Adventisten in der Deutschschweiz feiern 115. Jahreskonferenzprint druckenemail versenden

Zürich/Schweiz, 03.03.2017 / APD

Prospekt-Cover der 115. Jahreskonferenz der Deutschschweizer Siebenten-Tags-Adventisten

Prospekt-Cover der 115. Jahreskonferenz der Deutschschweizer Siebenten-Tags-Adventisten

© Cover: DSV

Zur 115. Jahreskonferenz sind am Samstag und Sonntag, 11. bis 12. März die rund 2.500 adventistischen Christen der deutschsprachigen Schweiz unter dem Motto „500 Jahre Reformation – Was nun?“ ins Kongresshaus Zürich eingeladen. „Der Ausspruch ‚ecclesia semper reformanda’, ‚die sich immer erneuernde Kirche’, drückt das reformatorische Grundanliegen aus“, schreibt Pastor Günther Maurer, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz, im Flyer zur Konferenz. Siebenten-Tags-Adventisten fühlten sich diesem reformatorischen Anliegen verpflichtet. Die Jahreskonferenz steht Besuchern offen. Am Sonntag findet im Kongresshaus der erste Teil der alle vier Jahre stattfindenden Wahl-Delegiertenversammlung statt, bei der es um die Wahl des Präsidenten der Adventisten in der Deutschschweiz geht.

Der gemeinsame Gottesdienst am Samstag ist der Höhepunkt im Gemeindeleben der protestantischen Freikirche. Thematisch geht es an der Jahreskonferenz um die reformatorischen Prinzipien. Pastor Winfried Vogel (62), Theologischer Berater, Redaktor und Moderator beim adventistischen Fernsehsender „Hope Channel“, Alsbach/Deutschland, wird in der Predigt über das reformatorische Prinzip „Solus Christus / Nur Jesus – Die eigentliche Reformation“ sprechen. Die eigentliche Reformation sei durch die „Begegnung“ von Martin Luther mit Jesus Christus beim sogenannten „Turmerlebnis“ 1518, ein halbes Jahr nach dem Thesenanschlag, ausgelöst worden, so Winfried Vogel. Luther habe darüber geschrieben: In Christus sehen wir „in den Abgrund des väterlichen Herzens, ja in die grundlose und ewige Liebe Gottes, die er zu uns trägt und von Ewigkeit getragen hat“. Laut Vogel besteht die eigentliche Reformation darin, „diesem Jesus Christus persönlich zu begegnen“. „Solus Christus“ (Nur Jesus) sei kein Dogma, sondern die Rückbesinnung auf den einzigen Weg zu Gott. Jede Kirche, die sich zum „Solus Christus“ bekenne, „muss die Bescheidenheit aufbringen, dies als einziges Bekenntnis zu haben, von dem aller Glaube ausgeht“. Jede biblische Überzeugung habe „hier ihre Mitte und ihr Ziel“ und müsse sich daran messen lassen, schreibt Winfried Vogel.

Pastor Matthias Müller (64), Abteilungsleiter Kommunikation und Gemeindeaufbau der adventistischen Hansa-Kirchenleitung in Hamburg/Deutschland, spricht am Samstag zum reformatorischen Prinzip „Sola Gratia / Nur Gnade“ und am Sonntag in Workshops zum Umbruch, den die Reformation bezüglich des Umgangs mit Bibel und Medien gebracht hat. „Der reformatorische Grundsatz „sola gratia“ (allein durch die Gnade) bildet die Grundlage für ein innerlich befreites Leben. Wer selber weiss, dass er Gnade braucht, wird auch anderen gegenüber Gnade walten lassen. Diese Lebenshaltung tut unserer Gesellschaft gut und kann die Grundlage für einen wohlwollenden Umgang der Menschen miteinander bilden“, so Matthias Müller.

Bibelausstellung der Schweizer Bibelgesellschaft
Auf der Galerie des Foyers im Kongresshaus kann am Samstag und Sonntag die neue Bibelausstellung der Schweizer Bibelgesellschaft besichtigt werden: „Die Bibel – Erbe der Menschheit“. Auf sechs Ausstellungswänden geht es um den Ursprung der Bibel / deren Übermittlung während 2.000 Jahren / Begegnungen mit biblischen Personen / Verschiede Übersetzungen / Bibel und Kulturen / Die Welt der Bibel. Neben aufliegenden Bibelexemplaren werden in der konfessionell neutralen Ausstellung viel Hintergrundinformationen mit grundlegendem Wissen um die Bibel vermittelt. Die Ausstellung ist auch für Besucher offen.

Das Konferenzprogramm wird in Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch übersetzt. Kinder und Teens werden während beiden Tagen in altersgerechten Programmen betreut.

Sonntag, 12. März: Generalversammlung, Workshops und Reformationstour
Am Sonntag werden rund 150 Delegierte aus den Ortsgemeinden der Deutschschweizerischen Vereinigung sowie offizielle Delegierte über den Vorschlag der Findungskommission (Ernennungsausschuss) bezüglich des Präsidenten (Vorsteher) für die nächsten vier Jahre (2017-2021) befinden. Die Delegierten der Ortsgemeinden vertreten die 2.576 Adventisten in der Deutschschweiz.

Workshops zur Reformation
Die beiden Gastreferenten führen am Sonntag im Kongresshaus Workshops zu folgenden Themen durch: „Mehr Luther, weniger Calvin“ oder „Mehr Glaube, weniger Religion“ – Winfried Vogel. Matthias Müller spricht über den Umbruch durch die Reformation bezüglich Medien und Bibel.

Reformationstour in Zürich
Am Sonntag werden am Morgen sowie am Nachmittag je eine zweistündige Reformationstour durch Zürich angeboten, bei denen zu Fuss historische Orte der Reformation erkundet werden. Treffpunkt ist der Haupteingang des Kongresshauses an der Claridenstrasse um 09.45 und 14:00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos und steht allen offen, die sich zur angegebenen Zeit am Treffpunkt einfinden.

Ein Faltblatt mit dem Konferenzprogramm ist kostenlos erhältlich bei der: Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Deutschschweizerische Vereinigung, Sekretariat, Wolfswinkel 36, Postfach 7, CH-8046 Zürich; Telefon +41 44 315 65 00; Fax +41 44 315 65 19; dsv@adventisten.ch

Adventisten in der Schweiz
Eine Vorläufergemeinde der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz wurde 1867 in Tramelan (Berner Jura) und die erste offizielle Adventgemeinde wurde 1883 in Basel gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei "Vereinigungen" aufgeteilt: in die "Deutschschweizerische Vereinigung" mit Sitz in Zürich und in die "Fédération de la Suisse Romande et du Tessin" mit Sitz in Renens/VD.

Am 31.12.2016 zählten zur Deutschschweizerischen Vereinigung 32 Kirchengemeinden und zwei Gruppen mit 2.576 erwachsen getauften Mitgliedern. Schweizweit gibt es 54 Kirchgemeinden und 4.652 Mitglieder. Die Freikirche unterhält eine eigene Primar- und Sekundarschule in Zürich. Der Advent-Verlag und das Alters- und Pflegeheim „Oertlimatt“, beide in Krattigen/BE, das Jugendhaus St. Stephan im Simmental/BE sowie die Bibelfernschule „Hope Bibelstudien-Institut“ und das Religionspädagogische Institut (RPI) gehören zu den kirchlichen Einrichtungen in der Deutschschweiz. Die Prediger werden vor allem im Theologischen Seminar Bogenhofen in Oberösterreich ausgebildet, das von den Adventisten der Deutschschweiz und Österreichs gemeinsam getragen wird.

Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und arbeiten in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz im Gaststatus mit. In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglied und in drei weiteren haben sie den Gaststatus. Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA Schweiz), ein Partnerhilfswerk der Glückskette, der Adventistische Pressedienst (APD) und die Liga Leben und Gesundheit (LLG).

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig (8/2015) zählt sie über 18,5 Millionen erwachsene Mitglieder in 215 Staaten und Territorien der Erde. In der Schweiz sind 4.456 Mitglieder in 51 Gemeinden und drei Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.