesentlich früher in Richtung Süden zu ziehen. „Dennoch bleiben sie mindestens bis zur nächsten Ernte auf Hilfe angewiesen.“

„Der Grossteil der ADRA-Belegschaft ist noch in Mali“, informierte Michael Reich. Nur drei der gut 20 Mitarbeiter seien als Ausländer evakuiert worden. „Das Landesbüro und die beiden Projektbüros sind seit der Aufhebung der Ausgangssperre wieder geöffnet und die Arbeit geht seither unbeirrt weiter.“ Allerdings hätten die Mitarbeiter die Sanktionen durchaus gespürt. „Wir hatten für mehrere Tage keinen Strom im Büro, alle Aktivitäten hingen von einem Generator ab.“ Auf Hochtouren würden die Planungen für ein gemeinsames Grossprojekt von ADRA und dem Welternährungsprogramm (WFP) mit dem Ziel laufen, 4.600 Tonnen Lebensmittel an 80.000 Bedürftige zu verteilen. „Unsere Kollegen in Mali übernehmen die Planungsarbeit, während wir sie aus dem Ausland dabei unterstützen.“

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ADRA baut duales Berufssystem in Haiti auf uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 19.04.2012 / APD

In Haiti mangele es an Schulen und qualifizierten Lehrkräften. Doch was dem Land gänzlich fehle, seien qualifizierte Berufsausbildungen besonders im technischen Bereich, stellte der Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, Erich Lischek (Weiterstadt bei Darmstadt) fest. „Wer beispielsweise Tischler oder Automechaniker werden will, schaut einfach seinem Meister über die Schulter. Was bei uns durch Berufsschulen mit theoretischem Wissen unterfüttert werde, bestehe in Haiti ausschliesslich aus „Learning by doing“.

Die Regierung wolle die Bildungslücke schliessen und habe sich an die Hilfsorganisation ADRA Deutschland gewandt. Die Entscheidung für ADRA als durchführende Organisation sei der Regierung leichtgefallen, so Lischek. Die adventistische Kirche betreibe bereits eine Universität und über 200 Schulen in Haiti. Das duale deutsche Berufsbildungssystem gelte als attraktiv und solle als Vorbild für den Neuaufbau einer standardisierten Berufsbildung in Haiti dienen. Vor allem müsse in technischen Berufen endlich ein zertifizierter Ausbildungsweg geschaffen werden.

„ADRA übernimmt hier eine Pionierrolle, denn bislang gibt es keine Bildungsstätten dieser Richtung“, betonte Erich Lischek. Es gelte, den angehenden Handwerkern eine fundierte und qualifizierte Ausbildung anzubieten, die Theorie und Praxis vereine. Am Ende der Ausbildung solle ein Zertifikat die erbrachte Leistung dokumentieren und für einheitliche Standards in der Branche sorgen.

Finanziell unterstützt werde das Projekt von der Interamerikanischen Entwicklungsbank. Es laufe über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren und habe einen finanziellen Umfang von über sieben Millionen Euro, informierte der ADRA-Direktor.

Inzwischen sei der Rahmenvertrag mit ADRA für Bildungsprojekte in Haiti unterzeichnet worden. Er bilde die Grundlage für die Zusammenarbeit mit der haitianischen Regierung. Als erste Massnahme werde in der 800.000 Einwohner-Stadt Carrefour eine Berufsbildungsstätte für Handwerker gegründet. Weitere sollten nach Etablierung des Pilotprojekts folgen. ADRA lege Wert darauf, dass bei der Planung des ersten dualen Berufsbildungssystems in Haiti erfahrene Handwerker aus Deutschland und Haiti ihre Ideen und Kenntnisse mit einbrächten, hob Lischek hervor. Gemeinsam würden Kursinhalte für die Ausbildungsprogramme bestimmt und Ausbilder geschult. Parallel baue ADRA ein Gebäude, in dem dann die angehenden Handwerker angelernt werden könnten. Die angebotenen Ausbildungsberufe seien nicht statisch festgelegt. Sie würden entsprechend dem gesellschaftlichen Bedarf angepasst. Geplant seien zunächst Ausbildungsgänge zum Automechaniker und Tischler.

In einem Folgeprojekt solle den ausgebildeten Handwerkern der Zugang zu Kleinkrediten gewährt werden, so dass sie als Selbständige ihren erlernten Beruf ausüben könnten.

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ADRA hilft Flüchtlingen aus Mali – Nahrungsmittelkrise im Sahel erwartet uparrowprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 19.04.2012 / APD

Wegen Missernten im letzten Jahr und den Kämpfen zwischen Tuareg-Rebellen und dem Militär im Norden Malis sowie der generellen politischen Instabilität, seien die Bewohner Malis in die Nachbarstaaten geflüchtet, teilte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mit. ADRA versorge im Flüchtlingslager Ayorou, Niger, knapp 4.500 Flüchtlinge aus Mali, meist Waisenkinder und Frauen.

Die hygienischen Bedingungen im Lager seien erbärmlich und begünstigen die Ausbreitung von Cholera, so das Hilfswerk. ADRA bohre vier Brunnen, baue 100 Latrinen und verteile 550 Hygiene-Pakete. Der Bau einer Latrine koste 100 Franken und das Hygiene-Kit 60 Franken.

Hilfswerke treffen Vorbereitungen auf Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone
Laut einer Medienmitteilung des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF) sind in der Sahelzone über eine Million Kinder in Lebensgefahr. Dürre, hohe Nahrungsmittelpreise und die unsichere politische Lage habe eine schwere Ernährungskrise ausgelöst.

„Jetzt beginnt die Hungerzeit in der Sahelzone“, sagt Roland Kupka, Ernährungsspezialist im UNICEF-Regionalbüro für Westafrika in Dakar/Senegal. „Wir müssen in den kommenden Monaten über eine Million schwer mangelernährte Kinder versorgen. Diese Mädchen und Jungen können gerettet werden, wenn wir jetzt entschlossen handeln.“

UNICEF und seine Partnerorganisationen arbeiteten in allen betroffenen Regionen seit Jahren und verstärkten jetzt die Versorgungskette. Grosse Mengen therapeutischer Zusatznahrung und Medikamente seien nach Burkina Faso, Kamerun, Tschad, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria und Senegal gebracht worden. Spezialisten für Ernährung seien eingetroffen. Bislang stände nur die Hälfte der rund 108 Millionen Franken (90 Millionen Euro) bereit, die UNICEF im Kampf gegen die Ernährungskrise in der Sahelzone benötige. Der Höhepunkt der Krise erwarte UNICEF in den Monaten Mai bis September.

Spenden können an ADRA Schweiz: Postcheckkonto: PC 80-26526-3;
Vermerk „Krise Sahel“. Weitere Infos im Internet: http://www.adra.ch/de/

Spenden an UNICEF Schweiz: Postcheckkonto: PC 80-7211-9. Weitere Infos im Internet: http://www.unicef.ch/de/information/news/hungersnot_sahelzone/

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Wasser – Lebensmittel Nummer 1 uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 19.04.2012 / APD

89 Prozent der Weltbevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser, so der Weltwasserbericht der Vereinten Nationen. Ein Grund zur Freude, denn dadurch wurde eines der Millenniumsziele vorzeitig erreicht, meint Mirjam Greilich (Weiterstadt bei Darmstadt), Online-Redakteurin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Dennoch blieben die Ärmsten der Armen weiterhin ausgeschlossen. Täglich würden mehr als 3.000 Kinder weltweit an Durchfallerkrankungen sterben, die auf das Fehlen von sauberem Trinkwasser und mangelnder Hygiene zurückzuführen seien.

„In Afrika gibt es noch immer viele Regionen, in denen die Zahl der Bevölkerung, die an die Wasserversorgung angeschlossen ist, bei nur elf Prozent liegt. In den ländlichen Regionen sind es sogar gerade einmal drei Prozent“, informierte Greilich. Das werde aber in der positiven Bilanz des Weltwasserberichts nicht deutlich. Ausserdem sage die Zahl nichts über die Qualität des Trinkwassers aus und über die Frage, ob sich die Menschen dieses Wasser überhaupt leisten könnten. Viele ländliche Regionen seien schwer zu erreichen und die Versorgungskosten daher gross.

„Doch die Verfügbarkeit sauberen Trinkwassers ist nur ein Teilbereich, auf den wir als Hilfeleistende achten müssen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sanitärversorgung, die in der Vergangenheit oft vernachlässigt wurde“, so Mirjam Greilich. Ohne Toiletten und ausreichende Hygiene gebe es Krankheiten wie Cholera, die zu einer Dehydrierung und somit ebenfalls zum Tode führten. Auch hier spiele das Wasser eine wesentliche Rolle. In Hygieneschulungen mache ADRA den Menschen immer wieder deutlich, wie wichtig es sei, sich nach dem Toilettengang und natürlich vor der Zubereitung von Mahlzeiten die Hände zu säubern. „Was bei uns bereits seit Jahren in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist für viele Menschen in Entwicklungsländern völlig neu.“

Somalia
In Somalia habe ADRA seit der grossen Dürre im Sommer vergangenen Jahres Projekte in den Regionen Galmudug und Eyl gestartet. Das Hilfswerk führe dort, laut Greilich, auch Bohrungen durch, um neue Wasserquellen zu erschliessen, und repariere Brunnen in Galmudug und Puntland. Zusätzlich stelle ADRA Tausende Liter sauberes Trinkwasser in Wassertanks zur Verfügung. „Durch diese Massnahmen haben in Somaliland, Zentral-Somalia und Puntland insgesamt knapp 120.000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser.“

Haiti
Auch in Haiti habe ADRA den Menschen zu sauberem Trinkwasser verholfen. „Von Mitte Mai 2011 bis Februar 2012 lief unsere Wasseraufbereitungsanlage in Petit Goave auf Hochtouren. Zwischen 30.000 und 40.000 Liter Wasser wurden täglich gereinigt“ teilte Greilich mit. „1.600 Familien hatten damit täglich 20 Liter sauberes Wasser pro Person zur Verfügung.“ Im September 2011 habe ADRA ausserdem in Haiti ein Projekt zur langfristigen Sicherstellung sauberen Wassers begonnen. Dabei würden neue Wasserquellen erschlossen und gesichert sowie Brunnen gebaut. Zusätzlich sorgten neue Toiletten für eine bessere Hygiene und das Hilfswerk schule die Bevölkerung in den Bereichen Wasser, Hygiene und Sanitär.

Laos und Indien
„In Laos installiert ADRA seit August 2009 Wassersysteme, um die Gesundheit der Menschen zu stabilisieren“, ergänzte die Online-Redakteurin. Auch in Indien sei ADRA nach den Überschwemmungen in Orissa Ende 2011 tätig. In zwölf Dörfern erhöhe ADRA mit Hilfe der Bewohner 60 Brunneneinfassungen, um sauberes Trinkwasser auch bei einer weiteren Überschwemmung zu gewährleisten. Ausserdem biete ADRA Hygieneschulungen an. Insgesamt komme das Projekt 19.840 Menschen zugute.

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Kommentare

Warum der Untergang der „Titanic“ uns packt - Kommentar von Titus Müller* uparrowprint druckenemail versenden

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt/Deutschland, 19.04.2012 / APD

Sie war das grösste bewegliche Objekt der Welt, der luxuriöseste Dampfer und ein Glanzstück der Technologie: Die „Titanic“. Vor 100 Jahren, am 10. April 1912, begann sie ihre Jungfernfahrt. Selbst die Luxusverwöhnten fanden an Bord alle ihre Wünsche erfüllt. Täglich wurden erlesene Speisen gekocht. Wem das Herumsitzen zu viel wurde, den erwartete ein Squashplatz mit Trainer. Im Gymnastikraum standen Gewichthebemaschinen, Rudermaschinen und Fahrräder zur Verfügung. Es gab ein Schwimmbad, blau-weiss gekachelt und gefüllt mit beheiztem Salzwasser.

Jeder verband Hoffnungen mit der Reise. Die einen den Wunsch, in Amerika ihr Leben neu zu beginnen. Andere hatten ihre Hochzeitsreise nach Europa unternommen und kehrten mit der „Titanic“ heim. Manche waren einfach wegen des gesellschaftlichen Ereignisses dabei.

Die furchtbare Nacht vom 14. auf den 15. April machte alle Pläne zunichte. Es ist Neumond und stockfinster, die Männer im Ausguck haben Schwierigkeiten, Eisberge rechtzeitig zu sehen. Ausserdem herrscht Windstille, die See ist glatt, sie bricht sich nicht am Rand der Eisberge. Eine fatale Kombination. Als die „Titanic“ auf einen Berg zufährt, erkennen sie ihn zu spät. Das Schiff wird vom Eis aufgeschlitzt.

Die Passagiere legen auf Befehl des Kapitäns ihre Rettungswesten an. Zuerst steigen
sie nur unwillig in die Rettungsboote, bei wachsender Schräglage des Schiffs immer hastiger. Zwanzig Boote gibt es. Sie reichen nicht. Das Kristallglas geht zu Bruch, die Plüschsessel versinken, und mit ihnen die Menschen. Knapp 1.500 sterben in dieser Nacht.

Ich habe mich über ein Jahr lang mit verschiedenen Passagieren befasst und einen Roman darüber geschrieben („Tanz unter Sternen“, Blessing Verlag). Warum packt uns der Untergang der „Titanic“ bis heute? Wir identifizieren uns mit den Menschen auf der „Titanic“. Auch Deutsche sind dabei, Menschen jeder Bevölkerungsschicht. So plötzlich ist ihr Leben zu Ende; eben noch sind sie in Urlaubsstimmung, dann müssen sie sterben. Das erschreckt, und zugleich spüren wir: Auch wir sind dabei. Jedes Leben, meines und Ihres, mündet wie eine Fahrt auf der „Titanic“ irgendwann, unerwartet oder erwartet, im Sterben.

Wir vergessen leicht, dass unsere Tage auf dieser Welt gezählt sind. Von Zeit zu Zeit brauchen wir den prüfenden Blick auf unseren Lebensentwurf. Wir brauchen die Frage nach der Sinnhaftigkeit, nach tragfähigen Rettungsbooten – und nach Gott. Wenn dieser Tage die Geschichte der „Titanic“ neu erzählt wird, im Kino in 3D, im Fernsehen, in Büchern, dann kann das eine Gelegenheit sein, die eigene Schiffsreise durch das Leben neu auszurichten.

* Titus Müller, 1977 in Leipzig geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Mittelalterliche Geschichte und Publizistik in Berlin. Sein Debütroman »Der Kalligraph des Bischofs« wurde 2002 ein Überraschungserfolg. Ein Jahr später folgte »Die Priestertochter«, 2005 erschienen »Die Brillenmacherin« und »Die Todgeweihte«. Soeben erschienen ist „Der Kuss des Feindes“ bei Fischer Schatzinsel.

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 17,4 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.