APD-Informationen 07/1999
- Schweiz
- International
- Adventistin im Kosovo ermordet
- Zum Schutz ihres Gemeindezentrums in Grosny geblieben
- Adventisten sollen Afghanistan helfen
- Glaube wichtiger als Fussball
- Bibelkurs für Russischsprechende
- Christen "Widerstandsbewegung" gegen Gleichgültigkeit und Resignation - erfolgreicher Studienabschluss an Theologischer Hochschule Friedensau
- Erfolgreicher Abschluss am adventistischen Schulzentrum Marienhöhe
- Britische Kirchenführer: Entsagt dem Internet und fastet
- Religion vor Sex im Internet - Auch Gott hat eine Internet-Adresse
- Religion + Staat
- Ökumene
- ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
- Medien
- Kommentare
- Impressum
Schweiz
Internationaler Kongress der Adventjugend mit Schweizer Beteiligung

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Basel, 27.07.1999 / APD
"2000 Gründe zu glauben" lautet das Motto des internationalen Kongresses der Adventjugend vom 27. bis 31. Juli in Lissabon, an dem über 4 000 Teilnehmer aus Europa und Übersee, darunter 225 aus der Schweiz und 1 074 aus Deutschland, teilnehmen. Der Jugendkongress findet im Mehrzweckpavillon des am Fluss Tejo gelegenen Geländes der Weltausstellung "EXPO'98" statt.
Verschiedene Workshops sollen den Jugendlichen helfen "neue Dimensionen des persönlichen Glaubens" zu entdecken. Hauptredner ist der Redaktionsleiter des Advent-Verlages in Lüneburg (Deutschland), Pastor Eli Diez. Gegenüber dem Pressedienst APD sagte Diez: "Der Jugendkongress soll für die Jugendlichen eine Zeit der geistlichen Erfrischung und der Zurüstung für das weitere Leben im neuen Jahrtausend sein."
Auf dem Veranstaltungsprogramm stehen neben den Workshops vor allem Musik, Kultur, Gebet, Sport und Gelegenheit zu internationalen Begegnungen. Die Adventjugend will mit dem europäischen Treffen zur Verständigung der Jugend untereinander beitragen.
Die Jugendorganisation der Adventisten, die "Adventjugend", wurde 1907 im waadtländischen Gland gegründet. In fast jeder der rund 60 adventistischen Kirchengemeinden in der Schweiz gibt es eine aktive Jugendgruppe. Mit der praktischen Jugendarbeit will die protestantische Freikirche in erster Linie die Familie als Grundzelle der Gesellschaft stärken.
Seminar Schloss Bogenhofen - seit 50 Jahren adventistische Ausbildungsstätte für die Schweiz und Österreich

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Basel, 27.07.1999 / APD
Sein 50jähriges Bestehen begeht Ende Juli das Seminar Schloss Bogenhofen der Siebenten-Tags-Adventisten bei Braunau am Inn (Österreich). Bis 1939 besuchten die meisten österreichischen Studenten die adventistischen theologischen Seminare Friedensau bei Magdeburg und Marienhöhe, Darmstadt. Nach dem Krieg war dies aufgrund der politischen Situation nicht mehr möglich. Deshalb kaufte die Freikirche 1949 das renovierungsbedürftige Schloss Bogenhofen, ein alter Adelssitz in Oberösterreich, das damals zur amerikanischen Besatzungszone gehörte. Am 30. November 1949 begann an der "Missionsschule" der Unterricht mit 22 Schülern und zwei Lehrern.
Im Jahre 1953 wurde das Seminar Schloss Bogenhofen zur "Inter-Unionsschule" erklärt und damit theologische Ausbildungsstätte der Adventisten in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Heute können die Studenten das Seminar mit dem akademischen Grad eines "Bakkalaureus der Theologie" verlassen. Seit 1951 gibt es in Bogenhofen den Sprachlehrgang "Deutsch als Fremdsprache" für ausländische Studenten. Das einjährige Unterrichtsprogramm schliesst mit einer Prüfung des Goethe Instituts. Das Obersstufenrealgymnasium Bogenhofen erhielt 1984 die staatliche Anerkennung, geht jedoch mit seinem Maturalehrgang bereits auf das Jahr 1959 zurück. Im Studienjahr 1998/99 gab es an der Bildungsstätte insgesamt 134 Studenten und Schüler. Davon hatten 49 Theologie belegt, 15 waren in der Sprachschule eingeschrieben und 70 besuchten das Gymnasium.
(Hinweis der Redaktion: Der geschichtliche Überblick "50 Jahre Seminar Schloss Bogenhofen" findet sich unter der Rubrik "Blick zurück".)
Gesetzlicher Schutz für den Sonntag kann Religionsfreiheit gefährden

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Basel/Schweiz, 27.07.1999 / APD
Der in den USA lehrende adventistische Kirchenhistoriker Samuele Bacchiocchi hat sich in einem Gespräch mit dem APD für die Kontinuität von Inhalt und Bedeutung des Sabbats eingesetzt und mit dem Pastoralbrief "Dies Domini" von Papst Johannes Paul II. auseinandergesetzt.
Samuele Bacchiocchi ist der erste Nichtkatholik, der an der Gregoriana, einer der Päpstlichen Universitäten in Rom, promoviert hat. Seine Doktorarbeit unter dem Titel "Vom Sabbat zum Sonntag" befasst sich mit den geschichtlichen und theologischen Aspekten des biblischen Ruhetags und wurde von der Gregoriana mit "Summa cum Laude" bewertet. Die Arbeit ist vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil Bacchiocchi Zugang zu den vatikanischen Archiven hatte. Der Kirchengeschichtler kommt in der 1977 von der Gregorianischen Universitätsdruckerei veröffentlichten Dissertation zum Schluss, dass die Einführung des Sonntags nicht theologische, sondern geschichtliche Gründe habe.
Das wichtigste Argument für das Halten des Sabbats des heutigen Samstags, ist für ihn die heilsgeschichtliche Kontinuität. Das Kreuz bildete zwar nach herkömmlicher Auffassung schon in der alten Kirche die Trennlinie zwischen Judentum und Gesetz, dem Halten des Sabbats auf der einen und Gnade und Glauben, verbunden mit dem Sonntag, auf der anderen Seite. Doch Bacchiocchi beruft sich auf zahlreiche katholische und evangelische Theologen, welche vielmehr die Kontinuität der Heilsgeschichte vom Judentum zum Christentum herausstreichen. Sie betonen zum Beispiel, dass die 3 000 Gläubigen zu Pfingsten ganz klar Juden waren, die an den Messias Jesus glaubten. Auch später habe man in der Apostelgeschichte zwischen gläubigen und ungläubigen Juden unterschieden.
Erst danach sei es unter dem römischen Kaiser Hadrian (117-138) aus politischen Gründen zu einer Trennung von Kirche und Synagoge gekommen. Als Folge der jüdischen Aufstände vor und nach der ersten Jahrhundertwende, habe Hadrian eine antijüdische Gesetzgebung erlassen, die nicht nur ein faktisches Verbot des jüdischen Glaubens, sondern auch des Sabbats bedeutete. Das Verbot des Sabbats bewog den Bischof von Rom, Vorläufer der späteren Päpste, die Initiative für die Verlegung des christlichen Feiertags auf den Sonntag und von Passah auf den Ostersonntag zu ergreifen. Für die damaligen aus dem Heidentum stammenden Christen sei es nicht sinnvoll gewesen, sich mit den Juden weiterhin zu solidarisieren und für das Halten des Sabbats zu leiden. Damit geschah gleichzeitig eine Distanzierung vom Judentum und eine Annäherung an die römische Religiosität, für welche damals der Sonnengott aus dem Mithras-Kult eine zentrale Rolle spielte. Unter Kaiser Konstantin wurde dann 321 der Sonntag zum offiziellen Feiertag im römischen Reich bestimmt.
Bacchiocchi widersprach Papst Johannes Paul II. deshalb energisch, weil dieser in seinem Pastoralbrief "Dies Domini" vom 31. Mai 1998 die Sonntagsfeier bekräftige und sie unter anderem damit begründete, die Christen hätten von Anfang an die Auferstehung Christi am ersten Wochentag gefeiert. Gegenüber dem APD erklärte er, die Bemerkung von Eusebius von Cäsarea im Jahr 325, die ersten Christen hätten am Sonntag die Auferstehung Christi gefeiert, dürfe nicht überinterpretiert werden. Es habe sich lediglich um einen Gottesdienst am frühen Morgen gehandelt, bevor die Christen wie alle andern zur Arbeit gegangen seien. Eine Liturgie zur Feier der Auferstehung Christi habe es ausserdem nicht gegeben.
Bacchiocchi empfindet zwar Sympathie für die theologischen und soziopolitischen Argumente des Papstes. Diese dürften aber nicht vom Sabbat einfach auf den Sonntag übertragen werden. Widerspruch legt der Kirchenhistoriker vor allem gegen die vatikanische Forderung ein, den Sonntag gesetzlich besser zu schützen. Solche Gesetze bedeuteten faktisch eine Diskriminierung von Juden und sabbathaltenden Christen sowie von Moslems. Die USA hätten dies erkannt, wenn sie heute an einem Gesetz arbeiteten, das unter dem Aspekt der Religionsfreiheit die Arbeitgeber auffordere, den Anhängern der verschiedenen Religionen jeweils den Tag freizugeben, der ihnen heilig sei.
Die Bestrebungen des Papstes seien aus katholischer Sicht zwar verständlich, weil der Besuch der Sonntagsmesse für den Katholiken heilswichtig sei. Ein gesetzlich geschützter Sonntag führe jedoch - wie die Gottesdienstbesuchszahlen zum Beispiel in Italien, Deutschland oder gar Skandinavien zeigten - nicht zu einem guten Gottesdienstbesuch. Für wichtig hält Bacchiocchi dagegen eine "moralische Revolution": "Nur wenn wir uns an die Bedeutung des Sonntags als einem Tag der physischen, psychischen und spirituellen Erneuerung erinnern, wird sich etwas ändern." Die Menschen müssten begreifen, dass der Sabbat nicht nur eine gute soziopolitische Einrichtung sei, sondern "eine von Gott zu unserem Wohl gesetzte Anordnung, die eine starke moralische Überzeugung voraussetzt." Christen seien deshalb aufgefordert, ihren Sabbat oder Sonntag - welche Tätigkeiten immer sie damit verbänden - bewusst als einen Tag für Gott und nicht allein für sich selbst zu begehen.
Keine Panikmache mit Y2K-Problem

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Basel, 27.07.1999 / APD
Einem von vielen prophezeiten Computer-Crash am 1. Januar 2000, dem sogenannten Y2K-Problem (abgekürzt von "year two kilo"), sieht Pastor Eli Diez, Redaktionsleiter des Advent-Verlages (Lüneburg), in einem Artikel der adventistischen Zeitschrift "Zeichen der Zeit" gelassen entgegen. Panikmache könne lediglich den Effekt haben, durch eigenes Verhalten genau das herbeizuführen, wovor man sich fürchte. Wenn beispielsweise alle aufgrund dieser Ängste anfingen, plötzlich ihre Sparguthaben abzuheben, wären die Banken schnell zahlungsunfähig.
Wichtig für ihn als Christ sei nicht, was Wirtschaft oder Technik vermuten, ebensowenig das, was "Zeitansager" in manch frommer Endzeitliteratur vorhersagten oder befürchteten, sondern das, was Gott in seinem Wort sage. Zwar äussere sich die Bibel nicht über das Y2K-Problem, aber sie gebe klare Antworten auf konkrete und existentielle Fragen, die damit verbunden seien. Das Computer-Problem als Anhaltspunkt für die Datierung des Weltendes mit dem Jahr 2000 zu verbinden, sei nicht nur pure Spekulation, sondern widerspreche eindeutig den Aussagen Jesu. Er habe unmissverständlich davor gewarnt, diesen Zeitpunkt berechnen zu wollen, da dieses Wissen nur Gott vorbehalten sei.
Jesus Christus habe zwar Erkennungsmerkmale der letzten Zeit beschrieben, die auf die Nähe seines Kommens hinweisen sollten, doch diese "Zeichen der Zeit" seien nicht dazu gedacht, über "Zukunftsfahrpläne" zu spekulieren, sondern um die Zeit zu verstehen, in der wir leben, und das Vertrauen in Gottes Wort zu festigen. Die meisten Menschen, so Diez, fürchteten sich vor dem Ende der Welt. Für Christen, die Jesus und seinem Wort vertrauten, stehe aber nicht das Ende der Welt, sondern die Wiederkunft Jesu und damit der Anfang seiner neuen Welt im Mittelpunkt. Es sei laut Heiliger Schrift eine Welt, in der es weder Leid noch Krankheit noch Tod geben werde. Deshalb wollten die prophetischen Beschreibungen der Bibel nicht Angst einjagen, sondern Hoffnung wecken. Das Wort Gottes warne allerdings davor, so in den Tag hineinzuleben, als hätten wir unendlich viel Zeit. Jesus habe gesagt, dass er für alle Menschen überraschend schnell wiederkomme und wir darum jeden Tag bereit sein sollten.
Pastor Diez ist zwar gespannt, was sein Computer am 1. Januar 2000 mache. Er rechne auch mit Problemen in vielen Bereichen unserer hochtechnisierten und vernetzten Welt. Deshalb bete er um Weisheit für alle, die Entscheidungen zu fällen und Vorsorge zu treffen hätten. Aber er habe keine Angst, weil er einem vertraue, der weiser und vorsorglicher sei als alle Computerexperten der Welt zusammen: "Gott, der seine Geschöpfe immer noch liebt."
International
Adventistin im Kosovo ermordet 
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Belgrad/Jugoslawien, 27.07.1999 / APD
Die serbische Adventistin Mileva Vujoservic (65) wurde in Pec /Kosovo vor ihrem Haus von Angehörigen der UÇK-Miliz ermordet. Ihr Mann Branko, ein Laienprediger und Gemeindeältester, hatte die Nacht in der örtlichen Adventkapelle verbracht, um sie vor Vandalismus zu schützen. Er fand seine Frau am nächsten Morgen tot auf und verständigte sofort die KFOR-Schutztruppe, die den Leichnam zum Friedhof in der Nähe des bisherigen Amtssitzes des serbischen Patriarchen brachte. Dort wurde sie noch am gleichen Tag von einem orthodoxen Bischof beerdigt. Dies sei sehr ungewöhnlich, betonte der Vorsteher der jugoslawischen Siebenten-Tags-Adventisten, Radisa Antic (Belgrad), da die Ermordete dieser Kirche nicht angehörte. Sie liess sich bereits im Alter von 15 Jahren taufen und war seitdem Mitglied der evangelischen Freikirche. Sie hinterlässt neben ihrem Mann zwei Söhne, unter ihnen ein adventistischer Pastor, und eine Tochter.
"Ich bin über diese Grausamkeit an einer einfachen Frau sehr erschüttert", sagte Vorsteher Antic. "Als Adventisten verurteilen wir jede Greueltat, ob sie nun von Serben oder Albanern im Kosovo verübt wird. Wir rufen Staatsmänner und alle Menschen guten Willens auf, sich dafür einzusetzen, dass wieder Frieden in dieser Region herrscht." Branko und vier weitere serbische Adventisten wurden von KFOR-Soldaten in die Provinzhauptstadt Pritina gebracht, wo sie in der Wohnung des adventistischen Pastors Nikola Aslimovski eine Bleibe fanden.
Laut Antic versucht die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Jugoslawien den etwa 100 000 serbischen Kosovo-Flüchtlingen in den Städten Kraljevo, Kragujevac, Cacak, Aleksinac und Cuprija mit dem Lebensnotwendigsten beizustehen. An den Fernstrassen verteilt sie Lebensmittelpakete an Flüchtende und unterhält in Belgrad, Novi Sad und Ni Suppenküchen. Das adventistische Hilfswerk hat bisher 100000 Flüchtlinge in Albanien und je 40 000 in Mazedonien und Montenegro mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgt, jetzt steht es im Kosovo im Einsatz.
Während des Kosovo-Krieges wurden die adventistische Pastorin Dijana Daka und drei Gemeindeglieder von der jugoslawischen Armee vertrieben. Sie galten bereits als vermisst und tot, doch ihnen gelang die Flucht nach Kukës/Albanien. Vier weitere albanische Adventisten konnten von der Freikirche bei serbischen Glaubensangehörigen in Pritina in Sicherheit gebracht werden.
Zum Schutz ihres Gemeindezentrums in Grosny geblieben

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Moskau/Russland, 27.07.1999 / APD
Nur noch etwa 15 Siebenten-Tags-Adventisten halten sich in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny auf. Laut Pastor Bogdan Kachmar (Moskau), Kommunikationsabteilungsleiter der protestantischen Freikirche in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), seien sie zurückgeblieben, um ihr dortiges Gemeindezentrum vor Vandalismus zu schützen. Ein Geistlicher befinde sich nicht darunter. Hin und wieder besuche ein Seelsorger aus Mineralnyye Vody/Russland die kleine Gruppe Gläubiger. Im letzten Jahr empfahl die adventistische Kirchenleitung ihren Mitgliedern, Tschetschenien zu verlassen und sich in anderen Gebieten der Russischen Föderation anzusiedeln. Wachsende Kriminalität, Verarmung und zunehmende Isolierung der Christen durch die Islamisierung des Landes waren die Gründe für diesen Rat. Seit Beendigung des Bürgerkrieges im August 1996 wird die Republik von bewaffneten Banden heimgesucht, die auch Ausländer und Geistliche entführen, um Lösegeld zu erpressen oder sie zu töten. Ursprünglich lebten 130Siebenten-Tags-Adventisten in Grosny.
Adventisten sollen Afghanistan helfen

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Kabul/Afghanistan, 27.07.1999 / APD
Die Taliban-Regierung in Afghanistan hat die kalifornische Loma Linda Universität der Siebenten-Tags-Adventisten gebeten, dem Land zu helfen. Unter anderem soll sie beim Wiederaufbau der Medizinischen Fakultät der Kabuler Universität mitwirken. Erziehungsminister Mawlawi Hamdullah Nomani empfing eine Delegation der adventistischen Hochschule, um Möglichkeiten der Hilfe zu erörtern.
Glaube wichtiger als Fussball

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Palma de Mallorca/Spanien, 27.07.1999 / APD
Der argentinische National-Torhüter Carlos Roa hat aus religiösen Gründen seine glanzvolle Karriere beendet. Wie der 29jährige, der beim spanischen Erstligisten Real Mallorca unter Vertrag steht, in Palma erläuterte, erlaube ihm sein Glaube nicht, an Samstagen Fussball zu spielen. "Dies ist der Tag, an dem Gott nach der Erschaffung der Welt ruhte", so Roa.
Der Argentinier gilt als einer der besten Torhüter der Welt. Während der Fussball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich hielt er beim Elfmeterschiessen den Schuss von David Batty, so dass England aus dem Wettbewerb ausschied und Argentinien ins Viertelfinale kam. Danach stand er auf der Wunschliste renommierter Klubs wie Real Madrid und Manchester United. Seit 1997 spielt Roa bei Real Mallorca. Mit seinen Paraden hatte er massgeblichen Anteil daran, dass der Provinzverein den spanischen Supercup gewann, ins Finale des Europacups der Pokalsieger vorstiess und als Dritter der spanischen Liga an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen darf. In Spanien wurde Roa gerade mit der Zamorra-Trophäe für den besten Torhüter der Saison ausgezeichnet. In der Primera Division hatte er in 35 Spielen nur 29 Gegentreffer hinnehmen müssen.
Der Sportler will sich den Siebenten-Tags-Adventisten anschliessen, einer weltweiten protestantischen Freikirche, deren Gottesdienste nicht am Sonntag, sondern am Samstag, dem biblischen Ruhetag (Sabbat), stattfinden. Schon in Argentinien hatte er zusammen mit seiner Frau Silvia häufig den Gottesdienst der adventistischen Gemeinde in Avellaneda nahe Buenos Aires besucht und seine Töchter Ayelen und Soraya in die dortige Grundschule der Freikirche geschickt. Wegen seiner vegetarischen Lebensweise bekam Roa von seinen Mitspielern den Spitznamen "Lechuga" (Salatkopf). Er trinke keinen Alkohol, verzichte auf Drogen, habe ausreichend Schlaf und immer eine Bibel in seinem Gepäck, bekannte er in einem Interview.
Bibelkurs für Russischsprechende

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Darmstadt/Deutschland, 27.07.1999 / APD
Das Internationale Bibelstudien-Institut der Siebenten-Tags-Adventisten, Darmstadt, hat den Bibelkurs = ? % ! a q 3 1 = [ ("Neues Leben") herausgegeben. Der Glaubenskurs für Russischsprechende umfasst acht Hefte mit insgesamt 24 Lektionen. Er ist beim Internationalen Bibelstudien-Institut, Am Elfengrund 66, D-64297 Darmstadt, kostenlos erhältlich.
Christen "Widerstandsbewegung" gegen Gleichgültigkeit und Resignation - erfolgreicher Studienabschluss an Theologischer Hochschule Friedensau

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Magdeburg/Deutschland, 27.07.1999 / APD
"Grosse Dinge fangen mit dem ersten Schritt an", sagte der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, beim Festakt zum einhundertjährigen Bestehen Friedensaus, einer hauptsächlich von Siebenten-Tags-Adventisten bewohnten politischen Gemeinde, 30 Kilometer östlich von Magdeburg. Es sei 1899 für die damaligen Adventisten ein "mutiger Entschluss" gewesen, ein einsam gelegenes Areal zu erwerben, um eine theologische Ausbildungsstätte zu errichten. "Hoffnungsvolle Geduld", zeichne oft Christen aus. Sie seien damit eine "Widerstandsbewegung" gegen Gleichgültigkeit, Fatalismus und Resignation. Christen sollten Leute sein, die durch ihr Leben zeigen, dass der Eindruck falsch ist, "man könne doch nichts verändern". Natürlich sei es nicht einfach, in einer Welt, die "ganz anders gestrickt ist", zu überleben, so der Ministerpräsident. Angesichts des Ersten und Zweiten Weltkrieges, der NS-Zeit und dem Sozialismus in der DDR brauchte Friedensau eine "Überlebensstrategie". Es mag sein, dass der Widerstand sich nicht immer "ganz so deutlich zeigte". Doch bevor hier kritisiert werde, sollte man solch eine Situation erst selbst einmal erlebt haben, gab Höppner zu bedenken. "Friedensau überlebte durch das mutige Werk derer, die hier gearbeitet haben". Dass im Ersten und Zweiten Weltkrieg der Ort ein Lazarett beherbergte, zeige, dass es den Adventisten um den Menschen gehe.
Den graduierten Abgängern der Theologischen Hochschule Friedensau wünschte der Ministerpräsident die "schützende, bewahrende und schöpferische Hand Gottes" bei ihren künftigen Aufgaben. Auch nach der Wende im Jahre 1989 habe "Gott noch manche Überraschung für uns bereit, denn die Zukunft ist offen". Die heutigen Gesetzmässigkeiten, nach denen eine Welt zu funktionieren habe, müssten genauso wie damals im Sozialismus hinterfragt werden. Es sollten sich viele auf der Suche nach dem richtigen Weg machen und dabei im ständigen Dialog bleiben. "Denn es könnte sein, dass gerade der andere einen Hinweis auf diesen richtigen Weg gefunden hat."
Der Ministerpräsident des Nachbarlandes Brandenburg, Manfred Stolpe, der zu DDR-Zeiten in Friedensau Gastvorlesungen hielt, bedauerte in einem schriftlichen Grusswort nicht selbst am Festakt teilnehmen zu können. Er wünschte "dem Ort, der Hochschule und den Menschen, dass sie aus ihrer 100 Jahre alten Tradition die Kraft für die künftigen Aufgaben ziehen können". Christlich fundiertes Sozialengagement habe sich nicht überlebt, sondern werde an der Schwelle zum neuen Jahrtausend wichtiger denn je sein.
Insgesamt 40 Kandidaten beendeten ihr Studium an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau erfolgreich. Der Dekan des Fachbereichs Theologie, Dr. Johann Gerhardt, verabschiedete neun neue Diplom-Theologen und zwei "Magister Theologiae". Einer von ihnen, Thomas Spiegler, wird ein Jahr lang als Theologielehrer in Tansania arbeiten. Eine Pastorin und elf Pastoren der Freikirche hatten in den letzten vier Jahren neben ihrer Arbeit ein Aufbaustudium absolviert und erhielten vom Rektor der Hochschule, Professor Dr. Udo Worschech, ebenfalls ihre Urkunden als Diplom-Theologen. Der Dekan des Fachbereiches Christliches Sozialwesen, Dr. Horst Rolly, beglückwünschte 15 neue Diplom-Sozial-Arbeiter und Diplom-Sozial-Arbeiterinnen. Zwei stammen aus der Ukraine, je einer aus Bulgarien und Kenia. Sie werden mit ihrem erworbenen Wissen ebenso in ihre Heimatländer wie der Ghanese John Tetteh als frischgebackener Magister Artium in Internationalen Sozialwissenschaften zurückkehren. Das Institut für Kirchenmusik unter Leitung von Professor Wolfgang Kabus konnte eine Studentin mit dem Propädeutikum entlassen. Die Diplomarbeiten der Theologiestudenten befassten sich unter anderem mit Themen, wie "Mission als gelebter Auftrag Jesu Christi", "'Befreiende' Gefängnisseelsorge", "Die religiöse und weltanschauliche Neutralität des Staates aus evangelischer Sicht am Beispiel des Kruzifix-Urteils des Bundesverfassungsgerichts" und "Entwicklung eines positiven Gottesbildes beim Kind als Ansatz zu einer präventiven Seelsorge".
Das 1899 gegründete Theologische Seminar Friedensau der Siebenten-Tags-Adventisten ist seit September 1990 staatlich anerkannte Theologische Hochschule. Ausserdem befindet sich in dem Dorf ein neuerbautes Altenpflegeheim.
Erfolgreicher Abschluss am adventistischen Schulzentrum Marienhöhe

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Darmstadt/Deutschland, 27.07.1999 / APD
Alle 59 Gymnasiasten und sechs Kollegiaten (zweiter Bildungsweg) des adventistischen Schulzentrums Marienhöhe, Darmstadt, legten das Abitur erfolgreich ab. Vier von ihnen bestanden die Reifeprüfung mit 1,0. Die Prüflinge des Gymnasiums hatten eine Durchschnittsnote von 2,2 und die des Kollegs von 1,75. Ausserdem erreichten 37 den Realschulabschluss, wovon zwölf in die gymnasiale Oberstufe wechseln. Die grosse Zahl der Neuanmeldungen erfordert die Einrichtung einer vierten elften Klasse im neuen Schuljahr. Die Realschule erhielt kürzlich die staatliche Erlaubnis zur Eröffnung der Klassen fünf und sechs. 75 Fünftklässler haben sich bereits für die Realschule und das Gymnasium angemeldet. Einen grossen Erfolg konnten die Marienhöher Schülerinnen und Schüler beim diesjährigen Europäischen Wettbewerb verzeichnen, der in den Kategorien Kunst und Aufsatz ausgetragen wurde. Unter mehr als 10 000 Einsendungen allein aus Hessen und 160 000 bundesweit gingen über 60 Preise an die Marienhöhe. Die adventistische Bildungsstätte besuchten im Schuljahr 1998/99 650 Schülerinnen und Schüler, die von 54 Lehrkräften unterrichtet wurden.
Britische Kirchenführer: Entsagt dem Internet und fastet

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London/Grossbritannien, 27.07.1999 / EMKNI/APD
Britische Bischöfe haben dazu aufgerufen, in den letzten Wochen vor dem Jahrtausendwechsel auf Internet-Surfen oder die Lieblingssendung im Fernsehen zu verzichten. Die so gewonnene Zeit solle zur Reflexion und zum Gebet genutzt werden, regten der Erzbischof von Canterbury, George Carey, und etwa 40 andere protestantische Kirchenführer an. Die Geistlichen kritisierten den materialistischen Charakter der geplanten Millennium-Feiern in Grossbritannien.
Joel Edwards, der Generaldirektor des Kooperationsverbunds "Evangelische Allianz", sagte: "Wir rufen alle Christen dazu auf, für 21 Tage zu beten und zu fasten, und in das dritte christliche Jahrtausend hineinzufeiern." Dabei müsse man Fasten nicht unbedingt als Hungerkur verstehen. Es gehe darum, sich Zeit für Gott zu nehmen.
Religion vor Sex im Internet - Auch Gott hat eine Internet-Adresse

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Basel, 27.07.1999 / APD
Die Kritik bestimmter christlicher Kreise, dass das Internet nur ein gottloser Tummelplatz von Pornographie sei, wird durch eine Stichwortsuche widerlegt. Wer beispielsweise im überwiegend englischsprachigen Internet bei der Suchmaschine Excite das Wort "God" eingibt, findet rund 679'000 Webseiten; mit "Porn" dagegen lediglich 481'000. Selbst mit dem Wort "Christian" (Christ oder christlich) wird man über 590'000 mal fündig, und beim Begriff "Religion" stösst man immerhin noch auf rund 420'000 Homepages. Bei anderen Suchmaschinen, die ihre eigene Vorgehensweise haben, um die Datenflut zu durchforsten, sind die Ergebnisse ähnlich. Bei Yahoo findet man 2'446 Einträge zu "God" aber nur 715 zu "Porn". Beim Webcrawler ist das Verhältnis 35'203 zu 29'679.
Im Internet lässt sich so ziemlich alles finden - von der Weltreligion bis zum skurrilen Einzelgänger. Mitglieder der Bahai-Religion, die durch die islamische Revolution im Iran heimatlos wurden, halten durch das World Wide Web die Verbindung untereinander aufrecht. Moslems und Buddhisten sind im Internet ebenso vertreten, wie strenggläubige Juden, die auf einer "koscheren" Webseite alles vermeiden, was ihrem Glauben widerspricht. Der Vatikan unterhält eine ganze Internet-Domain (www.vatican.va). Selbst Gott hat mit www.gott.de eine eigene Internet-Adresse. Sie bietet religiöse Inhalte und wird von einem "Einzelkämpfer" im bayerischen Peissenberg betrieben.
Religion + Staat
Nun doch Nachprüfung für adventistische Schüler in Rumänien

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Bukarest/Rumänien, 27.07.1999 / APD
Adventistische Schülerinnen und Schüler haben in Rumänien jetzt doch die Chance einer Nachprüfung im August. Am Samstag, dem 5. Juni fanden dort landesweit die Aufnahmeprüfungen zu Gymnasien und Berufsfachschulen statt. Davon waren laut dem Vorsteher der dortigen Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Adrian Bocaneanu (Bukarest), auch 840 Kinder und Jugendliche der protestantischen Freikirche betroffen. 634 von ihnen hätten sich geweigert, die Prüfung abzulegen, da der Samstag ihr biblischer Ruhetag (Sabbat) ist. Die Freikirchenleitung hatte sich zuvor vergeblich um die Verlegung des Prüfungstermins oder eine Ausnahmeregelung für ihre Schüler bemüht. Der Kultusminister betonte jedoch in einem Gespräch mit dem Vorsteher, dass es sich um eine national geregelte Angelegenheit handele, bei der es keinerlei Abweichung geben könne.
Laut Pastor Bocaneanu berichteten die Medien ausführlich über den Vorfall. Der Staats- und Senatspräsident hätten sich für die adventistischen Schülerinnen und Schüler eingesetzt und eine Nachprüfung an einem anderen Wochentag empfohlen. Auch der Ministerpräsident habe zugesagt, zusammen mit dem Kultusministerium eine Lösung zu finden. Jetzt teilte der Kultusminister der Freikirchenleitung mit, dass Ende August eine Nachprüfung für diejenigen vorgesehen sei, die die Prüfung im Juni nicht bestanden haben oder sich weigerten daran teilzunehmen. Die Prüfungstermine sind auf Montag, 23., Mittwoch, 25. und Donnerstag 26. August festgesetzt. In Rumänien gibt es 71 500 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1 052 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält ein theologisches Seminar, eine Klinik, eine Krankenpflegeschule, drei Gymnasien, ein Verlagshaus und vier Radiostationen. Seit 1870 ist sie im Land vertreten.
Ökumene
Evangelischer Theologe fordert Besinnung auf biblische Abendmahlstexte

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Tübingen/Deutschland, 27.07.1999 / APD
Der evangelische Theologe Eberhard Jüngel (Tübingen) hat in der Diskussion um die Abendmahlsgemeinschaft von Katholiken und Protestanten dazu aufgerufen, sich stärker auf die biblischen Ursprünge zu besinnen. Ökumenische Fortschritte liessen sich "nur durch einen unzweideutigen Rückgriff auf die Abendmahlstexte des Neuen Testaments" erreichen. Dann werde sich auch zeigen, dass im Abendmahl die angestrebte Einheit nicht nur ausgedrückt, sondern auch bewirkt werde. Entsprechende Formulierungen fänden sich sogar im römisch-katholischen Kirchenrecht.
Jüngel gestand zu, dass die Frage nach der Bedeutung des geistlichen Amtes für die gültige Feier der Eucharistie eine wichtige Rolle spiele. Nach evangelischer Auffassung sei Jesus Christus der "eine und einzige hohe Priester". Die strikte Unterscheidung von Priestern und Laien, wie sie die römisch-katholische Kirche kenne, bestehe nicht. Vielmehr werde das "allgemeine Priestertum aller Gläubigen" betont. "Voller Hoffnung", so Jüngel, könne er eine Forderung des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, wiedergeben. Dieser habe sich dafür ausgesprochen, die "sakramentalen Vollmachten" von einer tieferen Wurzel her zu verstehen. Jüngel verwies darauf, dass die Gültigkeit einer Eucharistiefeier, die von einem katholischen Geistlichen geleitet werde, von der evangelischen Kirche nicht angezweifelt werde. Abendmahlsgemeinschaft sei Protestanten "schon jetzt" möglich.
Neuer vatikanischer Einheitsratssekretär : "Abendmahlsgemeinschaft bald - Papstamt nicht absolut"

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Rom/Italien, 27.07.1999 / kipa/APD
Der neue Sekretär des päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Bischof Walter Kaspar gab in einem am 21. Juli im deutschen Osnabrück vorab veröffentlichten Interview mit nord- und ostdeutschen Kirchenzeitungen, seiner Hoffnung Ausdruck, das es möglichst bald zu einer Abendmahlsgemeinschaft von Katholiken und Protestanten komme.
Kaspar betonte, für die Gemeinschaft genüge es nicht, dasselbe nur gemeinsam zu tun. "Man muss auch dasselbe dabei denken, dieselbe Glaubensüberzeugung haben, sonst ist es Heuchelei", meinte der Bischof. Er warnte vor "falschem Ökumenismus" und einem illusorischen Optimismus, der die realen Schwierigkeiten überspringe.
Zum Papstamt sagte Kaspar, dieses sei im Laufe der Geschichte unterschiedlich praktiziert worden. Die gegenwärtige Form dürfe nicht verabsolutiert werde. Vielmehr stelle sich die Frage, wie das Petrusamt heute situationsgerecht und ökumenisch verträglich ausgeübt werden könne.
Polen: "Katholischer Glanz für protestantische Kirchen"

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Stuttgart/Deutschland, 27.07.1999 / APD
"In den protestantischen Kirchen Polens gibt es eine Tendenz zu einer konservativen Hochkirchlichkeit, die sich an der römisch-katholischen Kirche orientiert", sagte der Direktor des Polnischen Ökumenischen Rates (PÖR), Andrzej Wojtowicz, in einem Interview mit dem in Stuttgart erscheinenden "Informationsdienst Mittel- und Osteuropa" des Diakonischen Werkes der EKD. Dahinter stehe mehr oder weniger der Wunsch der protestantischen Kirchen, an dem "Glanz" der römisch-katholischen Kirche teilzuhaben. "Es ist der Versuch, sich zu katholisieren", stellte Wojtowicz fest. Diese Denkweise verhindere aber "den Demokratisierungsprozess in der Kirche, den wir dringend benötigen."
Als vordringliche Aufgabe der polnischen Kirchen nannte Wojtowicz: Die Öffnung für Menschenrechts- und Flüchtlingsfragen. Im Flüchtlingsproblem liege "gesellschaftlicher Sprengstoff", der mit Hilfe der Kirchen "entschärft" werden müsse. "Wir müssen lernen, dass sich soziale Aktivitäten in ihrer Wirkung nicht nur auf die Mitglieder der eigenen Konfession beschränken dürfen, sondern unabhängig von der Religionszugehörigkeit zu gewähren sind." Als Schwierigkeit auf dem Weg der kirchlichen Zusammenarbeit in Polen sieht der PÖR-Direktor "die Konfrontation mit einem neuen Nationalismus, der oft kirchlich untermauert wird."
Befragt über das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche, die dem Polnischen Ökumenischen Rat nicht angehört, meinte Wojtowicz: "Es gab eine lange Pause in den Kontakten zur katholischen Polnischen Bischofskonferenz (PBK). Vor kurzem erst wurde die gemeinsame Kommission des PÖR und der PBK neu besetzt. Eines der wichtigsten Themen dieses Gremiums ist die Frage der gegenseitigen Anerkennung der Taufe. " Wojtowicz kommt aber zu dem Schluss, "dass die katholische Kirche in Polen nicht sonderlich an der Ökumene interessiert ist."
Der Polnische Ökumenische Rat wurde 1945 gegründet. Er vertritt heute die Interessen von sieben Mitgliedskirchen, fördert die Beziehungen zwischen ihnen und koordiniert eine Vielzahl von theologischen und diakonischen Programmen.
Von den 38,6 Millionen Einwohnern Polens zählen sich über 90 Prozent zur römisch-katholischen Kirche.
ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch
Schweizer Solarküchen für Nordkorea

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Schocherswil (SG), 27.07.1999/APD Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea in Bern zwei Container mit Nahrungsmitteln, Saatgut und Material zur Herstellung von Solarküchen nach Pyöngjang gesandt. ADRA Schweiz hat ausserdem bei einer Nahrungsmittelfabrik in Australien zwei Tonnen Weetbix-Getreideflocken geordert und nach Nordkorea liefern lassen.
Im Juli hat ADRA Schweiz im Juni ein Koordinationsbüro in der nordkoreanischen Hauptstadt eröffnet, das vom Schweizer Ehepaar Albert und Vasilica Mettler geleitet wird. Büro-Leiter Mettler ist für die Verteilung der ADRA-Hilfsgüter in dem vom Hunger geplagten ostasiatischen Land verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Ausbildung von einheimischen Helfern für den Bau und Einsatz der Solarküchen, die in Schulen, Spitälern und in Waisenhäusern eingerichtet werden sollen. In einer ersten Etappe ist die Produktion von rund 1'000 Solarküchen in Pyöngjang geplant.
ADRA soll Hilfe im Kosovo koordinieren

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Silver Spring, Maryland/USA, 27.07.1999 / APD
Auf Bitten des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) wird die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA die Versorgung der in den Kosovo zurückkehrenden Flüchtlinge in Pritina und Umgebung koordinieren. Ein Büro wurde bereits in der Stadt eingerichtet. Sobald die KFOR-Truppen für die nötige Sicherheit sorgen können, will ADRA die Arbeit aufnehmen. Gegenwärtig stattet das adventistische Hilfswerk Rückkehrwillige in Kukës/Albanien mit einer einmonatigen Lebensmittelration, Hygieneartikeln und einer Plastikplane, die als Notunterkunft dienen kann, aus. Laut Sean Robinson (Tirana), Direktor von ADRA Albanien, will die Hilfsorganisation die Gesundheitsfürsorge in den albanischen Gebieten Vlore, Fier und Berat für die einheimische Bevölkerung fortführen.
Unterbringung der Rückkehrer grösstes Problem im Kosovo

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Weiterstadt/Deutschland, 27.07.1999 / APD
Wie die Mitarbeiter der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland im Kosovo berichten, stelle die Unterkunft der Rückkehrer derzeit das grösste Problem für die Menschen und Hilfsorganisationen dar. Die Lebensmittelversorgung sei dagegen weitgehend gesichert. Die heimkehrenden Flüchtlinge begännen überall sofort mit dem Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser und pflanzten in ihren Gärten Tomaten oder Paprika an. ADRA Deutschland beabsichtigt besonders den Rückkehrern zu helfen, die den Krieg in den Wäldern des Kosovo verbrachten. Deren Gesundheitszustand sei häufig besorgniserregend. Ein besonderes Problem stelle die Räumung der zahlreichen Minen dar. Hier seien die Regierungen der beteiligten Länder gefordert. Sinnvolle Hilfe könne durch sauberes Trinkwasser oder Verwaltungspersonal für die Krankenhäuser geleistet werden. Einheimisches medizinisches Personal sei ausreichend vorhanden, lediglich bestimmte Medikamente würden benötigt. Kreditprogramme für Handwerker und Kleinunternehmer könnten der lokalen Wirtschaft wieder auf die Beine helfen und dadurch Arbeitsplätze und Einkommen schaffen.
Trinkwasser für Hurrikanopfer in Nicaragua

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Managua/Nicaragua, 27.07.1999 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA wird in Nicaragua in 55 im letzten Jahr vom Wirbelsturm "Mitch" heimgesuchten Dörfern Brunnen mit sauberem Trinkwasser installieren. Ausserdem werden die dortigen Grundschulen mit Latrinen ausgestattet. Gleichzeitig erhalten die Schüler und Schülerinnen Unterricht in Hygiene. Die Arbeiten erledigen die Bewohner unter fachlicher Anleitung grösstenteils selbst. Sie erhalten dafür Lebensmittel. Bisher ist ADRA dem mittelamerikanischen Staat mit Hilfsgütern und Wiederaufbaumassnahmen im Wert von 6,2 Millionen Schweizer Franken beigestanden. Im April erhielten 160 000 Hurrikanopfer in über 500 Gemeinden im Norden des Landes Kleidung.
Medien
Adventisten senden bei Radio Monte Carlo

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Bracknell/Grossbritannien, 27.07.1999 / APD
Adventist World Radio (AWR) strahlt jetzt auch Programme in arabischer und französischer Sprache über Mittelwelle bei Radio Monte Carlo in Monaco aus. Die täglichen Sendungen auf der Frequenz 702 kHz sollen laut AWR-Europadirektor Bert Smit im westlichen Mittelmeerraum von Spanien bis Italien und von Marokko bis Libyen zu hören sein. Sie sollen die in Deutschland und Italien ausgestrahlten arabischen und französischen Kurzwellensendungen ergänzen.
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50 Jahre Seminar Schloss Bogenhofen - Adventistische Ausbildungsstätte für die Schweiz und Österreich

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Seit einem halben Jahrhundert erhalten angehende Geistliche der Siebenten-Tags-Adventisten ihre theologische Ausbildung in Bogenhofen in St. Peter am Hart (Oberösterreich). Das kleine, leicht baufällige, unter Denkmalschutz stehende Schloss, ein ehemaliger Herrensitz im Innviertel, stand 1949 zum Verkauf und wurde mit allen Nebengebäuden für 500 000 Schilling erworben. Seitdem ist Bogenhofen ein beliebter Anziehungspunkt für viele hundert Studenten aus inzwischen 50 Ländern aller Kontinente geworden. Über die Hälfte aller adventistischen Prediger aus der deutschsprachigen Schweiz und mehr als 75 Prozent aller österreichischen Pastoren der Freikirche haben ihr geistliches Rüstzeug am hiesigen Seminar bezogen. Über ein Dutzend Absolventen wirkten als Missionare lange Jahre in Zentralafrika.
Der Unterricht begann mit 22 Schülern und zwei Lehrern. Zahlreiche erforderliche Umbauten und Reparaturen wurden in eigener Regie durchgeführt. Der Heuboden verwandelte sich in ein Knabeninternat. Aus den räumlichen Veränderungen im Schloss entstanden Klassenzimmer, Aula, Küche und Speisesaal. Ein grosser Gemüsegarten sorgte für die nötigen Vitamine, eine kleine dazugehörende Landwirtschaft für frische Milch und Kartoffeln. Einige österreichische Adventgemeinden übernahmen Patenschaften für die Ausstattung der Schülerzimmer. Gründungsschulleiter Ferdinand Pieringer sah seinen Bildungsauftrag darin, eine bibeltreue und missionarische "Schule der Weisheit von oben" zu schaffen.
Im zweiten Schuljahr hatte sich die Schülerzahl auf 44 verdoppelt. Das Bildungsangebot umfasste vorerst den zwei- bis dreijährigen, erst später den vierjährigen theologischen Missionslehrgang, eine Krankenpflegevorschule und einen einjährigen, vor allem von Mädchen besuchten Handelskurs. 1953 wurde das Seminar Schloss Bogenhofen zur "Inter-Unionsschule" erklärt und damit theologische Ausbildungsstätte der Adventisten in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Der aus der Schweiz stammende Pastor Paul Steiner wurde 1954 neuer Schulleiter. Er stand bis dahin der deutschsprachigen theologischen Abteilung des Predigerseminars in Collonges/Frankreich vor, die inzwischen nach Bogenhofen verlegt war, und brachte zugleich 17 Schüler mit. Steiner machte sich vor allem ernsthafte Gedanken über den nötigen Nebenverdienst seiner Schüler und entschloss sich zur Fertigung von Betteneinsätzen, die sich damals anbot. Übrigens ist aus der 1954 ins Leben gerufenen Firma "Optimo" die grösste, in Braunau ansässige Betteneinsatzfabrik Österreichs entstanden.
Paul Steiners Nachfolger Dr. Herbert Stöger reorganisierte den seit 1951 bestehenden Deutschkurs für fremdsprachige Studenten, der seitdem in Zusammenarbeit mit dem Münchner Goethe-Institut stattfindet. Durch diese Verbesserung wurde dem Seminar 1958 von der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten die akademische Anerkennung als "Junior College" verliehen, die allerdings auf den Sprachunterricht beschränkt blieb. 1959 kam ein zur Reifeprüfung hinführender Maturalehrgang hinzu. Die folgenden Schulleiter Robert J. Buyck, Dr. Johann Heinz, Horst Herrenstein und Otto Riegler (bis 1983) bemühten sich um neue Unterrichtsprogramme sowie die Vertiefung der theologischen Ausbildung und intensivierten die Kontakte zu anderen adventistischen Lehranstalten.
Dr. Heinz gelang es durch seinen bibelfundierten Theologieunterricht, für Bogenhofen die Anerkennung seiner theologischen Abteilung als "Junior College" durchzusetzen. Otto Riegler richtete 1980 eine staatlich anerkannte zweijährige Büro- und Verwaltungsschule ein. Der einstige Matura-lehrgang wurde dank der Bemühungen von Schulleiter Dr. Klaus Zachhuber, der das Seminar von 1983 bis 1990 leitete, zu einem staatlich anerkannten Oberstufenrealgymnasium mit Instrumentalunterricht ausgebaut. Nach einer Schülerumfrage des bekannten österreichischen Nachrichtenmagazins "Profil" vom Oktober 1994 zählt die höhere Bogenhofener Lehranstalt heute zu den fünf besten Oberstufenrealgymnasien Österreichs. In Oberösterreich nimmt Bogenhofen sogar den ersten Platz ein.
Durch das Engagement von Schulleiter Franz Nusime (1990-1997) konnte das Fach "Gesundheitserziehung" in das Gymnasialangebot zusätzlich aufgenommen werden. Die theologische Abteilung des Seminars Bogenhofen wurde 1997 durch die Anerkennung als "Senior-College" weiter aufgewertet. Seitdem ist das österreichische theologische Seminar, das jetzt von Dr. Winfried Vogel geleitet wird, berechtigt, den akademischen Grad eines "Bakkalaureus der Theologie" zu verleihen, der ein Weiterstudium an einer adventistischen Hochschule bis zum Doktorat ermöglicht.
Zum derzeitigen Erscheinungsbild der adventistischen Bildungsstätte Bogenhofen gehören neben modernen Klassenräumen eine auf den neuesten Stand gebrachte Bibliothek mit 20000 Bänden, 140 Zeitschriftentiteln und Internetzugang, ein geräumiger Speisesaal mit Aussenterrasse, je ein komfortables, mit Nasszellen ausgestattetes Wohnheim für Mädchen und Jungen, Turnhalle, Sauna, Sportplatz und eine Kapelle. Zur Zeit besuchen 134 Studenten und Schüler das Seminar, die von 25 Lehrkräften unterrichtet werden. Davon haben sich 49 für das Fach Theologie entschieden. Im Oberstufengymnasium bereiten sich 70 auf das Abitur vor, 15 ausländische Studierende besuchen die Sprachschule.
Dr. Wolfgang Tulaszewski
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APD ® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

