APD-INFORMATIONEN 5/2004
- Schweiz
- International
- Adventisten in Turkmenistan staatlich anerkannt
- 100 Jahre Adventisten auf Kuba
- Adventisten und lettische Regierung unterzeichnen Staatsvertrag
- "Fundamental, aber nicht fundamentalistisch"
- Theologische Hochschule: Johann Gerhardt Professor für Pastoraltheologie
- Ungarische Adventisten mit neuer Leitung
- Ausbau des adventistischen Krankenhauses in Denver
- Italiens Protestanten beraten über Bioethik
- Tschechien: Studienabschluss am Theologischem Seminar in Sazava
- "Islam, die grösste Herausforderung unserer Zeit"
- Technologiepark für adventistische Hochschule in Friedensau
- Geldstrafen für "illegale religiöse Tätigkeit" in Aserbaidschan
- Evangelischer Theologe: "Weltmission hat biblisches Ziel fast erreicht!"
- Ökumene
- ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
- Hilfe für Überschwemmungsopfer in der Dominikanischen Republik
- Wegen Zollschikane Weihnachten für russische Waisenkinder erst im April
- Medikamente für den Nordirak
- Armenviertel in Bolivien mit Duschräumen und Latrinen ausgestattet
- Jugendzentrum in Tirana
- Hilfe für Frauen in Peru und im Sudan
- Weizen zur Aussaat in Nachitschewan
- ADRA-Studienreise nach Mexiko
- Religion + Staat
- Medien
- Bibel
- Kommentare
- Impressum
Schweiz
Studienabschluss am Theologisches Seminar St. Chrischona 
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St. Chrischona/Bettingen, 05.07.2004 / APD
Am letzten Juni-Sonntag wurden 27 Studierende nach drei- bzw. fünfjähriger Ausbildung am Theologischen Seminar St. Chrischona (TSC) während eines besonderen Gottesdienstes ordiniert und ausgesandt. Unter den 27 Absolventen befinden sich 9 Frauen. Die Ordinations- und Aussendungsfeier stand unter dem treffenden Motto "Pastorisiert – ordiniert."
Das TSC mit über 15 Dozenten und Dozentinnen steht in enger Partnerschaft mit dem Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell (D) und dem Theologischen Seminar Tabor in Marburg (D). Zusammen bilden sie den CTL-Verbund (Chrischona-Tabor-Liebenzell) und haben sich als "CTL Gemeinnützige GmbH" für das theologische Studium bei der englischen Middlesex University in London akkreditiert. Deshalb ist am TSC auch ein Hochschulabschluss in Form eines Bachelor’s oder Master’s möglich.
Ab Herbst 2004 bietet das TSC unter dem englisch formulierten Leitspruch "Training Studies Community" verschiedene modular aufgebaute Studiengänge: Vierjähriges Studium/TSC4 (Abschluss: B.A. in Theologie); Dreijähriges Studium/TSC3 (Abschluss: B.A. in Christian Education); individuelle, teilzeitliche Studiengänge ohne Abschluss und berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungsprogramme nach Modulplan. Das TSC offeriert nach wie vor einen Biblischen Jahreskurs (BJK) für meist ehrenamtliche Mitarbeitende in Kirchen und Gemeinde und eine Kurzbibelschule (KBS) mit je drei Kursen zu je drei Wochen. Weitere Informationen über das Angebot des Theologischen Seminars St. Chrischona sind im Internet abrufbar unter: http://www.chrischona.ch/seminar/tsc.htm
Das Theologische Seminar St. Chrischona in Bettingen bei Basel vermittelt seit 1840 Menschen eine biblisch-reformatorische Theologie. In den letzten 160 Jahren sandte das TSC rund 6'000 Absolventen (3'800 Männer und über 2'200 Frauen) aus.
Die Gründung des heutigen Campus mit Studienzentrum geht auf den Pietisten Carl Friedrich Spittler zurück, der 1840 begann, in der halbverfallenen, ehemaligen Wallfahrtskirche St. Chrischona, junge Männer "für die Verbreitung des Evangeliums" zu schulen,. Sie sollten als "Pilgermissionare" in die weite Welt ziehen. So kam die Trägerorganisation des TSC, das evangelische Gemeinde- und Missionswerk, zum Namen "Pilgermission St. Chrischona." Spittlers Nachfolger Carl Heinrich Rappard gab der Ausbildungsstätte ab 1869 ihr bis heute sichtbares Profil eines Prediger- und Missionsseminars. Es war die erste Evangelistenschule im deutschen Sprachraum. In einem geradezu progressiven Schritt entstand auf St. Chrischona bereits 1909 eine "Bibelschule für Töchter."
Die heutige Bibliothek des TSC umfasst rund 56'000 Bände und über 280 regelmässige Periodika und zählt zu den grössten Bibliotheken evangelikaler Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem auf der Literatur zu Pietismus, Gemeinschaftsbewegung, Evangelikalismus und Freikirchentum
International
Adventisten in Turkmenistan staatlich anerkannt 
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Aschgabat/Turkmenistan, 05.07.2004 / APD
Die Siebenten-Tags-Adventisten sind in der mittelasiatischen Republik Turkmenistan als erste protestantische Kirche staatlich anerkannt worden. Die vom Justizministerium am 1. Juni ausgestellte Registrierungsurkunde trägt die Nummer 0001. Im März und Mai wurde durch Präsidentenerlasse das Religionsgesetz geändert, so dass zur Genehmigung einer Glaubensgemeinschaft nur noch 50 erwachsene Mitglieder statt 500, wie seit 1996, ausreichten. Laut Pastor Paul Fedotov (Aschgabat), der die 60 erwachsen getauften Adventisten in Turkmenistan leitet, hätten die Mitglieder wieder das Recht, Gottesdienste zu feiern. Sie bräuchten sich dazu nicht mehr heimlich in Privatwohnungen treffen, sondern könnten jetzt ganz offen auch andere Räumlichkeiten nutzen.
Die Registrierung zeige, wie wichtig internationale Kontakte seien, sagte Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, gegenüber dem Adventistischen Pressedienst (APD). Seine Abteilung hatte immer wieder auf die anhaltende Verfolgung religiöser Minderheiten in Turkmenistan hingewiesen, so dass sich unter anderem Tausende nordamerikanischer Adventisten veranlasst sahen, an US-Präsident George W. Bush, Aussenminister Colin L. Powell, Kongressabgeordnete und Senatoren zu schreiben und sie aufzufordern, gegen die Verletzung "fundamentaler Menschenrechte" vorzugehen. "Unsere Glaubensangehörigen in Mittelasien sind nicht allein. Wir werden darauf achten, dass die durch die Registrierung erlangte freie Religionsausübung auch wirklich umgesetzt wird. Wir sind aber auch mit den Behörden im Gespräch und versichern ihnen, dass sie keinerlei Befürchtungen wegen der Loyalität der Adventisten als Staatsbürger zu haben brauchen. "
Anfang der 1990er Jahre begann die turkmenische Regierung gegen religiöse Minderheiten vorzugehen. 1993 wurden die Bankkonten der Adventisten von den Behörden aufgelöst und der Stempel der Freikirche zur Beglaubigung von Dokumenten für ungültig erklärt. 1996 änderte die Regierung die gesetzlichen Grundlagen zur Registrierung von Religionsgemeinschaften. Seitdem waren nur noch der sunnitische Islam, dem 89 Prozent der 4,9 Millionen Einwohner angehören, und die Russisch-orthodoxe Kirche vom Staat anerkannt. Alle anderen Konfessionen galten als illegal.
Im November 1999 liessen die Behörden das mit staatlicher Genehmigung neuerbaute Gotteshaus der Siebenten-Tags-Adventisten in der Hauptstadt Aschgabad abreissen. Nach diesem Gewaltakt wurde der Freikirche ihre während der Sowjetzeit erlangte staatliche Anerkennung vom Justizministerium offiziell entzogen. Gottesdienste in Privatwohnungen wurden von den Behörden wiederholt unterbunden und Gemeindeglieder schikaniert. Der adventistische Pastor Pavel Fedotov befand sich im Oktober 2000 wegen Abhaltung eines privaten Gottesdienstes drei Tage in Haft. Ende 2001löste die Polizei einen adventistischen Gottesdienst in einer Privatwohnung in Turkmenabad auf und enteignete die Wohnungsinhaberin, die das Land verlassen musste und bei Verwandten in Sibirien Aufnahme fand.
Auch andere Glaubensgemeinschaften, wie Evangeliumschristen-Baptisten und Pfingstler, hatten ähnlich zu leiden. Baptisten, Pfingstgläubige, armenische Christen, Lutheraner, Zeugen Jehovas, Juden, Schiiten, Baha‘i und Hare Krishna hoffen, dass sie jetzt ebenfalls in Turkmenistan die staatliche Anerkennung erlangen.
100 Jahre Adventisten auf Kuba 
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Havanna/Kuba, 05.07.2004 / APD
Die adventistische Kirche in La Vibora, einem Vorort Havannas, reichte mit ihren 1 300 Sitzplätzen nicht aus, um die 2 500 Besucher zu fassen, welche zur 100-Jahr-Feier der kubanischen Siebenten-Tags-Adventisten angereist waren. An der Veranstaltung nahmen neben dem Präsidenten der Freikirche in Mittelamerika, Pastor Israel Leito (Miami, Florida/USA) und dem Präsidenten der Adventisten auf Kuba, Pastor Daniel Fontaine (Havanna), auch die Direktorin des Amtes für religiöse Angelegenheiten der kubanischen Regierung, Caridad Diego, sowie Vertreter des Kubanischen Kirchenrates und der dortigen Bibelgesellschaft teil. Diego betonte, dass die Arbeit der Kirche nicht nur der Glaubensgemeinschaft, sondern auch der gesamten Gesellschaft zugute komme. Sie wünsche sich, dass die Adventisten in ihrem Dienst für die Gesellschaft nicht nachliessen. Pastor Leito sagte: "Die einhundert Jahre sind für uns ein Meilenstein." Die kubanischen Adventisten seien trotz langem Leid Gott treu geblieben und hätten in einer ihnen nicht freundlich gesinnten Umgebung nach ihrem Glauben gelebt.
Am 18. Mai 1904 wurden Pedro Cruz und Manuel Avila als erste Adventisten auf Kuba getauft. Noch im gleichen Jahr sei auf der Karibikinsel eine Mission unter Leitung von Pastor E. W. Snyder gegründet worden. 1905 entstand die erste Gemeinde in La Lisa, einem Vorort von Marianao bei Havanna. 1932 zählte die Freikirche 1 000 Mitglieder auf Kuba. 1922 gab es dort bereits mehrere Grundschulen. Eine höhere Schule entstand 1922 auf der San Claudio Farm nahe der Stadt Cabañas. Aus ihr gingen ein Gymnasium und ein theologisches Seminar hervor, die 1940 nach Santa Clara verlegt wurden. 1935 sendete eine Radiostation in Havanna unter dem Namen "La Voz del Atalaya" (Die Stimme des Wächters) das erste adventistische Rundfunkprogramm.
Nach Anbruch der kommunistischen Herrschaft im Jahr 1959 durften religiöse Aktivitäten nur noch in Kirchengebäuden ausgeübt werden. Die Rundfunkprogramme mussten eingestellt werden. Das Gymnasium und das theologische Seminar in Santa Clara wurden 1967, die 40 Grundschulen bereits 1961 enteignet. 1992 gab es auf der Karibikinsel 11 235 erwachsen getaufte Adventisten in 112 Gemeinden mit 48 Pastoren.
Die Verfassungsänderung von 1992, in der die Religionsfreiheit verankert wurde, brachte manche Erleichterungen. 1993 bekamen die Adventisten zum ersten Mal nach 30 Jahren die Erlaubnis, wieder Studienanleitungen zur Bibel zu drucken. Seit 1994 durfte in Kirchen zu Evangelisationsvorträgen und zu Bibelkreisen in Privathäusern eingeladen werden. 1995 konnte die Freikirche 250 000 B¬roschüren mit dem Titel "Der Weg zu Christus" für Evangelisationsveranstaltungen drucken. 1996 weihte sie ein neues theologisches Seminar in Santiago de las Vegas, nahe der Hauptstadt Havanna, ein. 1998 erhielten die Adventisten die Genehmigung, in Haftanstalten religiös tätig zu sein. 2001 konnten sie nach 42 Jahren wieder eine Evangelisation in einem öffentlichem Saal, dem 1 500 Plätze fassenden Mella Theater in Vedado bei Havanna, durchführen. Seit 1994 wurden mit ausländischer Hilfe 190 Gemeindezentren auf Kuba saniert oder neu gebaut. Auf der Karibikinsel leben 24 000 Siebenten-Tags-Adventisten in 238 Gemeinden, die von 50 Pastoren betreut werden.
Adventisten und lettische Regierung unterzeichnen Staatsvertrag 
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Riga/Lettland, 05.07.2004 / APD
Der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Lettland, Pastor Viesturs Rekis, und der stellvertretende lettische Ministerpräsident, Ainars Slesers, unterzeichneten eine Vereinbarung, mit der die Freikirche die staatliche Anerkennung als eigene Rechtsperson erlangt. Mit dem Staatsvertrag, der noch vom Parlament, der Seimas, ratifiziert werden müsse, werden die Eigenständigkeit und freie Religionsausübung der Freikirche garantiert sowie deren Sozialarbeit geregelt. Mit der lutherischen, baptistischen und orthodoxen Kirche hatte der Staat zuvor ähnliche Vereinbarungen getroffen. In Lettland leben fast 3 900 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 46 Gemeinden. In den letzten zehn Jahren stieg die Mitgliederzahl um 38 Prozent.
"Fundamental, aber nicht fundamentalistisch" 
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Friedensau/Deutschland, 05.07.2004 / APD
"Menschen suchen nach Orientierung", schreibt Professor Dr. Johann Gerhardt, Dekan des Fachbereiches Theologie der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, in der von der Bildungsstätte herausgegebenen Zeitschrift "Dialog". Ganze Gesellschaftsschichten seien verunsichert, da bürgerliche Werte, die einmal fest schienen und sogar von einer höheren Ordnung abgeleitet wurden, zu sozialen Konventionen geworden seien, die man je nach Situation beliebig wechseln dürfe. Die Moderne habe begonnen, alles bisher Gültige in Frage zu stellen. Die wissenschaftliche Methode des Experiments habe den Glauben abgelöst, und die Information sei zur Quelle allen Wissens geworden. "Die Bibel war plötzlich ein Buch wie jedes andere und unterstand denselben Anforderungen an ihre Glaubwürdigkeit wie jede andere schriftliche Quelle."
Dagegen hätten sich konservativ gläubige Kreise gewandt. Sie gründeten Seminare und Institute, die Beweise gegen die "ungläubige" Wissenschaft liefern sollten. Sie wollten mit mindestens ebenso überzeugenden Argumenten den Glauben an die Bibel und an Gott begründen. Die fundamentalistische Antwort als Abwehr gegen die Moderne und Postmoderne versuche, so Professor Gerhardt, klare Positionen zu vertreten. Im Laufe der Zeit seien die Argumente aber schärfer geworden. Der religiöse Fundamentalismus sei gekennzeichnet durch den absoluten Anspruch auf Wahrheit, ein negatives Weltbild, ein geschlossenes Denkgebäude, Intoleranz und Aggressivität, Weltherrschaftsanspruch und Gewaltbereitschaft. "Wer so orientiert ist, kann Abtreibungskliniken anzünden, Ärzte umbringen, Autobomben zünden, sich selbst in die Luft sprengen - oder milder ausgedrückt, den Glauben des anderen in Frage stellen."
Allerdings, meinte Gerhardt, werde dabei von manchen ihrer Vertreter übersehen, dass sie den Rationalismus mit rationalen Argumenten bekämpfen wollten, die säkulare Wissenschaft mit wissenschaftlichen Methoden und die "falsche" Information mit "richtiger" Information. Die ernüchternde Botschaft für den Menschen auf der Suche heute laute allerdings, dass Information dem orientierungslosen Menschen keine Orientierung bieten könne. Nicht das Studium der Theologie oder der Natur mache gläubig, "sondern der Gläubige wird in seiner Glaubensorientierung bestätigt durch die Information, die er aus der Fülle auswählt".
Wer wirklich Orientierung finden wolle, müsse Antwort auf die wesentlichen Fragen finden: Wo komme ich her, wie soll ich leben, gibt es eine Zukunft, wo finde ich Wahrheit, was hat Sinn? Bei dem Woher gehe es um die Frage, ob der Mensch von Gott herkomme oder ein Produkt aus Zufall und Zeit sei. "Wenn Gott am Anfang steht, dann gibt es so etwas wie Freiheit und Würde, dann ist das Humane gewollt und auch verantwortlich", betonte Gerhardt. "Dann wehre ich mich zu Recht gegen Ausbeutung durch den Starken, die Herrschaft der Mächtigen. Dann haben auch die Armen und Kranken Würde. Sozialballast gibt es dann nicht. Dann hat es Sinn, Leid zu lindern und dem Nächsten von Gott zu erzählen." Den orientierungslosen Menschen von heute interessiere die Frage, warum ein Christ an Gott glaube und wie ihn dieser Glaube orientiere. "Alle 'Gottesbeweise' beweisen nichts.“ Gott müsse nicht bewiesen werden, ein Christ dürfe ihn bezeugen. Über ein Zeugnis aber könne man nicht streiten. "Man kann es nur annehmen oder ablehnen. "
Es gebe Werte, Fundamente, die es zu vertreten und zu schützen gelte, weil sie von Gott kämen und für die Menschen gemacht seien, gab Gerhardt zu bedenken. "Deshalb will und kann ich mich nicht abfinden, weder mit dem Präventivkrieg des Mächtigen noch mit dem Terror gegen Kinder und dem Missbrauch von Mädchen und Jungen. Ich darf zornig sein und für Recht eintreten." Es gebe keine Orientierung ohne Standpunkt. Orientierung gelinge jedoch nicht im Festhalten an der Information, wenn nicht auch nach deren Bedeutung gefragt werde. Dies setze allerdings den Dialog mit der Gegenwart voraus, denn Bedeutung könne man nur im Hier und Jetzt finden. "Wer Bedeutung gefunden hat, der ist orientiert." Die Sicherheit liege in der Bedeutung des Glaubens, die Information könne ihn lediglich stützen. Menschen benötigten nicht den Streit um das Informationsdetail des Glaubens, sondern die Diskussion um die Bedeutung des Glaubens. So fänden sie das Fundament, ohne fundamentalistisch zu sein.
Theologische Hochschule: Johann Gerhardt Professor für Pastoraltheologie 
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Friedensau/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Dr. Johann Gerhardt (60), Dekan des Fachbereichs Theologie und Dozent für Pastoraltheologie an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, wurde vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt zum Professor für Pastoraltheologie ernannt. Gerhardt studierte nach seiner Ausbildung am Theologischen Seminar Marienhöhe der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt an der Andrews Universität, Berrien Springs, Michigan/USA, und erwarb die akademischen Grade Master of Divinity (M.Div.) und Doctor of Ministry (D.Min.). Er war als Pastor neun Jahre Seelsorger verschiedener Gemeinden in Deutschland, Dozent für Praktische Theologie und Rektor des damaligen Seminars Marienhöhe und kam 1992 als Hochschullehrer nach Friedensau.
Professor Gerhardt ist Gründer und Leiter des Instituts für Familien- und Sozialforschung der Hochschule. Unter anderem führte er die For¬schungsprojekte „Ursachen für vorzeitige Drop-Outs bei Pastorinnen und Pastoren der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ sowie "Verkündigung und Medien; Feldversuch der Evangelisation via Fernsehmedium" durch. Er ist Mitherausgeber der "Friedensauer Schriftenreihe", die im Peter Lang Verlag, Frankfurt/Main und Bern, erscheint, und der Hochschulzeitschrift "Spes Christiana".
Das von den Siebenten-Tags-Adventisten 1899 gegründete Theologische Seminar Friedensau ist seit September 1990 staatlich anerkannte Theologische Hochschule. Sie bietet den derzeit rund 260 Studenten in den Fachrichtungen Theologie und Christliches Sozialwesen die akademischen Grade Diplom-Theologe, Magister der Theolo¬gie, Diplom-Sozial¬arbeiter/Sozialpädagoge, Magister in Internationaler Sozialwissenschaft und Sozialer Verhaltenswissenschaft sowie das Diplom in Musiktherapie und Studienabschlüsse in Kirchenmusik an.
Ungarische Adventisten mit neuer Leitung 
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Pecel/Ungarn, 05.07.2004 / APD
Neuer Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn ist Pastor András Szilvási, der bisher als Schatzmeister für die Finanzen der Freikirche zuständig war. Er löst Pastor Zoltán Mayor ab, der eine andere Aufgabe übernehmen wird. In Ungarn leben 4 600 erwachsen getaufte Adventisten in 113 Gemeinden, die von 27 Pastoren betreut werden. Die dortige Freikirche unterhält ein theologisches Seminar in Pecel, ein Altenheim in Gyula und in Tass sowie ein Verlagshaus in Budapest.
Ausbau des adventistischen Krankenhauses in Denver 
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Denver, Colorado/USA, 05.07.2004 / APD
Die Abteilung für Depressionskranke des Porter-Hospitals der Siebenten-Tags-Adventisten in Denver, Colorado/USA, soll für 80 Millionen US-Dollar modernisiert und erweitert werden. Das 368-Betten-Krankenhaus besteht seit 1930. Die Freikirche unterhält in den Vereinigten Staaten 61 Krankenhäuser mit über 12 000 Betten.
Italiens Protestanten beraten über Bioethik 
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Rom/Italien, 05.07.2004 / APD
Zum ersten Mal tagte in Italien die aus Vertretern verschiedener evangelischer Kirchen bestehende Kommission für Bioethik. Adventisten, Baptisten, Lutheraner, Methodisten, Waldenser und Repräsentanten des "Instituto di Formazione Evangelica e Documentazione (IFED)" berieten in Florenz über Fragen der Euthanasie und der aktuellen Gesetzgebung zur künstlichen Befruchtung bei Menschen. Trotz Meinungsverschiedenheiten einigte sich die Kommission am Schluss der Tagung auf ein Kommuniqué mit dem Tenor: "Jede ethische Entscheidung ist vorläufig. Ob Menschen gläubig sind oder nicht, hegen sie den gleichen Wunsch, dass der wissenschaftliche Fortschritt international anerkannten humanitären Regeln untergeordnet wird. Wir hoffen, dass die Kirchen trotz praktischer Erfahrungen von Fachleuten und Patienten das Bewusstsein für die Probleme und Schwierigkeiten schärfen, die jeden treffen können."
Tschechien: Studienabschluss am Theologischem Seminar in Sazava 
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Savaza/Tschechien, 05.07.2004 / APD
Der Direktor des adventistischen Theologischen Seminars Sazava, Ludek Svrcek, hat im Beisein Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der Tschecho-Slowakischen Union am 16. Juni den Absolventen des 4. Jahrgangs am "Sazava Teologicky Seminar" den akademischen Titel "Bakkalaureat der Theologie" verliehen.
Dozenten, Gäste und Vertreter der protestantischen Freikirche hatten sich zu dem Festakt in Savaza eingefunden. Nach der feierlichen Eröffnung hielt Karel Nowak, Dozent für Ethik am Theologischem Seminar, die Festrede.
Das Theologische Seminar der Siebenten-Tags-Adventisten in Sazava ist eine staatlich anerkannte Institution, deren Absolventen den Titel "DiS" (Diplomierter Spezialist) erhalten. Die Gründung der Ausbildungsstätte geht auf das Jahr 1925 zurück. Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das Seminar geschlossen. Erst nach dem "Prager Frühling" 1968 erfolgte eine Wiederaufnahme des Lehrbetriebs als Tschechoslowakisches Bibel-Seminar. Seit 1990 trägt die adventistische Ausbildungsstätte den heutigen Namen.
Im Januar 2000 verlieh die Adventist Accrediting Association – der internationale Dachverband adventistischer Schulen, Kollegs und Universitäten – dem Theologischen Seminar Sazava den Status eines Senior Collegs erteilt, der es den Absolventen erlaubt, den Titel "Bachelor of Theology" (B.Th.) zu führen.
"Islam, die grösste Herausforderung unserer Zeit" 
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Friedensau/Deutschland, 05.07.2004 / APD
"Der Islam ist für Christen die grösste Herausforderung unserer Zeit", schreibt Dr. Jary Saraswati, Dozentin für Entwicklungszusammenarbeit an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg (Deutschland), in der von der Bildungsstätte herausgegebenen Zeitschrift "Dialog". Muslime hätten nicht nur Vorurteile gegenüber dem Christentum, sie würden in manchen Ländern auch zum Hass gegen Christen erzogen. Dennoch könnten Christen, wenn sie sich an Jesu Vorbild orientierten, Muslime nicht ebenfalls ablehnen. Es gelte, sie nämlich mit ihrem Glauben, ihren Ängsten und Sehnsüchten zunächst kennen zu lernen. "Die beste Methode, mit ihnen bekannt zu werden, ist die Hilfe in der Not." Durch eine gute Tat werde die Liebe, die Christen bewegen sollte, sichtbar. "Erst wenn einem geholfen wurde, will man sich zunächst für Gespräche über Sorgen und Träume, später vielleicht über seinen eigenen Glauben oder Unglauben öffnen."
Der Studiengang Internationale Sozialwissenschaften der Hochschule bietet den Studenten die Möglichkeit, Hilfsprojekte in Theorie und Praxis durchzuführen. Sie werden zunächst auf die Begegnung und den Umgang mit Menschen unterschiedlicher Kulturen vorbereitet. Die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Probleme der betreffenden Länder wie auch in Deutschland sowie ihre möglichen Lösungen werden dazu dargestellt und analysiert. Anhand ihrer Analysen lernen die Studenten unterschiedliche Hilfsprojekte zu entwickeln, zu planen, Projektanträge für Fördermittel zu erstellen und die Projekte durchzuführen. Im praktischen Teil des Studiums, der Dank der engen Zusammenarbeit mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und anderer Hilfsorganisationen angeboten werde, erleben die Studenten den realen Kontakt mit Muslimen, aber auch mit Hindus, Buddhisten oder Christen, die Hilfe benötigten. Hier können sie Nächstenliebe in Form praktischer Hilfe üben und dadurch etwas vom Wesen der christlichen Botschaft vermitteln.
Technologiepark für adventistische Hochschule in Friedensau 
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Friedensau/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Auf dem Gelände der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg (Deutschland) ist ein Technologiepark im Entstehen. Angepasste Technologien, die in Entwicklungsländern gebraucht werden und zum Einsatz kommen, sollen zu Lern- und Demonstrationszwecken ausgestellt werden. In Zusammenarbeit mit dem Technologie- und Gründerzentrum Genthin, einem Konsortium von kleineren und mittleren Unternehmen, der German Appropriate Technology Exchange in Eschborn, Industrie- und Handelskammern in Entwicklungsländern und Partnerorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit können Technologien nach regionalen Bedürfnissen und Anforderungen entwickelt, produziert und in Entwicklungsländer und Katastrophengebiete transferiert werden. Die Technologieentwicklung werde laut dem Dekan des Fachbereiches Christliches Sozialwesen der Theologischen Hochschule, Professor Dr. Horst Rolly, zunächst auf erdbeben- und sturmresistenten Hausbau, Trinkwasseraufbereitung, Nahrungsmittelproduktion und -verarbeitung, erneuerbare Energieformen (Wind, Solar und Biogas) und preisgünstige Technologie der Gesundheitsversorgung begrenzt.
Der Anfang für den Technologiepark wurde im Mai mit dem Bau von geodätischen Kuppelbauten gemacht. Die drei Stahlbauten haben eine Grundfläche von 50 beziehungsweise 25 Quadratmetern. Die von dem amerikanischen Architekten Buckminster Fuller (1885-1983), dem "Leonardo da Vinci der Moderne", patentierte Kuppelbautechnik aus Hexagonen und Pentagonen hat sich besonders in Erdbebengebieten bewährt. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hatte 1994-1995 unter Leitung von Professor Rolly als Erdbebenrehabilitationsmassnahme 117 dieser geodätischen Kuppelbauten im Dorf Gubal im indischen Latur Distrikt errichten lassen. Gegenüber dem konventionellen Bauverfahren ergibt sich bei der Kuppeltechnik eine gleichmässigere Verteilung der Kräfte von Wirbelwinden und Erdbeben, die ausserdem durch die federnde Elastizität des Bauwerks wenig Angriffsfläche haben. Im Mai gab es an der Hochschule in Friedensau eine Lehrveranstaltung über die geodätische Kuppelbauweise.
Geldstrafen für "illegale religiöse Tätigkeit" in Aserbaidschan 
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Baku/Aserbaidschan, 05.07.2004 / APD
In Aserbaidschan sind drei adventistische Geistli¬che wegen angeblich illegaler religiöser Tätigkeit zu Geldstrafen verurteilt worden. Wie der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in dem mittelasiatischen Land, Pastor Ivan P. Zavrichko (Baku) mitteilte, wurde in Sumgait, einer Industriestadt nördlich von Baku am Kaspischen Meer, die Wohnung von Pastor Khalid Babaev von der Polizei durchsucht. Der Seelsorger hatte erst im Februar mit Frau und Sohn wegen massiver Morddrohungen, vor denen ihn die Behörden nicht schützen wollten, aus Nachitschewan fliehen müssen. Die Polizei in Sumgait verwarnte ihn, nicht ohne Genehmigung der Stadtverwaltung religiös tätig zu werden. Eine diesbezügliche Verpflichtungserklärung musste er unterschreiben. Obwohl der Geistliche während der Polizeimassnahme keinen Gottesdienst in seiner Wohnung abgehalten hatte, verurteilte ihn ein örtliches Gericht zu einer Geldstrafe von 82 500 Manat (14 Euro), da in Sumgait keine adventistische Gemeinde staatlich registriert sei.
In Gyanja im Westen des Landes wurden Pastor Nazim Azimov und sein Mitarbeiter Elshan Jabarov wegen "Verletzung der Aufenthaltsbestimmungen" zu je 50 000 Manat (acht Euro) verurteilt. Die Polizei warf ihnen vor, keine Wohnberechtigung für das adventistische Gemeindezentrum zu besitzen. Azimov habe ausserdem nur eine Aufenthaltserlaubnis für Baku. Pastor Zavrichko meinte dazu: "Es gibt kein Gesetz, das einem aserbaidschanischen Staatsbürger verbietet in einer anderen Stadt zu wohnen." Auch in Baku würden die Behörden inzwischen die örtliche Adventgemeinde stärker überwachen, beklagte der Geistliche. In Aserbaidschan leben über 600 erwachsen getaufte Adventisten in vier Gemeinden. 93 Prozent der 8,1 Millionen Einwohner zählenden mittelasiatischen Republik sind Muslime. Nur fünf Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum.
Evangelischer Theologe: "Weltmission hat biblisches Ziel fast erreicht!" 
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Stuttgart/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Die Weltmission habe ihr biblisches Ziel fast erreicht, dass das Evangelium weltweit verkündigt werde. Die christliche Botschaft sei weitgehend bekannt, erklärte der evangelische Theologe und Leiter zweier Hilfswerke, Pfarrer Winrich Scheffbuch, während einer Missionstagung in Stuttgart. Nach seinen Angaben seien nur noch wenige Regionen der Welt ohne einheimische Kirchen. Unter afrikanischen Buschvölkern und asiatischen Bergstämmen, die früher jeden Kontakt zur Zivilisation abgelehnt hätten, sowie unter den Indianern Lateinamerikas bildeten sich zunehmend christliche Gemeinden. Selbst in arabischen Staaten mit islamischen Mehrheiten versammelten sich immer mehr einheimische Christen, allerdings meist im Verborgenen. Damit bewahrheite sich die Voraussage Jesu, dass das Evangelium zuerst weltweit gepredigt werde und er dann wiederkomme, sagte Scheffbuch.
Ökumene
Katholischer Bischof: Gegen "Rückkehr-Ökumene" für Protestanten 
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Regensburg/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Gegen eine so genannte "Rückkehr-Ökumene" hat sich der römisch-katholische Bischof Gerhard Müller (Regensburg) ausgesprochen und überraschenderweise erklärt, Protestanten sollen nicht wieder Mitglieder der römisch-katholischen Kirche werden. "Das evangelische Christentum ist für uns kein Christentum ausserhalb der allumfassenden Kirche Jesu Christi. Deshalb kann es nicht das Ziel sein, dass die Weggegangenen zurückkehren, sondern dass die volle Einheit in Lehre, Verkündigung, Sakramenten kommt", sagte Müller kürzlich in einem Gespräch mit der in München erscheinenden "Süddeutschen Zeitung". Die Lehrunterschiede zwischen römisch-katholischer und evangelischer Kirche seien nach Müllers Einschätzung im Blick auf das Papstamt und auf das Abendmahl nach wie vor beträchtlich. Die unterschiedlichen Auffassungen zum Abendmahl "können nicht beide wahr sein", so Bischof Müller. So fordere die katholische Kirche für dessen Gültigkeit, dass ein geweihter Priester der Mahlfeier vorstehe. Diese Bedingung kenne der Protestantismus nicht. Die katholische Kirche sage nicht, dass das evangelische Abendmahlsverständnis "defizitär" sei, doch spreche sie vom "Fehlen des Weihesakraments". Während die evangelische Seite auch Katholiken zur Mahlfeier einlade, lehne die katholische Seite ein gemeinsames Abendmahl klar ab.
"Der Schub für die Ökumene kommt von der Basis" 
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Tübingen/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Der frühere Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pfarrer Dr. Konrad Raiser, ist davon überzeugt, dass "der Schub für die Ökumene von unten kommt". Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst epd wies der evangelische Theologe am Rande einer Jubiläumsveranstaltung der Universität Tübingen darauf hin, dass die Basis in der Frage der christlichen Einheit nicht mehr lange bereit sei, sich der kirchlichen Autorität unterzuordnen.
Die offizielle Lehre sei mit der Realität vor Ort nicht mehr in Einklang zu bringen, sagte Raiser im Blick auf das gemeinsame Abendmahl. Auch die theologischen Fragen sind nach Ansicht des deutschen Theologen längst geklärt. Die entscheidende Hürde liege für ihn im Kirchenrecht. Wenn die römisch-katholische Kirche auf der Besonderheit des Priesteramts beharre, gehe es nicht um Theologie, sondern um die kulturelle Identität der katholischen Kirche.
Raiser plädierte deshalb für einen Dialog, der es ermögliche, die Verschiedenheit besser zu verstehen und mit ihr konstruktiv umzugehen. Als Beispiel nannte er die Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Orthodoxen innerhalb des ÖRK, die nach einen jahrelangen Dialogprozess zu einem Kompromiss geführt hätten. Mit Sorge beobachte er, dass auf protestantischer und katholischer Seite momentan das Bedürfnis vorherrsche, eigene Profile zu schärfen und hervorzuheben. Die Diskussion über das protestantische Profil bezeichnete Raiser als Reaktion auf die Verhärtung der römisch-katholischen Position.
Konrad Raiser (66) hatte unter anderem in Tübingen (Deutschland) evangelische Theologie studiert, war zwei Jahre Pfarrer in der württembergischen Landeskirche und danach von 1967 bis 1969 Assistent für praktische Theologie an der Universität Tübingen. In Bochum leitete er von 1983 an das Ökumenische Institut der evangelisch-theologischen Fakultät. Bis Ende 2003 stand er zehn Jahre lang an der Spitze des ÖRK in Genf.
ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch
Hilfe für Überschwemmungsopfer in der Dominikanischen Republik 
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Jimani/Dominikanische Republik, 05.07.2004 / APD
In der von Überschwemmungen sehr in Mitleidenschaft gezogenen Stadt Jimani im Westen der Dominikanischen Republik hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA etwa 1 000 Obdachlose mit Kleidung, Schuhen, Medikamenten und Lebensmitteln versorgt. Eine mobile Klinik mit 15 Ärzten half die medizinische Versorgung sicherzustellen. Die adventistische Loma Linda Universität in Kalifornien schickte ihr aus Psychologen, Psychiatern und Ärzten bestehendes Team, um traumatisierten Menschen beizustehen und um Helfer vor Ort im Umgang mit Traumatisierten auszubilden.
Wegen Zollschikane Weihnachten für russische Waisenkinder erst im April 
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Weiterstadt/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Bei der Aktion 2003/2004 "Kinder helfen Kindern" der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland erhielten 41 388 Kinder in neun Ländern ein Weihnachtspaket. Ausserdem wurden 9 808 Kleiderkartons an Waisenhäuser in Afghanistan, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Mazedonien, Rumänien, Russland, Serbien und Montenegro sowie in der Ukraine verteilt. Für die Kinder von 21 russischen Heimen war erst im April Weihnachten. Die 3 400 Pakete und 480 Kleiderkartons wurden vom russischen Zoll festgehalten. "Wir haben uns geweigert, die hohen Sonderzahlungen zu leisten, die von den Zollbehörden gefordert wurden und für die es keine gesetzlichen Grundlagen gibt", teilte der Direktor von ADRA Deutschland, Erich Lischek (Weiterstadt), mit. Es dauerte einige Monate, bis es gelang, die Pakete frei zu bekommen. Ausserdem erhielten durch zusätzliche Spenden ein bulgarisches Waisenhaus eine grosse Waschmaschine, ein Heim in der Ukraine eine neue Heizungsanlage, und für Strassenkinder in Kiew gibt es in drei Suppenküchen täglich eine warme Mahlzeit.
Medikamente für den Nordirak 
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Weiterstadt/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland hat 16 Tonnen Medikamente im Wert von 230 000 Euro an Krankenhäuser und Kliniken in Tel Afar, Sinjar und Al Baííaj im Nordirak verteilen lassen. Über 20 Ärzte und Apotheker nahmen die Sendung an der türkisch-irakischen Grenze in Empfang. Es ist das dritte Mal seit Mai 1993, dass ADRA die drei Krankenhäuser und 31 Kliniken, welche für die Gesundheitsversorgung von 1,2 Millionen Menschen westlich von Mosul zuständig sind, mit Medikamenten im Wert von bisher insgesamt 826 000 Euro versorgen konnte. Die Kosten trugen das Auswärtige Amt der Bundesrepublik sowie die ADRA-Organisationen in Deutschland, den Niederlanden und Rumänien. ADRA Türkei und ADRA Irak leisteten logistische Hilfe.
Armenviertel in Bolivien mit Duschräumen und Latrinen ausgestattet 
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La Paz/Bolivien, 05.07.2004 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat in den bolivianischen Städten El Alto und La Paz in 16 Armenvierteln Duschräume und Latrinen errichten lassen. Ausserdem erhielten 2 000 Menschen, die bei den Arbeiten mitgeholfen haben, Nahrungsmittel. Fast 5 000 Kinder, die bei den Unruhen in den beiden Städten, welche Ende letzten Jahres 70 Tote und über 400 Verletzte forderten, traumatisiert wurden, erhielten psychologische Betreuung. An den Gesamtkosten in Höhe von 96 000 Euro beteiligten sich das Welternährungsprogramm (WFP) und das Kinderhilfswerk (UNICEF) der Vereinten Nationen sowie die Französische Botschaft in Bolivien und die Organisation "Save the Children".
Jugendzentrum in Tirana 
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Tirana/Albanien, 05.07.2004 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophen¬hilfe ADRA hat in der albanischen Hauptstadt Tirana ein Jugendzentrum eröffnet. Zwei Sozialarbeiter kümmern sich um Kinder und Jugendliche und bieten Englisch- sowie Computerkurse an.
Hilfe für Frauen in Peru und im Sudan 
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Watford/Grossbritannien, 05.07.2004 / APD
Einen Zuschuss von umgerechnet 1,92 Millionen Euro erhielt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Grossbritannien vom britischen Ministerium für Internationale Entwicklung, um Frauen in der peruanischen Huamanga Provinz und im Sudan durch Allgemeinbildung, Berufsausbildung und Gesund¬heitsvorsorge zu helfen.
Weizen zur Aussaat in Nachitschewan 
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Silver Spring, Maryland/USA, 05.07.2004 / APD
Das Landwirtschaftsministerium der USA stellt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA 22 000 Tonnen Winterweizen zur Verfügung. Dieser soll in den nächsten drei Jahren an Bauern in der zu Aserbaidschan gehörenden Exklave Nachitschewan zu Saatzwecken verteilt werden. Darin sind die Unterweisung in Anbau, Düngung und Schädlingsbekämpfung unter ökologischen Gesichtspunkten sowie die Vermarktung der Ernte eingeschlossen. Die Bauern sollen auch Kredite zur Anschaffung von Landwirtschaftsgeräten erhalten. Das in Zusammenarbeit mit dem dortigen Umweltministerium durchgeführte Projekt soll über 250 000 Menschen, darunter vielen Binnenflüchtlingen, zugute kommen.
ADRA-Studienreise nach Mexiko 
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Weiterstadt/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland führt vom 2. bis 17. März 2005 eine Studienreise nach Mexiko durch. Dabei kommen die Teilnehmer an Orte, die sonst kaum ein Tourist erreicht. Sie erleben die ursprüngliche Bevölkerung in ganz persönlichem Kontakt und erhalten durch das Gespräch mit ihr Einblicke in deren Lebenswelt. Während des Aufenthaltes trifft die Gruppe mit Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten, vom Tagelöhner bis zum Minister, und dem Vertreter der deutschen Botschaft zusammen. Entwicklungspolitische Aspekte öffnen das Verständnis für die Komplexität und Interdependenz der globalisierten Welt. Der Besuch von Entwicklungsprojekten schafft Verständnis für die Arbeit von Hilfsorganisationen. Jeder Teilnehmer wird um einen Beitrag von mindestens 200 Euro gebeten, der vor Ort für ein soziales Projekt übergeben werde. Dadurch wird die Gruppe nicht zu "Betrachtern der Armut", sondern zu einem engagierten Partner für die dortigen Menschen. Weitere Informationen sind bei ADRA-Culture, Frau Sofia Schneider, Telefon 0049-6151-397 19 70, Telefax 0049-6151-397 19 79, E-Mail: sofia.schneider@adra-gmbh.de erhältlich.
Religion + Staat
Deutsche Kirchen begrüssen Urteil zum Sonntagsschutz 
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Berlin/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde einer Kaufhauskette zurückgewiesen, durch die eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten auch an Sonn- und Feiertagen erreicht werden sollte. Die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung begrüsst, dass das Gericht mit seiner Entscheidung die im Grundgesetz geschützte Sonntagsruhe nachdrücklich gesichert habe. Eine über den gegenwärtigen Stand hinausgehende Freigabe der Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen bleibe auch dem Landesgesetzgeber verwehrt.
Wegen der religiösen Bedeutung des Sonntags, aber auch aus gesellschaftlichen und sozialpolitischen Gründen hätten sich die Kirchen seit jeher mit Nachdruck für die im Grundgesetz garantierte allgemeine Sonntagsruhe eingesetzt. "Der Sonntag als erster Tag der Woche ist der Ur-Feiertag der Christen, an dem die Auferstehung Christi gefeiert wird. Neben der Aufforderung zur Teilnahme am Gottesdienst enthält das Sonntagsgebot auch das Gebot der Arbeitsruhe", heisst es in der Pressemitteilung. So mache es diesen Tag zum Garanten einer Freiheit, die dem Menschen und seinen religiösen und sozialen Bedürfnissen entspreche.
Mit der Garantie der Sonntagsruhe, so die beiden Kirchen, gebe das Grundgesetz dem Ablauf der Woche eine normative Struktur. Sie folge dem gesellschaftlichen und individuellen Lebensrhythmus, der seit Jahrhunderten die Kultur unseres Landes präge. Weder wirtschaftliche Interessen noch ein verändertes Freizeitverhalten in Teilen der Gesellschaft rechtfertigten eine Aushöhlung und Beschädigung dieses kulturellen Wertes. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 9. Juni 2004 gebe vielmehr Anlass, bereits bestehende Ausnahmeregelungen, soweit sie die Sonn- und Feiertage betreffen, kritisch zu überprüfen. Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz würden die künftige Entwicklung verfolgen und sich weiterhin in aller Deutlichkeit für den Schutz der Sonn- und Feiertage einsetzen.
"Wenn die beiden grossen Kirchen sich auf ein Sonntagsgebot berufen, das auch das Gebot der Arbeitsruhe enthält, dann entnehmen sie das nicht der Bibel, sondern stützen sich auf eine alte staatskirchliche Tradition", betonte der Leiter des Internationalen Bibelstudien-Instituts der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Siegfried Wittwer (Darmstadt). In der Heiligen Schrift gebe es kein Gebot, am ersten Tag der Woche, der nach biblischer Zählung der heutige Sonntag sei, von der Arbeit zu ruhen. Die Bibel kenne zwar einen Ruhetag, Sabbat genannt, doch dabei handele es sich nicht um den Sonntag. In den Zehn Geboten werde ausdrücklich gesagt: "Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun" (2. Mose 20,8-10).
Der siebte Tag sei nach biblischer Zählung der heutige Samstag, sagte Wittwer gegenüber dem Adventistischen Pressedienst (APD). Die Juden, aber auch Christen, wie die Siebenten-Tags-Adventisten, würden auch heute noch am Sabbat (Samstag) von der Arbeit ruhen und Gottesdienst feiern. Erst der römische Kaiser Konstantin habe am 7. März 321 den Sonntag zum gesetzlichen Feiertag mit Arbeitsverbot erklärt. Zwar hätten auch zuvor schon Christen am Sonntag Gottesdienst gefeiert, um sich dadurch von den Juden abzugrenzen, doch sei dieser Tag damals nicht mit einem Arbeitsverbot belegt worden. "Ruhetag blieb der Samstag, an dem auch die Römer nicht arbeiteten." Wittwer verwies hierzu auf seine Ausarbeitung "Sabbat oder Sonntag?", die kostenlos beim Internationalen Bibelstudien-Institut, Pastor Siegfried Wittwer, Am Elfengrund 66, D-64297 Darmstadt, Telefon 0049-6151-95 44-50, Telefax 0049-6151-95 44-70, E-Mail: siegfried.wittwer@stimme-der-hoffnung.de, erhältlich ist.
Autowaschanlagen am Sonntag geschlossen 
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Mainz/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Das Verwaltungsgericht in Mainz hat den Betrieb einer automa¬tisierten Autowaschanlage an Sonn und Feiertagen untersagt. Die Verfassungen des Bundes und des Landes Rheinland Pfalz gewährleisten den Schutz von Sonn und Feierta¬gen "als Tage der religiösen Erbauung, seelischen Erhebung und Arbeitsruhe". Die Ge¬setzesaussagen sind dem Gericht zufolge auch bei gesellschaftlichem Wandel unverändert verbindlich. Der Gesetzgeber hat jüngst eine Lockerung des Sonn und Feiertagsschutzes zu Gunsten von Videotheken beschlossen, nicht aber in anderen Bereichen. Der Betrieb einer Autowaschanlage widerspricht daher dem Wesen des Sonn und Feiertags. (Aktenzeichen 1 K 826/03 MZ).
Glückwünsche für Horst Köhler: "Gott segne unser Land - und unseren Bundespräsidenten" 
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Hannover/Deutschland, 05.07.2004 / APD
Der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Dr. Rolf Pöhler (Hannover), hat dem neuen Bundespräsidenten Professor Dr. Horst Köhler zu dessen Wahl gratuliert. "Mit allen Christen in diesem Land wünschen wir von Herzen, dass Sie Ihre reiche Berufs- und Lebenserfahrung, Ihren ökonomischen Sachverstand und Ihre ethische Orientierung nachhaltig einbringen können, um die Entwicklung Deutschlands positiv zu beeinflussen." Es sei den Adventisten ein echtes Anliegen, dafür zu beten, dass das Staatsoberhaupt bei der Ausübung seines verantwortungsvollen Amtes stets die rechten Worte und Gedanken finden werde, um den Verantwortlichen, aber auch allen Bürgern unseres Landes bewusst zu machen, was zum Wohle Deutschlands hilfreich und notwendig sei. Pöhler würdigte, dass der designierte Bundespräsident in seiner Dankesrede nach seiner Wahl sich nicht gescheut habe, von Liebe und Dank, von Werten und Vertrauen zu sprechen und am Schluss seiner Ausführungen unserem Land Gottes Segen wünschte. In diesem Sinne sage auch er: "Gott segne unser Land - und unseren Bundespräsidenten!"
Auch die beiden grossen Kirchen Deutschlands haben Horst Köhler zur Wahl zum Bundespräsidenten gratuliert und ihm ihre Unterstützung zugesagt. Er wünsche dem neuen Bundespräsidenten die Kraft,. Durch unbequeme Fragen anzuregen und durch ermutigende Perspektiven Vertrauen zu stiften, heisst es in einem Glückwunschschreiben des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber. Köhler übernehme das Amt in einer Zeit, in der zukunftsweisende Entscheidungen anstehen, sagte Huber.
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, sagte, Köhler sei für die Herausforderungen des Bundespräsidentenamtes gut gerüstet. Lehmann erinnerte daran, dass Köhler als Chef des Internationalen Währungsfonds oft in schwierigen Verhandlungen tragfähige Kompromisse gefunden und sich weltweit Respekt verschafft habe. Köhler wisse um die Auswirkungen des Globalisierung und habe dabei stets auch den Blick auf das Elend und die Not der ärmeren Länder gerichtet.
Der anerkannte Finanzfachmann Köhler (61) trat sein Amt als neuer Bundespräsident Dr. Horst Köhler (61) am 1. Juli. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und gehört der evangelischen Kirche an.
Emir von Katar schenkt Kirchen Land für den Bau von Gotteshäusern 
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Doha/Katar, 05.07.2004 / APD
Das Staatsoberhaupt von Katar, Scheich Hamad bin Khali¬fa II., hat den christlichen Minderheiten rund 500 000 Quadratmeter Land für den Bau von Kirchen geschenkt. Laut dem vatikanischen Missionspressedienst "Fides" richte sich das Angebot an Katholiken, Kopten, Orthodoxe und Protestanten. Bisher mussten Christen in dem arabischen Land ihre Gottesdienste in Schulen oder anderen Räumen feiern. Katar unterhält seit zwei Jahren diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan. Er ist bereits der sechste Staat auf der arabischen Halbinsel, der Kirchenneubauten oder die liturgische Nutzung bestehender Kirchen zulässt. In Saudi Arabien haben Christen diese Möglichkeit nicht.
US-Evangelikale würdigten Ex-Präsident Ronald Reagan 
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Los Angeles, Kalifornien/USA, 05.07.2004 / APD
Führende Evangelikale in den USA haben den kürzlich verstorbenen Ex-Präsidenten Ronald Reagan als aufrechten Christen und Verfechter traditioneller Werte gewürdigt. Der 93jährige, der seit zehn Jahren unter der Alzheimer-Krankheit litt, war am 5. Juni in Anwesenheit seiner Frau Nancy und ihrer beiden Kinder Patti und Ron in Los Angeles an einer Lungenentzündung gestorben. Der Evangelist Billy Graham, der Reagan nach eigenen Angaben zu seiner engsten persönlichen Freunden zählte, erklärte, der von 1981 bis 1989 amtierende Präsident habe einen "tieferen Glauben gehabt, als den meisten Menschen bewusst war".
Der 85jährige Graham sagte, er habe Reagan mehrfach während dessen Krankheit besucht. Nancy Reagan sei sicher gewesen, dass ihr Mann gewusst habe, dass er für ihn bete. Der Vorsitzende der evangelikalen Organisation "Brennpunkt Familie", Pastor James Dobson, würdigte Reagan als einen Politiker, der sich für die Stärkung der Familie, für das Schulgebet und traditionelle Werte eingesetzt habe. Der frühere Präsident der Nationalen Religiösen Rundfunkvereinigung, Ben Armstrong, erinnerte an eine Rede Reagans bei der Jahrestagung 1984. Damals habe er die Teilnehmer aufgerufen, ihre Hoffnung auf Christus nicht wegzuwerfen.
Medien
Adventistisches Satellitenfernsehen nimmt Formen an 
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Bern, 05.07.2004 / APD
Anlässlich der Frühjahrssitzung der Euro-Afrika Abteilung der Siebenten-Tags-Adventisten in Krattigen (BE) entschieden sich die Vertreter der nationalen Leitungsgremien der Freikirche für den schrittweisen Aufbau eines adventistischen Fernsehprogramms für Europa und mehrere afrikanische Länder. Seit Anfang des Jahres steht den Adventisten mit "Hope Channel" über den Satelliten "Hotbird 6" ein eigener europäischer Kanal für ein tägliches 24-stündiges Fernsehprogramm zur Verfügung. Bisher sind dort aber nur Sendungen in englischer Sprache zu empfangen.
Laut dem Direktor für Kommunikation der Euro-Afrika Abteilung, Martin Haase (Bern), wird bereits ab 1. Juli ein evangelistisches Programm in rumänischer Sprache täglich zwischen 18 und 19 Uhr ausgestrahlt. Ab Oktober wird es jeden Freitag von 19 bis 20 Uhr deutsche Sendungen geben. Voraussichtlich im November folgen Beiträge in Tschechisch und Slowakisch. 2005 sind Programme in Portugiesisch, Spanisch und Französisch vorgesehen. Ausserdem soll es auch Beiträge für die Bewohner Nordafrikas geben.
Um auch die Möglichkeiten des Internets gezielt für missionarische Aktivitäten zu nutzen, wurde laut Haase beschlossen, ein permanentes Forum für Internetevangelisation einzurichten. Es werde aus Spezialisten verschiedener Länder bestehen, die während einer jährlichen Zusammenkunft Ideen zur missionarischen Internetarbeit sowie vorhandene Ressourcen und Anwendungen untereinander austauschen sollen.
Sendevertrag verlängert 
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Lae/Papua-Neuguinea, 05.07.2004 / APD
Die Siebenten-Tags-Adventisten haben den Sendevertrag mit dem staatlichen Rundfunk von Papua-Neuguinea für ihr 50-minütiges Wochenprogramm "Voice of Hope" (Stimme der Hoffnung) verlängert. Es wird im Landes¬programm Karai der National Broadcasting Corporation (NBC) ausgestrahlt. In den Jahren 1996 und 1997 war die Sendung bei der kommerziellen NBC-Station Kalang FM zu finden, wurde jedoch dann eingestellt. 2003 beschloss die Kirchenleitung die Wiederauf¬nahme des Programms. "Seitdem haben wir Hunderte von Teilnehmern an unserem Bibelfernkurs", sagte Benson ToPatiliu Diave, Direktor des Bibelstudieninstituts der dortigen Adventisten.
Bibel
Weltweite Bibelverbreitung rückläufig 
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Reading, Berkshire/Grossbritannen, 05.07.2004 / APD
Die 137 nationalen Bibelgesellschaften haben im Jahre 2003 weltweit 431 Millionen Bibeln, Neue Testamente und andere biblische Schriften verbreitet, was einem Rückgang um 146 Millionen Exemplare beziehungsweise um 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2002 entspricht. Wie der Weltbund der Bibelgesellschaften (United Bible Societies/UBS) in seinem jährlichen "Schrif¬ten-Verteilbericht" mitteilte, sei der Rückgang vor allem auf eine statistische Umstellung zurückzuführen. Das Rechnungsjahr 2002 umfasste 14 statt zwölf Berichtsmonate. Zahlen von Verlagen und Organisationen, die nicht dem Weltbund angehörten, blieben unberücksichtigt.
Den Angaben zufolge sank die Zahl der verbreiteten Bibeln von 24,9 Millionen auf 21,4 Millionen. Bei den Neuen Testamenten war ein Rückgang von 22,5 Millionen auf 14,4 Millionen zu verzeichnen. Um etwa jeweils ein Viertel nahm die Zahl der verbreiteten Bibelteile, Auswahlschriften und Auswahlschriften in einfacher Sprache ab. Lediglich bei den biblischen Leselernheften konnte mit 13,1 Millionen Exemplaren das Vorjahresergebnis
von 12,8 Millionen leicht übertroffen werden.
Die meisten biblischen Schriften, rund 300 Millionen, verbreiteten die Bibelgesellschaften in Nord_ und Lateinamerika. Dort lag die Zahl der verbreiteten Bibeln bei 8,2 Millionen, die der Neuen Testamente bei 5,1 Millionen. In Asien und im pazifischen Raum wurden 105 Millionen Bibeln, Neue Testamente und andere Schriften weitergegeben. Die Bibelgesellschaften auf dem afrikanischen Kontinent stellten den Gläubigen 14 Millionen biblische Schriften zur Verfügung. Auf Europa und den Nahen Osten entfielen elf Millionen.
Nicht in allen Bereichen waren die Verbreitungszahlen rückläufig: So produzierte die chinesische Amity-Druckerei in Nanking 2,8 Millionen Bibeln für Christen in China, Laos und Vietnam ein Plus von mehr als einer Million Exemplaren gegenüber 2002. Auch in Indien wurden mehr Bibeln verbreitet als im Jahr zuvor. Die Spitzenposition unter den afrikanischen Ländern nahm Nigeria mit rund 830 000 verbreiteten Bibeln und 44 000 Neuen Testamenten ein. Dort konnten die Verbreitungszahlen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gesteigert
Kommentare
Kommentar zum 95 Deutschen Katholikentag: Ökumenischer ging‘s wirklich nicht! 
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von Wolfgang Tulaszewski*
Es war wohl der Höhepunkt des 95. Deutschen Katholikentages in dem von dem mächtigen evangelischen Münster überragenden schwäbischen Ulm. Tausende Katholiken und Protestanten strömten in die Messehalle 1, um Zeugen eines historischen Streitgesprächs zwischen dem Kardinal und dem Kirchenrebell zu werden, dessen rigide Standortbestimmung der römischen Weltkirche so manchem Zuhörer den Atem verschlug. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, schmunzelte still in sich hinein, als sein alter Weggefährte und jetziger theologischer Widersacher Hans Küng wie ein Filmstar von vielen Fotografen auf dem Podium empfangen wurde. Dem namhaften Schweizer Theologen und Konzilsberater des 2. Vatikanum in Rom anfangs der 1960er Jahre wurde bekanntlich seine Kritik an dem Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes zum Verhängnis, was zum baldigen Entzug seiner Lehrerlaubnis durch den Vatikan führte.
Was vor kurzem noch für undenkbar galt, wurde durch das Einverständnis des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dem Veranstalter des kirchlichen Laientreffens, möglich: Der offizielle Auftritt des streitbaren Professors, der trotz seiner 76 Jahre noch nichts von seinem scharfen Intellekt und Charme sowie seiner grossen Popularität eingebüsst hat. Vor den Türen der überfüllten Halle mit rund 6 000 Zuhörern spielten sich indes kleine Tragödien unter den nicht Eingelassenen ab. Auf dem Podium ging es inzwischen hoch her. "Das Kirchenschiff ist offenkundig auf Sand gelaufen", konstatierte Küng, wies auf den Reformstau und den damit verbundenen Priestermangel in Deutschland mit erschreckenden Zahlen hin und schoss vor allem dicke Breitseiten auf die Kurie ab, welche die ganze Macht an sich reisse, nur an deren Erhalt interessiert sei, allein Politik machen und die Bischöfe zu Lehrbuben degradiere. Nach der neuesten Liturgie-Instruktion ("Ein unglaubliches Dokument") hätten die Laien wieder nichts zu sagen, denen man noch dazu das Predigten verboten und sie damit aus dem Altarraum verwiesen habe.
Kardinal Lehmann begnügte sich damit, die scharfen Anschuldigungen abzumildern oder zurückzuweisen, wobei er doch manches stehen lassen musste. "So manche Entscheidung von oben kann nicht verstanden und nachvollzogen werden." Küng beklagte insbesondere den Verlust der Kirche an Glaubwürdigkeit und stellte gleichzeitig die Amtsfrage. Er zitierte Papst Paul VI., der selber einmal gesagt habe: "Das Papsttum ist das grösste Hindernis für die Einigung der Christen."
Hanna Laurien, 76, ehemalige Berliner Schulsenatorin und eine der grossen katholischen Frauenpersönlichkeiten der Bundesrepublik, pflichtete Küng in vielem bei. Auch sie sieht in einem weiblichen Priestertum einen Ausweg aus der Pfarrermisere, würde sich jedoch schon freuen, wenn Rom wenigstens das weibliche Diakonat genehmigen würde. Küng forderte in seiner bestimmten Art von Rom den Verzicht auf das Pflichtzölibat, die Anerkennung des gemeinsamen Abendmahls und die Frauenordination. Ausserdem plädierte er für das harmonische Zusammenleben zwischen den einzelnen Weltreligionen, für eine missionierende Kirche, die sich in dieser globalisierten und liberalen Welt durchsetzt.
Das war das Stichwort für den Kardinal, der auf den Kirchengründer Bonifatius als eine Leitfigur für echtes missionarisches Engagement hinwies. Eindrucksvoll und ergreifend klang Kardinal Lehmanns Wort zum Abschied an dessen Freund Hans Küng, er möchte "weiter Segen sein". Küng revanchierte sich mit dem Segenswunsch: "Sei Freude" und wünschte ihm viel Erfolg bei der nächsten Papstwahl. Er möchte beim nächsten Conclave viele Gesinnungsgenossen für die Wahl eines Nachfolgers, wie es einst Johannes XIII. war, gewinnen.
Fast sensationell war auch der offizielle Auftritt des Paderborner Querdenkers, Expriesters und Psychotherapeuten Eugen Drewermann, der nach wie vor mit seinen kirchlichen Visionen Unruhe stiftet und den Menschen mit seiner Mixtur aus Halbwahrheiten, Irrtum und Fehldeutungen die Köpfe verdreht. "Ich glaube, wir müssen den Katholizismus überwinden, ja vielleicht sogar das Christentum verlassen, um Gott zu begegnen", war einer seiner Kernsprüche. Nichtsdestotrotz war auch er für einen überfüllten Saal gut und ein willkommenes Objekt der Bildjournalisten.
Der 95. Deutsche Katholikentag unter dem Motto "Leben aus Gottes Kraft" hätte auf Grund seiner vielfältigen Themen und grossen Bandbreite an hochkarätigen Referenten aus beiden kirchlichen Lagern sowie dem grossen Zuspruch der Teilnehmer aus der evangelischen Kirche und den Freikirchen gar nicht ökumenischer sein können. Gekonnte Bibelarbeit weckte vor allem das Interesse junger Menschen. Der evangelische Wunsch nach einer Abendmahlsgemeinschaft mit der römischen Schwesterkirche wurde bei dieser fünftägigen, harmonischen, von Sympathie und Herzlichkeit getragenen Begegnung von etwa 50 000 Christen nicht zum Zankapfel.
* Dr. Wolfgang Tulaszewski ist stellvertretender Chefredaktor des Adventistischen Pressedienstes APD in Deutschland.
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Nachrichtenagentur APD |
Herbert Bodenmann (verantwortlich), Journalist SFJ |
© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland). Kostenlose Textnutzung nur unter der Bedingung der eindeutigen Quellenangabe "APD". Das © Copyright an den Agenturtexten verbleibt auch nach ihrer Veröffentlichung bei der Nachrichtenagentur APD.
APD ® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

