Ökumene: Auch für Protestanten gibt es ein "Basta"
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Hannover/Deutschland,, 31.07.2007/idea
Dass der Vatikan den Protestanten die Anerkennung als vollwertige Kirchen verweigert, darf nach Ansicht von führenden Vertretern der Reformierten und der Methodisten nicht zum Stillstand der Beziehungen zu Katholiken führen. Am 10. Juli hatte die Vatikanische Glaubenkongregation das Dokument "Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche" veröffentlicht.
Den aus der Reformation hervorgegangenen christlichen Gemeinschaften könne kein Kirchenstatus zuerkannt werden, hieß es. Dies habe ihn nicht wirklich überrascht, sagte der Moderator (Vorsitzende) des Reformierten Bundes, Pfarrer Peter Bukowski (Wuppertal), gegenüber idea. Überrascht habe ihn freilich die "ökumenische Kaltschnäuzigkeit", mit der die "schroff abgrenzende Haltung" des römischen Schreibens "Dominus Iesus" aus dem Jahr 2000 wiederholt worden sei. Die Ökumene sei durch die römischen "Antworten" noch einmal mit Nachdruck an ihre "Arbeitsbedingungen" erinnert worden. Das ökumenische Problem lasse sich aber nicht auf die "unbeugsame Haltung der Römer" reduzieren. Schließlich gebe es auch protestantische Punkte, an denen es ein "genauso klares und nicht hintergehbares Basta" vorzubringen sei. Dies gelte zum Beispiel für Artikel VII des lutherischen Augsburgischen Bekenntnisses von 1530, "dem zufolge überall da Kirche ist, wo das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente evangeliumsgemäß verwaltet werden". Die Gesprächskontakte zwischen Protestanten und Katholiken sollten nach Bukowskis Ansicht weiter gepflegt werden. Allerdings sei die gegenseitige Anerkennung als Kirche nach evangelischem Verständnis die Voraussetzung und nicht das Ziel eines ökumenischen Dialogs.
Der Papst ist kein Antichrist
Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, 1999 vom Lutherischen Weltbund und dem Vatikan vereinbart, hat aus Bukowskis Sicht keine entscheidenden Auswirkungen auf praktische Fragen des evangelisch-katholischen Verhältnisses gehabt. Gleiches gelte für die 1985 verabschiedete Erklärung "Lehrverurteilungen kirchentrennend? ", die nach dem ersten Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. 1980 erarbeitet worden war. Erstaunt hat den Moderator, dass bei der Revision des reformierten Heidelberger Katechismus die einseitige Zurücknahme der Feststellung, dass der Papst der Antichrist sei, in der deutschen katholischen Presse kaum gewürdigt worden sei. Am Rande des Weltjugendtreffens 2005 in Köln habe er sowohl Papst Benedikt XVI. als auch dem für die Ökumene zuständigen Präfekten, Kardinal Walter Kasper, ein Exemplar dieses reformierten Dokuments überreicht. Der Reformierte Bund mit Sitz in Hannover repräsentiert über zwei Millionen Kirchenmitglieder in Deutschland. Dem Bund gehören die beiden reformierten Landeskirchen, rund 400 reformierte Kirchengemeinden und über 800 Einzelmitglieder an.
Methodisten: Wirklichkeit der Kirche
Unterdessen hat auch der Bischofsrat der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu dem Vatikan-Papier Stellung genommen. Er will am Dialog mit der römisch-katholischen Kirche festhalten. Die methodistischen Bischöfe erinnern daran, dass die EmK seit 40 Jahren im Gespräch mit "Rom" stehe. Man sei sich bewusst, dass die EmK aus Sicht des Vatikans keine Kirche im voll gültigen Sinn sei, weil die Merkmale der Einheit, des sakramentalen Priestertums und die vollständige Wirklichkeit der Eucharistie fehlten. Die EmK verstehe sich selbst aber so, dass "wir durch Gottes Gnade an der ganzen Wirklichkeit der Kirche teilhaben durch die Treue im Auftrag, in der Mission und im Halten des Abendmahls". Die weltweite EmK hat rund 10,2 Millionen Mitglieder; zur EmK in Deutschland zählen etwa 63.000 Kirchenmitglieder und Angehörige.
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