APD-Informationen 10/1998
- Schweiz
- International
- Über zehn Millionen Adventisten weltweit
- Kirchliche Stellungnahmen zu Geschlechtskrankheiten und Klonen von Menschen
- Religionsfreiheit soll auch künftig in Rumänien gelten
- Armeniens Präsident gegen Einschränkung der Religionsfreiheit
- Sanktionen bei Verstoss gegen Religionsfreiheit
- Adventisten auf Kap Verde eingesperrt und misshandelt
- Siebenten-Tags-Adventisten ein Jahrhundert in Peru
- Kubanischer Minister würdigt adventistischen Lebensstil
- Mexiko: Religiöser Terror auf Protestanten in der Provinz Chiapas hält an
- Religiöse Zweiklassengesellschaft in Bolivien ändern
- 33 Erstsemester an Theologischer Hochschule Friedensau
- Reorganisation der adventistischen Kirchenleitung auf dem Balkan
- Geistliche in Tschetschenien entführt
- Früherer lutherischer Pfarrer wird baptistischer Seelsorger
- Katholischer Theologe wird Mennonitenpfarrer
- Religion + Staat
- ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
- Gesundheit & Ethik
- International
- Buchrezensionen
- "Chronik des Christentums", Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH., Gütersloh/München, 1997, 464 Seiten mit über 900 zumeist farbigen Abbildungen, Karten und Grafiken; ISBN 3-577-14354-1; Sfr. 62.50/DEM 69.00/öSch 504.00; Zu beziehen über den Buchhandel.
- Paul Helfenberger, (Hrsg.) "Kalender der evangelischen Kirchen der Schweiz 1999", Friedrich Reinhardt Verlag Basel, 1998, 477 Seiten, ISBN 3-7245-1007-1; Sfr. 49.80; Zu beziehen über den Buchhandel.
- Impressum
Schweiz
Bibelvorträge von Pastor Nelson per Satellit rund um den Globus 
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Basel, 04.11.1998 / APD
Zwischen 1'500 und 2'000 Menschen besuchen in der Schweiz allabendlich die Bibelvorträge von Pastor Dwight K. Nelson zum Thema "OnLine mit Gott - die Freundschaft hält". Zu der Satellitenübertragung NET'98 lädt die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an 32 Orten in der Schweiz seit dem 10. Oktober fünfmal pro Woche ein. Von den Besuchern gehört jeder vierte nicht der protestantischen Freikirche an. Noch bis zum 15. November, jeweils am Samstag, Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Freitag, spricht der amerikanische Studentenseelsorger Fragen an, die sich an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend stellen. Gegenwartsnahe Antworten findet er dabei in der Bibel. Themen und Veranstaltungsorte sind auch im Internet unter http://www.stanet.ch zu finden. Eine "luftige Werbung" für NET'98 gab es in Deutschland: Im Raum Köln/Bonn war nachts ein 60 Meter langer Zeppelin unterwegs, der mit einem Leuchtschriftband alle Besucher von NET'98 grüsste.
Die von Pastor Nelson vor 3'000 Zuhörern auf dem Campus der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, gehaltenen Vorträge werden simultan ins Deutsche und in etwa 40 weitere Sprachen übersetzt. Per Satellit können sie auf Grossbildleinwand weltweit an etwa 6'700 Orten, davon auch 299 in Deutschland und 45 in Österreich, empfangen werden. An 3'000 weiteren Plätzen werden Videoaufzeichnungen gezeigt. Neun Satelliten übertragen das Geschehen in den Vereinigten Staaten zeitversetzt rund um den Globus. In Papua-Neuguinea besuchen beispielsweise 40'000 Menschen in vier Städten die Vorträge. In Südafrika gibt es 200 Übertragungsorte von NET'98, in Nordamerika 1'979, in Bulgarien 13, in Rumänien 580, in Grossbritannien 134, in Kroatien 28 und in Finnland 41. Die Simultanübersetzung erfolgt unter anderem in Bulgarisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch sowie für den afrikanischen Kontinent in Afrikaans, Kinyarwanda, Kisuaheli und Ndebele. Ausserdem werden für den asiatischen Bereich Hindi, Indonesisch, Japanisch, Kambodschanisch, Koreanisch, Mandarin, Thai, Thamil und Vietnamesisch angeboten. In Mazedonien überträgt ein nationaler Fernsehsender NET'98. In den USA werden die Vorträge in 115 TV-Kabelsysteme und in Mildura/Australien in das örtliche Kabelnetz eingespeist. In Italien übertragen einige private Radiostationen die Ansprachen von Pastor Nelson, ebenso ein Rundfunksender in Alstanville/Australien.
International
Über zehn Millionen Adventisten weltweit 
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Foz do Iguaçu/Brasilien, 04.11.1998 / APD
Die weltweit vertretenen Siebenten-Tags-Adventisten haben im September die Grenze von zehn Millionen erwachsenen getauften Mitgliedern überschritten. Ende Juni 1998 gab es in 205 Ländern 9'905'971 Siebenten-Tags-Adventisten. Das teilte G. Ralph Thompson, Sekretär der protestantischen Freikirche, dem in der südbrasilianischen Stadt Foz do Iguaçu tagenden alljährlichen Generalkonferenz-Vollausschuss (Weltkirchenleitung) mit. Vor zwölf Jahren erreichte die Freikirche die Zahl von fünf Millionen.
Zusammen mit Familienangehörigen gibt es weltweit etwa 25 Millionen adventistische Christen. Die protestantische Freikirche geht aus der amerikanischen Erweckungsbewegung hervor und wurde 1863 in Battle Creek, Michigan/USA gegründet. Heute leben nur noch knapp neun Prozent ihrer Mitglieder in Nordamerika. Die Hauptverbreitungsgebiete sind Lateinamerika, Afrika und die Philippinen.
Kennzeichen der Siebenten-Tags-Adventisten sind unter anderem die Beachtung des biblischen Sabbats, des heutigen Samstags, als Ruhetag, die Erwartung der Wiederkunft Christi, ohne Berechnung des Zeitpunkts, die Erwachsenentaufe, eine gesunde Lebensweise und soziales Engagement durch Schulen, Spitäler, Diakonie- und Wohlfahrtseinrichtungen, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe.
Kirchliche Stellungnahmen zu Geschlechtskrankheiten und Klonen von Menschen 
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Foz do Iguaçu/Brasilien, 04.11.1998 / APD
Die 400 Delegierten des in Foz do Iguaçu/Brasilien tagenden Generalkonferenz-Vollausschusses (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten verabschiedeten zwei Stellungnahmen zum Umgang mit Geschlechtskrankheiten und zum Klonen von Menschen. Die "Erklärung, wie den Problemen der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten begegnet werden kann" nennt "schwerwiegende ethische, medizinische und soziale Probleme, die sich durch zunehmende sexuelle Freizügigkeit und damit zusammenhängende ungebundene Geschlechtsbeziehungen ergeben". Während Fortschritte bei der Behandlung des Themas sowie in der Wissensvermittlung und Forschung gewürdigt werden, betont das Dokument die Notwendigkeit der Weiterführung dieser Bemühungen auf allen Ebenen, besonders auch durch Einbringung von ethischen und geistlichen Aspekten. In der Stellungnahme heisst es, dass "der Verzicht auf ausserehelichen Geschlechtsverkehr die sexuelle und seelische Gesundheit fördert". Sie schliesst mit der Aufforderung, dass die Freikirche das Problem "ohne Zeit zu verlieren" durch Entwicklung "eines umfassenden Programms der Wissensvermittlung und Vorbeugung" handhaben soll.
Laut dem Direktor der Gesundheitsabteilung der Generalkonferenz, Dr. A. R. Handysides, geht es in der Stellungnahme "um unsere Einstellung, Menschen zu helfen, unabhängig davon, ob sie zu unserer Kirche gehören oder nicht. Dies schliesst die Behandlung durch einen Arzt, ein Krankenhaus oder eine andere medizinische Einrichtung genauso ein, wie die Betonung dessen, was Siebenten-Tags-Adventisten zu diesem Thema zu sagen haben."
Die zweite Stellungnahme behandelt "Ethische Überlegungen hinsichtlich des Klonens von Menschen". In der Erklärung werden Bedenken gegen diese Technik zum Ausdruck gebracht. "Die Christen haben hier die Verantwortung, den Sachverhalt tiefschürfend ethisch anzusprechen", heisst es in dem Dokument. Während eingeräumt wird, dass "es in der Zukunft Fälle geben mag, bei denen das Klonen von Menschen als nützlich und ethisch akzeptabel in Betracht gezogen werden könnte", bringt die Stellungnahme auch die Gefahren und den Missbrauch zur Sprache. Laut Dr. Handysides "ist die Erklärung in Übereinstimmung mit vielen internationalen und politischen Ansichten zu diesem Thema". Für die Freikirche ist sie "eher ein Warnlicht, das uns helfen kann, Dinge, die wir lesen oder um uns herum zu entwickeln sehen, zu überdenken".
Der Text der beiden Stellungnahmen ist in englischer Sprache im Internet unter http://www.stanet.ch/APD/news/133.html zu finden.
Religionsfreiheit soll auch künftig in Rumänien gelten 
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Silver Spring, Maryland/USA, 04.11.1998 / APD
Dr. Martian Dan, Mitglied der Abgeordnetenkammer des rumänischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte, will sich auch weiterhin für die Religionsfreiheit für alle Bürger seines Landes einsetzen. Dies versicherte er Mitte Oktober bei einem Besuch der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA. Dan hofft, dass das neue, in Vorbereitung befindliche Religionsgesetz die Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften in Rumänien auch weiterhin garantiert. "Für den Gesetzentwurf werden die in unserem Land anerkannten Kirchen konsultiert, was viel Zeit erfordert", sagte der Parlamentarier. "Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, Übereinstimmung bei der Formulierung des neuen Gesetzes zu erzielen, obwohl einige Punkte noch ungeklärt sind. Die orthodoxe Kirche wünscht beispielsweise die Verankerung als Staatskirche im Gesetz. Ich hoffe, dass das Parlament dies nicht befürwortet, obwohl in dieser Richtung Druck ausgeübt wird." Laut Dan garantiere die jetzige Verfassung die Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften vor dem Gesetz. Dies sei in früheren Verfassungen nicht immer der Fall gewesen und deshalb wünschenswert, dass auch künftig das gleiche Recht für alle sichergestellt werde, um auch in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Europäischen Union zu sein. Dr. Bert B. Beach, Abteilungsleiter für zwischenkirchliche Beziehungen der Generalkonferenz, würdigte das Eintreten von Dr. Dan für die Religionsfreiheit in Rumänien.
Armeniens Präsident gegen Einschränkung der Religionsfreiheit 
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Jerewan/Armenien, 04.11.1998 / APD
Der Präsident der Republik Armenien, Robert Kotscharjan, hat sich während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten zur Religionsfreiheit bekannt. Ein demokratisches Land dürfe die freie Religionsausübung nicht einschränken und Religionsgemeinschaften behindern, sagte er vor der Presse. Die armenische Regierung werde deshalb auch die Gruppen nicht verbieten oder bedrängen, die religiöse Propaganda betrieben. Kotscharjan machte diese Aussagen besonders im Hinblick auf die in Armenien tätigen Mormonen, Hare Krishna und Zeugen Jehovas. In Salt Lake City sprach er mit dem Präsidenten der Mormonenkirche.
Auch evangelische Minderheiten litten unter dem Regime des vorherigen, bis Februar diesen Jahres amtierenden Staatspräsidenten Lewon Ter-Petrosjan. Besonders 1995 fand eine Serie von Anschlägen auf Pfingstgemeinden, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten und andere protestantische Freikirchen statt. Einige dieser christlichen Gemeinschaften mussten daraufhin ihre Arbeit einstellen. Urheber der Gewalttaten waren paramilitärische Einheiten, die dem damaligen Verteidigungsminister Vazgen Sakissjan nahestanden.
Die Armenische Orthodoxe Kirche hatte die Regierung immer wieder aufgefordert, das Wirken "nicht traditioneller" Religionsgemeinschaften einzuschränken. In einem Begegnung mit Kirchenleitern der Siebenten-Tags-Adventisten Ende 1995 verurteilte das Oberhaupt der armenischen Kirche, Katholikos Karekin I., "aggressive Evangelisationen" ausländischer Religionsgemeinschaften. Gleichzeitig sprach er sich aber für den Erhalt der religiösen Freiheit aus. Ungeachtet der Anschläge setzten die Adventisten, die in Armenien lediglich 800 Mitglieder in zehn Gemeinden haben, ihre Sozialarbeit fort. In Jerewan entstand eine Suppenküche für Bedürftige, Schüler erhielten Unterrichtsmaterialien, Arme Kleidung und Nahrungsmittel. Ein Rehabilitationszentrum für Kinder wurde ausgebaut, und 2'000 Flüchtlingsfamilien bekamen Gewächshäuser, um sich das ganze Jahr über mit frischem Gemüse versorgen zu können.
Sanktionen bei Verstoss gegen Religionsfreiheit 
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Washington D.C./USA, 04.11.1998 / APD
Nach dem US-Senat hat auch das Repräsentantenhaus einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Sanktionen gegen Länder vorsieht, die Religionsgemeinschaften verfolgen oder diskriminieren. Der Entwurf ermächtigt den Präsidenten zu einer Reihe von Massnahmen zur Durchsetzung der Religionsfreiheit im Ausland. Die Vorlage war auf Bestreben des Weissen Hauses erheblich überarbeitet worden. Das jetzt gebilligte Gesetz, das noch von Präsident Bill Clinton unterzeichnet werden muss, lässt einen grossen Spielraum bei der Verhängung von Sanktionen zu. Wenn es "im nationalen Interesse" ist, kann darauf auch ganz verzichtet werden. Nach Angaben des US-Aussenministeriums gilt das Gesetz für schwerste Verletzungen der Religionsfreiheit, wie Folter, Haft und Menschenraub. Besonders hatte sich die amerikanische Episkopalkirche um ein derartiges Gesetzesvorhaben bemüht. Sie wurde dabei unter anderem von der konservativen "Christlichen Koalition", der Evangelischen Allianz, von Katholiken, Südlichen Baptisten, Lutheranern der Missouri-Synode sowie reformierten und orthodoxen Juden unterstützt. Der Nationale Kirchenrat der USA hatte dagegen ein derartiges Gesetz abgelehnt, da für ihn Sanktionen gegen Länder ohne Religionsfreiheit keine Verbesserung für die dort lebenden Gläubigen bringen würden.
Adventisten auf Kap Verde eingesperrt und misshandelt 
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Praia/Kap Verde, 04.11.1998 / APD
Zwei Siebenten-Tags-Adventisten sind in dem westafrikanischen Inselstaat Kap Verde misshandelt und wegen angeblicher Schändung katholischer Kirchen inhaftiert worden. Jose Maria Monteiro Rodrigues und Jorge Adalberto Ramos Tavares befinden sich laut dem Leiter der dortigen protestantischen Freikirche, Pastor Felix Monteiro, immer noch im Gefängnis und wurden während der Verhöre schwer geschlagen. Dieser letzte Zwischenfall sei Teil einer anhaltenden Serie von Misshandlungen. Bereits 1993 wurden zwei Adventisten unter der Anschuldigung, die Statuen katholischer Heiliger entweiht zu haben, eingesperrt und gefoltert. "Die Polizisten schlugen damals die beiden Jugendlichen so schrecklich, dass der jüngste von ihnen, er war gerade 16 Jahre alt, noch heute wegen schwerer Kopfverletzungen ernsthafte Hörschäden und Gedächtnisprobleme hat", sagte Monteiro. "Der andere leidet seither an heftigen Rückenschmerzen." Ungeachtet einer Entschuldigung der Polizei für diese Misshandlungen wurden die beiden jungen Männer 1995 zusammen mit anderen Adventisten erneut unter der gleichen Anschuldigung festgenommen und geschlagen.
Im August diesen Jahres schändeten Unbekannte eine von drei Wächtern geschützte römisch-katholische Kirche. "Die Polizei ging, ohne die Männer zu befragen, gleich zu den Häusern der Adventisten dieses Dorfes und verhaftete alle 15 von ihnen", beklagte Monteiro. "Einige wurden schwer geschlagen und verbrachten etliche Tage im Gefängnis. Bis heute, so sagen die Wächter, hat die Polizei mit ihnen keinen Kontakt aufgenommen." Der Vorsteher ist über dieses Verhalten äusserst empört: "Es ist auffällig, dass jedesmal, wenn die Polizei Adventisten als Verdächtige verhaftete, nie ein Beweis für die Kirchenentweihung erbracht werden konnte." Es sei kein Adventist bekannt, beteuerte der Geistliche, der jemals Anschläge auf Heiligenstatuen in katholischen Kirchen verübt habe. "Kein Adventist wurde zu nächtlicher Stunde mit finsteren Absichten in der Nähe einer Kirche aufgegriffen." Auch gebe es keinen Adventisten, der "die Tür oder das Fenster eines katholischen Gotteshauses mit Parolen beschmiert hat". Obwohl keinerlei Verdachtsgründe existierten, unterstellt die Polizei den Adventisten "Feinde der Heiligenbilder zu sein, da sie keine Statuen verehren".
Das Gerichtsverfahren gegen Rodrigues und Tavares soll in den nächsten Wochen stattfinden. Sie würden immer noch misshandelt, um ein Verbrechen zu gestehen, das sie nach eigenen Aussagen nicht begangen haben. Die Afrika-Indischer Ozean Division mit Sitz in Abidjan/Elfenbeinküste als für Kap Verde zuständige überregionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hat inzwischen zwei ihrer Leiter in die Hauptstadt Praia gesandt, um mit den Behörden die Angelegenheit zu besprechen. 93 Prozent der Bevölkerung des Inselstaats sind Katholiken. Die Adventisten bilden dort mit 2'300 erwachsenen getauften Mitgliedern in 15 Gemeinden die grösste protestantische Kirche.
Siebenten-Tags-Adventisten ein Jahrhundert in Peru 
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Lima/Peru, 04.11.1998 / APD
Ihr einhundertjähriges Bestehen als Freikirche feierten 18'000 peruanische Siebenten-Tags-Adventisten im Arauta Stadion in Lima. "Schon von Beginn an haben die Adventisten die religiöse, soziale und politische Geschichte Perus beeinflusst", sagte Pastor Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche, in seiner Festansprache. "Es war unsere Beharrlichkeit, dass die Religionsfreiheit für alle Bürger in die Verfassung des Landes aufgenommen wurde." 1898 kamen die ersten adventistischen Laienmissionare von Chile nach Lima und Mollendo im Süden Perus. 1911 nahm der amerikanische Missionar Fernando Anthony Stahl mit seiner Frau Ana Christiana die Arbeit unter den Aymara und Quechua Indianern am Titicacasee auf. Sie fanden das Vertrauen der Einheimischen und gründeten Missionsstationen und Schulen. Heute leben in Peru über 380'000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1'112 Gemeinden. Sie unterhalten eine Universität, vier höhere Schulen, 79 Grundschulen und drei Kliniken. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA half in den letzten Monaten den Opfern der Klimakatastrophe El Niño mit 3'200 Zelten, Nahrungsmitteln, Baumaterialien und Kleidung.
Kubanischer Minister würdigt adventistischen Lebensstil 
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Silver Spring, Maryland/USA, 04.11.1998 / APD
Der kubanische Gesundheitsminister Dr. Carlos Dotres würdigte den gesunden adventistischen Lebensstil anlässlich eines Besuches der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA. "Adventisten kümmern sich nicht nur um die Seele eines Menschen, sondern auch um seinen Körper", sagte der Minister. "Ihren Glauben verbinden sie mit Taten für die Gesundheit. Ihre ablehnende Haltung zu Alkohol und Nikotin sowie ihre ausgewogene Ernährungsweise sind Grundlagen für die Volksgesundheit. Dies können wir nur gutheissen."
Mexiko: Religiöser Terror auf Protestanten in der Provinz Chiapas hält an 
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San Christobal de las Casas/Mexiko, 04.11.1998 / APD
Die Kommunalwahlen in der südmexikanischen Unruheprovinz Chiapas konnten Anfang Oktober in dem Bezirk San Juan de Chamula nicht stattfinden. Extremistische Katholiken hatten die Einrichtung von 59 Wahllokalen verhindert und so die Stimmabgabe von über 27'000 registrierten Wählern unmöglich gemacht. Die Ultras wollten damit die Freilassung von fünf Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis erzwingen. In Chamula haben laut Lateinamerikanischer und Karibischer Nachrichtenagentur (ALC) fundamentalistische Katholiken das Sagen. Sie tolerieren keine andersgläubigen Christen und verbieten den Bau evangelischer Kirchen. Vor einigen Jahren brachen sie auch die Beziehung zu ihrem Bischof der Diözese San Cristobal de las Casas ab. Die Extremisten begannen vor etwa 30 Jahren systematisch evangelische Christen aus ihrem Bezirk mit dem Argument zu vertreiben, dass sie die Gesellschaft mit der Einführung "ausländischer Glaubenslehren in die einheimische Tradition" spalten würden. Seitdem waren etwa 33'000 Protestanten gezwungen, ihre Häuser, Äcker und Lebensgrundlagen in Chamula zu verlassen.
Auch in anderen Regionen der Provinz Chiapas werden Nichtkatholiken diskriminiert und bedroht. In den Ortschaften Arbenza I und II dürfen evangelische Kinder seit vier Jahren nicht mehr die Schule besuchen, da sie die anderen Schüler "beeinflussen oder verderben" könnten. In Mitziton wurden Ende August diesen Jahres die Oberhäupter aller 23 protestantischen Familien verhaftet. Sie sollten ihre Häuser und die kleine gerade fertiggestellte Kirche zerstören und die Stadt verlassen. Nach Einschreiten der Regierung wurden sie aus dem Gefängnis mit der Auflage entlassen, keine öffentlichen Versammlungen mehr abzuhalten und ihren Glauben niemanden mitzuteilen. Ausserdem verboten die Behörden das Betreten der Holzkapelle. In Ejido Saltillo wurde Ende August 1998 fünf Familien die Ausweisung angedroht, da sie sich als Angehörige der Presbyterianer zu erkennen gaben. Aus dem gleichen Grund mussten bereits im Dezember letzten Jahres 50 Menschen den Ort verlassen. Am 21. Juli 1998 wurden 64 Evangelische aus Icalumtic vertrieben. Nach Intervention der Regierung stimmte die Stadtverwaltung einer Rückkehr unter der Bedingung zu, dass die Protestanten künftig behandelt würden, "als ob sie nicht existieren".
Ende Mai wurden 87 Siebenten-Tags-Adventisten aus der Stadt Santo Tomas Quieri in der mexikanischen Provinz Oaxaca vertrieben. Sie hatten sich geweigert, eine Steuer zur Ausrichtung eines Festes zu Ehren des örtlichen römisch-katholischen Heiligen zu zahlen. Sieben Familien gaben dem Druck nach und traten aus der adventistischen Freikirche aus, um bleiben zu können. Sie sind jedoch verpflichtet, an den Gottesdiensten und Festen der römisch-katholischen Kirche teilzunehmen, um nicht als "Rebellen" zu gelten.
Religiöse Zweiklassengesellschaft in Bolivien ändern 
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La Paz/Bolivien, 04.11.1998 / APD
Die Konrad Adenauer Stiftung in Bolivien empfiehlt eine Verfassungsänderung, damit die "uneingeschränkte Freiheit des Gottesdienstes" im Land garantiert werde. Sie veröffentlichte eine kritische Studie zur bolivianischen Verfassung. Danach sollte der Artikel 3 geändert werden, um die Religionsfreiheit in einem Land zu verankern, in dem der Katholizismus eine privilegierte Stellung innehabe. Der jetzige Verfassungsartikel lautet: "Der Staat anerkennt und unterstützt die katholische, apostolische und römische Religion. Er garantiert die öffentliche Ausübung aller ihrer Gottesdienste." Gemäss der Konrad Adenauer Stiftung ist die Freiheit des Gottesdienstes "ein Recht, das zum geistlichen Leben, der inneren Welt eines jeden Menschen, gehört". Deshalb habe der Staat kein Recht, sich hier einzumischen. Der Vorschlag einer Verfassungsänderung mit dem Ziel der Abschaffung des Katholizismus als Staatsreligion sei laut Lateinamerikanischer und Karibischer Nachrichtenagentur (ALC) auf heftige Kritik gestossen. 85 Prozent der Bolivianer gehören zur römisch-katholischen Kirche. Dagegen begrüsste die Nationale Vereinigung der Evangelischen in Bolivien (ANDEB) den Vorschlag. Wie deren Präsident, Pastor Zacarias Salas, sagte, werde durch die Studie deutlich, dass Bolivien alle bürgerlichen Freiheitsrechte brauche. "Der Staat darf nicht Einschränkungen der Gewissensfreiheit erlassen oder in religiösen Angelegenheiten Bürger erster und zweiter Klasse schaffen."
33 Erstsemester an Theologischer Hochschule Friedensau 
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Friedensau bei Magdeburg/Deutschland, 04.11.1998 / APD
33 Studierende wurden an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg zum Wintersemester 1998/99 neu zugelassen. Davon sind elf angehende Theologen, darunter vier aus Deutschland, 20 haben Christliches Sozialwesen belegt und zwei das Musikpropädeutikum begonnen. 14 weitere ausländische Studenten bereiten sich durch einen einjährigen deutschen Sprachkurs auf ihr Studium vor. Insgesamt sind in Friedensau 209 Studenten, darunter 102 angehende Pastoren, aus 25 Ländern immatrikuliert. 135 stammen aus Deutschland. Die anderen kommen aus Rumänien (10), Moldawien (8), der Ukraine (8), Russland (7), Bulgarien (6), Tansania (5), Kenia (4) und weiteren Staaten Europas, Asiens, Afrikas und Südamerikas. Die Studiengänge schliessen an der Hochschule mit den akademischen Graden Diplom-Theologe, Magister Theologiae, Diplom-Sozialarbeiter, dem Magister für internationale Sozialwissenschaften und soziale Verhaltenswissenschaften sowie dem Propädeutikum in Kirchenmusik. Friedensau verfügt an wissenschaftlichen Einrichtungen über eine Fachbibliothek (Bibliothekar Ralph Köhler), das Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa (Dr. Daniel Heinz) sowie die Institute für Altes Testament und Biblische Archäologie (Prof. Dr. Udo Worschech), Entwicklungszusammenarbeit (Dr. Horst Rolly), Familien- und Sozialforschung (Dr. Johann Gerhardt), Integrierte Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit (Prof. Dr. Winfried Noack), Psychologie und Seelsorge (Prof. Dr. Michael Dieterich) sowie Religionsfreiheit (Prof. Dr. Baldur Ed. Pfeiffer).
Reorganisation der adventistischen Kirchenleitung auf dem Balkan 
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St. Albans/Grossbritannien, 04.11.1998 / APD
Mit der Bildung eines Adria Verbandes entsteht zum 1. Januar 1999 eine neue regionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten auf dem Balkan. Sie umfasst die nationalen Leitungen der protestantischen Freikirche in Slowenien, Kroatien und Albanien mit insgesamt 4'200 Mitgliedern in 98 Gemeinden. Der Sitz des neuen Verbandes steht noch nicht fest. Die Adventisten in Slowenien und Kroatien gehörten bis zum Zusammenbruch des Vielvölkerstaates zur Jugoslawischen Union der Freikirche. Nach dem Bürgerkrieg konnte die regionale Kirchenleitung in Belgrad ihre Mitglieder in den beiden inzwischen selbständig gewordenen Staaten aus politischen Gründen nicht mehr betreuen. In Albanien gibt es erst seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1991 wieder Adventisten.
Geistliche in Tschetschenien entführt 
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Grosny/Tschetschenien, 04.11.1998 / APD
Unbekannte haben Mitte Oktober Pastor Alexey Sitnikow (42), Seelsorger der Baptistengemeinde in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, entführt. Einen Tag später verschwand auch der russisch-orthodoxe Priester Issihiy. Nach Behördenangaben ist das Motiv der Entführungen unklar. Zu Sitnikows Gemeinde gehören etwa 170 meist ältere Russen. Inzwischen haben die Kirchenleitungen der Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten ihren russischstämmigen Mitgliedern empfohlen, Tschetschenien zu verlassen und sich in anderen Gebieten der Russischen Föderation anzusiedeln. Wachsende Kriminalität, Verarmung und zunehmende Isolierung in einer Republik, die sich von Russland lösen will, seien die Gründe für diesen Rat. Seit Beendigung des Bürgerkrieges im August 1996 wird das Land von bewaffneten Banden heimgesucht. Sie haben bisher unter anderem etwa 400 russische Soldaten sowie über 100 Ausländer, darunter auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Geschäftsleute und Präsident Boris Jelzins Gesandten für Tschetschenien, Valentin Vlasow, entführt und fordern Lösegeld. Etwa 100 Menschen sollen sich zur Zeit in der Gewalt von Kidnappern befinden. Obwohl Tschetschenien nominell noch der Russischen Föderation angehört, betrachtet sich die Kaukasus-Republik bereits als unabhängig. Präsident Aslan Maschadow betreibt die Islamisierung des Landes. Seit Ende 1997 müssen sich weibliche Staatsbedienstete und Studentinnen nach islamischen Vorschriften kleiden. Das Innenministerium wurde in Anlehnung an das islamische Recht in Ministerium für schariatische Sicherheit umbenannt. Die für Moslems gültigen Regeln sollen künftig für alle Bewohner des Landes gelten, auch wenn sie dieser Religion nicht angehören.
Früherer lutherischer Pfarrer wird baptistischer Seelsorger 
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Schmalkalden/Deutschland, 04.11.1998 / APD
Siegfried Eger, bis vor zwei Jahren Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, ist jetzt Pastor der Baptistengemeinde im thüringischen Schmalkalden. Der heute 57jährige schied aus dem landeskirchlichen Dienst in einer kleinen Gemeinde in der Rhön, weil er nicht länger die Praxis der Kindertaufe befürworten konnte. Er wurde daraufhin arbeitslos und zog in seine Heimatstadt Schmalkalden. Eine neue geistliche Heimat fand er in der dortigen Baptistengemeinde, in der er im Juli dieses Jahres die biblische Taufe durch Untertauchen erhielt. Die Gemeinde berief ihn schliesslich zu ihrem neuen Seelsorger. "Wir haben es als Führung Gottes empfunden, einen Pastor zu haben, der in der heutigen Zeit eindeutig Jesus Christus bekennt und dafür persönliche Nachteile in Kauf nimmt", heisst es in einem Bericht der Ortsgemeinde. Sie hat rund 180 Mitglieder und gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.
Katholischer Theologe wird Mennonitenpfarrer 
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Lausanne, 04.11.1998 / APD/SPC
Im neuenburgischen Bulles bei La Chaux-de-Fonds nahm Mitte September der katholische Theologe François Caudwell seine Arbeit als Mennonitenpfarrer auf. Bis im vergangenen Juni war Caudwell Schulleiter am Centre Jean-Mouroux, einer katholischen Ausbildungsstätte für Erwachsene in der Diozöse Dijon. Der Theologe will seinen persönlichen Weg nicht als Bruch sehen. Den Wechsel seines geistlichen Amtes versteht er vielmehr als einen Wunsch, Christus im Rahmen seiner universellen Kirche zu dienen, über konfessionelle Schranken hinweg. Dies um so mehr, als die Mennoniten von ihm keine Wiedertaufe verlangt haben, wie dies sonst üblich sei.
Diese Neuorientierung ist Folge einer Anfrage der Gemeinde in Bulles. Er hängt auch mit dem persönlichen Lebenslauf von Caudwell zusammen. Durch Studien zum Thema der Gewaltlosigkeit ist er auf Menno Simons, gestossen, einen Führer der Täufer im 16. Jahrhundert. Die Person von
Menno, – welcher ebenfalls katholischer Priester war, bevor er zu den niederländischen Täufergemeinden übertrat – habe ihn so fasziniert, dass er gegenwärtig an der protestantischen Fakultät in Strassburg an einer Dissertation über die Schriften der Täufergestalt aus der Reformationszeit arbeitet.
Hinter diesem Weg gäbe es nur einen Glauben, denn der Wille, Christus zu dienen kenne keine Konfessionsgrenzen, unterstreicht Caudwell. Der neue Pfarrer der Mennonitengemeinde hofft, durch seine Kenntnisse des katholischen Milieus zu besseren ökumenischen Beziehungen im Kanton Neuenburg beizutragen.
Religion + Staat
Frankreich will Kampf gegen Sekten verstärken 
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Paris/Frankreich, 04.11.1998 / APD
Die französische Regierung will den Kampf gegen Sekten verstärken. Dazu soll das erst vor zwei Jahren eingesetzte Büro zur Beobachtung von Sekten durch eine entsprechende Regierungskommission ersetzt werden. Dies erklärte der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Daniel Vaillant, vor Journalisten in Paris. Das neugeschaffene Amt soll gegen kriminelle Handlungen sektiererischer Bewegungen vorgehen. Die interministerielle Behörde zur Beobachtung von Sekten war im Mai 1996 von Premierminister Alain Juppé eingesetzt worden. Die Forderung nach einer solchen staatlichen Beobachtungs- und Konsultationsstelle wurde damals auch vom Sektenbeauftragten des französischen Episkopats der römisch-katholischen Kirche erhoben.
Eine Untersuchungskommission der französischen Nationalversammlung hatte Ende 1995 den Bericht "Sekten in Frankreich" vorgelegt. Der nach dem Berichterstatter als "Guyard-Rapport" veröffentlichte Untersuchungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht notwendig sei, neue Gesetze zu schaffen, weil dadurch die Gefahr bestehe, dass in allgemeine Freiheitsrechte eingegriffen werde. Das bestehende rechtliche Instrumentarium biete genügend Möglichkeiten, mit den von Sekten ausgehenden Gefahren umzugehen. Mit dem Bericht wurde eine Liste von 172 Sekten mit rund 160'000 Anhängern und weiteren etwa 120'000 Sympathisanten vorgelegt, die zur Zeit in Frankreich aktiv seien. Davon haben allerdings nur zehn mehr als zweitausend Mitglieder. Der französische Justizminister hatte daraufhin im Februar 1996 ein Rundschreiben an die Staatsanwaltschaften versandt, in dem diese im Sinne des Guyard-Berichts angewiesen wurden, mit Entschiedenheit gegen Sekten vorzugehen.
ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen ADRA-Büros. ADRA gewährt ihre Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft. ADRA Schweiz ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und geniesst Steuerfreiheit. Adresse: ADRA Schweiz, Gubelstrasse 23. Postfach 5126, 8050 Zürich; Telefon +41-(0)44 515 03 10. E-Mail: info@adra.ch. Web Site: http://www.adra.ch
Existenzminimum für Karen-Flüchtlinge 
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Bangkok/Thailand, 04.11.1998 / APD
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA will 1'500 Familien des Karen Volkes, die vor dem burmesischen Militär nach Thailand flohen, mit dem Lebensnotwendigsten versorgen. Zusammen mit anderen Hilfswerken betreut ADRA bereits 350 Flüchtlingsfamilien auf dem Gelände der ehemaligen adventistischen Eden Valley Mittelschule. Dort haben die thailändischen Streitkräfte ein Auffanglager eingerichtet. Die Flüchtlinge erhalten Nahrungsmittel, Trinkwasser, Kleidung und Medikamente. "Sie überquerten den Grenzfluss Moei nur mit dem, was sie auf dem Leibe trugen", sagte die Pressesprecherin von ADRA Thailand Nerida Richardson. "Ihre Dörfer wurden von Regierungssoldaten niedergebrannt."
In Myanmar (Burma) kämpfen seit 40 Jahren Rebellengruppen der Shan und Karen um ihre Unabhängigkeit. Die nördlich der Stadt Tha Song Yang im Grenzgebiet gelegene adventistische Schule stellte vor zwei Jahren den Unterricht ein, da nach einer Beschiessung des Geländes durch burmesische Artillerie, bei der eine zehnjährige Schülerin starb und mehrere Personen verletzt wurden, die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Die 430 Schüler und Schülerinnen werden seitdem im 30 Kilometer südlich gelegenen Flüchtlingslager Baglore behelfsmässig unterrichtet. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA führt zur Zeit 17 Projekte, unter anderem AIDS-Aufklärung, Drogen-Prävention und sauberes Trinkwasser, in Thailand durch. Die Massnahmen werden von der australischen, deutschen, kanadischen, neuseeländischen, niederländischen und schwedischen ADRA-Organisation unterstützt.
Krankenhaus in Zentralbosnien erhält wieder Chirurgie 
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Prag/Tschechien, 04.11.1998 / APD
Die Regierung von Tschechien unterstützt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mit 550'000 Mark für den Wiederaufbau der chirurgischen Abteilung des Stadtkrankenhauses Tesanj in Zentralbosnien. Teile des Krankenhauses sind bereits wieder in Betrieb. Zu einem vollständigen Wiederaufbau war die Stadtverwaltung mit ihren 45'000 Einwohnern jedoch nicht in der Lage. Tesanj litt besonders an Zerstörungen während des Bürgerkrieges und musste 18'000 Flüchtlinge aufnehmen. 80 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos. Ende des Jahres sollen die ersten Patienten in der Chirurgie aufgenommen werden.
Hilfe für Opfer des Wirbelsturmes "Georges" 
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Silver Spring, Maryland/USA, 04.11.1998 / APD
Auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA half den Opfern des Wirbelsturmes "Georges", der mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde in der Karibik und im Südosten der USA wütete, mehr als 350 Menschen tötete und Milliardenschäden anrichtete. Auf Puerto Rico waren 600 ADRA-Helfer im Einsatz, die sich um Verletzte kümmerten sowie Nahrungsmittel, Trinkwasser, Decken und Plastikplanen zur Abdichtung beschädigter Häuser verteilten. In der Dominikanischen Republik teilten über 300 ADRA-Helfer Kleidung, Decken und Nahrungsmittel aus. Zahlreiche adventistische Gemeinden nahmen in ihren Kirchen obdachlose Wirbelsturmopfer auf. An der adventistischen Universität in Santo Domingo entstand durch das Unwetter ein Sachschaden von rund einer Million Mark. Personenschäden gab es dort aber nicht. In Haiti versorgte ADRA die Bevölkerung mit Trinkwasser. In New York übernahm das adventistische Hilfswerk auf Bitte des U.S. Bundesstaates die Verwaltung von drei staatlichen Spendenlagern. Zwei C-130 Transportmaschinen der Luftwaffe flogen die dort zusammengestellten Hilfsgüter in die Katastrophengebiete.
Nach schweren Regenfällen Soforthilfe 
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Silver Spring, Maryland/USA, 04.11.1998 / APD
Schwere Regenfälle hatten Mitte Oktober den Südosten des U.S.-Bundesstaates Texas unter Wasser gesetzt. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versorgte 1 300 Überschwemmungsopfer mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Hygieneartikeln.
Neue Dächer für südmexikanische Familien 
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Colonial Narvarte/Mexiko, 04.11.1998 / APD
Auch sieben Wochen nach der verheerenden Überschwemmungskatastrophe in der südmexikanischen Provinz Chiapas ist die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA dort im Einsatz. Die schwersten Regenfälle seit 40 Jahren liessen die Flüsse weit über die Ufer treten und beeinträchtigen über eine halbe Million Menschen. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden brachte ADRA Blechplatten in die Küstenorte Pijijiapan, Escuintla, Huixtla, Acapetahua und Mapastepec, damit 216 Familien ihre vom Sturm weggewehten Dächer reparieren können. Ausserdem versorgte ADRA 27'500 Flutopfer mit Nahrungsmitteln, wobei die Armee Hubschrauber einsetzte, um auch vom Wasser abgeschnittene Ortschaften zu erreichen.
Gesundheit & Ethik
"Anti-Fett-Pille" kein Patentrezept - Bewegung, Ernährungsumstellung und Verhaltensänderung gelten immer noch 
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Berlin/Deutschland, 04.11.1998 / APD
Die "Anti-Fett-Pille" Xenical ist nach Ansicht von Dr. Gerd Ludescher, Leiter des Gesundheitszentrums am adventistischen Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf, eine sinnvolle Ergänzung in der modernen Therapie gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas). Da es sich hier um eine chronische Krankheit handelt, die eine langfristige Behandlung erfordert, sei der Einsatz des Medikaments auch über Monate oder Jahre möglich, ohne dass dadurch eine Abhängigkeit entstehe. Xenical funktioniere auch als medikamentöse Verhaltenstherapie, die dem Patienten helfe, eine gesunde Ernährungsweise zu erlernen. Wer beispielsweise zu viel Pommes Frites isst, bekomme Fettstühle und damit die Rückmeldung, dass er die empfohlene, reduzierte Fettmenge überschritten habe. Xenical ermögliche eine flexible Esskontrolle, wobei keine besondere Diät notwendig sei. Alles könne gegessen werden. Es komme nur auf die Menge an. Das Mittel führe nicht zu drastischen oder schnellen Gewichtsverlusten und sei auch als Unterstützung bei mässigem Übergewicht einsetzbar.
Trotz der aufgezählten Vorteile könne das Medikament laut Ludescher nur eine Ergänzung sein. Es ersetze keineswegs die nach wie vor entscheidenden Säulen der Gewichtsreduzierungstherapie, wie Bewegung, Ernährungsumstellung und Verhaltensänderung. Ohne Einbettung in ein solches Gesamtkonzept sei die Einnahme von Xenical nicht sinnvoll, sondern man sollte eher davon abraten. Das Mittel erleichtere nicht den Therapieerfolg, es könne ihn langfristig nur besser absichern.
Dr. Ludescher ist nach wie vor vom Erfolg des Optifast-Programms überzeugt, das seit mehreren Jahren am Gesundheitszentrum des Krankenhauses "Waldfriede" durchgeführt wird. Es handelt sich dabei um ein sechsmonatiges multidisziplinäres Gewichtsmanagement-Programm für krankhaft Übergewichtige der Grade II und III. Die Patienten werden ambulant von Psychologen, Ernährungsberatern, Ärzten, Bewegungstherapeuten und Krankenschwestern betreut. Ziel ist neben der Gewichtsabnahme die verhaltenstherapeutische und diätetische Vermittlung von Methoden zur erfolgreichen Gewichtsstabilisierung. Damit wurden erstmals
Damit wurden erstmals die amerikanischen Langzeit-Erfolgskriterien "Weighting the options" auf ein deutsches Therapieprogramm angewendet.
Nach dreieinhalb Jahren erfüllen, so Ludescher, noch 58 Prozent der Teilnehmer das Erfolgskriterium eines langfristigen Gewichtsverlustes von über fünf Prozent des Ausgangsgewichts. Es konnte ein mittlerer Gewichtsverlust von 7,9 Kilogramm gehalten werden, wobei 34 Prozent mehr als zehn Kilo abnahmen. Verbesserungen der Herz und Gefässe betreffenden Risikofaktoren konnten dreieinhalb Jahre nach Therapiebeginn bei Blutzucker und Harnsäure, bei Patienten mit vermehrtem Fettgehalt des Blutes, auch bei Cholesterin und bei an hohem Blutdruck Leidenden durch den diastolischen Blutdruckwert dokumentiert werden. Die Medikamentenkosten verringerten sich in dieser Zeit um etwa 60 Prozent. Nebenwirkungen wurden engmaschig erfasst und waren zum grössten Teil nur leicht, heilbar und nicht mit Arbeitsunfähigkeit verbunden. Das multidisziplinäre Adipositas-Programm Optifast habe auch drei Jahre nach Behandlungsende einen überdauerenden Therapieerfolg auf mehreren Ebenen nachweisen können, so dass über die Hälfte der Patienten das Kriterium "langfristige Gewichtsabnahme" erfüllten.
Eine Therapie, eher noch Prävention des Übergewichts hält Dr. Ludescher für unbedingt notwendig. Die durch Adipositas und Folgeerkrankungen verursachten Kosten für das deutsche Gesundheitssystem würden pro Jahr mit 15 bis 17 Milliarden Mark veranschlagt. Die Zahl der Übergewichtigen in westlichen Ländern nehme auch unter Kindern und Jugendlichen stetig zu. Laut Bundesgesundheitsamt leiden 20 Prozent der deutschen Bevölkerung beziehungsweise 16 Millionen Menschen unter einer behandlungsbedürftigen Fettleibigkeit. Etwa 13 Prozent der Kinder müssten bereits therapiert werden. Übergewicht könne eine Vielzahl von Folgeerkrankungen auslösen, die erhebliche Auswirkungen auf den Krankheitsstand und die Sterblichkeitsziffer der Bevölkerung haben. Man finde bei diesen Patienten auch sehr häufig ängstliche und depressive Komponenten, da Lebenszufriedenheit und Selbstwertgefühl deutlich geringer als bei Menschen mit Normalgewicht seien. Das adventistische Krankenhaus "Waldfriede" ist akademisches Lehrkrankenhaus der Freien Universität Berlin und gehört zum Deutschen Netz gesundheitsfördernder Krankenhäuser der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
International
Europäische Baptisten wählten neuen Generalsekretär 
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Kiew/Ukraine, 04.11.1998 / APD
Neuer Generalsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) wird der Präsident des bulgarischen Baptistenbundes, Pastor Theo Angelov (Sofia). Der 59jährige wurde während der EBF-Generalversammlung in Kiew gewählt. Er tritt die Nachfolge von Pastor Karl Heinz Walter (Hamburg) an, der im Herbst 1999 in den Ruhestand tritt. Von 1996 bis 1997 amtierte Angelov bereits als Präsident der europäischen Baptisten. Zur Föderation gehören 50 Mitgliedsbünde in Europa und dem Nahen Osten mit rund 750\'000 Mitgliedern. Präsident des EBF ist der Generalsekretär des britischen Baptistenbundes David Coffey.
Leitungswechsel am Konfessionskundlichen Institut Bensheim 
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Bensheim/Deutschland, 04.11.1998 / APD
Neuer Direktor des Evangelischen Bundes und Leiter des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim wird der Privatdozent Dr. Jörg Haustein (41). Er ist Nachfolger von Professor Dr. Reinhard Frieling, der zum 1. Juli 1999 in den Ruhestand tritt. Haustein wirkt seit 1991 als Referent für Fundamentaltheologie und Neue Kirchengeschichte am Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes. 1995 habilitierte er im Fach Kirchengeschichte an der Universität Kiel.
Neuer Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) 
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Berlin/Deutschland, 04.11.1998 / APD
Reinhard Hempelmann (45) ist vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum neuen Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin, berufen worden. Er tritt sein Amt zum 1. Januar 1999 als Nachfolger von Michael Nüchtern, dem neuen Theologischen Referenten der Badischen Landeskirche in Karlsruhe, an. Dr. theol. Hempelmann ist Pfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen. Seit 1992 arbeitet er bei der EZW als Referent für Gemeindegründungen, pfingstkirchliche und charismatische Gruppen sowie fundamentalistische Strömungen.
Weltweite Evangelische Allianz ernennt Generalsekretär für Theologie 
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Wheaton/USA, 04.11.1998 / APD/idea
Die Weltweite Evangelische Allianz hat den US-amerikanischen Theologen James J. Stamoolis (Wheaton bei Chicago) zum neuen Generalsekretär ihrer Theologischen Kommission ernannt. Stamoolis war bisher Dekan am Wheaton College. Er tritt die Nachfolge des koreanische Theologen Bong Rin Ro (Seoul) an, der das Amt nebenamtlich wahrgenommen hatte. Stamoolis erklärte, es bestehe in den Gemeinden ein grosser Bedarf an theologischer Arbeit. Die Weltweite Allianz wolle durch ihre Theologische Kommission dazu beitragen, ein \"biblisches Feuer\" innerhalb der evangelischen Christenheit zu entfachen. Die Weltweite Evangelische Allianz (WEF) umfasst 111 nationale und regionale Zusammenschlüsse, die etwa 150 Millionen evangelische Christen repräsentieren.
Buchrezensionen
"Chronik des Christentums", Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH., Gütersloh/München, 1997, 464 Seiten mit über 900 zumeist farbigen Abbildungen, Karten und Grafiken; ISBN 3-577-14354-1; Sfr. 62.50/DEM 69.00/öSch 504.00; Zu beziehen über den Buchhandel. 
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Die "Chronik des Christentums" zeichnet nach, wie das Christentum von einer Basisbewegung weniger einfacher, begeisterter Menschen zu einer die Welt beeinflussenden und prägenden Religion wurde. In rund 300 chronologisch angeordneten, doppelseitigen Beiträgen wird die Zeitspanne von der Geburt Christi bis in die heutige Zeit lebendig. Zu den bekannteren Autoren zählen die Theologen Herbert Gutschera (katholisch), Joachim Maier (katholisch) und Jörg Thierfelder (evangelisch) sowie die Journalisten Uwe Birnstein, Theo Körner, Rudolf Linssen, Ralph Ludwig und Ulrich Ruh.
Die christliche Lehre und Dogmatik findet in den Abhandlungen ebenso Beachtung wie die Lebensläufe bedeutender christlicher Persönlichkeiten und die Entwicklung von kirchlichen Orden und religiösen Strömungen. Ausführliche Hintergrundartikel, flankiert von Kalendarien mit Kurzinformationen zur Kirchengeschichte, betten die historischen Ereignisse in ihr zeitgeschichtliches Umfeld und verdeutlichen Zusammenhänge mit Politik und Alltagsleben. Herausragende Werke der Architektur, der Malerei und Musik werden dargestellt und erhellen, was schöpferische Menschen im Zeichen des christlichen Glaubens hervorgebracht haben.
Erstaunlich ist, dass die "Chronik des Christentums" weder auf die Entwicklung des "Sabbats" als biblischer Ruhetag in der Kirchengeschichte noch auf die Einführung des "Sonntags" zu einem gesetzlichen Tag der Ruhe durch Kaiser Konstantin im Jahre 321 eingeht.
Trotzdem wird der "Sonntag" um das Jahr 120 auf Seite 35 in folgendem Kontext erwähnt: "Auch in der Frömmigkeitspraxis der Christen vollzieht sich der wegweisende Schritt aus der jüdischen in die heidnische Welt. Zwar grenzen sich die Christen immer mehr ab, doch übernehmen sie auch einige Bräuche." Zum Stichwort "Sonntag" heisst es unter anderem: "Der 'Herrentag' (Sonntag) bildet den Höhepunkt der christlichen Woche. Derselbe Tag ist den Anhängern des Kultes um den persischen Lichtgott Mithras heilig. Wie der Sonntag in bewusstem Gegensatz zum jüdischen Sabbat (am Sonnabend) steht, so auch die Fastentage ('stationes') Mittwoch und Freitag"
Der Wechsel vom Sabbat des Schöpfergottes (Samstag; damals gab es noch keine Juden!) zum "Herrentag" (Sonntag) wird hier eindeutig mit dem Wandel in der Frömmigkeitspraxis der Christen aus der jüdischen in die heidnische Welt begründet. Dies ist eine leider viel zu wenig bekannte, kirchengeschichtliche Tatsache.
Auf über 70 Seiten wird unter dem Titel "Neuorientierung in der Welt der Moderne" ausführlich über die grossen Erschütterungen und den Veränderungsprozess des Christentums im 20. Jahrhundert aus internationaler und ökumenischer Perspektive berichtet. Ein Verzeichnis der Päpste, ein ausführliches Personen- und Sachregister und ein Verweissystem innerhalb der Texte erlauben es, sich rasch in dem umfangreichen Band zu orientieren.
Mit dem Übergang ins 3. Jahrtausend der christlichen Zeitrechnung naht ein Datum, das als Kulminations- und Wendepunkt erwartet wird und Anlass gibt, das Christentum von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart eingehend zu betrachten. Die "Chronik des Christentums" ist nicht nur ein informatives Nachschlagewerk, sondern ermöglicht dem Leser zugleich eine bereichernde, fesselnde Reise durch die 2000jährige Kirchengeschichte. Christian B. Schäffler
Paul Helfenberger, (Hrsg.) "Kalender der evangelischen Kirchen der Schweiz 1999", Friedrich Reinhardt Verlag Basel, 1998, 477 Seiten, ISBN 3-7245-1007-1; Sfr. 49.80; Zu beziehen über den Buchhandel. 
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Mitte Oktober erschien im Friedrich Reinhardt Verlag Basel im 124. Jahrgang der "Kalender der evangelischen Kirchen der Schweiz 1999" mit den Adressen der evangelisch-reformierten Kantonalkirchen der Schweiz, anderer Kirchen und Freikirchen, kirchlicher Behörden und evangelischen Werken.
Der sogenannte "Pfarrkalender" stellt ein Kompendium dar, in welchem praktisch alle in irgendeinem Dienst, in irgendeiner Gemeinde oder kirchlichen Organisation im protestantischen Bereich Tätigen registriert und leicht auffindbar sind. Neben dem umfangreichen Kalendarium (Monats- und Wochenkalender 1999, Monatskalender 2000 und Quartalsübersicht 2001) enthält das Nachschlagewerk auch die Perikopen (Abschnitte aus der Bibel, die im Gottesdienst verlesen werden) mit den evangelischen Gedenktagen, Feiertage 1999, statistische Angaben über die Wohnbevölkerung der Schweiz nach Konfessionen und Religionen (1990) und eine Übersicht über die kantonalen kirchlichen Presseorgane.
Der Adressenteil "Andere Kirchen und Freikirchen" umfasst in der Ausgabe 1999 erstmals sechzehn Freikirchen, freikirchliche Verbände und Werke, nämlich: Union des Assemblées et Eglises Evangéliques de Suisse Romande (AESR), Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen (BELK), Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), Bund der Baptistengemeinden, Konferenz der Mennoniten (Alttäufer), Bund der Evangelischen Täufergemeinden (ETG), Evangelische Gesellschaften und Stadtmissionen, Bund Freier Evangelischer Gemeinden (Bund FEG), Bund Evangelischer Gemeinden (BEG) und newlife international (nli), Die Heilsarmee, Pilgermission St. Chrischona, Bund Pfingstlicher Freikirchen der Schweiz (BPF), Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG), Missionswerk Action Biblique, Diakonieverband Ländli , Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) sowie die ausländischen Kirchen in der Schweiz und die Schweizer Kirchen im Ausland.
Ein alphabetisches Namensverzeichnis und ein Register zu den kirchlichen Behörden und evangelischen Werken ermöglichen dem Leser das rasche Auffinden der Adressen. Christian B. Schäffler
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Nachrichtenagentur APD |
Herbert Bodenmann (verantwortlich), Journalist SFJ |
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APD ® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie 16,9 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 30 Millionen Gottesdienstbesucher in 209 Staaten der Erde. In der Schweiz sind 4.324 Mitglieder in 51 Gemeinden und 5 Gruppen organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

