Orthodoxe Bischofskonferenz kann Reformationsjubiläum als „Christus-Jahr“ mitfeiernprint druckenemail versenden

Bonn/Deutschland, 20.03.2017 / APD

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Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) sei „dankbar“, dass es beim Reformationsjubiläum nicht um eine Glorifizierung Martin Luthers oder anderer Personen der Reformationszeit gehe, sondern um ein „Christus-Jahr“. Denn nach Auffassung der OBKD wäre eine Spaltung der Kirche Jesu Christi nicht etwas, das gefeiert werden könne. Doch mit dem „Christus-Jahr“ werde auf Jesus, „den Urheber und Vollender unseres Glaubens“ verwiesen. Das wäre auch im Sinne der Bischofskonferenz.

Schon vor 500 Jahren wechselseitige Beziehungen
Dies teilte die Konferenz unter Vorsitz des Metropoliten Augoustinos in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, mit. Sie erinnerte an den Kontakt, den bereits die Reformatoren mit dem Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel Jeremias II. (1536-1595) hatten. Philipp Melanchthon (1497-1560) übersetzte die „Confessio Augustana“ (Augsburger Bekenntnis) ins Griechische und war in einen Briefwechsel mit dem Patriarchen getreten. Schliesslich schrieb Jeremias II.: „Geht nun euren Weg! Schreibt uns nicht mehr über Dogmen, sondern allein der Freundschaft willen, wenn ihr das wollt. Lebt wohl!“

Zwar hätte der Patriarch es damals als unmöglich angesehen, die Anliegen der Reformation, wie etwa die Rechtfertigungslehre, mit der orthodoxen Theologie und Glaubenslehre in Einklang zu bringen, aber der Wunsch zu einem freundschaftlichen Kontakt habe zu weiteren Beziehungen geführt. Für die rund zwei Millionen orthodoxen Christen in Deutschland sei das Reformationsjubiläum daher ein Ereignis, das sie mit grossem Interesse und in freundschaftlicher Beziehung verfolgten. Im Sinne des damals geführten Briefwechsels in der Reformationszeit freue sich die Orthodoxe Bischofskonferenz mit der EKD und versichere sie der Freundschaft und der Begleitung der orthodoxen Christen in Deutschland.

Zusammensetzung der OBKD
Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) ist der 2010 gegründete Zusammenschluss der orthodoxen Bischöfe aller Diözesen in der Bundesrepublik. Zur OBKD gehören vom Ökumenischen Patriarchat die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, das Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa sowie die Ukrainische Orthodoxe Eparchie von Westeuropa. Ausserdem die Metropolie für Deutschland und Mitteleuropa der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien; die Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats; die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland – Russische Orthodoxe Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland; die Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland der Serbischen Orthodoxen Kirche; die Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der Rumänischen Orthodoxen Kirche; die Diözese von West- und Mitteleuropa der Bulgarischen Orthodoxen Kirche; sowie die Diözese für Deutschland und Österreich der Georgischen Orthodoxen Kirche.

Vorsitzender ist ex officio (von Amts wegen) Metropolit Augoustinos Lambardakis von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa (Ökumenisches Patriarchat). Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland vertritt die ihr angeschlossenen orthodoxen Diözesen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Im Vorstand der ACK wird die Orthodoxe Kirche durch Erzpriester Radu Constantin Miron (Brühl bei Köln), den Beauftragten der OBKD für innerchristliche Zusammenarbeit, vertreten.

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