APD-INFORMATIONEN 1/2005

Schweiz

Schweizer Entwicklungshilfe fördert Biogas als alternative Energie in Nordkorea
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Lentigny FR, 28.01.2005 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat in Unchon, etwa 120 Kilometer südlich der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang, sieben Haushalts-Biogasanlagen mit je fünf Kubikmeter Volumen installiert. Alle Hauseigentümer wurden mit der Handhabung der neuen Technik vertraut gemacht, so dass sie die Anlagen selbst betreiben und warten können. In diesem Jahr sollen in der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft weitere 50 Biogasanlagen durch die Bewohner selbst gebaut werden. Die neue Technik ermöglicht die Reduzierung des Feuerholzverbrauches um zwei Drittel. Ausserdem gibt es in der Küche und im Wohnzimmer immer Licht. Auch andere Hilfswerke haben die von ADRA entwickelte, wintertaugliche Anlage übernommen und in eigene Projekte integriert.

In der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Genam südwestlich von Unchon baut ADRA Schweiz eine mittelgrosse Biogasanlage mit einem Volumen von 120 Kubikmetern, die vom Büro zur Koordinierung humanitärer Aktionen der UNO (OCHA) finanziell bezuschusst wird. Die Anlage dient zur Beheizung eines Treibhauses und zur Erwärmung von gefrorenem Futter in den Tierställen. Leitungen führen zu einem Kindergarten sowie in drei umliegende Dörfer mit insgesamt 124 Haushalten und versorgen sie mit Gas zum Kochen. Später soll auch das Heizen mit Gas möglich sein. Auf den Hügeln und Bergen rund um die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft sind die Bäume abgeholzt, so dass dort nur noch Büsche wachsen. Da der Transport von Kohle sehr teuer ist, ist die Bevölkerung auf Gas als alternative Energie angewiesen. In einer weiteren Ausbaustufe wollen ADRA-Mitarbeiter noch in diesem Jahr Gas komprimieren, um Strom zu erzeugen. ADRA Schweiz ist seit 1999 in Nordkorea tätig.

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"Adventisten auf einen Blick"
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Basel, 28.01.2005 / APD

Die für das Jahr 2005 erschienene Kurzinformation "Siebenten-Tags-Adventisten - Auf einen Blick" enthält neben Angaben über Glaube, Herkunft und Lebensstil ihrer Mitglieder die wichtigsten statistischen Zahlen und Erläuterun¬gen zu den umfangreichen Aktivitäten der weltweiten protestantischen Freikirche. In der Rubrik "Fakten" sind mit Stand vom 1. Januar 2004 insgesamt 13 406 554 erwachsen getaufte Gemeindeglieder in 204 Ländern bei einer jährlichen Zuwachsrate von 3,9 Prozent verzeichnet. Die Adventisten unterhalten weltweit 6 709 Schulen, Colleges und Universitäten, 597 Krankenhäuser und Kliniken sowie 157 Alten-, Kinder- und Waisenheime. Die "Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe" (ADRA) arbeitet derzeit in 122 Ländern. Ihre Projekte kamen 2003 über 23 Millionen Menschen zugute. Das Faltblatt kann kostenlos bei der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Kommunikationsabteilung, Postfach 5126, 8050 Zürich, Telefon (044) 315 65 00, Telefax (061) 261 61 18, E-Mail info@stanet.ch, bezogen werden.

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Schweizer Kirchen haben "Charta Oecumenica" unterzeichnet
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St-Ursanne JU, 28.01.2005 / APD

Vertreter aller zehn Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) haben am 23. Januar anlässlich eines gemeinsamen Gottesdienstes im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen in der Stiftskirche von Saint-Ursanne (JU) die so genannte "Charta Oecumenica" unterzeichnet.

Mit der Ratifizierung der Charta wollten die in der AGCK-CH vertretenen Schweizer Kirchen "starkes" ökumenisches Zeichen setzen. Die theologische Unterschiede zwischen den Konfessionen und die Ansprüche der einzelnen Kirchen hätten den ökumenischen Umgang immer wieder problematisch gemacht, betonte der amtierende Präsident der AGCK-CH und christkatholische Bischof Fritz-René Müller. "In dieser schwierigen Zeit will diese Charta das Gemeinsame hervorheben", betonte der Bischof.

Die zwölf Punkte umfassende Charta, die Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa enthält, wurde von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem Rat der römisch-katholischen Bischofskonferenzen in Europa (CCEE) erarbeitet und Ostern 2001 verabschiedet. Die Kirchen verpflichten sich in dem Dokument, ihren Beitrag zur Einheit Europas, zur Wahrung der Menschenrechte, zur Bewahrung der Schöpfung und des Friedens sowie zur Versöhnung der Völker und zur ökumenischen Zusammenarbeit zu leisten. Als langfristiges Ziel nimmt die Charta auch die Abendmahlsgemeinschaft in den Blick. Das Dokument hält fest, dass "wesentliche Unterschiede im Glauben die sichtbare Einheit" der Kirchen noch verhinderten.

Die Idee zu einer Charta Oecumenica entstand während der "Europäischen Ökumenischen Versammlung" in Graz 1997. Damals wurde empfohlen, "eine verbindliche Grundlage" für den Dialog und die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa zu schaffen. Diese "Verbindlichkeit" der Charta hat während der Konsultationsphase in den Jahren 1999 und 2000 einer freiwilligen "Selbstverpflichtung" Platz gemacht. Für die Unterzeichner-Kirchen hat die "Charta" also keine lehramtlich-dogmatische oder kirchenrechtlich-gesetzliche Verbindlichkeit.

Der als Verein organisierten "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz" gehören folgende Mitglieder an: der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), die Römisch-katholische Kirche in der Schweiz, die Christkatholische Kirche der Schweiz, die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), der Bund Schweizer Baptistengemeinden (BSB), die Heilsarmee, der Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (BELK), die Griechisch-Orthodoxe Kirche, die Vertretung Serbischer Orthodoxer Kirchgemeinden in der Schweiz und die Anglikanische Kirche in der Schweiz.

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"GPS zum Leben" – Navigationshilfe 2005 der Deutschschweizer Adventjugend
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Basel, 28.01.2005 / APD

Unter dem Titel "GPS zum Leben" erschien jetzt der 88seitige Veranstaltungskalender der "Adventjugend". Sie ist die Jugendorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz. Der Jugend-Event-Planer für 2005 umfasst ein Kalendarium, Kontaktadressen, Daten der CH-Schulferien, sowie ausführliche Infos über Jugendveranstaltungen.

"Die coole Headline 'GPS zum Leben' haben wir gewählt, weil es super praktisch ist, wenn uns jemand durchs Leben navigiert. Jemand, der den Überblick hat“, erklärte der Leiter der Adventjugend, Stephan Sigg, dem Pressedienst APD. Im Editorial des Veranstaltungskalender hält er fest: Gott sei der beste Navigator für unser Leben. Und sein GPS führe uns garantiert zum Ziel. Und genau darum gehe es, um Gottes Positions- System. Der adventistische Jugendleiter wörtlich: "Gott gibt dir die Bibel und den Heiligen Geist als 'nette Stimme' und er macht für dich jede vermeintliche Sackgasse zu einer Einbahnstrasse zum Himmel. Hältst du dich an ihn, kommst du sicher durch! Und genau darum geht es uns als Adventjugend. Wir wollen uns von Gott in seine Welt navigieren lassen."

Unter den zahlreichen Veranstaltungen finden sich in der handlichen Navigationshilfe: die Jugendgebetswoche (19.-27. Februar), ein Partnerschaftsseminar (18.-20. März), ein Leiter-Basis- und Aufbaukurse für Pfadfinder [Adventwächter] (24.3.-3.4.,) das "Forum 05"-Wochenende für Studentinnen und Studenten (29.4.-1.5.), der 33. Sporttag in Aarau (12. Juni), der Landesjugendtag (3. September), das Computer-Camp CC'05 (9.-16. Oktober) und ein Kindermusicallager (9.-16. Oktober).

Das Programm in handlichem Taschenformat, mit kurzer Selbstdarstellung der Adventjugend, ist gratis erhältlich beim Sekretariat der Adventjugend, Gubelstrasse 23, Postfach 5126, 8050 Zürich. Weitere Infos auch über das Web Portal www.adventjugend.ch/

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International

Flutkatastrophe in Südasien: "Gott hat diese Menschen nicht vergessen"
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Silver Spring, Maryland/USA, Bern/Schweiz,, 28.01.2005 / APD

"Trotz Schmerz und Leid sind diese Menschen von Gott nicht vergessen worden. Jeder einzelne ist für ihn wertvoll", sagte der Präsident der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA), angesichts der Flutkatastrophe in Südasien. Es sei jetzt nicht die Zeit, nach dem Warum zu fragen oder nach Erklärungen zu suchen. "Jetzt ist die Zeit zu handeln und sich mit grosser Anteilnahme um unsere Mitmenschen zu kümmern." Christen sollten, wie Jesus, der Angst und Hoffnungslosigkeit Zeichen der Hoffnung entgegensetzen. Der Präsident der Freikirche in Südasien, Pastor Alberto C. Gulfan (Cavite bei Manila/Philippinen), meinte, dass erst drei Wochen zuvor ein Wirbelsturm auf den Philippinen über eintausend Tote hinterlassen und grosse Schäden angerichtet habe. "Während wir noch bei den Aufräumarbeiten waren, brach eine noch viel grössere Katastrophe herein. Das macht uns so unendlich traurig, und wir sind dankbar für jede Hilfe und jedes Mitempfinden."

Der Präsident der Adventisten in Mittel-, Süd- und Westeuropa, Pastor Ulrich Frikart (Bern), sprach den Opfern der Flut in Südasien sein Mitgefühl aus und rief zu Spenden für die Katastrophengebiete auf. Er erinnerte daran, dass vor genau einem Jahr, am 26. Dezem¬ber 2003, im iranischen Bam die Erde gebebt und die historische Stadt mit 35 000 Einwohnern in Tod und Verderben gerissen habe. "Nun geschah es wieder am 26. Dezember: Das fürchterliche Erdbeben im Indischen Ozean mit der verheerenden Tsunami Flut und ihrer zerstörerischen Wirkung." Es sei daher höchste Christenpflicht, angesichts solcher Katastrophen mit den leidgeprüften Menschen solidarisch zu sein. Frikart dankte den Mitarbeitern der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, "dass sie unverzüglich die notwendigen Massnahmen eingeleitet haben, um der Bevölkerung des Katastrophengebietes zu helfen". Auch der Vorsitzende der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Klaus van Treeck (Hannover) äusserte: "Wir beklagen fassungslos die Opfer der Katastrophe und sprechen den Opfern, Hinterbliebenen und Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aus. Wir beten zu Gott, dass er Gnade schenkt."

Laut dem Präsidenten der Freikirche in Sri Lanka, Pastor Wijetunge D. Anthony, seien etwa 20 adventistische Gemeinden in den Küstenregionen von der Flut betroffen. Fast alle Gemeindeglieder der Stadt Thoduwanwa hätten Zuflucht in der höher gelegenen adventistischen Kirche des Dorfes Diganwala gefunden. Am härtesten hätte es die adventistische Kirchengemeinde in Kalmnai an der Ostküste getroffen. Vier Mitglieder seien dort vermutlich ums Leben gekommen. Von den anderen hätten die meisten ihre Häuser und Habe verloren. In der Küstenregion des indischen Bundesstaates Tamil Nadu seien ebenfalls 20 ad¬ventistische Gemeinden von der Flut betroffen, teilte der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Indien, Pastor D. Ronald Watts, mit. "Bisher ist nur bekannt, dass sechs Gemeindeglieder und drei ihrer Kinder getötet wurden. Zahlreiche adventistische Familien haben ihre Häuser und Habe einschliesslich Fischerboote und Netze verloren." Die adventistische Kirche in Port Blair auf den Andamanen und Nikobaren Inseln sei zerstört worden. In intakt gebliebenen Gemeindezentren bekämen Menschen drei Mahlzeiten am Tag. So würden zurzeit in Periyathazhai 1 500, in Idinthakarai 50 und in Pondicherry 200 Be¬dürftige von den Gemeindegliedern versorgt. In Südasien leben über 750 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in fast 2 000 Gemeinden. Wie viele Adventisten, auch in anderen Ländern, der Katastrophe zum Opfer gefallen sind, ist noch unbekannt.

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Adventistische US-Soldaten im Irak getötet
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Silver Spring, Maryland/USA, 28.01.2005 / APD

Der US-Soldat Jefferson LeBrun kam Anfang Januar im Irak ums Leben, als ein Sprengsatz neben seinem Humvee-Geländefahrzeug explodierte. Der 21-jährige war Siebenten-Tags-Adventist und gehörte zur 10. Gebirgsdivision. Er stammte ursprünglich aus Haiti, brach in Buffalo/New York die Collegeausbildung ab und trat im September 2003 in die Armee ein. Im Oktober 2004 starb der Adventist Jeungjin Kim als Gefreiter der 2. Infanteriedivision nach einer schweren Verwundung in Ar Ramadi westlich von Bagdad. Der 23-jährige stammte aus Südkorea, zog nach Hawaii, brach ein Universitätsstudium ab und hoffte, nach seiner Militärzeit in die Polizei von Honolulu aufgenommen zu werden. Er hinterlässt Ehefrau A Young-Kim, die als Obergefreite in Fort Jackson/South Carolina, stationiert ist, und den gemeinsamen erst einen Monat alten Sohn Apollo Ikaika. Der Adventist Ramon C. Ojeda starb am 1. Mai 2004 als Pionier der 25. Leichten Infanteriedivision in Al Amarah im Südosten Iraks in einem Hinterhalt. Nach der Mittelschule ging er 1999 zur Armee. Er hinterlässt Ehefrau Angel und einen 14 Monate alten Sohn. Frank K. Rivers aus Newark, New Jersey/USA, war der erste adventistische Soldat, der im Irak starb. Am 14. April 2004 kam es bei ihm während einer Militärübung zum Herzversagen.

Zurzeit dienen zwischen 5 000 und 8 000 Adventisten bei den Streitkräften der Vereinigten Staaten. Ein Teil von ihnen verrichtet als so genannte "Nichtkämpfer" (non-combattant), beispielsweise als Sanitäter, waffenlose Dienste. Viele von ihnen stammen aus einfachen Verhältnissen und erhoffen sich durch die Armee einen Job oder eine Ausbildung, um in einem späteren Beruf bessere Chancen zu haben. In den Streitkräften der USA sind derzeit etwa 40 adventistische Militärpfarrer tätig.

Der Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), der norwegische Pastor Dr. Jan Paulsen, hatte im Oktober 2002 die positive Haltung von Adventisten zum Militär indirekt kritisiert. In einer Pressekonferenz erinnerte er im Hinblick auf einen damals möglichen Irakkrieg daran, dass die Freikirche traditionell ihre Mitglieder auffordere, nicht an Kampfhandlungen teilzunehmen. "Ich bin Kriegsdienstverweigerer", erläuterte er, "und es mag sein, dass sich unsere Kirche diesen Standpunkt erneut vergegenwärtigen muss".

Pastor Dr. Angel Manuel Rodríguez, Direktor des Biblischen Forschungsinstituts der Generalkonferenz, betonte in der nordamerikanischen Gemeindezeitschrift "Adventist Review", dass die Freikirche keinen Krieg als gerecht und deshalb für notwendig erklären könne. Wie sich ein Mitglied im Kriegsfall verhalte, müsse es selbst vor Gott verantworten. Selbst wenn ein Adventist es für notwendig ansehe, zur Waffe zu greifen, müsse er wissen, dass seine Kirche sich für die Verweigerung des Wehrdienstes einsetze.

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Urteil gegen ruandischen Pastor bestätigt
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Arusha/Tansania, 28.01.2005 / APD

Die Berufungskammer des Internationalen Gerichtshofes der Vereinten Nationen zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda (ICTR) hat in Arusha/Tansania die Urteile der Vorinstanz gegen den früheren Präsidenten der Siebenten-Tags-Adventisten im Süden Ruandas und ehemaligen Pastor, Elizaphan Ntakirutimana (80), sowie dessen Sohn Gérard (46), der als leitender Arzt am adventistischen Krankenhaus in Mugonero tätig war, bestätigt. Der Geistliche war im Februar 2003 wegen Beihilfe und Begünstigung zum Völkermord zu zehn Jahren Haft und der Mediziner wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt worden.

Der Angeklagte und sein Sohn waren für schuldig befunden worden, Tutsis, die in der Präfektur Kibuye auf dem Gelände des adventistischen Mongonero-Krankenhauses und in der Gegend von Bisesero Schutz suchten, den Gendarmen und Interahamwe-Milizen ausgeliefert zu haben. Dabei seien Hunderte von Männern, Frauen und Kindern, darunter auch zahlreiche Siebenten-Tags-Adventisten, getötet worden. Während das Gericht Elizaphan Ntakirutimana bescheinigte, dass er selbst keinen Menschen ermordet habe, sah das Tribunal es als erwiesen an, dass sein Sohn Gérard zwei Menschen, darunter den Buchhalter des Krankenhauses, Charles Ukobizaba, umgebracht und auch auf andere Flüchtlinge geschossen habe. Die Richter beschrieben die beiden Angeklagten vor ihrer Tat als religiöse, tolerante Menschen, bei denen keinerlei Feindlichkeit gegenüber anderen ethnischen Gruppen erkennbar gewesen sei. Die fünf Richter der Berufungskammer unter Vorsitz von Theodor Meron aus den USA hatten keine Zweifel an der Schuld der Verurteilten.

Der ruandische Staatsbürger und zum Hutu-Volk gehörende Elizaphan Ntakirutimana verbrachte seinen Ruhestand seit 1994 in der Nähe von Laredo/Texas. 1996 wurde er vom UN-Gerichtshof angeklagt, im September desselben Jahres verhaftet, aber nach Einlegung von Rechtsmitteln wieder freigelassen. Im Februar 1998 erfolgte seine erneute Verhaftung und im März 2000 wurde er von den Vereinigten Staaten ausgeliefert, um sich in Tansania vor Gericht zu verantworten. Während des Genozids in Ruanda war der Verurteilte Präsident der Südruanda Mission der Adventisten. Dr. Gérard Ntakirutimana wurde im Jahr 2000 im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste verhaftet und ebenfalls an das UN-Tribunal in Arusha/Tansania überantwortet.

Dem Völkermord in Ruanda sind von April bis Oktober 1994 zwischen 800 000 und einer Million Tutsis sowie oppositioneller Hutus zum Opfer gefallen. Auch 225 adventistische Pastoren und etwa 10 000 Gemeindeglieder kamen während des Genozids ums Leben. Im März 1998 führte die Freikirche zahlreiche Versöhnungskonferenzen durch, die den offenen Dialog und das Vertrauen zwischen den rivalisierenden Stämmen fördern sollten. Der adventistische Minister Esdras Mpyisi, Berater des früheren ruandischen Königs, leitete Gespräche, in denen die verfeindeten Gruppen vereinbarten, künftig tolerant und in gutem Einvernehmen zusammen zu arbeiten. In Ruanda leben über 360 000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1 263 Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort eine Universität, zwei höhere Schulen, eine Krankenpflegeschule, 39 Grundschulen, ein Krankenhaus, neun Kliniken und ein Medienzentrum mit Studios für Radio- und Fernsehproduktionen.

Elizaphan Ntakirutimana ist der zweite Geistliche, der von dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda (ICTR) verurteilt wurde. Bereits im September 1998 erhielt ein römisch-katholischer Priester in Arusha/Tansania vier Jahre Haft wegen Völkermordes. Vor dem Tribunal hat sich gegenwärtig der katholische Priester Athanase Seromba (41) zu verantworten. Er war während des Genozids in Kivumu/Westruanda als Geistlicher tätig, wo in seiner Kirche etwa 2 000 Tutsis ermordet wurden. Ihre Prozesse erwarten der frühere Rektor des katholischen Christ-Roi College, Hormisdas Nsengimana, und der ehemalige katholische Militärpfarrer Emmanuel Rukundo. Der frühere anglikanische Bischof der Diözese Shyogwe in der zentralruandischen Provinz Gitarama, Samuel Musyabimana, starb am 24. Januar 2003 im Gewahrsam des ICTR, bevor sein Prozess beginnen konnte.

In Belgien wurden im Jahr 2001 die beiden ruandischen Benediktinerinnen Julienne Mukabutera und Consolata Mukangango zu zwölf beziehungsweise 15 Jahren Gefängnis wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. In Frankreich wird gegen den katholischen Priester Wenceslas Munyeshyaka wegen des Genozids an der St. Famille Kirche in Kigali ermittelt. Bereits 1998 wurden die katholischen Priester Jean Francois Kayiranga und Edouard Nkurikiye von einem Kriegsverbrechertribunal in Kibuye/Ruanda wegen Beteiligung am Völkermord zum Tode verurteilt.

Von den 8,1 Millionen Einwohnern des zentralafrikanischen Landes sind 56 Prozent römisch-katholisch, 37 Prozent evangelisch (einschliesslich Anglikaner und Adventisten), fünf Prozent Muslime und zwei Prozent konfessionslos.

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Adventistische Pfadfinder helfen Anglikanern
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Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, 28.01.2005 / APD

Die adventistische Pfadfindergruppe in Dubai hat beim Beladen von zwei Containern und Sortieren von Kleidung geholfen, welche die örtliche anglikanische Gemeinde für die Flutopfer in Südasien gesammelt hatte. Die dortigen Siebenten-Tags-Adventisten feiern ihren Sabbatgottesdienst am Samstag in der Trinitätskirche der Anglikaner. Pastor Victor Harewood, der die adventistische Gemeinde betreut, zeigte sich über den Einsatz der Pfadfinder erfreut: "Es ist gut, wenn die jungen Leute begreifen, dass sie Teil der Gesellschaft sind und ungeachtet aller nationalen, religiösen und politischen Barrieren wie in einer grossen Familie helfen." Die etwa 50 Mit¬glieder der Dubaier Adventisten haben für die Flutopfer 5 000 Dirhams (rund 1 000 Euro) gespendet.

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Adventistische Kirche attackiert
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Iwano-Frankowsk/Ukraine, 28.01.2005 / APD

Das Gotteshaus der Siebenten-Tags-Adventisten in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankowsk ist erneut mutwillig beschädigt worden. Unbekannte warfen nachts sieben Kirchenfenster mit Steinen ein. Im letzten Jahr geschah dies sechsmal. Laut dem Pastor der Gemeinde bezeichne sich die Polizei als nicht zuständig und leite keine Ermittlungen ein. Augenzeugen hätten berichtet, dass es sich bei den Tätern um 13- bis 17-jährige Jugendliche handele, die mit den Rufen "Sektierer" die Steine werfen würden. Sie seien wahrscheinlich von ihren Eltern dazu angestachelt worden. Die adventistische Kirche in Iwano-Frankowsk wurde 1994 gebaut.

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Kondome für Ehepaare
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Dar-es-Salaam/Tansania, 28.01.2005 / APD

Die Siebenten-Tags-Adventisten befürworten die Verwendung von Kondomen bei Ehepaaren, wenn ein Partner mit HIV infiziert ist. Das sei eine gute Möglichkeit, um die Infizierung mit AIDS zu verhindern, sagte Professor Mutuku Mutinga, Beauftragter der adventistischen Weltkirchenleitung für Ostafrika, während eines Kongresses für Buchevangelisten in Dar-es-Salaam/Tansania. Andererseits lehne die Kirche aber Kondome für Nichtverheiratete ab, da sie die Unmoral nicht gutheissen könne. Für diesen Personenkreis sei sexuelle Abstinenz der beste Schutz gegen AIDS. "HIV ist in Ostafrika ein ernstes Problem, das alle Gesellschaftsschichten und insbesondere die Jugend betrifft", betonte Mutinga. Die adventistische Kirche habe verschiedene Programme zur AIDS-Aufklärung und dem Umgang mit dieser Krankheit entwickelt. Dazu gehöre auch die Betreuung von HIV-Infizierten. In Ostafrika leben über zwei Millionen erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 8 698 Gemeinden.

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Kirchenbau vordringlichste Aufgabe
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Nairobi/Kenia, 28.01.2005 / APD

Den Wiederaufbau im Bürgerkrieg zerstörter Kirchen im Kongo bezeichnete der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ost- und Zentralafrika, Pastor Geoffrey G. Mbwana (Nairobi/Kenia), als derzeit vordringlichste Aufgabe. "Unsere Gemeindeglieder kommen wieder zusammen, um Gottesdienst zu feiern. Doch viele haben keine Versammlungsstätte mehr." In dem Land leben etwa 480 000 erwachsen getaufte Adventisten in 1 417 Gemeinden. Im letzten Jahr sei es gelungen, die Bandalungwa Kirche und eine Kirche nahe der staatlichen Universität in der Hauptstadt Kinshasa, die Kirche der adventistischen Universität Lukanga in der Provinz Nordkivu sowie eine weitere in Kisangani im Nordosten des Landes wieder aufzubauen, berichtete Mbwana. Schon jetzt werde in den ost- und zentralafrikanischen Gemeinden darauf hingewiesen, dass der 12. April als Opfertag bestimmt sei, damit die Glaubensangehörigen im Kongo wieder ihre Gottesdienste in eigenen Versammlungsstätten feiern könnten. Die dortige evangelische Freikirche unterhält eine Universität, drei höhere Schulen, 170 Grundschulen, ein Krankenhaus, 32 Kliniken und ein Medienzentrum zur Produktion von Rundfunk- und Fernsehsendungen.

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Theologische Hochschule Friedensau braucht neue Bibliothek
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Friedensau bei Magdeburg/Deutschland, 28.01.2005 / APD

Mit dem chinesischen Sprichwort "Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern" wirbt die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg um Spenden für eine neue Bibliothek. Laut Bibliotheksleiter Ralph Köhler stünden zur Zeit etwa 95 000 Medieneinheiten, wie Bücher, Zeitschriften, Noten, Videos, CDs und DVDs aus Theologie, Sozialwissenschaften und Musik zur Verfügung. Sie seien in den Regalen auf drei Etagen der so genannten "Alten Schule" verteilt. "Unser grösstes Problem ist der fehlende Platz in der für nur 50 000 Bände ausgelegten Interimsbibliothek. Die Kapazitätsgrenze war bereits 1999 erreicht", so Köhler. Jedes Jahr zähle die Friedensauer Hochschulbibliothek mehr als 75 000 Benutzer mit steigender Tendenz.

Geplant sei daher eine neue Bibliothek mit einer Nutzfläche von 1 820 Quadratmetern für 136 600 Medieneinheiten samt Büro-, Lese-, Kopier- und Nebenräumen teilte der Kanzler der Hochschule, Roland Nickel, mit. Grund und Boden seien bereits vorhanden, ebenso grösstenteils die erforderlichen Regale und Möbel. Ein Architekturbüro habe eine Kosten sparende Industriebauweise entworfen. Dennoch würden etwa 1,8 Millionen Euro zur Verwirklichung des Vorhabens benötigt.

Die Friedensauer Hochschulbibliothek enthalte über 6 000 adventistische Bücher und Zeitschriften aus 150 Jahren Geschichte der Freikirche, teilte Köhler mit. Ausserdem verwalte sie die Bibliothek des Vereins für Freikirchenforschung mit einer einmaligen Sammlung von Büchern und Zeitschriften der verschiedenen Freikirchen in Deutschland. Sie biete eine hervorragende Möglichkeit zu konfessionsvergleichenden Forschungen und ziehe Interessenten verschiedenster Denominationen an. Hervorzuheben sei auch die Musikaliensammlung mit etwa 15 000 Exemplaren an Notenmaterial und Partituren, Gesang- und Liederbüchern für Chor- und Orchesterarbeit, Instrumentalunterricht und Gesangbuchforschung.

Mit den Bibliotheken im Landkreis Jerichower Land unterhalte die Friedensauer Hochschulbibliothek einen regionalen Bibliotheksverbund, der modellhaft und einmalig im Bundesland Sachsen-Anhalt sei, betonte Köhler. Regelmässig stattfindende Autorenlesungen machten Bürgerinnen und Bürger mit Friedensau und deren Hochschulbibliothek bekannt. "Mit mehr als 200 Bibliotheken in Deutschland tauschen wir unsere Bestände über die Fernleihe aus und helfen so unseren Studierenden und Dozenten, an Literatur heranzukommen, die wir aus Kostengründen und wegen unseres Bibliotheksprofils nicht anschaffen können. " Hochschulangehörigen sei darüber hinaus der kostengünstige Zugriff auf die Internationale Bibliographie der Zeitschriftenliteratur (IBZ und IBR) möglich. Engster Kontakt bestehe mit rund einem Dutzend adventistischer Bibliotheken in Europa und in Übersee. Eine gute Zusammenarbeit gebe es ausserdem mit anderen kirchlichen Bibliotheken in Deutschland.

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Dem Verfall sittlicher Werte entgegenwirken
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Suva/Fidschi-Inseln, 28.01.2005 / APD

1 700 adventistische Jugendliche aus dem Pazifikraum sowie von Australien und Neuseeland trafen sich zu einem einwöchigen Jugendkongress in Suva, der Hauptstadt der Fidschi-Inseln. "Als Kirche sind wir davon überzeugt, dass die Jugend dem Verfall sittlicher Werte entgegenwirken kann, wenn junge Menschen zur Verantwortung herangezogen werden", sagte Kongresssprecher Joe Talemaitoga. Die Veranstaltung habe sie dazu ermutigen sollen. Eines der Themen sei der Umgang mit AIDS gewesen. Hierüber habe die selbst mit HIV infizierte Adventistin Jokapeci Tuberi gesprochen. Sie beteilige sich an Aufklärungskampagnen, um der Ausbreitung der Krankheit entgegenzuwirken. Während des Kongresses halfen Jugendliche beim Wiederaufbau einer von einem Hurrikan zerstörten Schule und Kirche auf der Qamea Insel. Andere strichen eine Schule auf der Mana Insel.

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Immer mehr Christen auf der Weihnachtsinsel
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The Settlement, Weihnachtsinsel, 28.01.2005 / APD

Auf der südlich von Java im Indischen Ozean gelegenen Weihnachtsinsel (Christmas Island) gibt es nach Angaben des Informationsdienstes "China Heute" neuerdings offen praktiziertes Christentum. Dies hauptsächlich unter der chinesischstämmigen Bevölkerung, der die meisten der rund sechzig Katholiken und vierzig Protestanten der Insel angehören. Die kleinen, dem Bericht zufolge aber sehr regen christlichen Gemeinden auf der Weihnachtsinsel werden von engagierten Laien geleitet.

Besiedelt wurde die rund 135 Quadratkilometer grosse Insel erst 1898, nachdem man dort Phosphat entdeckt hatte. Die Engländer holten für den Phosphatabbau Chinesen und Malaien nach Christmas Island, die dort unter harten Bedingungen arbeiten mussten. Die seit 1958 unter australischer Verwaltung stehende Insel durfte bis vor wenigen Jahrzehnten von Aussenstehenden nicht ohne Genehmigung betreten werden. Unter diesen Umständen kamen auch keine christlichen Missionare dorthin. Die auf der Insel gültige australische Verfassung garantiert heute die Religionsfreiheit.

Zwei Drittel von den knapp 1'000 Einwohnern sind Chinesen. Die meisten von ihnen sind Anhänger religiöser und philosophischer Traditionen aus dem Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus und der chinesischen Volksreligion; sie haben auf der Insel zahlreiche Tempel errichtet. Die Malaien, die etwa 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind Muslime. Ausserdem wohnen auf der Insel einige Australier, Europäer sowie Einwanderer von der Kokosinsel und aus Java. Rund 70 Prozent der Insel sind seit 1980 als Nationalpark geschützt.

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Ökumene

Katholizismus in Lateinamerika unter Druck
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Hamburg, Deutschland, 28.01.2005 / APD

Für die römisch-katholische Kirchenhierarchie hat sich Lateinamerika vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind entwickelt, schreibt die in Hamburg erscheinende Missionszeitschrift "EineWelt" in einem Hintergrundbericht über die katholische Kirche in den lateinamerikanischen Staaten. In der Region sei zwar immer noch knapp die Hälfte der weltweit 1,07 Milliarden Katholiken zu Hause, doch Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Zahl der Gläubigen immer weiter schrumpfe.

"Der Verlust an Gläubigen ist eine traurige Realität, die uns als Seelsorger der lateinamerikanischen Kirchen vor enorme Herausforderungen stellt", beklagt Cipriano Caldéron, Mitglied der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe und ehemaliger Vizepräsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika.

In Brasilien mit seinen 180 Millionen Menschen gehörten 100 Millionen der römisch-katholischen Kirche an. Doch ausgerechnet im Land mit den weltweit meisten Katholiken komme es Jahr für Jahr zu fast einer halben Million Kirchenaustritten, erläutert Diego Cevallos, Korrespondent der Dritte-Welt-Nachrichtenagentur. Ähnlich sei die Entwicklung in anderen lateinamerikanischen Ländern.

Für Elio Masferrer von der "Lateinamerikanischen Vereinigung für Religionsstudien" (ALER) ist die Entwicklung jedoch keine Frage des Glaubensverlustes. "Wenn die Kirche an ihren zentralen Strukturen und autoritären Botschaften festhält, wird sie in Lateinamerika innerhalb der nächsten fünfzehn Jahren einpacken müssen", so Masferrer.

Der Generalsekretär des Lateinamerikanischen Kirchenrats (CLAI), mit Sitz in Ecuador, Israel Batista, führt den Niedergang des römisch-katholischen Glaubens darauf zurück, dass sich die katholische Kirchenhierarchie gegenüber den Wünschen ihrer Gläubigen taub stellt. "Sie wird sich aber wandeln müssen, wenn sie ihre Stärke behalten will", ist Batista überzeugt.

Im CLAI arbeiten rund 150 Glaubensgemeinschaften in 21 lateinamerikanischen Staaten zusammen. Vertreten sind unter anderem Baptisten, Lutheraner, Methodisten, Herrnhuter, Mennoniten, Nazarener, Orthodoxe, Pfingstler, Presbyterianer, Reformierte und Waldenser.

Elio Masferrer und Israel Batista warnen vor einer weiteren Entfremdung zwischen Kirche und Gläubigen. Der Vatikan habe sich vom tagtäglichen Leben der Menschen entfernt und wisse wenig über deren irdische Prüfungen und Bedürfnisse. Protestantische Glaubensgemeinschaften hätten es verstanden, sich diese Abwesenheit der katholischen Kirche zunutze zu machen. Sie sprechen inzwischen 15 Prozent der Lateinamerikaner an.

Unter Papst Johannes Paul II., seit 1978 im Amt, sei die Zahl der Katholiken gemessen an Taufen, von 758 Millionen auf 1,07 Milliarden gestiegen. Diese Zahlen seien jedoch nicht aussagekräftig, weil sie das Bevölkerungswachstum ausser Acht liessen. Wird dieser Aspekt berücksichtigt, zeige sich, dass inzwischen nur noch 17,2 Prozent der Weltbevölkerung römisch-katholisch sei, gegenüber 17,9 Prozent im Jahre 1978. Hinzu komme, dass viele Gläubige der Kirche den Rücken gekehrt haben, ohne formell ausgetreten zu sein. Zahlen im Päpstlichen Jahrbuch offenbarten, dass im Verlauf der letzten 26 Jahre auch die Zahl der Priester um 3,7 Prozent zurückgegangen sei – während die Zahl der Nonnen um 20,9 Prozent anstieg.

Die Dynamik der protestantischen Kirchen erkläre sich auch aus der hohen Zahl ihrer Pfarrer und Gemeindeleiter. Der ALER-Experte Masferrer rechnet im "EineWelt"-Beitrag vor, dass sich in Mexiko statistisch gesehen 7.200 Gläubige einen Priester teilen. Bei den evangelischen Kirchen liege das Verhältnis bei eins zu 230. Hinzu komme, dass katholische Geistliche im Schnitt um 65 Jahre alt seien, ihre protestantischen Amtskollegen aber 32 Jahre.

Als "grossen Fehler" der katholischen Kirche bewertet CLAI-Generalsekretär Batista die Entfremdung von den armen Bevölkerungsschichten. In den 60er und 70-er Jahren hätten sich viele lateinamerikanische Priester und Bischöfe der Befreiungstheologie angeschlossen. Dass die Befreiungstheologen wirtschaftliche und politische Gerechtigkeit einforderten, wurde vom Vatikan mit Unbehagen beobachtet. Später, unter Papst Johannes Paul II., wurde das politische Engagement der Priester und Bischöfe kritisiert und viele als links verschriene Geistliche exkommuniziert. Heute gebe es in der katholischen Kirche in Brasilien und Mexiko, Länder, die der Papst vier bis fünf Mal besucht hat, keine progressiven Kräfte mehr.

Um den Schwund an Gläubigen zu begegnen, hat der Papst die lateinamerikanischen Bischöfe aufgefordert, sich mit "dem Sektenproblem" zu befassen. Für den Vatikan fallen darunter allerdings viele protestantische Freikirchen, die keineswegs mit dem Etikett "Sekte" belegt werden können. Neben einer kritischen Überprüfung der katholischen Seelsorge, so der Papst, sei es wichtig, die Strukturen von Kommunion und Mission zu stärken und alle Möglichkeiten zu nutzen, die eine populäre und einheitliche Religiosität zu bieten habe. Ausserdem schlug er den Bischöfen die Einrichtung eines katholischen Radiosenders vor.

Doch für CLAI-Generalsekretär Batista ist dies der falsche Weg. Der aus Kuba stammende Methodistenpfarrer präzisiert: Solange die vom Vatikan geführte Kirche nicht Toleranz gegenüber anderen Religionen aufbringe, und die realen und individuellen Bedürfnisse weiter ignoriere, werde sie an Boden verlieren. "Die Menschen werden sich wohl kaum einer Kirche verbunden fühlen, die Scheidungen kritisiert und Präservative verbietet."

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ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt die Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.

ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: www.glueckskette.ch Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23, Postfach 5126, CH-8050 Zürich. Telefon +41 (0)44 515 03 10; Fax +41 (0)43 300 21 12; Email: info@adra.ch Web Site: www.adra.ch; Postcheckkonto: 80-26526-3

ADRA Deutschland e.V. ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt und hat den Sitz in Darmstadt. Das Hilfswerk besitzt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Adresse: ADRA Deutschland, Robert-Bosch-Strasse 10, D-64331 Weiterstadt. Telefon +49 (0)6151 8115 0; Fax +49 (0)6151 8115 12. Email: info@adra.de Web Site: www.adra.de

ADRA Österreich wurde 1992 als unabhängige Hilfsorganisation registriert und trägt seit 2002 das Spendengütesiegel als Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Adresse: ADRA Österreich, Prager Strasse 287, A-1210 Wien, Telefon +43-(0)1-3196043; Fax: +43 (0)1 319 60 43-499; Email: office@adra.at Web Site: www.adra.at

ADRA richtet Appell zur Freilassung entführter Mitarbeiter in Sudan
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Sillver Spring, Maryland/USA, 28.01.2005 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) richtet einen dringenden Appell zur Freilassung von drei Hilfswerkmitarbeitern, die am 16. Dezember 2004 auf ihrem Weg von Khartum ins sudanesische Westdarfur im damals von Rebellen kontrollierten Gebiet Labado unter Waffengewalt in ihren ADRA-Einsatzfahrzeugen entführt worden sind.

Die drei Personen gehörten zu einem Konvoi eines grösseren ADRA-Teams, das Bohrausrüstung und Material zum humanitären Wiederaufbau von 65 zerstörten und verlassenen Brunnen und zur Konstruktion von 45 neuen Brunnen transportierte. Das Projekt wird vom Amt für humanitäre Hilfen der Europäischen Kommission (ECHO) unterstützt. Der Konvoi von ADRA hatte die offizielle Erlaubnis zum Transport der Hilfsgüter nach Darfur.

Bei den drei Männern, die alle die sudanesische Staatsbürgerschaft besitzen, handelt es sich um erfahrene Mitarbeiter des humanitären Dienstes, die aufgrund des dortigen enormen Notstands auf dem Weg nach Darfur waren. "Wir machen uns grosse Sorgen um die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Wer für die Entführung verantwortlich ist, wissen wir nicht, und wir haben keine Informationen über den Aufenthaltsort oder den Zustand der Entführten.

ADRA ist keine politische Organisation, sondern leistet dort Hilfe, wo sie am meisten benötigt wird", sagte Byron L. Scheuneman, Vizepräsident und Geschäftsführer von ADRA International. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den entführten Männern und ihren Familien. Wir möchten einen direkten Appell an die Entführer richten, unsere Mitarbeiter aus Gründen der Humanität wieder freizulassen. Wasser wird in Darfur dringend benötigt, und es macht einfach keinen Sinn, diese Männer und die Ausrüstung festzuhalten", so Scheuneman.

Die geplanten Wasserbrunnen kommen 80.000 Binnenflüchtigen und der Bevölkerung von Westdarfur zugute. Die Gegend um Westdarfur ist besonders stark vom Bürgerkrieg getroffen, der in den drei Darfur-Staaten bisher mindestens 1,6 Millionen Menschen an den Rand des Überlebens gebracht haben. Die Niederlassung von ADRA in Khartum arbeitet eng mit den Vereinten Nationen zusammen, um die Freilassung ihrer Mitarbeiter zu bewirken, und ist dankbar für die dabei geleistete Hilfe. Operationen in einem derart komplexen und schwierigen Umfeld sind risikobehaftet, und die ADRA unternimmt Alles, um die Sicherheit seiner humanitären Arbeiter und der betroffenen Bevölkerung zu erhöhen.

Das internationale Hilfswerk ADRA ist bereits seit mehr als 25 Jahren in Sudan und seit Juni 2004 in Darfur tätig. Es unterhält weltweit ein Netzwerk mit 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

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ADRA verstärkt Einsatz in Südasien
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Bangkok/Thailand, 28.01.2005 / APD

Wie das Koordinierungsbüro für die Tsunamiopfer der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Bangkok/Thailand mitteilte, sei die Nichtregierungsorganisation in den Katastrophengebieten in Südasien im Einsatz. In Indonesien würden Projekte im Gesamtwert von drei Millionen Euro durchgeführt beziehungsweise geplant, wobei die Finanzierung bereits gesichert sei. Es handele sich dabei um die Verteilung von Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Dingen des täglichen Bedarfs, den Wiederaufbau von 95 Schulen, die Ausstattung von 16 300 Schülern und 550 Lehrern mit Unterrichtsmaterial und die Behandlung der Traumatisierten unter ihnen. An den Projekten beteiligten sich die ADRA-Organisationen in Australien, Dänemark, Deutsch¬land, Grossbritannien, Neuseeland und Spanien. In Sri Lanka beträgt der Wert der durchgeführten, laufenden und geplanten Projekte 8,3 Millionen Euro. Es handelt sich dabei unter anderem um Verteilung von Nahrung, Kleidung, Medikamenten und ärztlichem Bedarf, Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, Desinfektion der Katastrophengebiete, Wiederaufbau von Häusern und Existenzsicherung. Auf der Insel sind auch ADRA-Organisationen aus Deutschland, Grossbritannien, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz tätig. Die Projekte in Indien haben einen Wert von 1,6 Millionen Euro und beinhalten sanitäre Einrichtungen für ein Auffanglager, Wiederbeschaffung von Booten und Netzen für Fischer, Traumaberatung und Gesundheitsvorsorge sowie Trinkwasserversorgung. Hier arbeiten ADRA-Organisationen aus Australien, Deutschland, Japan und den Niederlanden.

Auf den zu Indien gehörenden Andamanen und Nikobaren Inseln ist ADRA dabei, die Infrastruktur wieder herzustellen. Die Kosten des Projekts betragen 77 000 Euro. In Thailand geht es um die Wiederherstellung des Trinkwassersystems, Wiederaufbau von Schulen und Behandlung Kranker. Hierfür werden 2,3 Millionen Euro aufgewendet. ADRA Thailand wird dabei von den Schwesterorganisationen in Australien, Kanada, den Niederlanden und Tschechien unterstützt.

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"Mit Herz und Seele dabei, um Mut zu machen"
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Silver Spring, Maryland/USA, 28.01.2005 / APD

Der Präsident der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International, Charles Sandefur (Silver Spring, Maryland/USA), hat die Überschwemmungsgebiete in Sri Lanka besucht. Er brachte 40 Tonnen ärztlichen Bedarf, Trinkwasser und Wasserfilter mit, welche die nordamerikanische Hilfsorganisation "Heart to Heart" ADRA zur Verteilung übergeben hatte. "Solch ein Ausmass der Katastrophe habe ich bisher noch nicht gesehen", gestand Sandefur nach Überfliegen der betroffenen Gegenden mit einem Hubschrauber. "Das Land ist sehr schön, doch abrupt hört diese Herrlichkeit auf und Verwüstung breitet sich aus." In Begleitung des US-Senators von Kansas, Sam Brownback, besuchte er ein von ADRA betreutes Auffanglager in der Nähe von Ham Ban Tota, in dem etwa 2 000 Menschen mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt werden. "Ich bin sehr erfreut und stolz auf das, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in Sri Lanka leisten", hob der ADRA-Präsident hervor. "Sie sind mit Herz und Seele dabei, um denjenigen Mut zu machen, die diese Tragödie erlebt haben." An¬schliessend flog Sandefur nach Thailand und besuchte dort Projekte der von ihm geleiteten Hilfsorganisation; so die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung auf den zurzeit evakuierten Inseln Phrathong und Surin.

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Trinkwasser für Überlebende der Tsunami-Katastrophe
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Lentigny FR, 28.01.2005 / APD

Etwa 20 000 Flutopfer in der Region Hambantota im Süden Sri Lankas erhalten durch ein Projekt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz sauberes Trinkwasser. ADRA stellt jeweils fünf Haushalten einen zweitausend Liter fassenden Wassertank zur Verfügung. Ausserdem erhält jede Familie einen 25 Liter Wasserkanister zum Transportieren und Aufbewahren des Wassers. Mit Hilfe von 50 Handpumpen werden zudem durch die Flutwelle zerstörte Brunnen wieder in Betrieb genommen. Spezialisten von ADRA Sri Lanka betreuen diese Wasseranlagen. Sie entnehmen regelmässig Wasserproben und sorgen für geeignetes Trinkwasser. Das Projekt in Höhe von über 825 000 Schweizer Franken (516 000 Euro) wird von der Schweizer Stiftung Glückskette finanziert, die ADRA Schweiz seit Anfang des Jahres in die Reihe ihrer Partner aufgenommen hat. In Kooperation mit ADRA Belgien/Luxemburg, Portugal, Slowakei und Frankreich bereitet ADRA Schweiz weitere Projekte in Sri Lanka und Somalia vor.

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ADRA Tschechien erlebt grosse Spendenbereitschaft
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Prag/Tschechien, 28.01.2005 / APD

Über 200 Millionen Kronen (3,3 Millionen Euro) hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Tschechien bisher an Spenden für die Flutopfer in Südasien von der Bevölkerung im ganzen Land erhalten. Laut Jan Barta (Prag), Direktor von ADRA Tschechien, wurde mit einem Teil des Geldes ein Krankenhaus in Phuket/Thailand unterstützt, um auch weiterhin die medizinische Versorgung sicher stellen zu können. Das Hospital hatte unmittelbar nach der Katastrophe 3 000 Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Ausserdem sollen Schulen wieder aufgebaut werden und Fischer neue Boote und Netze erhalten.

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Medikamente für Krankenhaus in Sri Lanka
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Wien/Österreich, 28.01.2005 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich hat zwei Tonnen Medikamente und ärztlichen Bedarf zum Krankenhaus von Hikkaduwa/Sri Lanka, etwa 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Colombo, gebracht. Das Hilfswerk plant gemeinsam mit ADRA-Schwesterorganisationen, ein Frauen- und Kinderzentrum einzurichten.

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Spenden der "Aktion Deutschland Hilft" für Soforthilfe und langfristige Projekte
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Weiterstadt bei Darmstadt/Deutschland, 28.01.2005 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland setzt sich gemeinsam mit der "Aktion Deutschland Hilft" (ADH) für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien ein. Von den am schwersten betroffenen Ländern erhalten Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand Soforthilfemassnahmen und sind für längerfristige Projekte vorgesehen. Die ADRA-Mitarbeiter Frank Brenda, Dieter Paasch und Anita Obenaus haben zusammen mit den "Johannitern" die erste Wasseraufbereitungsanlage von ADRA in Kaudawella/Sri Lanka installiert. Insgesamt sechs dieser Anlagen, die bis zu 10 000 Liter sauberes Trinkwasser pro Stunde produzieren können, will das Hilfswerk in Sri Lanka, Indien und Thailand einsetzen. Hartmut Wilfert, der Pressesprecher von ADRA Deutsch¬land und ADH, bereitete die Eröffnung eines Koordinationsbüros für die "Aktion Deutschland Hilft" in Colombo/Sri Lanka vor.

Die ADRA-Mitarbeiterin Gabi Heuser hält sich im indischen Bundesstaat Tamil Nadu auf, um ein Wiederaufbauprogramm vorzubereiten. ADRA-Mitarbeiter Frank Reimann ist in Indonesien, um den Wiederaufbau von Schulen zu koordinieren. ADRA-Mitarbeiterin Gabriele Zippert war in Koh Bure/Thai¬land, etwa drei Autostunden nördlich von Phuket. Dort kommt ebenfalls eine Wasseraufbereitungsanlage zum Einsatz. In Vorbereitung ist eine Traumaberatung für Familien, Kinder und Jugendliche. Fischer, die ihr Hab und Gut verloren haben, erhalten für Aufräumarbeiten eine finanzielle Unterstützung, um nicht nur auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. ADRA Deutschland plant in Kooperation mit den Schwesterorganisationen ADRA Thailand und Tschechien einen längerfristigen Einsatz in Thailand. Für Aufbau- und Wiederherstellungsmassnahmen sollen etwa zwei Millionen Euro eingesetzt werden. Die Mittel stammen im Wesentlichen aus der SAT 1 Spendengala vom 3. Januar und vom Spendenaufruf der "Aktion Deutschland Hilft".

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"Steppdecken bringen Witwen durch ein ganzes Jahr"
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Kabul/Afghanistan, 28.01.2005 / APD

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat in den drei nördlichen afghanischen Provinzen Baghlan, Samangan und Balkh fast 40 000 Baumwoll-Steppdecken und Winterbekleidung an Binnenflüchtlinge und Rückkehrer verteilt, die ohne eigene Habe bei Verwandten Unterschlupf gefunden haben. Laut ADRA-Mitarbeiterin Vreny Jaggi-Rechsteiner (Kabul) habe jede Familie vier Decken erhalten. Sie seien von 375 Witwen in Kabul innerhalb kurzer Zeit genäht worden. Eine Frau könne zwei, wenn sie Hilfe im Haushalt habe, auch drei Decken pro Tag nähen. "Dieser kurze Verdienst bringt die vaterlosen Haushalte wieder durch ein ganzes Jahr."

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Weitere Wohnungen für Roma
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Wien/Österreich, 28.01.2005 / APD

Mit finanzieller Hilfe der Stadt Wien sind zehn weitere Wohneinheiten im Roma-Viertel Istok der westbulgarischen Stadt Kjustendil fertig gestellt worden. Die Sozialabteilung der Stadt hat mit dem Rat der Roma die neuen Mieter ausgewählt, die sich an den Baumassnahmen beteiligten. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich ist seit dem Jahr 2000 in dem Stadtteil tätig und hatte dort bisher ein medizinisches Zentrum und zwölf Wohneinheiten mit je 42 Quadratmetern, fliessend Wasser, WC, Ofen und Gartenanteil errichtet. 15 Hilfstransporte mit Kleidung, Medikamenten, Möbeln und Schuleinrichtungen sowie drei Gesundheitsseminare wurden von ADRA durchgeführt. Die ADRA-Mitarbeiterin Gerda Egger aus Voitsberg/Österreich wurde für ihr Engagement in Kustendil von dem Landeshauptmann der Steiermark, Waltraud Klasnic, mit dem "Humanitas-Preis" ausgezeichnet.

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Medien

Adventist World Radio sendet jetzt auch in Türkisch
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Bracknell/Grossbritannien, 28.01.2005 / APD

Adventist World Radio (AWR) hat mit der Ausstrahlung von Sendungen in türkischer Sprache begonnen. Die in türkisch-französischer Zusammenarbeit produzierten Programme sind in Europa über den Satelliten "Hotbird" und weltweit im Internet zu hören. Laut AWR-Europadirektor Pastor Bert Smit, Bracknell/Grossbritannien, sollen ab Herbst diesen Jahres die Sendungen auch lokalen UKW-Stationen in der Türkei zur Nutzung angeboten werden.

Die neue Sendesprache entspricht der jüngst wieder verstärkten AWR-Linie, als Radiomission in Gebieten zu wirken, die mit anderen Mitteln nur schwer mit dem Evangelium erreicht werden können. Trotzdem sollen die Sendungen möglichst von Einheimischen im Zielgebiet erstellt werden, während AWR mit technischer und finanzieller Hilfe bei der Errichtung von Studios und der Ausstrahlung der Programme beisteht. Adventist World Radio wurde 1971 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und sendet zur Zeit wöchentlich etwa 1 200 Stunden in 62 Sprachen, einschliesslich Arabisch, Farsi, Kasachisch, Uighurisch und Usbekisch für islamisch geprägte Regionen.

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Religionsfreiheit

Adventistischer US-Soldat wegen Kriegsdienstverweigerung verurteilt
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Camp Lejeune, North Carolina/USA, 28.01.2005 / APD

APD Das Militärgericht des Marinekorps hat im US-Stützpunkt Camp Lejeune, North Carolina/USA, einen adventistischen Marineinfanteristen, der nach Unterzeichnung eines zweijährigen Wiederanwerbungsvertrages den Waffendienst verweigerte, zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Unteroffizier Joel David Klimkewicz (24) ist mit einer Japanerin verheiratet und hat eine dreijährige Tochter. Das Gericht degradierte ihn zum Gefreiten und verfügte, dass er nach der Haft unehrenhaft aus dem Marinekorps entlassen werden soll.

Klimkewicz war von 1999 bis 2002 Marineinfanterist und verpflichtete sich anschliessend für weitere zwei Jahre. Während dieser Zeit besuchte er an Bord eines Kriegsschiffes die Bibelstunden eines Militärgeistlichen der Siebenten-Tags-Adventisten und schloss sich im Sommer 2003 der Freikirche an. Erst dann sei ihm bewusst geworden, dass er als Christ keine Waffe in die Hand nehmen könne. Daraufhin habe er seinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass er ohne Waffe in der Armee dienen wolle. Er habe sich zweimal vergeblich zu einem Einsatz im Irak gemeldet, um dort freiwillig Landminen zu räumen; ein Dienst, bei dem er kein Gewehr hätte tragen müssen. Doch die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen sei ihm am 3. März 2004 verweigert worden. Der Kommandeur des zweiten Pionierbatailions der zweiten US-Marinedivision, Major Kirk Cordova, habe ihm am 12. Mai 2004 zur Vorbereitung auf einen Irakeinsatz die Teilnahme an einer Waffenausbildung befohlen. Nach zweimaliger Befehlsverweigerung sei er abgeführt und am 14. Dezemb¬er 2004 vor das Militärgericht gestellt worden.

"In den 36 Jahren meines Dienstes habe ich ein solch hartes Urteil in einem derartigen Fall nicht erlebt", sagte der Direktor des Adventist Chaplaincy Ministries der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Pastor Richard O. Stenbakken (Silver Spring, Maryland/USA). Dass Klimkewicz nach seiner Bekehrung seinen Glauben ernst nehme, hätten seine Kameraden und Vorgesetzten bestätigt, denen an ihm deutliche positive Veränderungen in seinem Benehmen und Verhalten aufgefallen seien. Der Soldat gehöre nicht ins Gefängnis, sondern zu seiner Frau Tomomi und seiner Tochter, damit er für sie sorgen könne, meinte Stenbakken. Die Japanerin habe lediglich eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung für die USA und beherrsche die englische Sprache nur eingeschränkt. Ihr Mann könne sie finanziell nicht unterstützen, da er aufgrund des Urteils keinen Sold mehr erhalte. Gegenwärtig kümmerten sich Mitglieder der adventistischen Gemeinde in Jacksonville/North Carolina, der auch der Verurteilte angehöre, um Tomomi und deren Tochter.

Rechtsanwalt Mitchell A. Tyner, stellvertretender Leiter des Rechtsberatungsbüros der Weltkirchenleitung und Prozessbeobachter, bezeichnete die Gefängnisstrafe als "äusserst" ungewöhnlich. Mit dem Urteil wolle das Marinekorps anscheinend deutlich machen, dass kein Soldat sich durch Kriegsdienstverweigerung einfach einem Irakeinsatz entziehen könne. "In seinem Eifer, andere davon abzuhalten, ebenfalls die Waffen niederzulegen, hat das Militär diesen Soldaten völlig missverstanden, so dass es zu einem schweren Fehlurteil kam."

Pastor Stenbakken und Rechtsanwalt Tyner haben in einer Eingabe an den kommandierenden General der zweiten US-Marinedivision appelliert, die Haftstrafe für den Verurteilten aufzuheben und ihn ehrenhaft aus der Armee zu entlassen. "Er ist nicht ein Mann, der 'gebessert' werden muss", betonte Stenbakken. "Er hat schon sein Leben geändert, was auch seine Kameraden feststellen konnten."

Die adventistische Kirchenleitung empfiehlt ihren Mitgliedern weltweit nach der Einberufung zum Militär die Kriegsdienstverweigerung oder den waffenlosen Dienst in der Armee, wovon die meisten Gebrauch machen. Eine andere Gewissensentscheidung wird jedoch akzeptiert. In Deutschland würden sich fast alle adventistischen Jugendlichen für die Kriegsdienstverweigerung entscheiden, teilte Pastor Friedbert Hartmann (Ostfildern), Jugendabteilungsleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland, mit. Es gebe daher nur vereinzelt Adventisten in der Bundeswehr. In der damaligen DDR hätten etwa 90 Prozent der adventistischen Jugendlichen den waffenlosen Dienst bei den Bausoldaten gewählt, auch wenn dieser mit beruflichen Nachteilen verbunden gewesen sei. Hartmann war selbst Bausoldat.

In der Schweiz leisteten die meisten adventistischen Christen den Militärdienst ohne Waffen, so Dr. Pierre Hess, Abteilungsleiter für religiöse Freiheit der Schweizer Union der Freikirche. "Diejenigen die zunächst den Dienst mit Waffe wählen, lassen sich nach der Grundausbildung immer häufiger zum waffenlosen Dienst einteilen. Auch der Zivildienst wird als Alternative genutzt."

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Eritrea: Katholiken eingesperrt
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Basel, 28.01.2005 / APD

Wie das überkonfessionelle Missionswerk "Open Doors" berichtet, richtet sich die staatliche Christenverfolgung in Eritrea jetzt auch gegen die offiziell anerkannten Kirchen. Bisher waren vor allem die Freikirchen des nordostafrikanischen Landes im Focus der Behörden.

Am 9. Januar wurden während der Generalprobe für eine Hochzeit in der Hauptstadt Asamara 25 Katholiken verhaftet und mindestens bis zum 13. Januar in Gewahrsam gehalten. Selbst die orthodoxe Kirche, die sonst zusammen mit dem Staat als Verfolger freikirchlicher Gruppen auftrete, stehe in Konflikt mit dem Staat. So entfiel ohne Angabe von Gründen die diesjährige Weihnachtsbotschaft des Patriarchen der eritreisch-orthodoxen Kirche, Abune Antonios. Er hatte vorgängig die Behörden der "Einmischung in religiöse Angelegenheiten" seiner Kirche beschuldigt, weil sie leitende Mitglieder der Medani Alem Fellowship, einer Einrichtung innerhalb der koptisch-orthodoxen Kirche, verhaftet hatten. Neben der orthodoxen Kirche (40 Prozent) sind die römisch-katholische (5 Prozent) sowie die von schwedischen Missionaren gegründete evangelisch-lutherische Kirche (2 Prozent) offiziell anerkannt. Staatlich geduldet sind ebenso die sunnitischen Muslime, die etwa die Hälfte der Bevölkerung von rund 4,5 Millionen Menschen ausmachen.

Nach Angaben mehrerer Menschenrechtsorganisationen verfolgt die seit 1993 von Isayas Afewerki geleitete eritreische Übergangsregierung vor allem freikirchliche und charismatische Gemeinden. Obwohl die Landesverfassung allen Bürgern Religionsfreiheit garantiere, liess Präsident Afewerki im Mai 2002 die protestantischen Freikirchen des Landes schliessen und verbot über 20.000 Mitgliedern aus 12 Denominationen sogar häusliche Gottesdienste.

Anfang Januar 2005 verhaftete die Sicherheitspolizei 67 evangelikale Christen während einer Hochzeit. Alle Verhafteten, darunter etliche ältere Menschen sowie Kinder, sollten Berichten zufolge "militärisch bestraft" werden. Inzwischen wurden rund 30 Mitglieder der während einer Silvesterparty in Asmara verhafteten Mitglieder der Rema-Kirche freigelassen. Sie haben schriftlich versichern müssen, an Zusammenkünften ihrer Gemeinde nicht mehr teilzunehmen. Weiter in Haft befinden sich 33 Mitglieder dieser Freikirche sowie ihr Pastor Habteab Oqbamichel, dessen Frau bereits am 4. Januar auf freien Fuss gesetzt wurde.

Weitere drei leitende protestantische Pastoren, Pastor Haile Naizgi, Vorsitzender der Full Gospel Church, Dr. Kiflu Gebremeskel, der Vorsitzende der Eritreischen Evangelischen Allianz sowie Pastor Tesfatsion Hagos von der evangelikal-charismatischen Rema-Kirche, befinden sich seit Mai 2004 ohne Angabe von Gründen und ohne Anklage in Isolationshaft. Hunderte evangelikaler Soldaten sind wegen ihrer Weigerung, ihren Glauben zu verleugnen, gefangen. Insgesamt geht man von rund 400 Christen aus, die zurzeit inhaftiert sind.

Obwohl das US-Aussenministerium Eritrea wegen seiner schweren Verletzungen der Religionsfreiheit im vergangenen Herbst als Land bezeichnet hat, das zu "besonderer Besorgnis" Anlass gibt, dementiert Eritrea, dass religiöse Verfolgung stattfindet.

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Buchrezensionen

"Religionsführer Zürich" von Claude-Alain Humbert
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Claude-Alain Humbert "Religionsführer Zürich" (370 Kirchen, religiös-spirituelle Gruppierungen, Zentren und weltanschauliche Bewegungen der Stadt Zürich); Orell Füssli Verlag AG., Zürich. Gebunden; 606 Seiten. 2004. CHF 54.00; EURO 32.50; ISBN3-280-05086-3. Erhältlich im Buchhandel.

Erstmals wird das religiös organisierte Zürich mit seinen knapp 400 Glaubensgemeinschaften ausführlich in einem Buch beschrieben. In jahrelanger Fleissarbeit hat Claude-Alain Humbert im Grossraum Zürich eine Vielzahl von ihnen besucht, Hunderte von Gesprächen geführt und umfangreiches Material zusammengetragen. Der Schwerpunkt des Buches liegt bei der Darstellung von Geschichte und Lehre sowie der Organisationsstruktur der religiösen Organisationen, gefolgt von praktischen Informationen über Veranstaltungen, Literatur und Kontaktadressen. Die gebotene Knappheit der Darstellung bringt allerdings Verkürzungen mit sich, die eine Sachdiskussion erschweren.

Als Stütze des Verfassers für die Gliederung und Einteilung der Weltanschauungen hat sich das Standardwerk des 2003 verstorbenen reformierten Pfarrers Oswald Eggenberger "Kirchen, Sondergruppen und religiösen Vereinigungen" erwiesen. Humbert's "Religionsführer Zürich" fasst die verschiedenen Gruppierungen in 18 Kapiteln zusammen und hat sich dabei weitgehend an die Zuordnung von Eggenberger gehalten. Auf den umstrittenen Begriff "Sekte" hat Humbert im christlichen Bereich in den drei Kapiteln "Endzeit-Gemeinden", "Apostelgemeinden" und "Mormonentum" verzichtet.

Bei der Zuordnung der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu den "Endzeit-Gemeinden" ist Humbert allerdings – wie bereits Eggenberger – entgangen, dass freikirchliche Glaubensgemeinschaften, auch wenn sie ein ausgeprägtes Endzeitbewusstsein haben, konsequenterweise in das Kapitel (protestantische) "Freikirchen" gehören.

Dem Autor als Nicht-Theologe gelingt es weitgehend, eine optimale Distanz und Nähe zu allen Gruppen zu wahren. Im Vorwort attestiert ihm der Konfessionskundler Professor Dr. theol. Georg Schmid "jenen Realismus, der darauf verzichtet, in der Welt der Religionen die perfekte Gemeinschaft und die alleinseligmachende Wahrheit zu suchen." Es sei dieser Realismus, der Humbert die nötige Beobachterdistanz zu allen Gemeinschaften geschenkt habe.

Obwohl das ergiebige Sammelwerk nur die religiöse Topografie der grössten Schweizer Stadt erfasst, hat es durchaus überregionale Bedeutung. Viele der darin erfassten Gruppierungen findet man auch an anderen Plätzen Europas.

Humbert hat sich bemüht, den Religionsindex möglichst inhaltlich neutral und sachlich zu verfassen. Das Nachschlagewerk hat deshalb bei der Buchvorstellung den etwas ironischen Beinamen "Die Gelben Seiten für Sinnsuchende" erhalten. Konfessionskundler raten dem Leser daher, nicht auf Informationen im Sinne des Verbraucherschutzes zu verzichten, etwa mit Hilfe einer kompetenten Einschätzung durch kirchliche Beratungsstellen. Der "Religionsführer Zürich" vermittelt in der unübersichtlichen und vielfältigen religiösen Landschaft durchaus wertvolles "Einstiegs-Wissen". Das Buch ermöglicht einen Überblick mit vielen Informationen über das breite Spektrum religiöser und weltanschaulicher Strömungen unserer Zeit.

Christian B. Schäffler

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"Im Dienst der einen Kirche" von Heinz Schütte (Herausgeber)
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Heinz Schütte (Hg.): "Im Dienst der einen Kirche". Ökumenische Überlegungen zur Reform des Papstamts. Koproduktion Bonifatius Druck Buch Verlag, Paderborn und Verlag Otto Lembeck, Frankfurt am Main. 2000. Gebunden. 232 Seiten. CHF 37.00. EURO 20.40. ISBN 3-89710-126-2 (Bonifatius)/ISBN 3-87476-364-1 (Lembeck). Erhältlich im Buchhandel.

Das Papstamt, das aus römisch-katholischer Sicht der Einheit dienen soll, ist leider ihr wohl grösstes Hindernis. Seit dem 11. Jahrhundert erkennen die orthodoxen Kirchen den römischen Jurisdiktionsprimat nicht an. Die Kirchen der Reformation lehnen seit dem 16. Jahrhundert den Papst als massgebliche Instanz für den Glauben ab. Die Ablehnung der Unfehlbarkeit des Papstes (Infallibilität) und der uneingeschränkten Gesetzgebungsgewalt des Papstes (Jurisdiktionsprimat) führte nach dem 1. Vatikanischen Konzil (1870) zur Entstehung der Alt-Katholischen Kirche.

Mit einem "Paukenschlag aus Rom" hatte Papst Johannes Paul II. im Jahre 1995 in seiner Enzyklika "Et unum sint" einen "brüderlichen und geduldigen Dialog" über Formen seines Dienstes angeboten, "in denen dieser Dienst einen von den einen und den anderen anerkannten Dienst der Liebe zu verwirklichen mag". Der katholische Theologe Heinz Schütte hat sein Buch "Im Dienst der einen Kirche" mit ökumenischen Überlegungen zur Reform des Papstamtes zwar schon vor über vier Jahren vorgelegt. Die Frage nach der Bedeutung des Papstamtes als ein zentraler Streitpunkt zwischen den Konfessionen ist heute hoch aktueller. Schütte erläutert im ersten Beitrag das katholische Verständnis des Dienstamtes der Einheit und versucht eine ökumenische Interpretation der päpstlichen Dogmen. Dabei knüpft er seine Gedanken auch an Aussagen Ratzingers, Rom müsse vom Osten nicht mehr an Primatslehre fordern, als auch im ersten Jahrtausend formuliert und gelebt wurde. Der katholische Theologe Franz Georg Untergassmair befasst sich mit neutestamentlichen Grundlagen zur Rolle von Petrus. Eine geschichtlich-theologische Synthese über das Verhältnis von Primat und Episkopat im ersten Jahrhundert zeichnet der katholische Dogmatiker Stephan Otto Horn. Mit dem "Papst und (der) Kirchenstruktur in den lutherischen Bekenntnisschriften" setzt sich der lutherische Systematiker Horst Georg Pöhlmann im vierten Beitrag auseinander. Pöhlmann hält im Zusammenhang mit der bischöflichen Sukzession (successio apostolica) fest: "Das historische Bischofsamt und die Sukzession kann nur als Ordnung menschlichen Rechts akzeptiert werden, nicht als Ordnung göttlichen Rechts, nur als geschichtlich entstandene Ordnung, die sich aus dem einen biblischen Amt herausentwickelt hat, nicht als Ordnung, die in der Bibel angeordnet wurde". Wie schon die Theologen Oscar Cullmann und Lukas Vischer vor ihm macht auch Pöhlmann deutlich: "Weder ein Jurisdiktionsprimat und ein unfehlbarer Lehrprimat noch auch nur ein Ehrenprimat kann aus dem Neuen Testament nachgewiesen werden, ebenso wenig ein spezifischer Petrusdienst des neutestamentlichen Petrus... Ebenso wenig lässt sich im Neuen Testament und in der frühen Kirchengeschichte nachweisen, dass der Bischof von Rom Nachfolger des Petrus war, der als Apostel und Urzeuge ein einmaliges, unübertragbares Amt hatte."

Der lutherische Ökumeniker Harding Meyer geht in seinem ersten Beitrag auf das Papsttum bei Luther ein und beleuchtet dabei auch den Antichrist-Vorwurf des Reformators. Der zweite Aufsatz von Meyer erläutert die Frage nach dem päpstlichen Primat im katholisch-lutherischen Dialog. Unter dem Titel "Mit dem Papst über das Papsttum sprechen" befasst sich der Jesuit Hans Waldenfels mit der Reformfähigkeit des Papstamtes. Mit evangelischen Erwartungen befasst sich der evangelische Theologe Ulrich Kühn, falls die Klärung der Papstfrage im Sinne eines gesamtkirchlichen Petrusdienstes anstehen sollte. In seinem Beitrag "Evangelische Überlegungen zum Petrusdienst des römischen Bischofs" weist der lutherische Theologe Wolfhart Pannenberg darauf hin, dass das Thema Papsttum evangelischen Christen und Theologen unbehaglich sei und stellt fest: "Man würde am liebsten die Ökumene ohne den Papst haben." Pannenberg macht im Zusammenhang mit einem universalkirchlichen Petrusdienst deutlich, dass sich eine Verbindung mit den Bischöfen der Kirche Roms nicht von Petrus ableiten lasse, insbesondere nicht aus dem Felsenwort Jesu an Petrus in Mt 16,18. "Das Felsenwort an Petrus (Mt 16,18) richtet sich unmittelbar nur an Petrus. Es betrifft seine Person und seinen Glauben." Für eine ökumenische Verständigung sei die katholische Versteifung auf eine alte Exegese von Mt. 1,618 nur hinderlich. Die Geschichte des Primats in den ersten Jahrhunderten zeige, dass die Berufung auf Mt. 16,17-19 "im Grunde der nachträglichen Legimitation eines Führungsanspruchs" gedient habe. Abgeschlossen wird das Buch mit Gedanken des katholischen Dogmatikers Peter Hünermann zu einem "neuen Paradigma des Petrusdienstes". Heinz Schütte fasst in einer Art "Nachwort" seine Überlegungen zum "Petrusamt in ökumenischer Perspektive" zusammen. Diese thesenhaften Erwägungen Schüttes wurden zwar mit den Mitverfassern des Buches abgestimmt, diese machen sich jedoch nicht jede Einzelaussage Schüttes zu eigen.

Die von Schütte ausgewählten Beiträge römisch-katholischer und protestantischer Theologen zur möglichen Reform des Papstamtes zeichnen sich durch eine offene und freimütige Darstellung aus. Das Papsttum bleibt ökumenisch gesehen ein Zeichen des Widerspruchs und ein Grund zur Spaltung. Geht man von der römisch-katholischen Position aus, dass es auf eine bessere Darstellung des katholischen Glaubens "auf eine Weise und in einer Sprache, die auch von den getrennten Brüdern wirklich verstanden werde ankomme, "wobei die Lehre nicht angetastet werden dürfe," dann darf man auf kommende ökumenische Zukunftsvisionen gespannt sein.
Christian B. Schäffler

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"Chronik der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Vom Beginn in Deutschland bis zur Gegenwart. 1875-2004"
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"Chronik der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Vom Beginn in Deutschland bis zur Gegenwart. 1875-2004", Hrsg. Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, 2004, Leinen, 98 Seiten, 19,80 Euro, Bezug: Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Zentrallager, Grindelberg 13-17, D-20144 Hamburg, Telefon (040) 41 49 87-32, Telefax (040) 41 49 87-34.

Der grossformatige Band schildert anschaulich in Wort und Bild die Geschichte der deutschen Siebenten-Tags-Adventisten von den Anfängen in Wuppertal-Vohwinkel im Jahr 1875 bis zur Gegenwart. Über 400 zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos und Dokumente machen die Vergangenheit wieder lebendig. Für einen Zeitraum von über zehn Jahren gab es in Deutschland nur die Adventgemeinden in Vohwinkel und Solingen, die aus der "Getauften Christengemeinde" des Webers Johann Lindermann hervorgingen. Dann gründete Ludwig Richard Conradi 1889 eine Missionszentrale in Hamburg. Von hier gingen Impulse aus, die 1899 zur Gründung eines theologischen Seminars und Sanatoriums in Friedensau bei Magdeburg und 1903 zur Aussendung der ersten Missionare nach Deutsch-Ostafrika führten. Bis 1911 waren bereits 40 Missionare nach Südamerika, in den Nahen Osten, nach Afrika, Holländisch-Indien und Südosteuropa ausgesandt worden. 1906 erfolgte in Bayern die Anerkennung der Adventisten als "Privatkirchengesellschaft". Mit der wachsenden Mitgliederzahl kam es immer wieder zu Schwierigkeiten beim Militärdienst. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges berichtete die Presse von etwa 40 Fällen, in denen adventistische Rekruten militärische Dienste am Sabbat (Samstag) verweigerten und dafür zum Teil empfindliche Haftstrafen in Kauf nehmen mussten.

Der Erste Weltkrieg war auch für Adventisten eine Notzeit. Doch trotz der kriegsbedingten Beschränkungen hielt das Gemeindewachstum unvermindert an. Die Zeit der Weimarer Republik waren "Jahre des Aufbruchs". Es entstanden die theologischen Seminare Neandertal bei Düsseldorf (1921) und "Marienhöhe" in Darmstadt (1924) sowie das Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf (1920). Erneut wurden Missionare nach Niederländisch-Indien, in den Vorderen Orient, nach Japan, Korea, China, Abessinien und in andere afrikanische Länder ausgesandt. Während des Nationalsozialismus ging es um das Überleben. 1933 war die Freikirche kurzfristig verboten. 1934 mussten das Seminar in Neandertal und 1938 die "Marienhöhe" in Darmstadt geschlossen werden. 1936 wurde die Ausnahmegenehmigung für Adventisten hinsichtlich der Freistellung von Arbeit und Schule am Samstag widerrufen. Mit dem Ausbruch des Krieges verstärkten sich die Massnahmen gegen jede Form christlicher Verkündigung. Mehrmals bedrohte ein Verbot die Glaubensgemeinschaft wegen Arbeitsverweigerung einzelner Adventisten am Sonnabend. 1943 musste die Schule in Friedensau alle Ausbildungsgänge einstellen. Manche Gemeinden durften sich nur noch am Samstagnachmittag zum Gottesdienst versammeln.

Nach dem Krieg kam es zu einem Neubeginn in einem zerstörten Land. Schon bald waren in den Westzonen alle Einschränkungen für die öffentliche Evangelisation und für die Veröffentlichung von Zeitschriften und Büchern aufgehoben. Anders dagegen im Gebiet der späteren DDR. Hier musste sich die Freikirche mit zunehmenden Beschränkungen abfinden. Anmeldung aller Veranstaltungen und Gottesdienste mit Ausnahme sakraler Handlungen, keine Evangelisation in angemieteten Räumen und spärliche Genehmigungen für die Herausgabe von Literatur. Bibelwochen prägten ganz entscheidend die Entwicklung der Adventgemeinden in der DDR. Die Bauvorhaben von Gemeindezentren erforderten viel Ausdauer, Improvisation und Einsatz. 1980 erteilten die Behörden die Genehmigung zur Herausgabe der ersten Nummer der Zeitschrift "Adventgemeinde". Jugendevangelisationen in Teestuben prägten das Gemeindebild in den achtziger Jahren. 1982 wurde der Suchtgefährdetendienst gegründet. Kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 erhielt das Theologische Seminar in Friedensau die staatliche Anerkennung als Theologische Hochschule.

In der Bundesrepublik erfolgte 1952 die Anerkennung der Freikirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der Gegensatz zwischen dem adventistischen Lebensstil, der Suchtmittel meidet, und der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung führte zu einem grösseren Engagement in gesundheitlichen Fragen, wie durch den Raucherentwöhnungskurs "Fünf-Tage-Plan". Im ganzen Land entstanden Bläsergruppen, in denen Jüngere und Ältere gemeinsam musizierten. Die "Marienhöhe" in Darmstadt mit Theologischem Seminar und Gymnasium war in der Zeit der deutschen Teilung ein Zentrum der Adventisten in der Bundesrepublik. Auch die Rundfunkmission und das Bibelstudien-Institut der "Stimme der Hoffnung" siedelten sich in Darmstadt an.

Die letzten beiden Kapitel des Bildbandes befassen sich mit den Herausforderungen und Perspektiven im geeinten Deutschland und den adventistischen Institutionen, wie "Stimme der Hoffnung", Deutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG), Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA), DE-VAU-GE Gesundkostwerk, Saatkorn- und Advent-Verlag. In dem vorliegenden Band werden viele Facetten aus der Geschichte der deutschen Siebenten-Tags-Adventisten wieder sichtbar, die weitgehend in Vergessenheit geraten waren.

Holger Teubert

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"Augenblicke der Freude. Andachtsbuch für Frauen"
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"Augenblicke der Freude. Andachtsbuch für Frauen", Hrsg. Abteilung Frauendienste der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Wegweiser-Verlag, Spillern/Österreich, 2004, gebunden, 400 Seiten, 16,80 Euro, ISBN 3-900160-34-1.

85 Autorinnen aus dem deutschsprachigen Raum haben 217 Andachten geschrieben. Die restlichen 149 Beiträge wurden aus einem englischsprachigen Andachtsbuch übersetzt. In der täglichen Besinnung berichten Frauen über ihre Hoffnungen, Nöte und Sorgen und lassen die Leserin daran teilhaben, wie Gott ihrem Leben Freude geschenkt hat. "Es gibt so viel Freude", heisst es in dem Buch, "wenn wir auf die kleinen Dinge des Lebens sehen". Diese Erfahrungen und Begegnungen von Frauen mit Gott, können den Tag erhellen.

Ingrid Naumann

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Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig (6/2017) zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder in 215 Staaten und Territorien der Erde. In der Schweiz sind 4.652 Mitglieder in 54 Gemeinden und drei Gruppen organisiert. Die einzige Glaubensgrundlage der Adventisten ist die Bibel.