Evangelische Allianz SEA: Öffentliche Entwicklungshilfe nicht kürzenprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 24.02.2016 / APD

Schweizer Franken

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© Foto: Michael F. Schroth / churchphoto.de

Die Bundesgelder der Schweiz für die öffentliche Entwicklungshilfe jetzt kürzen zu wollen, sei ein Schritt in die falsche Richtung und angesichts der weltweiten Herausforderungen verantwortungslos, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA in einer Medienmitteilung.

Die SEA reagiert mit ihrer Forderung auf die Entscheidung der Finanzkommission des Nationalrats welche am 19. Februar mit 11 zu 10 Stimmen empfohlen hat, die Entwicklungshilfe bis 2020 um zwei Milliarden Franken, von 0,5 Prozent auf rund 0,3 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu kürzen. „Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ist enttäuscht über diese Haltung, die vor allem die ärmsten Menschen in der Welt treffen würde.“

Dringend nötige Entwicklungshilfe
Im Jahr 2014 hat die Entwicklungshilfe aufgrund eines früheren Parlamentsentscheides gerade 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens erreicht. Das sind jährlich über drei Milliarden Franken, - rund sechs Prozent der gesamten Bundesausgaben. Für etwas mehr Gerechtigkeit in der Welt und Hilfe für die Ärmsten der Weltbevölkerung sei dies ein wichtiger Tropfen auf den heissen Stein, so die Evangelische Allianz. Vielen Menschen sichere diese Hilfe das Überleben, gebe Hoffnung und verbessere die Zukunftsperspektiven für sie und ihre Kinder.

Sinnvolle Entwicklungshilfe
Die Entwicklungshilfe gerade jetzt wieder zu kürzen, wo sie die 0,5 Prozent-Marke des BNE erreicht habe, sei höchst fragwürdig und würde wohl auch seitens der internationalen Gemeinschaft wenig verstanden. Der von der UNO empfohlene Beitrag zur Entwicklungshilfe liegt bei 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens eines Landes.

Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation werde laut der Schweizerischen Evangelischen Allianz immer offensichtlicher, dass extreme Armut nicht nur grosses Unrecht bedeute, sondern auch weitreichende Konsequenzen haben und zudem weitere hohe Kosten verursachen könne. Die SEA ist der Meinung, dass es durchaus sinnvoll sein könne, „mit Entwicklungshilfe auch dem Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich entgegenzuhalten“. Dies sei für die Mehrheit der Weltbevölkerung mittelfristig ein besserer Weg.

Bund und Private tragen Verantwortung
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA engagiere sich mit ihren Arbeitsgemeinschaften und Fachgruppen (StopArmut, Interaction, Hoffnungsnetz, Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie, Umwelt) für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung, sowohl in der Schweiz als auch weltweit. Diese Arbeitsgemeinschaften und ihre Fachgremien befürworteten eine solide öffentliche Entwicklungshilfe. Es sei notwendig, sinnvoll und effizient, dass sowohl private Akteure als auch die öffentliche Hand ihren Beitrag zur Bekämpfung der Armut und für die Entwicklung armer Bevölkerungsgruppen leisten würden. Der Einsatz für Solidarität und für mehr globale Gerechtigkeit sei Ausdruck einer christlichen Haltung.

Arbeitsgemeinschaften der SEA:
http://www.each.ch/mitglieder/kollektivmitgliedschaft/arbeitsgemeinschaft/liste

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