APD-Informationen 4+5/1999

Schweiz

"get connected" - Programm der deutschschweizer Advent-Jugend uparrowprint druckenemail versenden

Basel, 05.05.1999 / APD

Adventjugend

Adventjugend

Unter dem Motto "get connected" erschien kürzlich das 54seitige Programm der "Advent-Jugend", der Jugendorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz. "All unsere Events und Aktivitäten wollen letztlich Verbindung schaffen. Verbindung zueinander aber auch Verbindung zum 'Spreng-Stoff des Himmels'. Die Botschaft von der Liebe Gottes in Jesus ist wahres Dynamit", schreibt Stephan Sigg, Leiter das Deutschschweizer Advent-Jugend im Programm-Editorial.

Der Jugendorganisation geht es nicht um ein formales Christentum, sondern um eine lebendige, aktive Beziehung zu Gott und zueinander. Konkret heisst dies, so Sigg, "Raum für Bewegung schaffen, miteinander reden, spielen, anbeten; Zellen bilden, wo man echt sein kann." Die Advent-Jugend will zudem durch die Ablehnung von Drogen und abhängig machenden Genussmitteln ein Beispiel zur alternativen Lebensführung geben.

Zu den Veranstaltungen zählen das Jubiläums-Pfingstlager (60 Jahre Adventwacht-Pfadfinder) in Grandvillard FR, der 27. Sporttag der Advent-Jugend am 13. Juni in Aarau, der Europäische Kongress der Advent-Jugend im Juli auf dem ehemaligen EXPO-Gelände in Lissabon, eine Stern-Wanderung im August und die Kinder-Musical-Woche im Oktober in Köniz BE.

Die Broschüre im Taschenformat sowie mehr Informationen über die Advent-Jugend sind erhältlich beim Sekretariat der Advent-Jugend, Gubelstrasse 23, 8050 Zürich. Das Programm ist auch auf den beiden Homepages: http://www.adventjugend.ch/jugi/ und http://www.adventjugend.ch/adwa/ abrufbar.

back (1'616 Zeichen)

Einbruch in der evangelischen Medienarbeit: impuls verlag in Konkurs geraten uparrowprint druckenemail versenden

Zürich, 05.05.1999 / APD

Die in Zürich ansässige "impuls verlag ag" musste Konkurs anmelden. Damit verlieren die Magazine und Zeitschriften "Akzente", "fromm" und das idea magazin sowie der idea Agenturdienst ihre Trägerschaft. Die "impuls verlag ag" wurde 1994 ins Leben gerufen, um das von finanziellen Schwierigkeiten geplagte Magazin W5 aufzufangen. Später übernahm der Verlag die Zeitschrift für evangelische Politik "Akzente". Per 1. Januar 1997 wurde "idea schweiz" vom Verlag übernommen. Auch "idea" hatte damals mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Initiator des Unternehmens war der im April 1998 verstorbene Zentralsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), Frank Probst.

Hinter der Firmengründung stand nebst dem Gedanken der Existenzsicherung von Publikationen der "evangelischen Mitte" auch der Wille, diese Blätter ohne Spendenaufrufe herauszugeben. Hinter dem idea magazin und dem idea Agenturdienst sowie dem Magazin "fromm" standen zwar je ein Club, dessen Beiträge jedoch begrenzt waren.

Der Konkurs bedeutet, dass die drei Zeitschriften ab sofort nicht mehr erscheinen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verlages haben die Kündigung bereits erhalten. Verantwortlich für das idea magazin und den Tagesdienst waren der promovierte Historiker Thomas Hanimann sowie als Chefredaktor der Theologe und Journalist Fritz Imhof. Chefredaktor des Magazins "fromm" war der Journalist Willi Näf, und die Zeitschrift "Akzente" wurde teilzeitlich von Urs Bangerter, Verwalter des Alters- und Pflegeheimes Tabea (Horgen) sowie dem Journalisten Rolf Strasser redigiert.

back (1'697 Zeichen)

International

Adventisten gegen Gewaltanwendung in Jugoslawien uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 05.05.1999 / APD

In einer Stellungnahme zur Balkankrise hat die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, den Einsatz von Gewalt zur Konfliktlösung abgelehnt. Wörtlich heisst es: Die Freikirche "ist eine weltweit vertretene Religionsgemeinschaft, zu deren Grundsätzen die Nichteinmischung in politische Angelegenheiten gehört. Sie beabsichtigt auch in der gegenwärtigen Kosovo-Krise diesen Standpunkt beizubehalten. Andererseits lehnt sie die Gewaltanwendung als Methode der Konfliktlösung ab; sei es durch ethnische Vertreibung oder Bombardierung." Adventisten setzten sich aktiv, aber mit friedlichen Mitteln, für die Menschenrechte, einschliesslich des Rechtes auf Religionsfreiheit und des Minderheitenschutzes, ein. Die adventistische Kirche sei bemüht, durch ihr Hilfswerk ADRA den vielen tausend Flüchtlingen, ungeachtet ihrer Religions- oder Volkszugehörigkeit und ihres sozialen Status, beizustehen. Die in den Konflikt verwickelten Parteien werden aufgerufen, den Krieg "auf der Basis von christlichen, moralischen und ethischen Grundsätzen, den Menschenrechten und fairen Verhandlungen für alle Betroffenen" möglichst bald zu beenden. Die Kirchenleitung bittet ihre Mitglieder, für die Wiederherstellung des Friedens in der Region zu beten.

back (1'318 Zeichen)

Adventistenpräsident ruft zum Gebet für den Balkan auf uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 05.05.1999 / APD

Pastor Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der weltweiten Siebenten-Tags-Adventisten, ruft die Mitglieder der protestantischen Freikirche zum Gebet für die Balkanregion auf. "Wir stehen kurz vor einer Katastrophe", sagte Paulsen. "Als Freikirche sind wir über diese Entwicklung, die so viele Menschen auf dem Balkan trifft, beunruhigt und in Sorge. Diese Krise schmerzt uns sehr, wenn wir die Auswirkung von Gewalt sehen, und wir beten für eine schnelle Lösung. Unsere Gedanken sind bei allen, die Angehörige verloren haben, die verletzt wurden und die aus ihren Heimen fliehen mussten." In Jugoslawien leben etwa 7 000 erwachsene getaufte Adventisten in 171 Gemeinden, im Kosovo bisher 30 Mitglieder in zwei Gemeinden.

back (756 Zeichen)

Jugoslawische Adventisten setzen sich gegen Falschmeldung zur Wehr uparrowprint druckenemail versenden

Belgrad/Jugoslawien, 05.05.1999 / APD

Die Behauptung der Belgrader Abendzeitung "Vecernje Novosti", dass der NATO-Oberbefehlshaber General Wesley K. Clark ein Siebenten-Tags-Adventist "war und vielleicht auch noch ist", hat bei der dortigen Freikirche Befürchtungen und Widerspruch ausgelöst. Das landesweite Blatt berief sich bei seiner Meldung auf eine angebliche Aussage des adventistischen Pastors Dwight Nelson (Berrien Springs, Michigan/USA) während der Evangelisationsvorträge im Mai 1996 in Belgrad und auf die italienische Tageszeitung "Il Setimanale".

"General Clark war weder ein Mitglied der adventistischen Freikirche, noch ist er es jetzt", stellte Pastor Miodrag Zivanovic (Belgrad), Kommunikationsdirektor der jugoslawischen Adventisten, gegenüber den Medien klar. "Wir sind loyale Bürger unseres Landes und glauben an Jesus Christus. Wir streben nach biblischen Werte, wie Nächstenliebe und das Zusammenleben in Frieden. Deshalb kann niemand ein Aggressor und gleichzeitig Adventist sein", betonte Zivanovic. "Auch wir sind Opfer dieses Krieges. Warum müssen wir auch noch Opfer von Lügen in unserem eigenen Land und durch unsere eigenen Leute werden?"

Pastor Nelson bestritt energisch, eine derartige Aussage gemacht zu haben. Er teilte dem Chefredakteur der Belgrader Zeitung mit, dass er als Geistlicher von dem Leiden der Menschen in Jugoslawien tief betroffen sei. Er bete, dass es möglichst rasch zum Frieden komme. "Mit solchen Falschmeldungen während des Krieges geraten Adventisten in grosse Gefahr, Zielscheibe von Feindseligkeiten und Gewalttaten in ihrer Nachbarschaft zu werden", warnte Pastor Radisa Antic (Belgrad), Vorsteher der dortigen evangelischen Freikirche, in dem von der Zeitung veröffentlichten Dementi. "Wir sind in Sorge, dass unsere Gemeindezentren durch diesen Bericht von aufgebrachten Menschen angegriffen werden." In Jugoslawien leben etwa 7 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 171Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält ein theologisches Seminar, ein Altenheim, ein Verlagshaus und ein Aufnahmestudio für Rundfunk- und Fernsehsendungen.

back (2'159 Zeichen)

Bomben führen zum christlichen Glauben uparrowprint druckenemail versenden

Belgrad/Jugoslawien, 05.05.1999 / APD

Die NATO-Bomben auf Jugoslawien machen Menschen für die christliche Botschaft empfänglich. Dies berichtete Pastor Radisa Antic (Belgrad), Vorsteher der jugoslawischen Siebenten-Tags-Adventisten. Gemeindeglieder würden Bibeln und religiöse Literatur in die Luftschutzbunker nehmen und dort von ihrer Geborgenheit, die sie durch Jesus Christus haben, erzählen. Es hätten sich daraufhin Bibelstudiengruppen gebildet. Zahlreiche Menschen wollten Christen werden und sich taufen lassen.

back (481 Zeichen)

"Adventisten müssen Einheit in Verschiedenheit finden" uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 05.05.1999 / APD

Dem neuen Präsidenten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Dr. Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA), geht es nicht um grosse Veränderungen, sondern es sei wichtig, "einen Blick für Ausgewogenheit und Einheit zu haben". In einer Grundsatzrede an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Generalkonferenz erinnerte er, dass es sich bei den Adventisten um eine weltweite Freikirche handelt, die in 205 Ländern vertreten sei. "Das bedeutet, dass wir in fast jeder Kultur zu finden sind, aber wie wahren wir den Zusammenhalt?" Erforderlich sei hier eine grosse Flexibilität, ohne die Identität als Adventisten zu verlieren. In zehn Jahren werde sich wahrscheinlich die Mitgliederzahl auf über 20 Millionen verdoppelt haben. "Doch wie gelingt es, solch eine verschiedenartige internationale Familie zusammenzuhalten?" Für Paulsen ist bei diesen Fragen die adventistische Identität entscheidend. "Es muss besondere Vorkehrungen und Richtlinien geben, damit sich die Freikirche in jeder Kultur und gleichzeitig in ihrer internationalen Einstellung wiedererkennen kann." Sie müsse Einheit in der Verschiedenheit finden. "Wir sollten es durchaus zulassen, die Verschiedenartigkeiten zu entdecken, die dem Einssein der Familie nicht widersprechen." Die Einheit der adventistischen Familie beruhe auf einer gemeinsamen Identität.

back (1'409 Zeichen)

Italiens Staatspräsident besucht adventistisches Altenheim uparrowprint druckenemail versenden

Forli/Italien, 05.05.1999 / APD

Italiens Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro besuchte kürzlich mit einem Gefolge aus Senatoren, Parlamentsabgeordneten, Präfekten, Bürgermeistern und Armeeoffizieren das Altenheim der Siebenten-Tags-Adventisten "Casa Mia" im norditalienischen Forli. Anwesend waren auch der römisch-katholische Bischof der örtlichen Diözese, ein anglikanischer Bischof und ein Pfarrer der reformierten Kirche. Das Staatsoberhaupt unterhielt sich lange mit den Heimbewohnern, die er in ihren Zimmern aufsuchte. Bei der Besichtigung der Hauskapelle bat er den adventistischen Ortspastor Daniel Monachini das Vaterunser zu beten. In seiner Ansprache sagte Scalfaro: "Ich fühle mich hier fast wie zu Hause. Ich schätze die Sozialarbeit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und deren Einsatz für die Religionsfreiheit sehr." Das 1983 gegründete Altenheim "Casa Mia" beherbergt über 70 Senioren. In Italien leben 5 300 erwachsene getaufte Siebenten-Adventisten in 91 Gemeinden. Die erste adventistische Kirchengemeinde entstand 1926.

back (1'046 Zeichen)

Staatsoberhaupt besucht adventistischen Gottesdienst uparrowprint druckenemail versenden

Gaborone/Botswana, 05.05.1999 / APD

Das Staatsoberhaupt der südafrikanischen Republik Botswana, Festus Mogae, besuchte zusammen mit seiner Frau Mitte April überraschend einen Gottesdienst der Siebenten-Tags-Adventisten in der Hauptstadt Gaborone. Die Predigt hielt vor etwa 4 000 Besuchern der Präsident der weltweiten evangelischen Freikirche, Pastor Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA). Anschliessend hatte er eine persönliche Unterredung mit Mogae in dessen Amtssitz. Die Adventisten seien dem Staatspräsidenten gut bekannt, sagte Paulsen, denn die Mutter der Präsidentengattin gehöre der Freikirche an. "Trotz ihrer 86 Jahre besucht sie immer noch regelmässig die Gottesdienste." In Botswana leben bei einer Bevölkerung von 1,5 Millionen Menschen etwa 22000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Diese setzen sich laut Paulsen auch politisch für ihr Land ein. Zwölf der 49 Parlamentsabgeordneten seien Adventisten, ausserdem einer Minister. Die dortige Freikirche unterhält ein Krankenhaus, eine Klinik und zwei Grundschulen.

back (1'019 Zeichen)

Zahl analphabetischer Adventisten in Südamerika rückläufig uparrowprint druckenemail versenden

Brasilia/Brasilien, 05.05.1999 / APD

Als eine Untersuchung 1995 ergab, dass sechs Prozent der 1,5 Millionen erwachsenen Siebenten-Tags-Adventisten in Südamerika Analphabeten seien, beschloss die dortige Kirchenleitung in den nächsten zehn Jahren insgesamt 200 Schreib- und Lesekurse durchzuführen. Laut Bildungsdirektor Roberto Azevedo (Brasilia/Brasilien) stiess das Programm auf eine unerwartet positive Resonanz. In den letzten vier Jahren wurden bereits 740 Kurse durchgeführt, so dass die Zahl der adventistischen Analphabeten in Südamerika auf 1,5Prozent sank. Von dem Programm profitierten aber auch zahlreiche andere des Lesens und Schreibens Unkundige, da es von allen genutzt werden könne.

back (662 Zeichen)

Theologische Fortbildung im Sudan uparrowprint druckenemail versenden

Khartum/Sudan, 05.05.1999 / APD

Ein Fortbildungsseminar für ihre etwa 40Pastoren und Gemeindeleiter führten die Siebenten-Tags-Adventisten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum durch. Laut Dr. Reinder Bruinsma (St. Albans/England), Sekretär der im Sudan zuständigen Trans-Europa-Abteilung der Freikirche, haben die dortigen Geistlichen nur eine einfache theologische Ausbildung. Ausserdem arbeiteten einige von ihnen in entlegenen Orten, so dass sie kaum die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Kollegen hätten. Manche mussten eine Woche reisen, um Khartum zu erreichen. Die Fortbildung befasste sich mit Grundfragen des christlichen Glaubens, wie Inspiration und Autorität der Bibel, Trinität, Erlösung durch Christus, Person und Dienst des Heiligen Geistes sowie dem Sabbat als wöchentlichem Ruhetag. Die Referenten kamen aus England und Zypern. Aufgrund des Bürgerkrieges haben die Adventisten im Sudan zwei Kirchenleitungen. Die Sudanmission mit 4 600 erwachsenen getauften Mitgliedern in 21 Gemeinden im arabisch-islamisch geprägten Norden des Landes wird von Khartum aus verwaltet. Die Süd-Sudanmission umfasst 2 600 Adventisten in vier Gemeinden im christlich-afrikanisch geprägten Süden. Deren Kirchenleitung befindet sich in Arua im Norden Ugandas.

back (1'229 Zeichen)

Adventistischer Leiter in Ruanda setzt auf Versöhnung uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 05.05.1999 / APD

Der neue Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Ruanda, Pastor Amon Rugelinyange, kennt das Leid aus persönlicher Erfahrung. Während eines Besuches der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) in Silver Spring, Maryland/USA, schilderte er, dass es schon vor dem Völkermord in seinem Land Übergriffe der Regierung gegen sogenannte "verdächtige Personen" gegeben habe. Als Angehöriger der Tutsi-Volksgruppe wurde Rugelinyange bereits 1990 inhaftiert. "Ich erwartete den Tod, aber Gott rettete mich. Ich glaubte, dass mein Dienst als Geistlicher nun zu Ende sei, doch ich konnte noch viel mehr tun. Ich durfte Gottesdienste im Gefängnis halten. Zweimal am Tag predigte ich vor 800 Häftlingen. Als ich sechs Monate später freigelassen wurde, fragte mich der Gefängnisdirektor, ob ich nicht bleiben wolle, da ich hier dringend benötigt würde. Noch heute habe ich Kontakt mit ehemaligen Mithäftlingen."

Als am 20. April 1994 das Morden begann, konnte Pastor Rugelinyange von einer Dienstreise nicht mehr nach Hause zurückkehren, um sich über das Schicksal seiner Familie zu informieren. Ein adventistischer Gemeindeältester, der selbst Hutu ist, versteckte ihn und rettete sein Leben. "Die nächsten 40 Tage musste ich mich verbergen. Ich wurde von Hutus, die alle unserer Kirche angehören, in sechs verschiedenen Häusern versteckt. Gott hat in jedem Stamm seine Leute." Erst danach erfuhr der Geistliche, dass Soldaten im Mai seine Frau, seine drei Kinder und neun Enkelkinder umgebracht hatten. Nach dem Völkermord kehrte er in seinen Heimatort Gitwe zurück. Doch er wollte nicht Rache üben, wie manche befürchteten, sondern seinen Dienst fortsetzen, der in der Aussöhnung der Volksgruppen bestand.

"Ich bin Christ und kann weder Rache noch Vergeltung unterstützen", sagte Rugelinyange. "Meine Aufgabe als Leiter der adventistischen Kirche in Ruanda ist es mit allen Menschen zusammenzuarbeiten, denn wir sollten daran denken, dass wir alle Brüder und Schwestern durch Christus sind. Der Prozess der Aussöhnung und Vergebung braucht eine lange Zeit, aber wir sehen schon jetzt erfreuliche Ergebnisse. Unsere Kirche nimmt jedes Jahr um 20000 Menschen zu, so dass es in Ruanda jetzt über 350 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten gibt. Die neuen Gläubigen kommen aus allen bisher verfeindeten Volksgruppen. Gott hat uns von der Finsternis wieder ins Licht geführt."

back (2'447 Zeichen)

Neues freikirchliches Forschungsgebiet: Religionsgeografie In Ostdeutschland bilden Religionslose die stärkste "Konfession" uparrowprint druckenemail versenden

Hattingen/Deutschland, 05.05.1999 / APD

- Die rund 600 Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten sind von allen Freikirchen am gleichmässigsten über Deutschland verteilt. Darauf hat der Geologe Prof. Dr. Reinhard Henkel (Heidelberg) auf der Jahresversammlung des Vereins zur Förderung und Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie (VEfGT) in Hattingen bei Bochum hingewiesen. Henkel stellte den 60 Fach- und Laienhistorikern das neue Forschungsfeld der Religionsgeografie vor. Zu den Adventisten gehören rund 35.000 Mitglieder in Deutschland. Laut Henkel wäre es eine interessante Forschungsaufgabe, zu überprüfen, ob die Verteilung zufällig oder durch Missionsstrategien zustande gekommen sei. Der Wissenschaftler hat Deutschland in 97 Raumordnungsregionen unterteilt. Mit Ausnahme von der Oberpfalz ist der 87.000 Mitglieder zählende Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden/BEFG) mit mindestens einer Gemeinde in allen Regionen vertreten. Allerdings befänden sich 56 Prozent der BEFG-Gemeinden in städtischen Ballungsgebieten, während in ländlichen Räumen nur neun Prozent der Gemeinden angesiedelt seien. Die Evangelisch-methodistische Kirche ist in 27 Regionen und der Bund Freier evangelischer Gemeinden in 32 Regionen nicht vertreten, so Henkel.

Für besonders auffällig hielt Henkel die hohe Zahl der Religionslosen in den neuen Bundesländern. Sie stellten dort inzwischen die "dritte Konfession". In jeder Raumordnungsregion im Osten sei die Zahl der Konfessionslosen grösser als die Zahl der Protestanten. Nach Angaben von Henkel sind die Freikirchen in einigen Regionen besonders stark vertreten, etwa im Bergischen Land, in Ostfriesland, im Siegerland, im Voigtland und in Württemberg.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Diskussion über die Theologie der Heiligung. Dazu sagte der Vorsitzende des VEfGT, Prof. Erich Geldbach (Bochum), dass als Folge der Heiligung - dem Streben nach einem gottgefälligen Leben - im 19. Jahrhundert zahlreiche neue Freikirchen entstanden seien. Die Freikirchen in Deutschland haben rund 300'000 Mitglieder.

back (2'075 Zeichen)

Kalifornisches Herz-Team in Malaysia uparrowprint druckenemail versenden

Penang/Malaysia, 05.05.1999 / APD

Herzspezialisten der adventistischen Loma Linda Universität (Kalifornien) arbeiteten 12 Tage im Penang Adventist Hospital in Malaysia. Während dieser Zeit wurden 60 Kinder untersucht und 20 von ihnen sowie zwei Erwachsene am offenen Herzen operiert. Unter den Patienten befanden sich auch zwei Babys, die ohne Eingriff gestorben wären, so ein Krankenhaussprecher. Allen Operierten gehe es gut. Seit 1963 unternimmt die Loma Linda Universität regelmässig solche Einsätze in bestimmten Ländern, um einheimischen Chirurgen das nötige Know-How zu Operationen am offenen Herzen zu vermitteln.

back (587 Zeichen)

Adventistische Frauen mit eigener Homepage uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 05.05.1999 / APD

Eine eigene Homepage hat jetzt die Abteilung für Frauendienste der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten (Silver Spring, Maryland/USA). Die Adresse lautet http://www.jcg.com/wm.

back (208 Zeichen)

Religion + Staat

Spaniens Regierung wirbt für die Verwirklichung der Religionsfreiheit uparrowprint druckenemail versenden

Madrid, Washington, 05.05.1999 / APD

In Spanien sind die religiösen Minderheiten weiterhin diskriminiert. Vertreter der evangelischen Kirchen und Moslems haben kritisiert, dass die Regierung die in den Gesetzen verankerte Religionsfreiheit nicht respektiere. Die Regierung zeigt sich indes gesprächsbereit.

Im Vorfeld einer internationalen Konferenz über Religionsfreiheit, die vom 13. bis 16. Mai in Madrid stattfindet, sucht die spanische Regierung den Kontakt zu den Organisationen, die sich weltweit für Religionsfreiheit einsetzen. Eine Zweierdelegation von Spitzenbeamten aus dem spanischen Justizministerium traf Ende April in den USA mit Vertretern der "Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit" (IRLA) zusammen. Die IRLA trägt an der Konferenz von Madrid die Verantwortung für die Programmgestaltung. Bei den Vorbereitungsgesprächen in den USA unterstrich Alberto de la Hera, Leiter der Abteilung für religiöse Angelegenheiten im Spanischen Justizministerium, die Fortschritte, die in Spanien in Bezug auf die Religionsfreiheit gemacht worden seien. Das Madrider Treffen werde dazu dienen, das Verständnis für Religionsfreiheit in der Bevölkerung zu verankern, sagte de la Hera. Es sei sehr wichtig, die zu 90 Prozent katholische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Respektierung anderer Religionen ein grundlegendes Element für ein demokratisches und tolerantes Land sei. "Deshalb ist es mein Gebetsanliegen, dass dieses Treffen dazu hilft, unseren Mitbürgern die Bedeutung der Religionsfreiheit aufzuzeigen", meinte de la Hera wörtlich. Am 26. April führte die spanische Delegation auch Gespräche im Hauptquartier der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) in Silver Spring.

Die Benachteiligung betrifft die Protestanten in Spanien besonders in der Frage der Besteuerung der Religionsgemeinschaften und im Recht zur Gründung von kirchlichen Vereinigungen. Mariano Blazquez, Generalsekretär der Bund Evangelischer Religionsgemeinschaften in Spanien (FEREDE) wies auch darauf hin, dass die Rechtssprechung oft nicht wirklich unabhängig und dass der Zugang zu den Massenmedien für die evangelische Minderheit erschwert sei. Auf den kanarischen Inseln haben die lokalen Behörden der Heilsarmee die Genehmigung verweigert, ein Heim für bedürftige Kinder einzurichten. Dabei liessen die Behörden verlauten, die Heilsarmee sei eine destruktive Sekte mit dunklen Machenschaften.

Auch aus der moslemischen Religionsgemeinschaft kam es zu Klagen gegen den Staat. Mansur Escudero, Arzt und Leiter der Vereinigung islamischer Gemeinschaften in Spanien, berichtete über den Aufenthalt seiner Schwiegermutter in einem öffentlichen Spital. "Ein katholischer Seelsorger kam jeden Tag ins Zimmer und die Spitalbehörde weigerte sich ein über dem Bett der Patientin hängendes Kruzifix zu entfernen", sagte Escudero. In Spanien leben 450‘000 Moslems.

Am 16. April trafen zudem Regierungsvertreter von Spanien in Washington mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und amerikanischen Kongressabgeordneten zusammen. Dabei kamen auch die Vereinbarungen zwischen dem Spanischen Staat und den Religionsgemeinschaften zur Sprache. Vor allem die Schwierigkeiten für die Kirchengemeinschaften, die solche Vereinbarungen nicht unterzeichnet haben, wurden erörtert. Die Aussprache wurde teilweise vom STA-Mitglied Lee Boothby geleitet, der die Internationale Kommission für Gewissensfreiheit präsidiert. US-Politiker und Menschenrechtsvertreter bezeichneten die Aussprache, zu der neben der spanischen auch eine russische Delegation eingeladen war, als wichtigen und konstruktiven Dialog, welcher der Förderung der Religionsfreiheit in der ganzen Welt diene.

back (3'712 Zeichen)

Deutschland: Freikirchen bisher kaum im Bewusstsein der Politik uparrowprint druckenemail versenden

Witten/Deutschland, 05.05.1999 / APD

Die kirchliche Präsenz wird sich in Berlin, dem neuen Sitz der deutschen Bundesregierung, verdoppeln. Bisher sind nur die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die römisch-katholische Kirche mit Bevollmächtigten am alten Regierungssitz in Bonn vertreten. Künftig werden die "Deutsche Evangelische Allianz" (DEA) und die "Vereinigung Evangelischer Freikirchen" (VEF) ebenfalls in der Hauptstadt vertreten sein. Ab dem Jahr 2000 werden auch die deutschen Freikirchen ein eigenes Büro in Berlin führen.

Das Präsidium der VEF berief Mitte April in Witten den Geschäftsführer des Ökumenischen Institutes in Berlin, Dietmar Lütz, als Beauftragten am Sitz der Bundesregierung. Der baptistische Theologe, Mathematiker und Physiker erhält dafür einen Teilzeitauftrag. Nach Worten des VEF-Präsidenten, Bischof Walter Klaiber (Frankfurt am Main) von der Evangelisch-methodistischen Kirche, sind die Freikirchen mit ihren Anliegen bisher kaum im Bewusstsein der Politiker verankert. Die Berufung von Lütz muss noch von den elf Mitgliedskirchen der VEF bestätigt werden. Sie haben zusammen rund 250.000 Mitglieder, darunter beispielsweise Adventisten, Baptisten, Methodisten und Angehörige der Freien evangelischen Gemeinden.

back (1'244 Zeichen)

Kirchen in Botswana und Namibia begrüssen Friedensinitiativen der Regierungen uparrowprint druckenemail versenden

Kempton Park/Südafrika, 05.05.1999 / APD/lwi

Die christlichen Kirchen in Botswana und Namibia begrüssen die Unterstützung einer gemeinsamen Initiative für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit ihrer jeweiligen Regierungen. Grenzstreitigkeiten und Konflikte zwischen den beiden südafrikanischen Ländern bedürfen einer dauerhaften politischen Lösung.

Delegierte des Christenrats von Botswana (BCC) und des Kirchenrats in Namibia (CCN) trafen sich auf Einladung des Generalsekretärs des Lutherischen Weltbundes (LWB), Ishmael Noko, vom 14. bis 16. April in Kempton Park, Johannesburg. Sie würdigten in einem Kommuniqué und Aktionsplan die Entschlossenheit ihrer jeweiligen Regierungen, die seit langem geführten Grenzstreitigkeiten zu bereinigen. Zu diesem Zweck soll ein gemeinsames Team von Experten ernannt werden, das die Grenzen feststellen und nach erfolgreichem Abschluss der Initiative diese Angelegenheit an den Internationalen Gerichtshof (ICJ) weiterleiten soll.

Die Delegierten hoffen, dass die erwartete Entscheidung des ICJ von beiden Ländern angenommen und umgesetzt wird, damit ein friedliches Zusammenleben der Völker in Namibia und Botswana ermöglicht und die Bewahrung traditioneller Lebensstile gewährleistet wird.

Die diesjährige Zusammenkunft in Johannesburg, "Kempton Park II", ist die Fortsetzung von "Kempton Park I" im letzten Jahr. Der LWB hatte seinerzeit die Konferenz einberufen, um dazu beizutragen, die Grenzstreitigkeiten zwischen Namibia und Botswana zu schlichten. Damals hatten Delegierte der jeweiligen Räte Gelegenheit, gemeinsam die Insel Kasikili/Sedudu im Chobe-Fluss zu besuchen, wo die Konflikte besonders massiv zum Ausbruch gekommen waren.

Hauptthemen der Gespräche von "Kempton Park II" waren einerseits die Situation der Flüchtlinge und Asylanten, die vor kurzem aus der Caprivi-Region in Namibia nach Botswana geflohen waren, andererseits die Suche nach einer nachhaltigen Lösung sowohl für die entwurzelten Menschen, als auch für die lokale Bevölkerung dieser Region Namibias.

Da in dem Gebiet der Insel Kasikili/Sedudu und auch entlang dem Südrand der Caprivi-Region vor allem die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) präsent ist, versuchen BCC und CCN die Adventisten einzubinden, um mit Hilfe öffentlicher Medien die Verpflichtung beider Regierungen zu unterstützen, die ICJ-Entscheidung zu den Grenzkonflikten zu respektieren.

Die Räte haben den LWB gebeten, ein weiteres Treffen beider kirchlicher Gremien in Kasane, Botswana, noch vor der Entscheidung des ICJ einzuberufen, um gemeinsam die Topographie des Gebietes zu prüfen.

In Beratung und Zusammenarbeit mit den betreffenden Mitgliedskirchen, der Freikirche der Adventisten und geistlichen Vereinigungen, die in der Caprivi-Region vertreten sind, planen BCC und CCN Workshops für Pfarrer in diesem Gebiet. Sie sollen dazu befähigen, die Bevölkerung auf die erwartete Entscheidung des ICJ vorzubereiten und sie auf mögliche Auswirkungen und Konsequenzen der Gerichtsentscheidung aufmerksam zu machen.

Die jeweiligen Kirchenräte werden die Freikirche der Adventisten einladen, für ein gemeinsames Team einen Besuch des Dukwe-Lagers in Botswana sowie der Herkunftsorte der Flüchtlinge zu organisieren. Ziel dieses Besuches ist es, von den Flüchtlingen Informationen aus erster Hand über die Ursachen ihrer Flucht zu bekommen. Das Team wird sich auch mit den Bedingungen einer freiwilligen Rückkehr der Menschen befassen, wozu Stabilität, Sicherheit und die Einstellung der Bevölkerung vor Ort gehören.

In Beratung mit dem Amt der Hohen Kommissarin für Flüchtlinge (UNHCR), der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, anderen kirchlichen Gruppen und geistlichen Bruderschaften in der Caprivi-Region planen BCC und CCN eine kleine Gruppe von Flüchtlingen in ihre Heimatorte zu begleiten, damit diese Gruppe dann bei der Rückkehr in das Lager von Dukwe von ihrer Erfahrung berichten kann.

back (3'925 Zeichen)

Präambel des Deutschen Grundgesetzes: "Offen für viele Gottesvorstellungen" uparrowprint druckenemail versenden

München/Deutschland, 05.05.1999 / APD

Die Berufung auf Gott in der Präambel des Deutschen Grundgesetzes bedeutet nach Ansicht der Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach, "keine Verpflichtung des Staates auf das Christentum", meldet der Evangelische Pressedienstes "epd". Das Verfassungsgericht könne der Kirche "nicht zu Hilfe eilen, sollte die Religion an Bedeutung verlieren", erklärte Limbach bei den "Kanzelreden" der Evangelischen Akademie Tutzing.

In dem Begriff "Gott" der Präambel hätten auch andere Gottesvorstellungen als die des Christentums Platz. Der Begriff stehe nicht im Gegensatz zur staatlichen Bekenntnisneutralität, sondern drücke die Bindung an überstaatliche Normen aus, über die auch der Verfassungsgeber nicht verfügen könne. Die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes warnte davor, die Verfassung als Quelle moralischer Gebote zu interpretieren. Das Grundgesetz sei "kein Tugendkatalog", sondern schaffe Rechtssicherheit, heisst es im "epd"-Bericht.

back (1'034 Zeichen)

Ökumene

Orthodoxe Kirchen beklagen Leid und Unrecht im Kosovo-Krieg uparrowprint druckenemail versenden

Bensheim/Deutschland, 05.05.1999 / APD

Die Serbische Orthodoxe Kirche (SOK) setzt sich, nach Einschätzung des Konfessionskundlichen Instituts des Evangelischen Bundes in Bensheim, seit Beginn der Auseinandersetzungen im Balkan "gegen jede Art religiöser und ethnischer Diskriminierung wie auch gegen Menschenrechtsverletzungen und Repression" und für ein friedliches Zusammenleben aller Volksgruppen ein. Dies geht aus einer Erklärung von Bischof Artemije von Razka und Przren vom 2. März 1999 hervor. Als es noch diplomatische Verhandlungen gab, habe sich Patriarch Pavle beim französischen Aussenminister Hubert Vedrine dafür eingesetzt, dass einer Kirchendelegation bei der Konferenz vom Rambouillet ein Beobachterstatus eingeräumt werde. Leider wurde diese Bitte übergangen, schreibt der orthodoxe Referant des Instituts, Reinhard Thöle, in einer Medienmitteilung zum Kosovo-Krieg.

In Jugoslawien werde der SOK wie in den vergangenen Jahrzehnten so auch jetzt nicht gestattet, am politischen Leben teilzunehmen. Das Land werde von einem nicht-demokratischen Regime atheistischer Prägung beherrscht, das die nach dem Zusammenbruch des Kommunismus auseinanderstrebenden Teile Jugoslawiens zusammenhalten will. Bischof Arteije habe bereits am 18. Februar in einem Brief an die US-Aussenministerin Madeleine Albright davor gewarnt, dass eine NATO-Intervention des Milosevic-Regime stärken würde. Seit Beginn der NATO-Angriffe fordere die SOK zu Friedensverhandlungen auf.

Patriarch Pavle sprach sich in seiner Osterbotschaft vom 11. April für Lösungen aus, die beinhalten, dass "serbische Menschen im Kosovo in Frieden und Freiheit leben können, zusammen mit Albanern und allen anderen Menschen bei gleichen Rechten für alle."

Bei seinem Besuch in Belgrad erklärte der Patriarch der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK), Aleksij, in der Osternacht am 20. April: "Ich erhebe meine Gebete für diejenigen, die ihre Gesundheit und Haus und Hof verloren haben, für diejenigen, die in ihren Häusern vertrieben worden sind."

Auch der orthodoxe Athener Erzbischof Christodoulos bekundete in seinem Ostergruss vom 30. März an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) seine Betroffenheit wegen "des Verlustes von unschuldigen Menschenleben durch die Bombardierung von Städten, wegen Entwurzelung und Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat und wegen der Massen von Flüchtlingen, die wie eine riesige Flutwelle drohen, die Nachbarländer zu überfluten." Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartolomaios, hatte in einem Zeitungsinterview vom 5. April vor einem Nationalismus gewarnt, der "das Christentum benutze, um seine Ziele zu rechtfertigen."

Für die Serben ist das Kosovo mit ihrer nationalen Identität unauflöslich verbunden, schreibt das Bensheimer Institut. Das Kosovo war seit dem 13. Jahrhundert Kernland des zur Zentralmacht aufsteigenden serbischen Königreiches. In der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 unterlagen die Serben den Osmanen. Doch während der jahrhundertelangen osmanischen Fremdherrschaft blieb die Serbische Orthodoxe Kirche und ihr Patriarchat von Pec Hüterin des religiösen und nationalen Erbes. Aber auch die albanische Nationalbewegung betrachtet seit dem 18. Jahrhundert das Kosovo als Kernland ihrer politischen Identität. Unter dem Tito-Regime wurde das Kosovo zu einer autonomen Provinz. Die Bevölkerungsmehrheit verschob sich zugunsten der Albaner, die ihrerseits nun die Loslösung des Kosovo von Serbien betrieben. Kern des Konflikts ist nicht eine religiöse, sondern eine politisch-kulturelle Auseinandersetzung.

Nach Einschätzung von Thöle trifft "das Eingreifen des Westens in vielen traditionell orthodox geprägten Ländern auf ein antiwestliches Misstrauen, das dort seit der politischen Wende gewachsen ist und das auch zu anti-ökumenischen Stimmungslagen geführt hat." Die Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland sieht in ihrer Osterbotschaft die "Gefahr, dass die Bomben, die jetzt auf Jugoslawien fallen, nicht nur zahlreichen Menschen die Habe und sogar das Leben nehmen werden, sondern auch manche in langen Jahren mühsam gewachsene ökumenische Beziehung zwischen orthodoxen und westlichen Christen zerstören werden."

back (4'265 Zeichen)

Kanadas Evangelische Allianz wirbt für Zusammenarbeit mit Katholiken uparrowprint druckenemail versenden

Toronto, Kanada 05.05.1999/APD Die gemeinsamen christlichen Werte zwischen den Kirchen mehr in den Vordergrund stellen wollen die evangelischen Christen Kanadas in ihrer Beziehung zu den Katholiken. Die evangelischen Allianz von Kanada (EFC) thematisierte in ihrer Zeitschrift "Faith Today" das Verhältnis zum Katholizismus.

Er danke Gott vor allem für die vielen Gemeinsamkeiten, meint etwa Gary Walsh, Präsident der Evangelischen Allianz, nach einem Besuch beim katholischen Bischof in Ottawa. Trotz den Lehrunterschieden unterhält die evangelische Allianz regelmässige Kontakte mit den Katholiken über politische und gesellschaftliche Fragen, wie etwa die Abtreibung, die Familienpolitik oder die Sterbehilfe.

George Vandervelde, Leiter der EFC-Task Force für ökumenische Fragen, glaubt, dass der Dialog zwischen Evangelischen und Katholiken mindestens dazu hilft "einander zu verstehen und zu klären, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede es zwischen den beiden Konfessionen gibt". Dadurch könne auch vermieden werden, dass man Unwahrheiten verbreite. Wenn die evangelischen Christen etwas gegen den römischen Katholizismus redeten, sollten sie wenigstens wissen, dass sie etwas Wahres sagen. Um dies zu wissen, müsse man aber miteinander reden, sagte Vandervelde.

Unterschiede bleiben dennoch. Beispielsweise halten viele Protestanten die Anbetung Marias als Mittlerin oder Gottesmutter für eine Herabsetzung des Werkes Christi. Die Katholiken dagegen glauben, dass es ausserhalb ihrer Kirche kein Heil gebe - und einige Protestanten glauben das gleiche. Die Annäherung zwischen Katholiken und Protestanten wurde in den letzten Jahren durch die Ausbreitung von pfingstlichen Kirchen und durch die charismatische Bewegung in beiden Konfessionen gefördert. Die Evangelische Allianz von Kanada ist eine Vereinigung von 32 protestantischen Denominationen mit mehr als 1000 Kirchen und über 100 christlichen Organisationen. Die Allianz repräsentiert rund 2,5 Millionen protestantische Christen.

back (2'036 Zeichen)

Medien

Neue UKW-Station auf Jamaika uparrowprint druckenemail versenden

Mandeville/Jamaika, 05.05.1999 / APD

Mit "WIC Radio" nahmen die Siebenten-Tags-Adventisten in Mandeville auf der westkaribischen Insel Jamaika einen neuen Sender in Betrieb. Die 100 Watt UKW-Station kann auf der Frequenz 88.3 MHz von etwa der Hälfte der 2,5 Millionen Inselbewohner empfangen werden. Gesendet wird zur Zeit 8Stunden pro Tag. Laut Stationsleiter Dwayne Cheddar sollen bereits in wenigen Wochen die Programme rund um die Uhr ausgestrahlt werden. "WIC Radio" dient auch der praktischen Ausbildung von Studenten der adventistischen Nordkaribischen Universität Mandeville.

back (566 Zeichen)

Dritte adventistische Radiostation in Argentinien uparrowprint druckenemail versenden

Bahia Blanca/Argentinien, 05.05.1999 / APD

Ihre dritte Rundfunkstation in Argentinien haben die Siebenten-Tags-Adventisten in Bahia Blanca in Betrieb genommen. Der 300Watt UKW-Sender strahlt 24 Stunden täglich Programme aus und kann von allen 300000 Einwohnern empfangen werden. Die beiden anderen Radiostationen befinden sich in Cordoba und Rosario.

back (307 Zeichen)

"Radio Good News" wartet auf unbefristete Sendelizenz uparrowprint druckenemail versenden

Johannesburg/Südafrika, 05.05.1999 / APD

Die adventistische UKW-Station "Radio Good News" bei Johannesburg/Südafrika will erst wieder mit der Ausstrahlung von Programmen beginnen, wenn sie von der Independent Broadcast Authority (IBA) of South Africa eine unbefristete Lizenz erhält. Damit sei noch in diesem Jahr zu rechnen, erklärte ein Mitarbeiter von "Radio Good News". Verantwortliche der IBA hatten die Adventisten gebeten, ihre Sendungen wiederaufzunehmen. Sie wurden Ende November letzten Jahres eingestellt, da die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Betreiber befürchtete, künftig auch Beiträge ausstrahlen zu müssen, die sich mit ihrer Glaubensauffassung nicht vereinbaren liessen. Das in Gardenview, etwa 20 Kilometer ausserhalb von Johannesburg gelegene "Radio Good News" ging 1995 auf Sendung.

back (806 Zeichen)

ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch

ADRA koordiniert Flüchtlingshilfe in Albanien uparrowprint druckenemail versenden

Tirana/Albanien, 05.05.1999 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ist in neun Distrikten Albaniens für die Koordinierung der internationalen Hilfsmassnahmen für Kosovo-Flüchtlinge zuständig. Ein entsprechendes Abkommen wurde mit Vertretern des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) unterzeichnet. ADRA erhielt damit den Auftrag, in Kukës, Vlorë, Bajrum, Curri, Cibrë, Fier, Korçë, Berat und Gjirokastër die Versorgung von 100 000 Kosovo-Flüchtlingen mit anderen Hilfsorganisationen abzustimmen. ADRA selbst verteilt zur Zeit Lebensmittel an 6 600 Flüchtlinge in Korçë und je 3000 in Vlorë und Fier. Im April 1991 begann das adventistische Hilfswerk als erste westliche Nichtregierungs-Organisation mit der Arbeit in Albanien. Es verfügt über Büros und ein Lagerhaus in der Hauptstadt Tirana sowie über ein Verteilzentrum in Korçë.

back (834 Zeichen)

Kosovo-Flüchtlinge erhalten Hilfe von ADRA-Deutschland uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 05.05.1999 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Deutschland versorgt 40 000 Kosovo-Flüchtlinge, die in Mazedonien bei Gastfamilien untergekommen sind. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützt das Projekt mit 113 000 EURO. Drei Flugzeuge der Bundeswehr flogen für ADRA Hilfsgüter nach Skopje. Um Spannungen zwischen Mazedoniern und Kosovaren abzubauen, brachte ADRA-Deutschland ausserdem zwei Lastwagenladungen mit Hilfsgütern von Weiterstadt in die mazedonische Hauptstadt. Eine ist für bedürftige Einheimische bestimmt, die andere für ein Waisenhaus, das aufgrund der akuten Lage in Not geraten ist.

back (633 Zeichen)

Flüchtlingshilfe aus Grossbritannien uparrowprint druckenemail versenden

St. Albans/Grossbritannien, 05.05.1999 / APD

Skandinavische und britische Siebenten-Tags-Adventisten spendeten 140 000 EURO für die Versorgung von Kosovo-Flüchtlingen in Albanien durch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA. ADRA-Grossbritannien sandte 76 Tonnen Decken, Hygieneartikel, Nahrungsmittel, Kinderkleidung, Schuhe und 7,5 Tonnen Medikamente sowie ärztlichen Bedarf zur Verteilung nach Tirana. Die Britische Abteilung für Internationale Entwicklung (DFID) stellte ADRA-Grossbritannien 308 000 EURO für Flüchtlinge in Albanien zur Verfügung.

Die nordeuropäische Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten stellte der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Jugoslawien 45 000 Mark zur Verfügung. Von dem Geld sollen Hilfsgüter direkt aus Belgrad in den Kosovo gebracht werden. ADRA unterhält in Pristina ein Büro.

back (824 Zeichen)

Lastwagen für Hilfsgütertransporte in Albanien uparrowprint druckenemail versenden

Kopenhagen/Dänemark, 05.05.1999 / APD

Fünf Zehn-Tonnen-Lastwagen trafen mit fast 7000Decken von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Dänemark in der albanischen Hauptstadt Tirana ein. Sie werden an Flüchtlinge verteilt und die neuen Fahrzeuge für den Transport von Hilfsgütern innerhalb Albaniens verwendet. Die Dänische Entwicklungshilfeorganisation (DANIDA) stellte ADRA-Dänemark über 570 000 EURO zur medizinischen Betreuung von Kosovo-Flüchtlingen zur Verfügung.

back (452 Zeichen)

Hilfe für Kosovo-Flüchtlinge in Montenegro uparrowprint druckenemail versenden

Podgorica/Jugoslawien, 05.05.1999 / APD

Insgesamt 22 Tonnen Nahrungsmittel, Babynahrung, Windeln, Kleidung, Matratzen und 1 000 Decken brachte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Tschechien nach Podgorica in der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro. Die Verteilung an die Kosovo-Flüchtlinge übernahmen ADRA-Montenegro und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Rudolf Reitz, Direktor von ADRA-Tschechien, besuchte Flüchtlinge in Rosaj und Ulzinj, die in Fabrikhallen wohnten. Sie würden zwar mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt; problematisch seien jedoch die sanitäre Situation und der Mangel an Hygieneartikeln.

back (626 Zeichen)

Weltweite Hilfe für Kosovo-Flüchtlinge uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 05.05.1999 / APD

Weltweit helfen die Siebenten-Tags-Adventisten den Kosovo-Flüchtlingen. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International sandte aus den USA Medikamente im Wert von 118 000 EURO nach Albanien. ADRA-Italien schickte einen Container mit Reis nach Skopje/Mazedonien. ADRA-Schweiz stellte 13 Tonnen Kleidung zur Verfügung. Die schwedische und norwegische ADRA-Organisation stellten 30 000 beziehungsweise 59 000 EURO zur Verfügung. ADRA-Neuseeland steuerte 30 000 EURO bei. Ungarns Adventisten spendeten 2 100 EURO und die Adventisten Pakistans 1 000 EURO.

back (576 Zeichen)

Kleidung für Wirbelsturmopfer in Nicaragua uparrowprint druckenemail versenden

Managua/Nicaragua, 05.05.1999 / APD

Kleidung verteilte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA im Norden Nicaraguas an 160 000 Opfer des Wirbelsturmes "Mitch", der im Oktober 1998 ganze Landstriche verwüstete. Die 14tägige Verteilaktion fand in über 500 Kommunen statt. Wegen der Zerstörung vieler Brücken waren zahlreiche Dörfer nur schwer erreichbar, berichtete der Direktor von ADRA-Nicaragua, Anthony Stahl. Die Kleidung wurde in den USA gesammelt und von ADRA-International zur Verfügung gestellt.

back (496 Zeichen)

Bibel

20 Millionen Bibeln in China gedruckt uparrowprint druckenemail versenden

Reading/Grossbritannien, 05.05.1999 / APD

Die Amity Printing Company der Chinesischen Bibelgesellschaft in Nanjing (Nanking) hat seit ihrer Gründung im Jahre 1987 jetzt die zwanzigmillionste Bibel in China gedruckt. Wie der Weltbund der Bibelgesellschaft (Reading/England) mitteilte, sei dort auch die Herstellung von 1000 chinesischen Bibeln in Blindenschrift geplant. Jede dieser Bibeln umfasse 32 Teile.

back (364 Zeichen)


Impressum Top

Nachrichtenagentur APD
(Adventistischer Pressedienst)
Postfach 104
CH-4020 Basel
E-Mail: APD-CH(at)apd.info
Web: http://www.stanet.ch/APD/

Herbert Bodenmann (verantwortlich), Journalist SFJ
Christian B. Schäffler, Journalist SFJ
Tel: +41 61 311 73 70

© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland). Kostenlose Textnutzung nur unter der Bedingung der eindeutigen Quellenangabe "APD". Das © Copyright an den Agenturtexten verbleibt auch nach ihrer Veröffentlichung bei der Nachrichtenagentur APD.

APD ® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.