Vatikan betont Einzigartigkeit der Katholischen Kirche print druckenemail versenden

Wien/Österreich, 10.07.2007/ORF

Pressestimmen: ORF

In einem Schreiben betont die vatikanische Glaubenskongregation die Einzigartigkeit der Katholischen Kirche. Ausdrücklich wird dabei den protestantischen Gemeinschaften das Recht abgesprochen, sich als "Kirche" zu bezeichnen.

Zur Begründung heißt es in dem Dokument "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche", Protestanten und andere christliche Gemeinschaften, die nicht den Papst anerkennen, könnten sich nicht auf die "apostolische Sukzession" berufen. Damit ist die katholische Lehre gemeint, wonach sich Päpste und Bischöfe noch heute auf den Auftrag Jesu Christi an die Apostel zur Glaubensverbreitung berufen.

"Nicht Kirchen im eigentlichen Sinn"

"Deshalb sind sie "nicht Kirchen im eigentlichen Sinn", sondern "kirchliche Gemeinschaften", wie die Konzils- und Nachkonzilslehre bezeigt", heißt es in einem Kommentar der Glaubenskongregation zu dem Dokument. Die Verfasser räumen allerdings ein, dass "diese klaren Aussagen bei den betroffenen Gemeinschaften und auch in katholischen Kreisen Unbehagen verursacht haben". Aber es sei "nicht ersichtlich, wie man diesen Gemeinschaften den Titel "Kirche" zuschreiben könnte", heißt es weiter. Allerdings hätten die protestantischen Gemeinschaften "zweifellos einen kirchlichen Charakter und einen daraus folgenden Heilswert".

"Antworten auf Fragen..."
Das neue Dokument mit dem Titel "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche" befasst sich mit der 1964 veröffentlichten Konstitution "Lumen gentium" (Licht der Völker) des Zweiten Vatikanischen Konzils, in der es heißt, die Kirche Christi sei in der katholischen Kirche "subsistiert" (verwirklicht). Dies bedeute nicht, heißt es, dass die katholische Kirche von der Überzeugung ablasse, die einzige wahre Kirche Christi zu sein. Das acht Seiten lange Dokument ist vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, unterzeichnet.

"Dominus Iesus"

Bereits im Jahr 2000 hatte das Dokument "Dominus Iesus", das die damals von Kardinal Joseph Ratzinger geführte Glaubenskongregation herausgebracht hatte, für viel Wirbel gesorgt. Kritiker sprachen von einer "kalten Dusche für die Ökumene". In dem Schreiben wurde der Unterschied zwischen den "echten Teilkirchen" mit Apostolischer Sukzession der Bischöfe - die orthodoxen und die orientalischen Kirchen - und den "kirchlichen Gemeinschaften" ohne Apostolische Sukzession - den protestantischen Kirchen - herausgestrichen, da Letztere keine "Kirchen im Vollsinn" seien. Dies hatte zu Unmutsäußerungen von protestantischer Seite geführt.

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