APD-Informationen 08/1999

Schweiz

Der Bistumsartikel bleibt in der Verfassung - Kirchenbund und Adventisten begrüssen Entscheidung der Ständerats-Kommission uparrowprint druckenemail versenden

Bern/Schweiz, 31.08.1999 / RPD/APD

Die Staatspolitische Kommission des Ständerates (SPK) lässt ihre Initiative zur Streichung des Bistumsartikels in der Bundesverfassung fallen. Das Anliegen soll später mit einer umfassenderen Vorlage zum Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften erfüllt werden.

In ersten Stellungnahmen äusserten sich der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Thomas Wipf, gegenüber dem Reformierten Pressedienst (RPD) und Denis Rosat, Präsident der Schweizer Union der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, gegenüber dem Adventistischen Pressedienst (APD) erfreut darüber, dass die SPK die Anliegen des SEK und der Adventisten in dieser Angelegenheit aufgenommen hat.

Letzten Winter hatte die SPK noch einstimmig die Streichung des Verfassungsartikels beschlossen, der für neue Bistümer die Genehmigung des Bundes verlangt. Ihrer Ansicht nach verletzt dieses Relikt aus dem Kulturkampf das durch die Religionsfreiheit garantierte Selbstbestimmungsrecht der römisch-katholischen Kirche.

Unerwartet starke Widerstände bewogen die SPK dann, Vertreter der beiden grossen Konfessionen sowie der Kantone Genf und Zürich anzuhören. Dabei kam sie zum Schluss, dass die Diskussion um eine isolierte Streichung des Bistumsartikels unnötige Diskussionen auslösen könnten, "die den religiösen Frieden gefährden".

Die SPK verzichtet deshalb darauf, ihre Vorlage dem Parlament und dem Souverän vorzulegen. Mit einer Motion will sie den Bundesrat aber einladen, eine umfassendere Änderung von Artikel 72 vorzubereiten. Diese soll die Beziehungen zwischen Staat und Religionsgemeinschaften allgemein regeln und bei der Gelegenheit die Genehmigungspflicht für Bistümer abschaffen.

Der damalige SEK-Vorstand hatte sich gegen die isolierte Streichung des Bistumsartikels ausgesprochen. Er war überzeugt, "dass durch die Beibehaltung dieses Artikels der religiöse Friede auch weiterhin nicht gefährdet und die Neugründung von Bistümern nicht verhindert wird", wie er in seiner Vernehmlassung betonte.

SEK-Ratspräsident Thomas Wipf zeigte sich jetzt gegenüber dem RPD erfreut darüber, dass die SPK die Anliegen des SEK in dieser Angelegenheit aufgenommen hat. Man habe Verständnis für den Wunsch nach Streichung des Bistumsartikels, aber eben nur im Rahmen einer allgemeinen Neuregelung der Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften und dem Staat. Das von der SPK vorgeschlagene Vorgehen sei bestimmt der richtige Weg für alle Beteiligten, meinte Wipf.

Als protestantische Minderheitskirche in der Schweiz hatte sich die Schweizer Union der Siebenten-Tags-Adventisten bereits 1996 ausdrücklich für die Beibehaltuing des Bistumsartikels ausgesprochen. Die Freikirche empfahl damals dem Bundesrat und den mit der Verfassungsreform beauftragten Organen, "das Verhältnis des Staates zu den Religionsgemeinschaften grundsätzlich zu überdenken."

Gegenüber dem APD äusserte sich der Präsident der Freikirche, Denis Rosat, zufrieden darüber, dass die SPK dem Bundesrat den Weg einer Neuregelung von Staat und Kirche vorgeschlagen will. "Wir sind überzeugt, dass mit Hilfe eines breiten gesellschaftlichen Diskurs eine weitere Entflechtung von Kirche und Staat möglich, und damit auch die Frage der staatlichen Anerkennung von Religionsgemeinschaften (Kirchen, Freikirchen und andere religiöse Körperschaften) in der Schweiz neuzeitlicher geregelt werden könnte," betonte Rosat.

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Das neue "InfoDocCentre" der SFA: Schneller Zugriff auf Informationen aus dem Drogen- und Suchtbereich uparrowprint druckenemail versenden

Lausanne, Schweiz, 31.08.1999 / APD/SFA

Der Zugriff auf Informationen aus dem Drogen- und Suchtbereich wird für Hilfseinrichtungen und Ratsuchende wie auch für Medienschaffende deutlich erleichtert: Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) eröffnete am 24. August 1999 in Lausanne ihr neues "InfoDocCentre". An geräumigen Besucherarbeitsplätzen haben künftig Kundinnen und Kunden Zugang zur umfassendsten schweizerischen Dokumentation zu sämtlichen Aspekten des Alkohol-, Tabak- und illegalen Drogenkonsums.

Neben der Bereitstellung von statistischen Daten und Ergebnissen vieler SFA-eigener wissenschaftlicher Untersuchungen liegt der Schwerpunkt des neuen Zentrums in Lausanne bei der gesamtgesellschaftlichen Dokumentation der Alkohol-, Tabak- und Drogenprobleme. Das Informationsangebot im Internet (www.sfa-ispa.ch) wurde stark ausgebaut. Spezielle themenorientierte Suchmaschinen erleichtern das Auffinden, Lesen und Bestellen von Fachinformationen.

Zentraler Bestandteil des "InfoDocCentre ist die SFA-Bibliothek mit über 5 000 Fachbüchern und 150 verschiedenen Fachzeitschriften. "Mit dem Dokumentationszentrum in Lausanne baut die SFA ein Dienstleistungsangebot von nationaler Bedeutung auf", sagt Matthias Meyer, Leiter des neuen SFA-InfoDocCentre.

(Kontakt: SFA-InfoDocCentre, Telefon 0041-(0)21-321 29 31; Fax 0041-(0)21-321 29 40. E-Mail: mmeyer@sfa-ispa.ch)

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International

Libanon: Begegnung zwischen Adventisten und Oberhaupt der Maroniten uparrowprint druckenemail versenden

Beirut/Libanon, 31.08.1999 / APD

Zum besseren Kennenlernen und Verstehen trafen sich der Präsident der Trans-Europa Abteilung der Siebenten-Tags-Adventisten, Dr. Bertil Wiklander (St. Albans/England), und das Oberhaupt der Maroniten, Kardinal Nasrallah Pierre Sfeir, in Bkerkeh/Libanon. Das Gespräch fand in einer freundlichen Atmosphäre statt, wobei sich der maronitische Patriarch von Antiochien ausführlich über Glaube und Wirken der Adventisten informieren liess. Weitere Begegnungen sind vorgesehen. Die Maroniten schlossen als syrisch-orthodoxe Christen nach ersten Kontakten mit den Kreuzfahrern (1191) eine Union mit der römisch-katholischen Kirche. Von den heute etwa 1,3 Millionen Mitgliedern lebt die Hälfte im Libanon. Die Trans-Europa Abteilung mit Sitz in St.Albans/England ist als überregionale Kirchenleitung für die Siebenten-Tags-Adventisten in Grossbritannien, Irland, Island, Skandinavien, den Niederlanden, Polen, den baltischen Staaten, Ungarn, Jugoslawien, Albanien, Griechenland, dem Nahen Osten, Ägypten, Sudan und Pakistan zuständig.

Dr. Wiklander hatte des Weiteren eine Unterredung mit Dr. Salim Sahyuni, dem Präsidenten des Rates der Evangelischen Kirchen im Libanon und in Syrien, dem auch die Adventisten angehören. Ausserdem besuchte er die College Park Adventgemeinde in Beirut und nahm an der Graduierungsfeier des adventistischen Middle East College teil. Zu den Abgängern sprach der libanesische Minister für Telekommunikation, Issam Naaman. Zugegen waren auch der koreanische und philippinische Botschafter sowie verschiedene religiöse Würdenträger. Im Libanon leben etwa 400 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in fünf Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort neben der Hochschule auch zwei Gymnasien.

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Inhaftierter Adventistenpastor studiert mit Gefangenen die Bibel uparrowprint druckenemail versenden

Colombo/Sri Lanka, 31.08.1999 / APD

Der Oberste Gerichtshof Sri Lankas will sich am 22.September mit dem Fall des im März 1998 inhaftierten adventistischen Pastors Manickam Anthony Alexander befassen. Der Tamile kam unter dem Verdacht ins Gefängnis, als Terrorist mit sogenannten tamilischen "Befreiungstigern" zusammengearbeitet zu haben. Da bisher keine Anklage erhoben wurde, rief am 3. Juni diesen Jahres sein Rechtsanwalt T. Gowry Shangary den Obersten Gerichtshof an, um die Regierung zur Prozesseröffnung zu veranlassen oder den Häftling freizulassen. Laut Pastor Wijetunge D. Anthony (Colombo), Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Sri Lanka, sei Alexander zu Beginn seiner Inhaftierung misshandelt worden. Aufgrund der Folterungen habe er ein erpresstes Schuldbekenntnis unterzeichnet. Dieses sei jedoch in Singhalesisch verfasst worden, einer Sprache, die der Geistliche zwar sprechen, aber nicht lesen könne. Alexander war vor seiner Verhaftung Rektor der Adventist International School in Vavuniya. Seine Frau teilte mit, dass er sich inzwischen von seinen Folterungen erholt habe. Er leite im Gefängnis eine Bibel-studiengruppe und lese mit etwa 50Häftlingen regelmässig die Heilige Schrift. Die Freikirche versorge ihn mit Bibeln, Studienanleitungen und christlicher Literatur.

Laut Rechtsanwalt Shangary erlaube ein Anti-Terrorismusgesetz, einen Verdächtigen bis zu 18 Monaten ohne Anklageerhebung zu inhaftieren. Auf Veranlassung der Abteilung Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, schrieben Anfang des Jahres zahlreiche Menschen aus vielen Ländern an die Regierung, um die Freilassung von Pastor Alexander zu fordern. Ende Mai besuchte Richard Lee Fenn, stellvertretender Direktor der Abteilung, Sri Lanka, um sich vor Ort über den Fall zu informieren.

Ende Oktober 1998 verhaftete die Polizei im Norden des Landes Elkins Thurairajah, den Sohn eines adventistischen Pastors, ebenfalls unter Terrorismusverdacht. Er wurde jedoch am 6. Dezember ohne Anklageerhebung freigelassen. Auch hier hatte sich die weltweite Leitung der evangelischen Freikirche bei Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga für den Häftling eingesetzt. In Sri Lanka leben 3200 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 28 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält ein College, sechs höhere Schulen, 15Grundschulen, ein Krankenhaus, drei Kliniken und ein Verlagshaus.

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Kap Verde: Adventisten keine Kirchenschänder uparrowprint druckenemail versenden

Praia/Kap Verde, 31.08.1999 / APD

Von der Anklage, römisch-katholische Kirchen geschändet zu haben, sind drei Siebenten-Tags-Adventisten in dem westafrikanischen Inselstaat Kap Verde freigesprochen worden. Ein Gericht urteilte, dass José Maria Monteiro Rodrigues, Jorge Adalberto Ramos Tavares und Benvindo da Cruz Ramos, die bis zum Prozess ein Jahr lang im Gefängnis sassen, völlig unschuldig seien. In der einstündigen Urteilsbegründung sagte die Vorsitzende Richterin Dr. Helena Barretto, dass kein einziger Beweis für die Schuld der Angeklagten hätte vorgelegt werden können. "Das einzige Verbrechen, das die drei verübt hatten, falls man überhaupt von einem Verbrechen sprechen kann, ist, dass sie Siebenten-Tags-Adventisten sind." Die Richterin lobte die Freigesprochenen für ihr vorbildliches Verhalten während der Verhandlung ebenso wie die adventistischen Gemeindeglieder, die an dem Prozess teilnahmen. Sie betonte, dass sie nie zuvor in ihrem Amt über einen eindeutigeren Fall von Unschuld den Vorsitz gehabt hätte. Normalerweise würde sie derartige Aussagen nicht machen. Doch hier sei sie so sehr von der Schuldlosigkeit der Angeklagten überzeugt, dass sie es für wichtig halte, dies öffentlich zu erklären. Für Pastor Felix Monteiro, Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten auf Kap Verde, sei dies ein sehr bewegender Augenblick gewesen. "Als wir anschliessend zum Dankgottesdienst in unsere Zentralkirche gingen, nahmen daran einige Richter und Behördenleiter teil."

Im August vergangenen Jahres schändeten Unbekannte eine von drei Wächtern geschützte römisch-katholische Kirche. "Die Polizei ging ohne Befragung der Wachmänner gleich zu den Häusern der Adventisten des Dorfes und verhaftete alle 15", beklagte Monteiro. "Einige wurden misshandelt und verbrachten etliche Tage im Gefängnis." Rodrigues, Tavares und Ramos blieben in Haft, wo man von ihnen ein Geständnis durch Schläge erpressen wollte. Empört äusserte sich der Vorsteher über dieses Verhalten: "Es ist auffällig, dass nie ein Beweis für die Kirchenentweihung erbracht werden konnte, wenn die Polizei Adventisten als Verdächtige festnahm." Niemandem sei ein Adventist bekannt, der jemals Anschläge auf Heiligenstatuen in katholischen Kirchen verübt habe, beteuerte der Geistliche. "Kein Gemeindeglied wurde zu nächtlicher Stunde mit derartigen Absichten in der Nähe einer Kirche aufgegriffen." Auch gebe es keinen Adventisten, der "die Tür oder das Fenster eines katholischen Gotteshauses mit Parolen beschmiert hat". Obwohl keinerlei Verdachtsgründe existierten, unterstelle die Polizei stets den Adventisten, "Feinde der Heiligenbilder zu sein, da sie keine Statuen verehren".

Bereits 1993 wurden zwei Adventisten unter der Anschuldigung, die Statuen katholischer Heiliger entweiht zu haben, eingesperrt und gefoltert. "Die Polizisten verprügelten damals die beiden Jugendlichen so brutal, dass der jüngere von ihnen, er war gerade 16 Jahre alt, noch heute wegen schwerer Kopfverletzungen ernsthafte Hörschäden und Gedächtnisprobleme hat", sagte Monteiro. "Der andere leidet seither an heftigen Rückenschmerzen." Ungeachtet einer Entschuldigung der Polizei für diese Misshandlungen wurden die beiden jungen Männer 1995 zusammen mit anderen Adventisten erneut unter der gleichen Anschuldigung festgenommen und geschlagen. 93 Prozent der Bevölkerung des Inselstaates sind Katholiken. Die Adventisten bilden dort mit 2 600 erwachsenen getauften Mitgliedern in 14Gemeinden die grösste protestantische Minorität.

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150 Jahre adventistische Gemeindezeitschrift uparrowprint druckenemail versenden

Hagerstown, Maryland/USA, 31.08.1999 / APD

Die internationale Gemeindezeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten "Adventist Review" wurde 150 Jahre alt. Sie geht auf das Jahr 1849 zurück, als James White, Mitbegründer der evangelischen Freikirche, die erste Ausgabe der neuen Zeitschrift "The Present Truth" in einer Auflage von eintausend Exemplaren herausgab. Ihr Name änderte sich im Mai 1850 in "The Advent Review", im November 1850 in "Second Advent Review and Sabbath Herald" und schliesslich im August 1851 in "The Advent Review and Sabbath Herald". Seit 1961 heisst das Kirchenblatt "Review and Herald", seit 1978 "Adventist Review". Heute erreicht es über 750 000 Haushalte in 121Ländern. Neben der wöchentlichen englischsprachigen Zeitschrift gibt es für die lateinamerikanischen Adventisten eine portugiesische und spanische Ausgabe ("Revista Adventista") sowie für Mitglieder der Freikirche in Afrika die französische "Revue Adventiste". Seit 1965 erscheint der "Adventist Review" auch in Blindenschrift. Der Australier Dr.William G. Johnsson ist seit 1982 Chefredakteur des Blattes.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält weltweit 57 Verlagshäuser, die in 272 Sprachen Literatur und 321 Zeitschriftentitel in einer monatlichen Gesamtauflage von 3,5 Millionen Exemplaren herausgeben.

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100 Jahre adventistischer Blindendienst in den USA uparrowprint druckenemail versenden

Lincoln, Nebraska/USA, 31.08.1999 / APD

Der internationale Blindendienst der Siebenten-Tags-Adventisten "Christian Record Services" begeht vom 18. bis 21. August sein 100-jähriges Bestehen in Lincoln, Nebraska/USA. Bereits 1897 veröffentlichte das Verlagshaus der evangelischen Freikirche in Battle Creek, Michigan, einige Traktate in Blindenschrift. Der seit dem neunten Lebensjahr erblindete Adventist Austin O. Wilson setzte sich seinerzeit dafür ein, dass die Kirchenleitung 1899 die zehnseitige Monatsschrift "Christian Record" für Sehbehinderte in einer Auflage von zunächst 75 Exemplaren herausgab. 1901 hatte sie bereits 20 Seiten Umfang und ging an über 200 Interessenten. Vier Jahre später waren es 600 bis 700 Empfänger. Ab 1909 wurde eine 18-bändige Bibel in Brailleschrift zur Verfügung gestellt, weitere christliche Literatur folgte. Seit 1937 gibt es eine Kinderzeitschrift, seit 1951 ein Gesundheitsmagazin und seit 1954 eine Publikation für Jugendliche. Im gleichen Jahr erschien das "Christian Record Talking Magazine" auf Schallplatte. 1959 wurden bebilderte Kinderbücher für blinde Eltern mit nicht-sehbehinderten Kindern herausgegeben. Während die Kleinen die Bilder betrachteten, las Vater oder Mutter ihnen die in Brailleschrift geschriebene Geschichte dazu vor. Seit 1967 finden Freizeiten für blinde Kinder statt. Heute gibt es Zeitschriften, Bibelkurse und christliche Bücher in Blindenschrift, auf Tonband oder als Audiokassette. "Christian Record" sendet heute regelmässig englischsprachiges Material an etwa 50 000 Menschen in 75 Ländern. Das Magazin "Christian Record" ist die älteste, ununterbrochen erscheinende Zeitschrift für Sehbehinderte in Nordamerika.

In Deutschland betreut die Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung", Darmstadt, seit über 30Jahren Sehbehinderte. An mehr als 2 000 von ihnen gehen jedes Jahr fast 70 000 Tonbandkassetten. Ausgeliehen werden können zehn Zeitschriften und 430 Buchtitel. In Zusammenarbeit mit der adventistischen "Stiftung Blindendienst der Adventmission Basel" ist auch die Zusendung christlicher Literatur in Braille-Schrift möglich. Ein Katalog mit allen Angeboten in gedruckter Form, in Punktschrift, als Audiokassette oder Diskette und weitere Informationen sind bei der Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung", Am Elfengrund 66, 64297 Darmstadt, Telefon (06151) 95 44 44, Telefax (06151) 95 44 70, erhältlich. Es kann auch in Braille-Schrift mit der Hörbücherei korrespondiert werden.

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Über zehn Millionen Siebenten-Tags-Adventisten weltweit uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1999 / APD

Am 31.12.1998 gab es in 205 Ländern insgesamt 10 163 414 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Damit erhöhte sich die Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr um 4,75 Prozent. 1998 schlossen sich 818754 Menschen den Adventisten an. Die Zahl der Gemeinden wuchs weltweit von 43270 auf 44 888. Insgesamt sind bei der evangelischen Freikirche 165 213 Personen angestellt. Darunter befinden sich 13 432 ordinierte Pastoren. Die Siebenten-Tags-Adventisten unterhalten 5 590 Schulen, davon 90 Hochschulen und Universitäten sowie 1 014 höhere Lehranstalten mit insgesamt fast zehn Millionen eingeschriebenen Schülern und Studenten. In 162adventistischen Krankenhäusern und 361 Kliniken wurden im letzten Jahr 9,3Millionen Menschen behandelt. Zur Freikirche gehören ausserdem 102 Alten-, 25Kinder- und Waisenheime, 27Gesundkost-Fabriken, 57 Verlagshäuser und zehn Medienzentren. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA war im letzten Jahr in 121 Ländern tätig. Ihre insgesamt 2 450 Projekte kamen 18,3 Millionen Menschen zugute. Der Gesamtwert der Projekte belief sich auf 210 Millionen Schweizer Franken (CHF).

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Adventistisches Schulzentrum "Marienhöhe 75 Jahre jung" uparrowprint druckenemail versenden

Darmstadt, 31.08.1999 / APD

Unter dem Motto "Marienhöhe 75 Jahre jung" beging das adventistische Schulzentrum Seminar Marienhöhe, Darmstadt, vom 20. bis 22. August sein 75-jähriges Bestehen. Nachdem 1921 und 1922 Schulgründungen in Kirchheim/Teck und Bad Aibling gescheitert waren, kaufte die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten 1924 die frühere, auf der Darmstädter Marienhöhe gelegene Gymnastik- und Tanzschule von Elizabeth Duncan. Bereits ein Jahr später nahm die Bildungsstätte unter der Leitung von Dr. Otto Schuberth den Unterricht mit 209 Schülerinnen und Schülern auf. Neben einem theologischen Seminar gab es eine Handelsschule, Haushaltungsschule, Krankenpflegevorschule und einen Lehrgang zur Ablegung des Abiturs. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, schloss die Gestapo für sieben Wochen die Marienhöhe, die zwar danach wieder geöffnet wurde, jedoch 1939 den Unterricht einstellen musste. 1941 beschlagnahmte die Luftwaffe das Anwesen. Nach dem Krieg diente es als Lager für aus Russland und Polen verschleppte Familien.

Erst 1948 bekam die Freikirche das verwahrloste Grundstück wieder zurück. Noch im Oktober desselben Jahres wurde der Unterricht mit 50 Schülern wieder aufgenommen. Schon 1949 kam neben dem theologischen Seminar ein Aufbaugymnasium hinzu, 1950 folgte für einige Jahre eine Handelsschule. Neue Gebäude entstanden, und 1959 besuchten bereits 303Schüler und Studenten das adventistische Bildungszentrum. Seit 1983 darf die Marienhöhe die Bezeichnung "Gymnasium und Kolleg" führen. 1988 wurde das Ausbildungsangebot durch eine zweijährige Berufsfachschule für Fremdsprachensekretariat erweitert, die bis 1996 bestand. Nach der deutschen Wiedervereinigung schienen zwei theologische Ausbildungsstätten der Freikirche in Deutschland nicht mehr erforderlich zu sein. Deshalb stellte das theologische Seminar Marienhöhe 1993 den Lehrbetrieb ein und wurde in die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg integriert, die 1990 die staatliche Anerkennung erhalten hatte. 1994 kam zum Gymnasium und Kolleg eine Realschule hinzu. Im Schuljahr 1998/99 zählte das jetzt von Ulrike Pelczar geleitete Schulzentrum Seminar Marienhöhe insgesamt 648 Schülerinnen und Schüler.

(Hinweis der Redaktion: Der geschichtliche Überblick "75 Jahre Schulzentrum Seminar Marienhöhe", Darmstadt findet sich unter der Rubrik "Blick zurück".)

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Vertriebene Pastorin in den Kosovo zurückgekehrt uparrowprint druckenemail versenden

Priština/Kosovo, 31.08.1999 / APD

Die adventistische Pastorin Dijana Daka ist nach Dakovica im Kosovo zurückgekehrt. Dort hatte sie vor dem Krieg die von ihr im letzten Jahr gegründete Adventgemeinde mit 35 Erwachsenen und 20 Kindern betreut. Alle von ihnen seien wieder wohlbehalten in ihrer Heimat, sagte Daka. "Unsere Häuser sind zwar zerstört, doch wir sind glücklich, dass wir an Jesus Christus glauben, der uns zusammenhalten lässt und uns Hoffnung für die Zukunft gibt." Die Geistliche gehört der albanischen Volksgruppe an. Am 4. Mai wurde sie von der jugoslawischen Armee aus ihrer Wohnung vertrieben und galt als vermisst und tot, bis sie vier Wochen später zusammen mit drei weiteren albanischen Adventisten in einem Flüchtlingslager in Kukës/Albanien auftauchte. Bis zur Rückkehr war sie Seelsorgerin der Adventgemeinde Vlorë. Im Kosovo gibt es ausser in Dakovica adventistische Gemeinden in Pec und Priština.

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Jugoslawiens Adventisten bestätigen Kirchenleitung uparrowprint druckenemail versenden

Belgrad/Jugoslawien, 31.08.1999 / APD

Für weitere fünf Jahre haben die Pastoren und Delegierten der adventistischen Gemeinden in Jugoslawien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien ihre Kirchenleitung bestätigt. Vorsteher der Südosteuropäischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Belgrad bleibt Dr. Radisan Antic, Sekretär ist Dr.Jovan Mihaljcic, als Schatzmeister wurde Milenko Lajic wiedergewählt. In seinem Rechenschaftsbericht erläuterte Antic, dass sich in den letzten fünf Jahren insgesamt 2615Menschen aus den drei Ländern der Freikirche anschlossen, so dass sie dort jetzt 7705 erwachsene getaufte Mitglieder umfasst. 15 neue Gemeinden entstanden. Im Theologischen Seminar in Belgrad waren während dieser Zeit 190 Studenten eingeschrieben, von denen 43 ihr Diplom erhielten. Gegenwärtig beteiligen sich 34000 Menschen an dem Bibelfernkurs der Freikirche. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Jugoslawien verteilte in diesem Jahr Nahrungsmittel und Kleidung im Wert von 64000 Mark an Bedürftige. Sie unterhält Suppenküchen in Belgrad, Novi Sad und Niš. Die während der NATO-Bombenangriffe beschädigten Gemeindenzentren in Belgrad und Kragujevac wurden repariert. Erstmals konnten sich nach Kriegsende wieder über 2000Adventisten anlässlich der Delegiertentagung zu einem Gottesdienst in Belgrad versammeln.

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Sozialarbeit der Adventisten in Barbados hervorgehoben uparrowprint druckenemail versenden

St. Michaels/Barbados, 31.08.1999 / APD

Der Senatspräsident des Antillen-Inselstaates Barbados, Sir Fred Gollop, äusserte sich sehr lobenswert über die Sozialarbeit der Siebenten-Tags-Adventisten. Anlässlich der Eröffnung des Fünften Laientreffens der protestanstischen Freikirche auf Barbados hob der Spitzenpolitiker vor 1 300 Delegierten ihren Einsatz für Bildung, Gesundheitsvorbeugung und wirtschaftlicher Entwicklung besonders hervor. Etwa fünf Prozent der 264000 Einwohner der Insel sind Adventisten. Sie unterhalten ein Krankenhaus, ein Gymnasium, mehrere Grundschulen und eine Radiostation.

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Simbabwe: Frauendiskriminierung verfassungsmässig geschützt uparrowprint druckenemail versenden

Harare/Simbabwe, 31.08.1999 / kem/RPD/APD

Das Oberste Gericht von Simbabwe hat dieser Tage entschieden, dass Frauen aufgrund der «Natur der afrikanischen Gesellschaft» nicht die gleichen Rechte beanspruchen können wie Männer. Dort, wo es sich um Streitfälle nach traditionellem Recht handle, habe das Gesetz von 1982 zur Gleichberechtigung der Geschlechter keine Gültigkeit.

Das Gericht bezog sich aber auf den Paragraphen 23 der Verfassung, demgemäss Diskriminierung von Frauen zulässig ist, soweit sie in der «Natur der afrikanischen Gesellschaft liege.» Diese kulturellen Normen wiederum bestimmten, «dass Frauen innerhalb der Familie nicht als Erwachsene betrachtet werden können, sondern vielmehr dem Manne untergeordnet oder als Teenager», so das Gericht in einer der Urteilsbegründungen.

Simbabwische Frauen gingen daraufhin auf die Strasse: «Diskriminierung von Frauen ist in afrikanischen Gesellschaften keine Pflicht.» Sie wandten sich dagegen, das traditionelle Recht gegen die Frauen als simbabwische Bürgerinnen auszuspielen. Dem Urteil des Obersten Gerichtes waren zwei Klagen von Frauen in Erbschafts- und Eheangelegenheiten vorausgegangen.

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Erfolgreiche Schulreform in Ruanda: 80 000 Schüler mit Grundschulabschluss uparrowprint druckenemail versenden

Kigali, Ruanda, 31.08.1999 / APD/gtz

Im Juli 1999 haben rund 80 000 ruandische Schülerinnen und Schüler die Grundschule erfolgreich abgeschlossen. Erstmals sind sie nach einheitlichen Lehrplänen unterrichtet worden, wie auch der Rest der insgesamt 1,25 Millionen Schüler in der ostafrikanischen Republik.

In diesem Jahr konnten erstmals mehr Kinder als vor dem Krieg im Jahre 1994 ausgebildet werden. Damals waren in nur 100 Tagen mehr als eine Million Menschen den kriegerischen Auseinandersetzungen der Tutsi- und Hutu-Rebellen zum Opfer gefallen.

Durch die Vereinheitlichung der Lehrpläne seien die Abschlussprüfungen erstmals vergleichbar, teilt das ruandische Erziehungsministerium mit. "Früher schulten die Lehrer an den Privatschulen etwa nach Lehrplänen aus Uganda, heute hat sich die nationale Kommission auf ein System geeinigt", sagt Professor Helmut Drechsler, der im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) das ruandische Erziehungsministerium seit 1992 berät.

Alle Schüler erhalten neuerdings Unterricht in drei Sprachen: Kinya-Rwanda, Französisch und Englisch. Immerhin ein Fünftel der Schüler kommt aus den benachbarten Ländern, etwa aus Uganda, Burundi und dem ehemaligen Zaire. Die Reform des ruandischen Schulwesens wurde durch die Unterstützung der deutschen Regierung in Höhe von 7 Millionen DEM möglich.

Wichtig ist der starke Realitätsbezug bei der Schulausbildung. Erfahrungsgemäss gehen lediglich 15 000 der 80 000 Schüler nach dem 6. Schuljahr auf eine der 169 weiterführenden Sekundarschulen im Land. "Der Rest geht zurück aufs Land", so Drechsler. In den sechs Schuljahren der Primarschule erfahren die 7 bis 13jährigen neuerdings ebenso etwas über Hygiene und Gesundheit - etwa, wie leiste ich erste Hilfe bei einem Knochenbruch? - wie auch über das Funktionieren einer Petroleumlampe oder den Stromkreislauf.

Die 2 000 Schulen im Land sind mit je einem Lehrkasten ausgestattet worden, der Material für 58 Experimente enthält. 20 Wandbilder zeigen zum Beispiel die unterschiedlichen Pflanzen- und Tierarten, verdeutlichen den Wasserkreislauf und erklären den Anbau von Mais, Kartoffeln und Reis. "Auch Sexualkunde, etwa die Regel der Frau, oder die Krankheit Aids sind keine Tabuthemen", sagt Drechsler. Derzeit sei man bei der Entwicklung von Prototypen, um nach Projektende wenigstens Teile des Kastens vor Ort herzustellen.

Um den Lehrern im Land die Wissensvermittlung zu erleichtern, wurden Lehrerhilfen erarbeitet. Schon heute besitzen die rund 23 000 Lehrer für den Unterricht in den Klassen 1 und 4 Material auf Kinya-Rwanda für die Unterrichtsvorbereitung. Lehrerhilfen für die restlichen Klassen werden voraussichtlich ab September zur Verfügung stehen. Auch die Qualität der Lehreraus- und -fortbildung sei gestiegen: Sie verliefe neuerdings dezentral, an 12 Ausbildungsstätten.

Die Organisatoren der Weltausstellung "Expo 2000" in Hannover hat das Konzept der ruandischen Schulreform überzeugt: Nominiert als Weltweites Projekt wird es am Stand von Ruanda auf der "Expo 2000" ausgestellt sein.

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Religion + Staat

Hohes Staatsamt für Adventist in Papua-Neuguinea uparrowprint druckenemail versenden

Port Moresby/Papua-Neuguinea, 31.08.1999 / APD

Der Siebenten-Tags-Adventist John Pundari wurde neuer Stellvertretender Premierminister Papua-Neuguineas. Der 32-jährige Politiker und Bankier ist seit sieben Jahren Mitglied des Abgeordnetenhauses. Er leitet die Fortschrittspartei und war dazu seit 1997 Parlamentspräsident. Auf Papua-Neuguinea leben 180000 erwachsene getaufte Adventisten in 802 Gemeinden. Sie unterhalten eine Universität, ein College, eine Landwirtschaftsschule, drei höhere und 72Grundschulen, ein Krankenhaus, elf Kliniken und eine Basis für Missionsflugzeuge. Über ein Drittel aller Parlamentsabgeordneten, etliche Provinzgouverneure und oberste Richter sowie Generalgouverneur Sir Silas Atopare, der das Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II. vertritt, gehören der protestantischen Freikirche an.

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Ökumene

Afrikaner neuer Generalsekretär des Reformierten Weltbundes uparrowprint druckenemail versenden

Genf/Schweiz, 31.08.1999 / APD

Der ghanesische Theologe Setri Nyomi wird als erster Nicht-Europäer neuer Generalsekretär des Reformierten Weltbundes (RWB). Der Exekutivausschuss des RWB wählte den 45-jährigen Sekretär der Allafrikanischen Kirchenkonferenz (AACC), des grössten ökumenischen Zusammenschlusses des afrikanischen Kontinents, während seiner Jahrestagung in Taipeh (Taiwan). Nyomi, der der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche Ghanas angehört, tritt sein Amt als Nachfolger des tschechischen Theologieprofessors Milan Opocensky im März nächsten Jahres an. Der 1970 gegründete RWB vertritt als Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften, die ihren Ursprung in der Reformation Zwinglis und Calvins haben, zur Zeit 214 Kirchen in 105 Ländern mit insgesamt 75Millionen Gläubigen. Wie der Lutherische Weltbund (LWB) und der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat der Reformierte Weltbund seinen Sitz in Genf.

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43 Millionen Baptisten weltweit uparrowprint druckenemail versenden

Dresden/Deutschland, 31.08.1999 / APD

Neuer Präsident des 43 Millionen Mitglieder zählenden Baptistischen Weltbundes wird der Südkoreaner Dr. Billy Kim (Suwon). Der 64-jährige Evangelist und Konferenzredner wurde von dem in Dresden tagenden Rat des Baptistischen Weltbundes einstimmig für die nächsten fünf Jahre nominiert. Die offizielle Wahl und Amtseinführung erfolgt im Januar 2000 beim Baptistischen Weltkongress im australischen Melbourne. Kim löst den Brasilianer Dr. Nilson do Amaral Fanini (Rio de Janeiro) ab, der im kommenden Jahr satzungsgemäss aus dem Amt scheidet.

Europa sei der einzige Kontinent mit einem geringen Wachstum an Baptisten, erläuterte der Statistik-Experte des Weltbundes, Tony Cupit (McLean bei Washington D.C.) in Dresden. In den letzten zehn Jahren stieg die Mitgliederzahl lediglich um zwei Prozent auf rund 770000. Alle anderen Regionen verzeichneten dagegen zweistellige Zuwachsraten. An der Spitze liegt Afrika mit einem Plus von 47 Prozent beziehungsweise 3,3 Millionen Mitgliedern. In Südamerika haben die Baptisten um 30, in Asien um 26, in Mittelamerika um 22 und in Nordamerika um elf Prozent zugenommen. Insgesamt gibt es zur Zeit rund 43Millionen Baptisten. Da in der Statistik nur "gläubige Getaufte" gezählt werden, erreicht man etwa 100 Millionen Menschen in baptistischen Familien. In Deutschland sind die Baptisten Teil des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Nach Jahren der Stagnation musste der Bund 1998 erstmals einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent seiner Mitgliederzahlen auf 87 000 hinnehmen.

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ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch

ADRA hilft immer noch Bombenopfern von Nairobi uparrowprint druckenemail versenden

Nairobi/Kenia, 31.08.1999 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA kümmert sich immer noch um etwa 400 Schwerverletzte und deren Familien des Bombenanschlages auf die US-Botschaft in Nairobi/Kenia vor einem Jahr. Bisher konnte nur ein Dutzend von ihnen zu einem einigermassen normalen Leben zurückfinden. Bei dem Terrorakt starben 213 Menschen, 5 400 wurden verletzt.

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Hilfe für den Kosovo angelaufen uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1999 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat in Priština/Kosovo einen Informationsdienst eingerichtet. Täglich erreichen fast 200 Anrufe das Büro. Etwa 40 Prozent kommen von Menschen, die sich in akuten Notlagen oder gar in Lebensgefahr befinden. Ausserdem bringt ADRA in Priština und seiner näheren Umgebung Lebensmittel direkt ins Haus. Davon würden, so Koordinator Fred Kumah, nicht nur Alte und Kranke, sondern auch Serben und Roma profitieren, die Angst um ihr Leben haben und sich daher nicht mehr aus ihren Wohnungen trauten.

In 60 Dörfern hat ADRA mit der Wiederherstellung der Wasserversorgung begonnen. Die Arbeiten sollen noch vor dem Winter abgeschlossen werden. Auch 105 Schulen werden von ADRA im Kosovo wieder aufgebaut und mit Einrichtungsgegenständen sowie Lehrmaterial ausgestattet. Bauern wird geholfen, ihre Traktoren zu reparieren, um das Saatgut rechtzeitig auszubringen. Im Norden des Kosovo hat das adventistische Hilfswerk je eine medizinische Behandlungsstation im albanischen und serbischen Teil der Stadt Mitrovica eingerichtet. Ärzte und Krankenschwestern aus Japan versorgen dort täglich zwischen 50 und 100 Patienten. In Lipljan arbeitet ADRA mit den britischen KFOR-Truppen zusammen, um Familien ohne Obdach eine Unterkunft zu verschaffen.

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Nahrungsmittelausgabe in Nordalbanien abgeschlossen uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1999 / APD

Nach Abzug der meisten Kosovoflüchtlinge aus Albanien, stellte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ihre Nahrungsmittelausgabe in Kukës ein. Auf Bitten des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) und des Welternährungsprogramms (WFP) errichtete ADRA am 17. Juni innerhalb von zwölf Stunden die Ausgabestelle. Dort wurden die Heimkehrer mit einer einmonatigen Lebensmittelration, Hygieneartikeln und einer Plastikplane als möglicher Notunterkunft ausgestattet. Innerhalb von fünf Wochen verteilte das adventistische Hilfswerk an fast 250 000 Menschen 2 620 Tonnen Nahrungsmittel. Gegenwärtig versorgt ADRA noch einige Tausend Flüchtlinge im Südwesten Albaniens medizinisch.

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Koordinierungsstelle für Heimkehrer im Kosovo uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 31.08.1999 / APD

Ein Koordinierungs- und Informationszentrum hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Dakovica, Kosovo, eingerichtet. Dort erhalten Heimkehrer Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Unterstützung bei der Suche nach einer vorübergehenden Unterkunft oder einer Transportmöglichkeit in ihr Heimatdorf. Ausserdem gibt es dort Informationen über die Lage vor Ort, die Vermeidung von Minenunfällen, Möglichkeiten der Gesundheitsversorgung und der Konfliktprävention. Die Hauptaufgabe des Büros ist jedoch, für die Heimkehrer unter den vielen Hilfsorganisationen diejenige zu finden, die für ihre spezielle Notlage am geeignetsten ist. Die Kosten in Höhe von 75 000 Mark tragen private Spender, die Bundesregierung und das sächsische Hilfswerk CaTeeDrale, Görlitz.

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Maltherapie für Kosovokinder uparrowprint druckenemail versenden

Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1999 / APD

Einmal in der Woche versammeln sich etwa 400 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren für drei Stunden im Sportzentrum von Dakovica im Kosovo. Dort können sie unter therapeutischer Leitung Fussball oder Basketball spielen, tanzen, sich mit dem Computer befassen, Englisch lernen oder malen. Das Rehabilitationsprogramm der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA soll zur Verarbeitung der schrecklichen Erlebnisse mit beitragen. Laut Kunstlehrer Alban Pruthi, der als Kosovare selbst nach Albanien fliehen musste, gelinge es vielen Kindern nicht, über ihre Belastungen zu reden. "Doch wenn sie Bilder malen, können sie alles, was sie bewegt, darin ausdrücken." Deshalb sei gerade diese Beschäftigung für viele sehr hilfreich. Eine Auswahl der Bilder ist noch bis Ende August im Museum von Oshkosh, Wisconsin/USA zu sehen. Dort befinden sich etwa 17000 adventistische Pfadfinder aus über 50 Ländern im Zeltlager. Sie werden durch die Ausstellung geführt, um ihnen deutlich zu machen, wie sehr sich ihr Leben von Kindern in Kriegsgebieten unterscheidet. Pfadfindergruppen sind in Oshkosh und deren Nachbarstädten unterwegs, um Winterkleidung, Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Spielzeug und Schulmaterial für Kosovokinder zu sammeln.

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Lebensmittel für Kosovo-Flüchtlinge in Mazedonien uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 31.08.1999 / APD

Etwa 2 500 Kosovo-Flüchtlingsfamilien und deren mazedonischen Gastgeber in den Städten Skopje, Tetovo und Gostivar erhielten von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland je ein Paket mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die Kosten in Höhe von 165 000 D-Mark (DEM) trugen die japanische Regierung, die ADRA-Organisationen Japan und Deutschland sowie Ingrid Biedenkopf, Gattin des Sächsischen Ministerpräsidenten.

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Schulmaterial nach Mazedonien uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 31.08.1999 / APD

Etwa 3 000 Kinder aus Mazedonien und dem Kosovo erhielten in der mazedonischen Stadt Tetovo von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland Schulmaterial, Schultaschen, Sportschuhe und Vitamintabletten zur Wiederaufnahme des Unterrichts. Die Kosten in Höhe von 142 000 D-Mark (DEM) tragen die japanische Regierung sowie ADRA Japan und Deutschland.

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Medikamente und Wintermäntel nach Kirgisistan uparrowprint druckenemail versenden

Bischkek/Kirgisistan, 31.08.1999 / APD

Vier Container mit Medikamenten, ärztlichem Bedarf und Hygieneartikeln brachte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in die mittelasiatische Republik Kirgisistan. Die Hilfsgüter wurden an Krankenhäuser der Hauptstadt Bischkek und an Kliniken, Waisenheime, Gefängnisse, Sanitätsstationen in entlegeneren Gebieten des Landes verteilt. Ausserdem erhielten 10 000 Bedürftige Wintermäntel. ADRA arbeitet in Kirgisistan mit 35 lokalen sozialen Organisationen zusammen.

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Frisches Quellwasser für Bergdörfer in Myanmar uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 31.08.1999 / APD

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser verbesserte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland für etwa 2 000 Bewohner in zwei burmesischen Bergdörfern. Eine fünf Kilometer lange Wasserleitung bringt jetzt über ein Verteilersystem frisches Quellwasser in grosse Tanks, aus denen sich die Menschen in Leilum und Lawibual auch während der Trockenzeit mit dem lebensnotwendigen Nass versorgen können. Die Kosten wurden mit privaten Spenden finanziert.

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Milch für unterernährte Kinder in Uganda uparrowprint druckenemail versenden

Weiterstadt/Deutschland, 31.08.1999 / APD

Um unterernährten Kindern im ugandischen Ishaka Hospital im Bushenyi Distrikt zu helfen, fördert die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland den Aufbau einer Herde von zunächst sechs Milchkühen. Später sollen davon auch Kinder in der Umgebung des Krankenhauses profitieren. Private Spender finanzieren das Projekt.

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Lehrerfortbildung in Liberia uparrowprint druckenemail versenden

Monrovia/Liberia, 31.08.1999 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat im Südwesten Liberias das Webbo Lehrerseminar eröffnet. In Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium sollen dort Lehrer von weiterführenden Schulen, die wegen des Bürgerkrieges ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten, auf ihr Lehramt wieder vorbereitet werden. Nach Abschluss des Kurses müssen sie ein halbjähriges Praktikum ablegen, bevor sie die Lehrbefugnis wieder erhalten. 71 Bewerber sind gegenwärtig im Webbo Lehrerseminar eingeschrieben. Bis zu 96 können dort aus- und weitergebildet werden.

"Vor dem siebenjährigen Bürgerkrieg gab es etwa 12 000 Lehrerinnen und Lehrer im ganzen Land", erläuterte Lyndi Khalil, Ausbildungskoordinatorin von ADRA Liberia. "Die Analphabetenrate der Bevölkerung lag damals bei 30 bis 40 Prozent". Jetzt stünden höchstens noch 3 000 Lehrer zur Verfügung, die in der Regel in den grösseren Städten lebten. Die Anzahl der Menschen, die weder lesen noch schreiben könnten, sei dadurch gestiegen. Da das Analphabetentum die wirtschaftliche Entwicklung behindere, habe ADRA seinen Schwerpunkt im westafrikanischen Land auf Bildung verlegt. 23 zerstörte Schulen seien vom adventistischen Hilfswerk nach dem Bürgerkrieg wieder aufgebaut und zusammen mit 71ausgeplünderten Bildungsstätten mit Tafeln, Stühlen, Tischen, Lehrmaterialien und Unterrichtsbüchern ausgestattet worden. An 700 Schulen führt ADRA regelmässige Schulspeisungen durch. ADRA Liberia wird bei seinen Aktivitäten von den Schwesterorganisationen in Schweden und der Schweiz, vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und vom Welternährungsprogramm (WFP) finanziell unterstützt.

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Flüchtlingshilfe in Sierra Leone uparrowprint druckenemail versenden

Freetown, Sierra Leone, 31.08.1999 / APD

Um über 10 000 Menschen im Waterloo-Flüchtlingslager bei Freetown/Sierra Leone kümmert sich die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA. In Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm (WFP), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und mit finanzieller Unterstützung der ADRA-Organisationen in Dänemark, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz erhalten die Geflüchteten Lebensmittel und Gebrauchsgüter. Eine von ADRA eingerichtete Klinik sorgt für die medizinische Betreuung. Ausserdem versucht das adventistische Hilfswerk Familienangehörige von Kindern, die ihre Eltern verloren haben, ausfindig zu machen. Bisher konnten 162 Mädchen und Jungen bei Verwandten untergebracht werden. ADRA arbeitet seit 1986 in Sierra Leone. Bisherige Arbeitsschwerpunkte waren landwirtschaftliche Projekte sowie die Sanierung von Schulen und Krankenhäusern.

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Kindertagesstätten in Brasilien uparrowprint druckenemail versenden

Dublin/Irland, 31.08.1999 / APD

Die irische Regierung hat der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irland insgesamt 460 000 D-Mark (DEM) zur Verfügung gestellt. Davon sind 100 000 Mark für die Ausstattung des Maluti Hospitals/Lesotho im südlichen Afrika mit einer Heizungsanlage, einem Ultraschallgerät und einem Krankenwagen bestimmt. Je 120 000 D-Mark (DEM) werden zum Bau von drei Kindertagesstätten in brasilianischen Grossstädten verwendet. Solch eine durch die irische Regierung finanzierte Einrichtung wurde bereits von ADRA im Februar in Rio Claro bei São Paulo eröffnet.

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Deutschland: 75 Jahre adventistisches Schulzentrum Seminar Marienhöhe, Darmstadt uparrowprint druckenemail versenden

1899 gründeten die Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg ein theologisches Seminar. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich die Mitgliederzahl der Freikirche in Deutschland von knapp 2 000 auf über 20 000 erhöht. Deshalb beschloss ihre Leitung 1920, in Süddeutschland eine weitere Ausbildungsstätte zu errichten, die auch für die Adventisten in der deutschsprachigen Schweiz und in Österreich gedacht war. Eine ehemalige Handelsschule in Kirchheim/Teck bot sich dafür an. Ab Oktober 1921 unterrichteten dort fünf Lehrer 79 Schülerinnen und Schüler. Auf dem Lehrplan standen die Predigerausbildung, ein Handelskurs und das Fach Hauswirtschaft. Doch massiver Widerstand aus der Bevölkerung gegen die Adventisten führte zur Aufgabe des Standortes. Das Missionsseminar wechselte ins oberbayerische Bad Aibling, wo die Freikirche 1920 das ehemalige Kurhaus "Wittelsbach" erworben hatte. Trotz beengter Verhältnisse stieg die Schülerzahl 1924 auf 167 an. Doch die Behörden verweigerten der Schule die Genehmigung, so dass ein weiterer Ortswechsel notwendig wurde.

Am 3. Juli 1924 kaufte die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt auf der Marienhöhe ein ehemaliges Anwesen des Grossherzogs Ernst Ludwig, die frühere Gymnastik- und Tanzschule von Elizabeth Duncan. Die Behörden im toleranten Hessen genehmigten die Errichtung einer Missionsschule, so dass die Schüler aus Bad Aibling schon im Frühjahr 1925 den Unterricht in Darmstadt noch vor der Fertigstellung des Internats fortsetzen konnten. Am 15. September 1925 wurde das Seminar Marienhöhe unter Leitung von Dr. Otto Schuberth mit 209 Schülern offiziell eröffnet. Trotz schwieriger Zeiten in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelte sich die Bildungsstätte. Es entstanden Werkstätten, wie Druckerei, Polsterei, Matratzenherstellung und Strickerei, in denen die Studierenden ihr Schulgeld verdienen konnten. Neben dem theologischen Seminar gab es eine Handelsschule, Haushaltungsschule, Krankenpflegevorschule und Lehrgänge für Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen. Ab 1927 kam ein sechsjähriger Lehrgang für allgemeine höhere Ausbildung hinzu, der zum Abitur führte, das an einem Darmstädter Gymnasium abgelegt wurde.

Die NS-Zeit brachte einen Rückschlag. 1933 schloss die Gestapo die Schule und durchsuchte sie sieben Wochen lang, wobei rätselhaft blieb, wonach eigentlich gesucht wurde. Danach durfte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Da die Freikirche jederzeit mit einem Verbot rechnen musste, stellte sie 1934 die Predigerausbildung auf der Marienhöhe ein. Übrig blieben nur noch die Handelsschule, die Haushaltungsschule mit Krankenpflegevorschule und der Lehrgang für Kinderpflegerinnen. 1936 verliess der bisherige Schulleiter Dr.Otto Schuberth Darmstadt, um als Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten im Nahen Osten zu wirken. Sein Nachfolger wurde Dr. Hans Werner. Die Schülerzahl sank auf 50, so dass durch Einwirkung der staatlichen Schulbehörde die Bildungsstätte 1939 den Unterricht einstellte. Das Anwesen diente der Freikirche noch zwei Jahre als Tagungs- und Erholungsstätte, bis es 1941 vom Wehrkreiskommando XII in Wiesbaden beschlagnahmt und als Flak-Leitstelle der Luftwaffe für Südhessen genutzt wurde. Es entstanden ein Befehlsbunker und eine Reihe von Holzbaracken. 1945 richtete die amerikanische Militärregierung auf der Marienhöhe ein Lager für 1 500 aus Russland und Polen verschleppte Familien ein. Es dauerte drei Jahre, bis durch die Vermittlung von Adventisten aus den Vereinigten Staaten die Gebäude wieder frei wurden.

Zunächst galt es, das verwahrloste Anwesen wieder bewohnbar zu machen. Dazu traf im August 1948 eine Gruppe von 25 zukünftigen Theologiestudenten ein. Bereits im Oktober 1948 konnte unter Leitung von Heinrich Erzberger der Unterricht mit 50 Schülern wieder aufgenommen werden. 1949 genehmigte die hessische Landesregierung den Beginn eines neuen Aufbaugymnasiums auf der Marienhöhe. Auch die Handelsschule wurde 1950 für einige Jahre wieder eingerichtet. 1951 entstanden neue Klassenräume, 1954 ein Wohnheim für Theologiestudenten und 1955 ein Lehrerwohnhaus. Im Frühjahr 1955 fand die erste Abiturprüfung auf der Marienhöhe statt. Als 1952 Erwin Berner die Leitung der Bildungsstätte übernahm, gab es bereits 165 Studierende und Schüler. Beim erneuten Amtsantritt von Dr. Hans Werner im Jahre 1959 hatte sich die Zahl auf 303 erhöht.

Die Jahre nach 1970 waren vom Umbruch geprägt. Unter Schulleiter Heinz Henning entstand 1973 ein Verwaltungsneubau mit Sitzungsräumen, Bibliothek, Speisesaal, Küche und Tiefgarage. Das hessische Kultusministerium genehmigte die Umstrukturierung der Oberstufe des Aufbaugymnasiums auf ein Kurssystem und das Nachholen des Abiturs auf dem zweiten Bildungsweg (Kolleg). Ein neues Mädcheninternat und ein weiteres Unterrichtsgebäude folgten. 1974 erfuhr das Theologische Seminar eine Strukturänderung, um die Anerkennung des Kultusministeriums als Fachhochschule zu erhalten, die jedoch 1979 abgelehnt wurde. Seit 1983 durfte die Marienhöhe die Bezeichnung "Gymnasium und Kolleg" führen. Damals waren 522 Studierende und Schüler eingeschrieben. 1988 kam eine zweijährige Berufsfachschule für Fremdsprachensekretariat hinzu.

Einen Einschnitt stellte die Wiedervereinigung Deutschlands dar. Zwei theologische Ausbildungsstätten der Freikirche in Deutschland schienen nicht mehr erforderlich zu sein. Nachdem das Seminar Friedensau bei Magdeburg die staatliche Anerkennung als Theologische Hochschule erhalten hatte, beschloss die Freikirchenleitung 1991, die Pastorenausbildung nur noch dort durchzuführen. Schulleiter Dr. Johann Gerhardt, der heutige Dekan des Fachbereiches Theologie der Hochschule, führte 1993 den Umzug des Seminars nach Friedensau durch. Die Schülerzahl auf der Marienhöhe sank dadurch nur geringfügig von 605 auf 571, um bereits im nächsten Jahr durch Gründung einer Realschule wieder auf 649 anzusteigen. Unter der Leitung von Dr. Lothar E. Träder wurden neue Klassenräume geschaffen. 1995 erhielt die Realschule eine eigene Turnhalle. Die Berufsfachschule für Fremdsprachensekretariat wurde ein Jahr später wegen mangelnder Nachfrage aufgegeben. Im Schuljahr 1998/99 zählte das von Ulrike Pelczar geleitete Schulzentrum Seminar Marienhöhe insgesamt 648 Schülerinnen und Schüler.

Holger Teubert

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.